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Die Wahrheit · 1935-08-09 · Heft 32 (9.8.1935) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 32 (9.8.1935)
Date
1935-08-09
Page
– (sequence 7)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Nr. 32 — 9. August" 1935 Seite 7 WIEN II., Prafersfrafie Telephon n 47-4-49 Unter Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinates der Adas Jisroel (Schiffschul). Ausgezeichnete Küche, zivile Preise und sorgsamste Bedienung. A la Carte-Speisen und Menüs von S 2.— aufw. Hochzeiten, Diners «und andere Festlichkeiten werden in und außer Haus, elegantest ausgeführt. Es beschämen Deutschland: -Amerika. Auf Anregung des Präsidenten Roosevelt übergab das State Departement der U. S. A. der Presse den folgenden Text, des Antwortbriefes des State Department an die amerikanischen jüdischen Organisationen, die gegen die erneuten antijüdischen Unruhen in.Deutschland protestierten: „Das Staatsdepartement versteht Ihre Besorgnis voll und ganz, die Sie über die Erfahrungen der Gruppen hegen, die nach hier vorgelegten Berichten in Deutschland Leiden zu erdulden :;haben. Die Idee der religiösen Freiheit und der Gewissensfreiheit für alle stellt einen der hervorragendsten Grundsätze unserer eigenen Zivilisation und unseres politischen Glaubensbekenntnisses dar. Da dies so ist, wird das amerikanische Volk immer der Erhaltung dieser Gedanken sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in anderen Ländern sympathisch gegenüberstehen." England. Der Minister für Volksgesundheit in England, §.ir King sie y Wood, eröffnete den neuen Flügel für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten xies Jüdischen Hospitals zu Manchester mit einer Ansprache, in der er, zu Nathan L a s k i gewandt, ausführte: Ich bin ein großer Bewunderer von Ihnen und der Gemeinde, der Sie angehören. Ich bewundere den Beitrag, den diese Gemeinde zum nationalen Leben Englands geleistet hat, und bin froh, zu wissen, daß hier in Großbritannien Unterschiede nach Rassie und Glaube , nicht gemacht werden. Die Schweiz. Der Vorsteher des eidgenössischen politischen Departements Bundesrat Motta hielt am schweizerischen Nationalfeiertag eine Ansprache, in der er ausführte, daß der Geist politischer Brüderlichkeit die Schweiz zusammenführt und zusammengehalten habe, nicht der Stamm und nicht die Sprache. .Weil wir als Brüder miteinander leben wollen," sagte der Redner weiter, „lehnen wirdenRassendünkel, dieneueLehre von Blut und Boden, sowie jede Form von Haß, Ausschließlichkeit und Zwietracht ab." Dänemark. Auf dem kürzlich stattgefundenen Bauernmarsch zum König, wobei zehntausende Bauern sich vor dem Königspalast in Kopenhagen versammelten, um ihre Forderungen dem König vorzutragen, sprach einer der „Bauern'-Führer, Hofiiigermeister Schested, über die Ursachen der Verarmung der dänischen Bauernschaft und nannte in diesem Zusammenhang die „Allmacht des jüdischen Kapitals" und die „unnatürliche Verbindung zwischen dem Bauern und dem Juden". Die Bauernbewegung in Dänemark ist nicht nazistisch, nur ein kleiner Teil steht unter dem nazistischen Einfluß, zu dessen Wortführern eben der genannte Schested gehört. Nun ist in der Sitzung des zu einer außerordentlichen Session einberufenen Reichstags der Führer der konservativen Partei, Christmas M ö 11 e r, der im allgemeinen die Forderungen der Bauern verteidigte, von den Aeußerungen Schesteds in entschiedenster Weise abgerückt. ••InDänemarkis'tkeinPlatzfürJudenliaß," riet er aus: „solche Art wird hier nicht geduldet!" Dann kam er auf die Persönlichkeit von Schested zu sprechen; unter allgemeiner Heiterkeit enthüllte er, daß der judenhetzerische Hofjägermeister im Jahre 1916 eine Aktiengesellschaft gründete, deren Aktien von der jüdischen