Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 36 (6.9.1935)
- Date
- 1935-09-06
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. 36 — 6. September 1935 DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek'. Omer- und Haftorah -Tafel Ctobotatundtm Elul 5695 September 1085 -htth abdt. 7.00 Elul 8. 6.25 I I Ki-seze (S. t. M.) } H •* HKä™ r* 1 1 1. und 2. Perek | 7.00 „ 10. bis 14. 6.30 ab dB. Freitag, 6. Sept. 6.25 Samstag, 7. Sept. 7.25 Sonnt., 8. bis U«! Donnerst.,12.Sept. (°-ou Dr. Lev Winter kann mit vollem Recht als der Schöpfer des sozialpolitischen Systems in unserer Republik bezeichnet werden. Die sozialpolitische Gesetzgebung gleich in der ersten Zeit der Republik stellt uns in den Vordergrund anderer Staaten eben durch das Verdienst der Arbeit Winters, die sich schon in den ersten Wochen des selbständigen staatlichen Lebens durch Kodifizierung der achtstündigen Arbeitszeit kundgab. Hier nahm auch das weitere sozialpolitische System seinen Ausgang, das die schwierigsten Fragen der bewegten und kritischen Nachkriegszeit unter der Leitung Dr. Winters als Minister für soziale Fürsorge löste. Als er dann dieses hohe Amt verließ, setzte er seine Arbeit organisch als Vorsitzender der Kommission für die Ausarbeitung der Sozialversicherung fort, die den Kulminationspunkt der Sozialversicherung in der Republik, aber gleichzeitig auch den Gipfelpunkt des Lebenswerkes Winters darstellt. Er führte es bis zu Ende. Hand in Hand mit diesem großen Werke Doktor Winters als Sozialpolitiker gehen in den Zeiten nach dem Umsturz seine Arbeiten als tschechoslowakischer Staatsmann, der sich für dauernde Zeiten auf die ersten Seiten der Geschichte der jungen Republik eingezeichnet hat. Winter war nicht bloß Ressortminister und sozialpolitischer Fachmann, sondern auch allseitiger Politiker und Staatsmann. Er hat mitgeholfen, die feste demokratische Tradition der Republik seit ihren Anfängen zu schaffen. Er war oft Mitglied der tschechoslowakischen Delegation bei den Beratungen des Völkerbundes, er war regelmäßig Delegierter unserer Republik bei den Konferenzen des Internationalen Arbeitsamtes und nahm erfolgreich an den Arbeiten der Interparlamentarischen Union als Vorsitzender der tschechoslowakischen Sektion teil. Er envarb sich unschätzbare Verdienste um die Festigung der Position unseres Staates im internationalen Leben. Das Ausland, das uns nach diesem unseren Vertreter beurteilte, bildete sich über uns das günstigste Urteil. Das ganze Leben des Verstorbenen war von Arbeit für die Arbeiterklasse, deren Stolz er war, sowie für den Staat, den er von seinen Grundlagen aus zu schaffen mitgeholfen hatte, erfüllt. Alle diese Arbeit war getragen von musterhafter Gewissenhaftigkeit, persönlicher Bescheidenheit und über jeden Zweifel erhabener Ehrlichkeit. Internationaler Schachverband gegen Nazi- Deutschland. Die in Warschau stattgehabte Schacholympiade beschloß, die Einladung Deutschlands zur Abhaltung der Schacholympiade 1936 in Berlin weder anzunehmen noch abzulehnen, sondern die Entscheidung den einzelnen Ländern zu überlassen. Bei der Diskussion über die Aufnahme Deutschlands in den Internationalen Schachverband erklärte der Präsident der Schacholympiade A. Rueb (Polen), daß