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Die Wahrheit · 1935-09-27 · Heft 39 (27.9.1935) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 39 (27.9.1935)
Date
1935-09-27
Page
– (sequence 9)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Nr. 39 — 27. September 1935 Seite 9 Icppldihons S. SCHEINg. ncrbslncnhcitcn TEPPICHE VORHÄNGE DECKEN MÖBELSTOFFE I., BAUERNMARKT 12 14 K«lne Filialen in Wien) Keine Erleichterung der Palästina-Einwanderung. Die sechste (politische) Kommission der Völkerbundsversammlung hat eine Aussprache über Mandatsfragen durchgerührt. Der norwegische Delegierte L a n g e berichtete über die Tätigkeit der Ständigen Mandatskommission im letzten Jahr. Ein längerer Abschnitt dieses Berichtes war dem Mandatsgebiet Palästina gewidmet. Lange erklärte, die Entwicklung Palästinas habe weiter befriedigende Fortschritte gemacht. Das Einströmen von jüdischen Einwanderern und neuem Kapital habe zu einer Erhöhung der wirtschaftlichen Prosperität im Lande geführt. Die Jewish Agency müsse zu den erreichten Ergebnissen beglückwünscht werden. Die Aufnahmefähigkeit Palästinas sei bei weitem nicht aasgeschöpft, das Land leide vielmehr unter einem Maugel an Arbeitskräften; diese Tatsache müsse Genugtuung hervorrufen im Hinblick daraui, daß es eine große Zahl Ausgewanderter gibt, die zur Zeit eine Heimstätte suchen. Der Mandatarmacht sprach Lange Anerkennung und Glückwünsche dafür aus, daß sie eine liberale (?) Einwanderungspolitik führe. Die Prosperität Palästinas könne nicht ewig dauern, und deshalb tue die Mandatarmacht recht daran, daß sie öffentliche Mittel für die Durchführung von Notstandsarbeiten im Fall wirtschaftlicher Rückschläge reserviert. Die jüdische Einwanderung habe natürlich gewisse Grenzen auch in bezug auf die Haltung der Araber. Im allgemeinen sei zu sagen, daß die jüdische Einwanderung ein kompliziertes Pro-, blem darstellt und daß die Mandatarmacht zu ihren Bemühungen, eine Harmonie zwischen den verschiedenen Interessen herzustellen, beglückwünscht werden müsse. Es folgte eine lebhafte Aussprache, aus der zu erwähnen ist: Der Delegierte Lettlands beantragte, in den Bericht an die Völkerbundsversammlung eine besondere Em pfehlung zwecks Erleichterung j ü J i.s c-h er Einwanderung nach Palästina aufzunehmen. Der italienische Delegierte schloß sich der vom Vertreter Spaniens geäußerten Ansicht über die Bedeutung des jüdischen Palästina-Aufbaus an, verlangte, daß die jüdische Einwanderung in solchen Grenzen gehalten werde, daß die Rechte und Interessen der eingeborenen Bevölkerung unbeeinträchtigt bleiben. Der Delegierte Frankreichs erklärte, die jüdische Einwanderung nach Palästina sei die Quelle der Prosperität dieses Landes, dessen Aufnahmefähigkeit noch nicht voll ausgenützt sei. Der schweizerische Delegierte unterstützte den Vorschlag, die Einwanderung rationell auszubauen. Zum Schluß sprach der englische Delegierte Viscount Cranbourne. der ganz besonders darauf hinwies, daß in Palästina Prosperität zu einer Zeit herrscht, da alle übrigen Länder unter der Wirtschaftskrise leiden. Die Mandatarmacht werde alles tun, um eine harmonische Zusammenarbeit zwischen allen Teilen der Bevölkerung sowohl in der munizipalen wie in der Zentralverwaltung herbeizuführen. Er .sprach sich gegen den Vorschlag des l et Inländischen Delegierten, der Völkerbundsversammlung eine besondere Empfehlung betreffend Erleichterung jüdischer Einwanderung zu machen, aus. Zum