Bankfirma J. M. Levin emittiert wurden, wobei sie ihr ganzes Kapital von 14 Millionen Kronen einbüßte. Ferner wurde Schested in den Jahren des großen Bankkrachs, für den die Schuld dem Direktor der Landmandsbank Glückstadt, einem bekannten jüdischen Finanzmann, aufgebürdet wird, selbst Direktor einer mit Glückstadt in Verbindung gestandenen Aktiengesellschaft, die gerade durch ihre Transaktionen den Bankkrach verursachte. Eine Zeitlang war Schested Sekretär bei Glückstadt. „Das ist der richtige Mann, um über Judenhaß zu sprechen," schloß der konservative Führer. Antisemitische Propaganda auf Bundesbahnsonderzügen. Wir erhielten folgende Zuschrift: Herr Oberinspektor Steinkellner hat mir als künstlerischem Leiter der am 16. Juni 1935 gemeinsam mit der „Volks-Zeüung" veranstalteten Raimundfahrt die in Ihrer Zeitung erschienene Notiz „Antisemitische Propaganda auf Bundesbahnsonderzügen" zur Beantwortung übergeben. > Ich möchte Ihnen zu Ihrer Notiz sagen, daß weder-die; mitwirkenden Künstler des Wiener Burgtheaters noch auch die Angestellten der österreichischen Bundesbahnen mit der von Ihnen behaupteten Prospektverteilung etwas zu tun haben, noch von derselben etwas wissen. Die Prospekte können nur von (einer Privatperson auf die Plätze gelegt worden sein, bevor die Reiseteilnehmer bei der Rückfahrt den Zug betreten haben. Hätte dies ein Bahnorgan bemerkt, so wären die Prospekte selbstverständlich entfernt worden. MÖBEL Modern« Kuchen- Vorzlmnuer- Wohnzlmmer- F. HOHN, Wien IL, TABORSTRASSE Nr. 22 Telephon R 40-7-14 Samstag geschlossen. mSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS^ Die mitwirkenden Künstler sind entgegen Ihrer Ansicht, davon unterrichtet, daß der Volksdichter Karlweis Jude war Üaä. wir teilen Ihnen auch zu Ihrer Orientierung mit, daß das Stück „In Gutenstein" am 7. Dezember 1923 im Burgtheater anläßlich einer Raimund-Feier gegeben wurde und daß damals Willy Thaller zum erstenmal im Burgtheater aufgetreten ist. Auch in dieser Vorstellung hat Alma Seidler die bei unserer Freilichtaufführung innegehabte Rolle dargestellt. Wir bitten um 'eine diesbezügliche Richtigstellung in Ihrem Blatte und zeichnen hochachtungsvoll Dr. Gustav P i c h 1 e r. Strohwitwer, Achtung! Der beliebte Treffpunkt aller Strohwitwer ist das Restaurant Hotel Stefanie, Wien II., Taborstraße 12, das durch seine vortreffliche Küche bei billigen Preisen und durch den angenehmen Aufenthalt im schönen und schattigen Garten eine große Anziehungskraft ausübt. nggienlsdies honlöslicm Wien!•» Seitenatettengaase 2 XI., ZentraHriadhof neben dem L Tor Sam»t»g »—chlo—■ t_ Seit vielen Jahren das anerkannt beste Irailli ert-nöw Man achte auf die ges« gesch. Marke »Hyglen. Königslicht« und Name Schulz Fabrik und Büro: Wien XIV., BraiHihirachengasue 3 Telephon R 35-5-98 Aktion MacDonalds iür die deutschen Juden? Auf ein Telegramm des Vereinigten Warschauer Hilfskomitees an den Hochkommissar iür die deutschen Flüchtlinge James MacDonald, in welchem dieser gebeten wurde, bei den Mächten wegen der neuen Welle der Judenverfolgungen in Deutschland zu intervenieren, erwiderte Mac Donald, er sei im Hinblick auf die gespannte Situation tief besorgt und ziehe ernstlich die Möglichkeit einer effektiven Aktion in Betracht. Qemeindedkronik. Casablanca. An seinem Amtssitz in Rabat ist dieser Tage der Großrabbiner von Marokko, Raphael Encaoua de Sate, im 89. Lebensjahr gestorben. Raphael Encaoua war der Präsident des religiösen Tribunals der marokkanischen Judenschaft und galt als eine der größten rabbinischen Autoritäten unter sämtlichen Juden des Orients. Budapest Reichsverweser von Horthy hat den Präsidenten der Budapester Börse und der Britisch- Ungarischen Bank. Alexander Fleißig, mit dem höchsten Orden für Zivilverdienste, dem