Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 33 (16.8.1935)
- Date
- 1935-08-16
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Ii i * W W ' k; i g :V .&!! «-ß •fi s Seite 8 Nr. 33 — 16. August 1935 V. b. b. DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-Taffel Ctebotstonden Aw £695 Angrast 1885 frflh abds. 7.00 Aw 17. 7.05 1 lEkew (5. B, M.) 8.00J „ 18.{Haftora 18.05 1 [Wataumer Zijaun 1 7.00 „ 19. bis 23. 7.00 abds. Freitag, 16. August 7.05 Samstag, 17. August 8.05 Sonnt., 18. Aug. b. (7 nn Donnerst.,22.Aug.('-uu Das ungarische Judentum im Lichte der Statistik. Wie das Nachrichtenblatt der Ofner Israelitischen Kultusgemeinde berichtet, hat Dr. Ernst Winkl er eine sehr interessante Studie veröffentlicht, aus der die folgenden statistischen Daten über das ungarische Judentum beachtenswert erscheinen. Laut der Volkszählung im Jahre 1930 betrug die Gesamtbevölkerung Ungarns 8,688.319, die Seelenzahl der Juden 444.567. Seit dem Weltkriege ist ein starker Rückgang der jüdischen Bevölkerung zu verzeichnen. Während 1920—30 die Gesamtbevölkerung des Landes um 8,7% anstieg, sank die Zahl der Juden um 6,1% (28.788 Seelen). Die Fruchtbarkeit der jüdischen Ehen hat seit dem Kriege wesentlich abgenommen. Die Zahl der ungarischen Juden, die den Kongreßgemeinden angehören, beziffert sich auf 302.145, die der Orthodoxie auf 124.982, die der Status quo-Gemeinden auf 17.440. In Ungarn gibt es heute 105 Kongreß-Muttergemeinden und 84 Filialgemeinden. In diesen wirken 74 Rabbiner, 6 Rabbinerstellvertreter und 132 Religionslehrer. Von sämtlichen Elementarschulen des Landes machten die der jüdischen Konfession i. J. 1932 nur 2,3% aus. In der Gesamtlehrerschaft ist die jüdische Pädagogik nur mit 1,8% vertreten. Auszeichnung. Das dem Bundesstaatlichen Fürsorgerat Frau Ottilie Politzer in Anerkennung ihrer namhaften Verdienste auf karitativem Gebiete vom Herrn Bundespräsidenten verliehene Silberne Verdienstzeichen wurde der auf so schöne Weise ausgezeichneten Dame vom Bezdrksvorsteher des I. Bezirkes, Dr. Siegmeth, im Rahmen einer Feier überreicht, die am 12. d. M. in der Kanzlei des Herrn Bezirksvorstehers stattfand. Zu dieser Feier hatten sich Vertreter und Vertreterinnen all jener Institutionen eingefunden, in denen Frau Ottilie Politzer hingebungsvoll tätig ist, insbesondere sah man in Vertretung der Kultusgemeinde die Herren Dr. J. Ornstein und Amtsvorstand Emil Engel und für die Frauenschaft der „Vaterländischen Front" Frau Bezirksrat Maurer. In einer herzlichen Ansprache würdigte Bezirksvorsteher Dr. Siegmeth die überaus großen Verdienste der Frau Bundesfürsorgerat auf dem Gebiete der Wohltätigkeit und überreichte ihr das Ehrenzeichen, das eine verdiente Anerkennung für diese ihre Tätigkeit darstellt Mit innigen Worten dankte Frau Politzer für die ihr gewordene Ehrung und versprach tatkräftige Weiterarbeit zum Wohle der Armen und Bedrückten. Herzliche Gratulationsschreiben hatten u. a. gesandt: Se. Eminenz der Herr Fürsterzbischof Dr. Theodor I n n i t z e r, die greise Mutter des Altbundespräsidenten Hainisch, Frau Marianne H a i n i s c h, die Gattin des Bundespräsidenten Frau Miklas, der Prorektor der Wiener Universität u. v. a. Die Hauptstelle für jüdische Volksbildung beim Volksbiidungsreferenten des Bürgermeisters der Stadt Wien, I., Dr. Ignaz Seipelring 1 (Gebäude des Stadtschulrates, Zimmer 13) hat nach Beendigung der Urlaube ihre Tätigkeit wieder aufgenommen. Sprechstunden jeden Montag, 3 bis 5 Uhr nachmittags. Telephon: B 31-4-51 und B 32-407. Prag. Am 8. August ist dn seiner Wohnung in Prag-Liben der bekannte tschechische Schriftsteller Vojtech Rakous im Alter von 73 Jahren verstorben. Vojtech Rakous, der ursprünglich Oesterreicher hieß, wurde am 8. Dezember 1862 in Stary Brazdim als Kind jüdischer Eltern geboren, er schloß sich seit seiner Jugend dem tschechischen Kulturkreis an und schrieb nur tschechisch, bewahrte aber dem Judentum immer die Treue. In seinen im tschechoslowakischen Volke populär gewordenen Erzählungen schildert er das Leben der Juden in der böhmischen Provinz, ihre Bräuche und ihr Zusammenleben mit den christlichen Nachbarn. Am bekanntesten sind seine „Vojkovicti a prespolni" betitelten Geschichten geworden. Weiteste Popularität haben