der Deutsche Schachverband nicht aufgenommen werden könne, da er alle jüdischen Mitglieder zum Austritt veranlaßt habe. Der Schach-Weltmeister Aljechin befürwortete die Aufnahme Deutschlands, die Vertreter der Vereinigten Staaten, Englands, Irlands und Kanadas sprachen sich dagegen aus. Es' wurde beschlossen, Deutschlands Gesuch um Aufnahme in den Internationalen Schachverband abzulehnen, da die Satzungen des Deutschen Schachverbandes der Forderung des Internationalen Verbandes nach Gleichberechtigung nicht entsprechen, Silm Das „Episoden-Ensemble. In dem Walter iReisch- Fihn „Episode" wirken mit: Paula Wessely, Karl Ludwig D i e h l, Otto T r e ß 1 e r. Erika von; Wagner, Hans-Jüfgel und Wölf-Dieter Treßler, Friedl Czepa, Rosa Albach-Retty. Schauplatz des Films ist das Wien des Jahres 1922. Wien im Taumel der Inflation. „Episode" gelangt demnächst im Apollo zur Uraufführung. Odol-Mundwasser enthält neben dem wirksamen Odol-Antiseptikum noch den aus der Myrrhe gewonnenen Extrakt, der sich gegen Lockerung der Zähne und Blutung des Zahnfleisches, als ganz besonders wirksam erwiesen hat. Die Myrrhe wird für diesen Zweck , schon seit tausend Jahren verwendet. Zollangen?oa Verleg*r versendet. Jonxnel expedii per reatteaz. Falls Adressat ▼erzogen, nicht nachsenden; mit neuer Adresse zurück an Verlag „Die Wahrheit", Wien IL, HalnestraBe IS/12 LeopoldsfiKHer Tempeifcreln Aeschel Awrohom n., Pazmanttcngasic 6, Tel. R 41-8-03 Anmeldungen r. Auigebolen.Tranangen (andiant. freiem nimmeDn. Bannizwaas Partelatnverfcaltr an Werktagen ron 2 bis >M Übt oacbmlttag«. an Sonntagen von 10 bb 12 Uhr vormittag* Ctebetettraden früh Elul 5695 abds. 630 Elul 8. 6.30 Ki-seze (5. B. M.) Haftora Roni akoro 1. und 2. Perek Pazmanitentempei „Aeschel Awrohom", IL, Pazmanitengasse 6, Tel. R 47-8-63. f Synagogenverein „Tefilath Jeschurim", H., Sebastian Kneipgasse 14. Tempelverein „Beth Hachneteth", III., Untere Viaduktgasse 13. Tempelverein, III., Erdbergstraße 15. Tempelverein „Beth Aharön", V., Siebenbrunnengasse 1 a. Tempelverein, VI., Schmalzhofgasse 3, Tel. B 29-7-52 Tempelverein des 8. Bezirkes der Stadt Wien. VIII Neudeggergasse 12, Tel. A 21-7-65. Tempelverein „Beth Hatfilah", IX., Müllnergasse 21, TeL A 13-8-91. Tempelverein, X.. Humboldtgasse 27, R 18-7-17. Tempelverein, XI., Braunhubergasse 11. Tempelverein des 13. Bezirkes der Stadt Wien, XIII Eitelbergergasse 22. Tempelverein, XIX., Dollinergasse 3, Tel. B 11-704 Tempelverein Brigittenau, XX., Kluckygasse 11 Tel A 41-1-82. Bethausverein „Bene-Berith", XX., Kaschlgasse 4. Dr. Leo Landau, Präsident. Gemetndecfawomh. <f\mgii6im<%ä>n Trauung. Sonntag, den 15. September. 'A3 Uhr Trauung. Sonntag, den 15. September, 'A3 Uhr nachm. findet im Tempel, VI., Schmalzhofgasse 3, die Trauung der Pianistin Betty Lewin, Tochter des Herrn Oberkantors Artur Lewin und seiner Gattin Paula, mit Herrn Arthur B i r m a n n statt. Todesfall Kürzlich starb nach langem, schweren Leiden im 62. Jahre Karl Seiden werg und fand am vergangenen Freitag unter zahlreicher Beteiligung die Beerdigung statt. Rabbiner Dr. M e h r e r sprach als Freund des Verstorbenen ergreifende Worte des Abschiedes und widmete den Charaktereigenschaften des Heimgegangenen, der sich durch edles