Berichterstatter für Mandatsfragen in der Völkerbundsversammlung wurde von der Kommission der Norweger Lange bestimmt. ODOL-MUNDWASSER enthält neben dem wirksamen Odol-Antisektikum noch den aus der Myrrhe gewonnenen Extrakt der sich gegen Lockerung der Zähne und Blutung des Zahnfleisches, als ganz besonders wirksam erwiesen hat. Die Myrrhe wird für diesen Zweck schon seit tausend Jahren verwendet. „Dr. Kiiiner-Heim" Zenrralanstalt für Mädchenerziehung und Fortbildung Telephon A 43-0-77 Wien II., Malzgasse 7 Volks- und Hauptschule für Mädchen. Dreijährige Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe. Zweijährige Fachschule für Kleidermachen und Wäschewarenerzeugung. Beth Jacob Religionslehrerinnen-Seminar. Zweijährige Kindergärtnerinnen-Bildungsanstalt. Einjähriger praktischer Fortbildungskurs für Maruranüanen. Proipekt auf Wnnadi. Internat. Streng relltf. Hauhalt. Die Völkerbundversammlung hat den von Lange erstatteten Bericht über Mahdatsangelegenhetien ohne Debatte angenommen. Kriegspanik in Palästina. Aus Tel-Aviv wird berichtet. Die unsichere internationale politische Lage, die sich aus dem italienisch-abessinischen Konflikt ergeben hat, wie die gespannten englisch-italienischen Beziehungen haben im Verlaufe der letzten Woche Unruhe in der palästinensischen Oeffent-! i c h k e i t hervorgerufen, die sich in der Abhebung von Bankdepositen äußerte. Die Nervosität ging von der arabischen Bevölkerung aus. Die arabische Presse sprach unverblümt vom Ausbruch eines neuen Weltkrieges. In der Erinnerung an den letzten Weltkrieg, in dem Palästina ohne Nahrungsmittel gelassen wurde, besannen die Araber Lebensmittel z u k a u f e n, ihr Geld von den Banken zurückzuziehen und Gold zu kaufen. Gewisse Nahrungsmittel stiegen im Preise und auch für Goldmünzen ergaben sich erhebliche Preissteigerungen. Die Unruhe beschränkte sich schließlich nicht aui die arabische Bevölkerung, sondern ergriff auch gewisse Kreise der jüdischen Einwohner, die auf Gerüchte in den Straßen hin bei den Banken Geld abhoben. Die Unruhe und Nervosität hat die gutfundierte Basis der palästinensischen Wirtschaft unberührt gelassen. Die großen Unternehmungen und die europäischen Kaufleute, die über die erforderliche Sachkenntnis und Urteilsfähigkeit verfügen, bleiben von der Nervosität gewisser Schichten verschont. |IÜIIIIIIIIIIIIUIIUIIII1IM lEPHRUSSI&CoJ f|f •>• •. Gegründet 1856 s 1 Dc»nk«£t«s8cla4if aller Art § | Abteilungen für Wertpapiere und Devisen j§ 1 Wien IX., Wasagagse Nr. 2 ] iiiiiiuHninnniu^ Es handelte sich nach der vorliegenden Darstellung von Palnews um eine Unruhe ohne jede sachliche Begründung. Wenn zwischen Italien und Abessinien ein Krieg ausbrechen sollte, so hätte dieser für Palastina überhaupt keine unmittelbaren Folgen. Die indirekten Rückwirkungen dieses Krieges aui die palästinensische Wirtschaft bewegen sich aber durchaus in konjunkturanregender Richtung. Gewisse Preisbefestigungen auf dem Waren-,. Frachten und insbesondere dem Orangenmarkt sind Faktoren, die haussierend wirken. Aui die außerordentliche Liquidität der palästinensischen Wirtschaft braucht kaum besonders hingewiesen zu werden. Das Bankwesen des Landes ist durch seine beiden größten Institute, bei denen gleichzeitig die Liquiditätsieserven der übrigen Banken angelegt sind, aufs engste mit dem englischen Geld- und Kapitalmarkt verbunden. Die Währung des Landes ist zu weit über 10ü Prozent durch britische Staatspapiere gedeckt