die von ihm dramatisch gestalteten Figuren Modehe und Resi erlangt, das Drama bildet seit vielen Jahren ein Repertoirestück der tschechischen Bühne. Politisch gehörte Rakous in früheren Jahren zu der Realistenpartei unter Führung Masaryks. Das Winterhalbjahr an der Volkshochschule, Wien Volksheim. Die Volkshochschulen des Wiener Volksheims (IL, Zirkusgasse 48, III., Kundmanngasse 22, XI., Gottschalkgasse 21, XVI., Ludo-Hartmann-Platz Nr. 7 (Stammhaus) und XX., Stromstraße 78) nehmen Montag, den 23. bezw. 30. September ihre Tätigkeit für das Winterhalbjahr 1935/36 mit 400 neuen Kursen wieder auf. Die Arbeitspläne dieser ältesten und größten europäischen Abendvolkshochschule enthalten zunächst Abendkurse aus allen Gebieten der Wissenschaften und außerdem zahlreiche Sprach-, Elementar- und Kaufmännische Kurse. Die Praktische Kunstpflege ist durch photographische, durch Zeichen- und Malkurse sowie durch Gesang-, Chor-, Mandolinen- und Gitarreübungen vertreten. Die Leibesübungen werden in Gymnastik- und Turnkursen gepflegt Die Abendkurse werden zwischen Zeltangeii vom Verleger rerseadet Journal «xpedia par l'editeur. Falls Adressat verzogen, nicht nachsenden: mit neuer Adresse zurück an Verlag „Die Wahrheit11, Wien lk, HalnestraBe 11/12 Leopoldscher lempeiverein Aescoei Awf Ohorn n., PaanaBttengasse 6, Tel. B 4I-Q-63 Anmeianngen f. Aufgeboten, Trauungen (audiDBf. freiem niRunelln. Barmlzwans Partelanverkeftr an WerSUgen tos 2 bis >M Vta nachmittags, en Sonntagen von 10 bis 12 Ubr vormittegt Gebet« tundes früh Aw 5695 abds. 630 Aw 17. 7.10 IEkew (5. B. M.) Haftora Wataumer Zijaun 4. Perek 6.30 u. 9SH 18.{ 8.00 6.30 19. bis 23. 6, bezw. 7 und 9 Uhr abends gehalten. Den vorgeschrittenen Hörern dienen die Veranstaltungen der Fachgruppen, die die Möglichkeit zu vertiefter praktischer Arbeit bieten. In der Volkshochschule Ottakring werden besondere Vormittagskurse für Arbeitslose abgehalten, die folgende Fächer umfassen: Schönschreiben, Rechtschreiben, Sprachlehre, Schnell- und sicher Rechnen, Englisch, Französisch, Spanisch, Stenographie, Buchhaltung, Handelskorrespondenz, Praktisches Rechnen im Kontor, Praxis der Reklame, Reklameschrift und Plakatzeichnen, Kaufmännisches Rechnen, Elektrotechnik, Zeichnen und Malen, Sprech- und Redekurs. In allen Volkshochschulen finden, in der Regel nachmittags, praktische Kurse für Frauen und Mädchen statt (Weißnähen, Kleidermachen, moderne Hauswirtschaft, Stricken und Häkeln, Ausbessern von Wäsche und Kleidern usw.). Im Rahmen der Kinderkurse werden in vielen Wiener Bezirken englische, französische und italienische Spiel- und Lernkurse, sowie Gymnastikkurse abgehalten. In Ottakring besteht eine eigene Lesehalle für Kihder. Außer den Kursen gibt es Führungen, Reisen, Lichtbildervorträge und künstlerische Veranstaltungen. Eine Kunststelle vermittelt den billigen Besuch guter Theatervorstellungen, Beratungsstellen, Lesezimmer und Bibliotheken, eine Buchhandlung, wissenschaftliche Institute und eine Schrebergartenkolonie ergänzen die Tätigkeit der Volkshochschule. Alle Veranstaltungen der Volkshochschule sind allgemein zugänglich. Ganz geringe Beiträge ermöglichen jedermann die Teilnahme. Arbeitslose und Lehrlinge genießen weitestgehende Begünstigung. Einschreibungen werden von halb 7 bis 9 Uhr abends an allen Kurstagen in den Kanzleien entgegengenommen, wo auch ausführliche Unterrichtsprogramme erhältlich sind. Kundmachung. Das Bundeskanzleramt hat mit Erlaß vom 5. Juli 1935, Zahl M.-Abt. 1/L—126/1935. eröffnet, daß ihm zur Kenntnis gekommen sei, daß seitens des Matrikenführers einer israelitischen Kultusgemeinde an Parteien Bestätigungen, bzw. Zeugnisse des Inhaltes ausgefolgt wurden, daß ein bestimmter biblischep oder hebräischer Vorname mit einem deutschen Vornamen ähnlichen Klanges wiederzugeben ist, bzw. wiedergegeben zu werden pflegt. Da sich jede Person, und zwar nicht nur den Behörden gegenüber, sondern auch im privaten Verkehre jenes Namens als Vornamen zu bedienen hat, der ihr auf Grund ihrer Geburtsbuch-Eintragung zukommt, und die Zulässigkeit einer anderen Schreibweise oder Wiedergabe des Vornamens, bzw. eine allfällige Namensänderung lediglich Sache der instanzenmäßigen Entscheidung der staatlichen Matrikenamtsbehörde ist, wurden die israelitischen Matrikenamtsführungen angewiesen, die Ausstellungen von Bestätigungen der angegebenen Art unbedingt und ausnahmslos zu unterlassen und die mit diesbezüglichen Begehren an sie herantretenden Parteien an die zuständige Behörde zu verweisen, i _ ■£ (Beewdigungen. 