ungarischen Verdienstkreuz I. Klasse, ausgezeichnet Es ist das zweite Mal, daß diese hohe Auszeichnung einem Juden zuteil wird. Mit dem Besitz des Verdiensikreuzes I. Klasse ist das Recht zur Führung des Titels „Exzellenz" verbunden. Vor Präsident Fleißig wurde im April d. J. der Präsident der Allgemeinen Ungarischen Kohlenwerke Salgo-Tarjan, Eugen V i d a, in Anerkennung seiner Leistungen auf sozialem und politischem Gebiet mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet. Auszeichnung. Der Herr Bundespräsident hat dem Bundesstaatlichen Fürsorgerat Frau Ottilie Politzer in Anerkennnung der namhaften Verdienste auf karitativem Gebiete das Silberne Verdienstzeichen verliehen. Wir gratulieren der auch auf jüdisch-humanitärem Gebiete überaus ersprießlich wirkenden Frau, die in weitesten Kreisen Achtung und Beliebtheit genießt, zu der schönen Auszeichnung aufs herzlichste. 70. Geburtstat;. Am 29. Juli feierte der in kaufmännischen Kreisen überaus bekannte Dir. Alfred Kisch seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar, der wegen seiner jüdisch-religiösen Gesinnung in jüdischen Kreisen große Achtung genießt, wurde anläßlich seines Geburtstages Gegenstand großer Ehrungen seiner zahlreichen Bekannten. 80. Geburtstag. Am 16. Juli feierte die Bezirksorganisation Leopoldstadt des „Bundes jüdischer Frontsoldaten" und mit ihr der ganze Bund den 80. Geburtstag des Herrn Militäroberrechnungsrates Moritz Kaideck. Der Jubilar, welcher seit Gründung dem Bund angehört und zu seinen rührigsten Mitgliedern zählt, war aus diesem Anlasse Gegenstand zahlreicher und herzlichster Ehrungen. In dem festlich geschmückten Heime der Bezirksorganisation erschien Herr Kaideck im Kreise seiner Angehörigen und wurde von Bundesführer Hauptmann a. D. von Fried mann als stets hilfsbereiter Kamerad, als Jude und als Mensch gefeiert, der sein Leben immer nach den Goetheschen Worten gestaltete: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut." Der Bundesiührer heftete sodann das dem Jubilar verliehene große silberne Ehrenzeichen an die Brust, während Bezirksführer Eisner ihm die von der Bezirksorganisation gewidmete Plakette übergab. In seiner Entgegnung wies der Jubilar darauf hin, daß er in seiner 52jährigen Militärdienstzeit sich immer als ehrlicher Jude und loyaler Staatsbürger betätigt und es in mehr als fünf Dezennien aufopferungsvoller Betätigung vom einfachen Soldaten bis zum Rang eines Obersten gebracht habe. Todesfall. Am 6. d. M. ist Frau Salka Herzog, Gattin des in weitesten Kreisen beliebten und geschätzten Herrn Komm.-Rates Julius Herzog, nach langem, geduldig ertragenen Leiden sanft entschlafen. Durch das Hinscheiden dieser wahren „Esches Chajil" ist der mit Recht sehr angesehenen Familie Herzog ein großer Schmerz* bereitet worden: an der Bahre der Verblichenen trauern neben ihrem wegen seines Wohltätigkeitssinnes geachteten Gatten ihre einzige Tochter Irene, die Gattin des Herrn Arthur H e r z 1, sowie ihre Geschwister und Enkelkinder. Das Leichenbegängnis fand vom Trauerhaus in der Rotenturmstraße statt, wo sich eine ansehnliche Trauergemeinde eingefunden hatte, namentlich sah man mehrere Mitglieder der Bezirkskommission I der Kultusgemeinde, in der Herr Komm.-Rat Julius Herzog seit vielen Jahren ersprießlich tätig ist. Auch auf dem Zentralfriedhof, I. Tor, hatten sich sehr viele Trauergäste eingefunden: ergriffen lauschten sie dem innigen Nachrufe des Herrn ODOL-MUNDWASSER enthält neben dem wirksamen Odol-Antiseptikum noch den aus der Myrrhe gewonnenen Extrakt, der sich gegen Lockerung der Zähne und Blutung des Zahnfleisches, als ganz besonders wirksam erwiesen hat. Die Myrrhe wird für diesen Zweck schon seit tausend Jahren verwendet.

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