Die Palästina-Regierung verfügt bekanntlich über Budgetreserven, die zur Zeit die Höhe von 6 Millionen Pfund Sterling erreicht haben dürften. Die Stärke des palästinensischen Bankwesens wurde in diesen Tagen der Nervosität und Unruhe unter Beweis gestellt. Durch sie wurde in erster Linie der Nervosität ein Ende gemacht. Hunderttausende von P f u n d e n* wurden von den Banken zurückgezogen und nicht eine einzige — nicht einmal die kleinste — Bank verweigerte die Auszahlung auf das erste Verlangen hin. Wie wir erfahren, haben die Banken auf Wunsch hin sogar die auf feste Termine angelegten Depositen ausgezahlt. Die Depositenzurückziehung war nicht gleichmäßig auf alle Banken verteilt. An einigen Banken ging die Nervosität vollständig vorbei, bei anderen Banken äußerte sie sich verhältnismäßig stark. Die Banken blieben vollkommen Herren der Situation. Es ist auch bemerkenswert, daß die große englische Barclay's Bank sich vom ersten Moment an bereit hielt, den kleinen Banken nötigenfalls zu Hilfe zu kommen. Das Guvemment Treasury befand sich ebenfalls in ständiger Fühlung mit den Banken und beobachtete die Entwicklung der Situation. Zu Beginn dieser Woche beruhigte sich die Lage und das Wirtschaftsleben nahm wieder seinen normalen Lauf an. Die nächsle Nummer unseres Bialles erscheint normal £hJA Freitag, den 4. Okiober. rtllWMillMMlilllllllMNWlIillll Klein» Tut»-3 -»SO Grote Tuba-S 140 Rosch-Haschanoh. Ich frage in der Tiefe Meiner Seele: Warum, o Herr, Gabst du mir auch Den Drang zum Bösen? Es spricht der Herr: Nicht engelgleich Erschuf ich dich, Mit gutem Trieb allein, Du dienst mir nicht Als willenloser Golem Ohne Widerstrelt. Erkennen sollst du Gut und Böse Und zum Ebenbild mir werden. Wenn Gutes du erwählst. Dann stellst als Mensch Den Engeln du voran. Doch Erdertschwere läßt uns Gnade nicht erkennen Und weiter wandeln wir Das ganze Jahr, Nicht fragend nach dem Urgrund Uns'res Lebens.--- Bis dann ein Tag Der Einkehr naht, An dem die Heiligkeit Der Zeit wir künden. Bekennend, daß die Mächtigsten von uns Dem Schatten gleichen, Der entflieht. Erbarme dich, o Herr, Des Volkes, das da kündet. Was du am Berge Sinai Zu ihm sprachst Im Schall des Schofars: „Es ist der Sinn der ganzen Lehre, Den Nächsten liebe wie dich selbst." Erbarme dich, o Herr, Am Tage des Gerichtes aller Menschen, Daß ihnen diese Einsicht werde. Oskar Rosenzweig. „Nicht „Heil Hitler" sondern „Heil Israel". Einer vom Komitee für besondere jüdische Interessen im Apollo-Saal zu Amsterdam veranstalteten Kundgebung gegen die Nürnberger Judengesetze wohnten weit mehr als 6000 Juden und Nichtjuden bei, während Tausende wegen Platzmangels umkehren mußten. Der Präsident des veranstaltenden Komitees und der Aschkenasischen Gemeinde Hollands A. Asscher und der interimistische Oberrabbiner von Amsterdam L. H. S a r 1 o u i s sprachen von den ew«jgen Werten des Judentums, die durch einen Streicher oder Rosenberg nicht herabgewürdigt werden können. Der hervorragende christliche Geistliche und Theologie-Professor an der Universität Amsterdam Dr. A. H. de Hartogh führte aus, Israel sei ein Gottesvolk; er beendete seine Ansprache mit den mit stürmischem Beifall aufgenommenen Worten: „Heil Israel!" Der katho- Chauffeur Jude, erstklassiger Fahrer, Automechaniker und Fabilehier, mit Sprachkennloissen, Mitte DreiDig, sucht Posten. Zuschr. a. d. Admin. unter „Bescheidene Anaprüche".

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