Menschentum verdienstlich auszeichnete, innige Worte des Gedenkens. Kantor Josef Feuer versah die kantrolare Funktion in ergreifender Weise. Verlegung des Vormittagsgottesdienstes im Leopoldstädter Gemeindetempel am Samstag, den 7. September, von 8 Uhr auf 9 Uhr vormittags. Am Samstag, den 7. ^September 1935 beginnt der Vormitta-gsgottesdienst hn Leopoldstädter-QeTneindetempel, IL, Tempelgasse 5, anläßlich der Teilnahme der Delegierten des Gründungskongresses der „Neuen Zionistischen Organisation" an demselben statt um S Uhr erst um 9 Uhr früh. Ueberdies wird an diesem Tage ein Gottesdienst um 8 Uhr früh im Zeremoniensaal des Leopoldstädter- Tempels abgehalten werden. Betsitze für die hoben Feiertage. Der Verband der Tempelvereine der Stadt Wien teilt mit, daß in nachstehenden, dem Verbände angeschlossenen großen Tempeln während der üblichen Kanzleistunden Betsitze fü die hohen Feiertage in allen Preislagen zu haben sind: Polnischer Tempel „Beth Israel", IL. LeopoJdsgasse 29, Tel. A 48-0-64. /t ^28\ Au«uS* 1935: Hermine Friedl, 85 Jahre. 9. Bez_ T°f)- — Rachela ObstfeJd. 56 Jahre, 20. Bez. )\Y,- J°V- — Moriz Schwarz, 76 Jahre, 12. Bez. (IV. Tor). ,„ D29- Au*"5* v I!)35: Arnold Waringer, 61 Jahre, 7?,V Be.z- S1V- Tor)- — Emil Goldstein. 65 Jahre, 2. Bez. V-~Tor)- — Klotilde Robitschek. 73 Jahre, 6. Bez. (I. Tor). /, n3Cl- Au«uSt 1935: Udel Deutsch, 79 Jahre. 2. Bez. U. 1 or). — Magdalena Seidl. 79 Jahre, 13. Bez (I. Tot) — Rosa Steiner, 83 Jahre, 4. Bez. (I. Tor) — Frieda" Piskaty, 59 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). - Barbara Eisin- ISt K°»Jahr,e' 13; B,e?.- (IV- Tor)- A<loIf Abraham Jakob Horniker, 61 Jahre, 6. Bez. OV Tor) — Dr Arthur Zweig. 54 Jahre, 1. Bez. (IV. Tor). - Bertha Beck. % /a,hre' o Be^, (!y- 7or)- - Karl Seidenwerg, 62 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). , D h?,eD^ra?er ,935: Theresia Weingast. 62 Jahre, '■>• Bez (I. Tor). — Alice KobliSchek. 50 Jahre, 1. Bez. U. Ior). — Ignaz Kalmann, 62 Jahre, 2. Bez (IV Tor) ^"1Aetti.!(e,bl' 81 Jahre- 8- Bez- ('v- Tor).' -' Anna Butschowitz. 83 Jahre. 1. Bez. (IV. Tor). — Ida Blum, 58 Jahre 3 Bez (IV. Tor). — Leopold Kuhner. 77 Jahre, L,Be£ \IV- Tor). — Regine Laster. 60 Jahre, 2. Bez. i%' 4-0Th ~ S,mon Rapport. 48 Jahre, 2. Bez. UV Tor) ~ R Breuer' 55 Jahre, Kapfenberg .?. September 1935: Anna Eisler, 65 Jahre, 2. Bez. nYr J°V- ~ ,gnaz Silberstein, 77 Jahre, 6. Bez. V7' — Edmund Waldapfel. 82 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). 3. September 1935: Julius Kohn. 69 Jahre, 6. Bez. II. Tor). — Julius Back, 68 Jahre, 14. Bez. (I Tor) — Heinrich Wessely. 81 Jahre, 13. Bez. (IV Tor) " — Rebekka Blum. 63 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Wilhelm Morgenstern, 75 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor) BEAIRIIBAD III., Unke Bahngasse 9, nächst Stadtpark PIICHAELERBAD XVIII., Midiaelerstr. ia, nächst Volksoper Ausschneiden! Aufbewahren! EmaOifSunäs>Anweisiinfg auf für die Leser der.,Wabrheit" Dampf-, Wannen-, §diwimin und Heilbäder Kuren gegen Rheuma, Gicht, Ischias, gegen Erkältungen, vorzeitige Alterserscheinungen usw. Weiland Oberkantor Josef G o 1 d s t e i 0 Weiße u. schwarze Talare u. 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