7. August 1935: Sallaa Herzog, 65 Jahre, 1. Bez. (I. Tor). — Ernestine Weil, 61 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Kurt Degen, 5 Monate, 21. Bez. (IV. Tor). — Sigmund Indien, 59 Jahre, Krompochy (C.S.R.) (IV. Tor). — Eduard Petschek, 76 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Moses Salomon Lauer, 72 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Fanny Hacker, 76 Jahre, 14. Bez. (IV. Tor). — Adolf Singer, 44 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Olga Porges, 43 Jahre, 14. Bez. (IV. Tor). — Mendl Schieber, 70 Jahre, 2 Bez. (IV. Tor). — Felix Lebovich, 56 Jahre, Kairo (IV. Tor). — Lina Zimlich, 83 Jahre, 7. Bez. (I. Tor). 8. August: Rosa Frankenbusch, 79 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Gina Freund, 42 Jahre, 4. Bez. (I. Tor) — Ezechiel Haas, 86 Jahre, 21. Bez. (Floridsd. Friedhof)'. — Nathan Schwarz, 72 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Gustav Feuer, 67 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). 9. August: Ernestine Sigall, 54 Jahre, 18. Bez. (I. Tor). — Fanny Kohn, 86 Jahre, 7. Bez. (Floridsdorfer Friedhof). — Getzl Seemann, 58 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Friedrich Weiner, 49 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Bertha Baiin, 61 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Karailla Goldberger, 52 Jahre, Graslitz (CS.R.), (IV. Tor). — Dr. Leo Deutschländer, 46 Jahre 7. Bez. (IV. Tor). — Leo Horiner, 72 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). 11. August: Käthe Trentschiner, 77 Jahre, 9 Bez. (I. Tor). — Julie Schulhoi, 78 Jahre, 9. Bez (I. Tor). — Abraham Khazain, 23 Jahre, Bagdad (IV. Tor). — Ernestine Blumenkranz, 58 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Edith Braun, 19 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Bertha Hochmann, 66 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — HerSch Zanderer, 63 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Emanuel Kolisch, 84 Jahre, 17. Bez. (IV. Tor). — Abraham Hersch Reich, 75 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Israel Steiner, 63 Jahre, /?,-, B£z- SW- Tor)" — Aron Seile' 58 Jahre, 2. Bez. ) X- J°V- — Rifka Büchel Meier, 70 Jahre. 1. Bez. (IV. Tor). 12. August: Therese Neumann, 82 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Karla Gabel, 44 Jahre, 18. Bez. (I. Tor) — Richard Eisler, 49 Jahre, 20. Be"z. (IV. Tor). — Rosalia Brauner, 32 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Simon Jacohovits, 74 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). „ 13- August: Hans Sternberg, 19 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Wilhelm Freund, 86 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Klara Reischer, 76 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Bertha Rosenstock, 78 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Ester Coro, 71 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Ignaz Dankner, 73 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor). — Wilhelm Neumann, 63 Jahre, )■ Bez- (IV. Tor). — Sabine Blatt, 53 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). BEAf R1IBAD III., Linke Bahngasse 9« nächst Stadtpark MICHAEEERBAO XVI»., HKwaefaritr. 12, nächst Volksoper Ausschneiden! Auf bewahren 1 CirnilOi8uii(§S'Aiiwelsunft auf Dampf-, Wannen-, Schwimm und Heilbäder Kuren gegen Rheuma, Gicht, Ischias, gegen Erkältungen, vorzeitige Alterserscheinungen usw. für die Leser der,, Wahrheit" Weiße it. schwarze Talare u. Barette von der einfachsten bis zur kunstvollsten Ausführung erhalten Sie vorrätig als auch nach Maß in der altbekannten Uniformierung und Maßschneiderei RUDOLF GOLDSTEIN Wien El., TabOrStraße 54 (Aditung auf die Hausnummer) Gegründet 1866 Telephon R 49-0-48 Weiland Oberkantor Josef Goidstein Verlangen Sie rechtzeitig Muster und Kataloge Versand nach allen Ländern! Feine Zivilgarderoben nach Maß, billigste Preise! 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