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Die Wahrheit · 1935-05-31 · Heft 22 (31.5.1935) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 22 (31.5.1935)
Date
1935-05-31
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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f)IE WAHRHEIT Nr. 22 — 31. Mai 1935 Seite 7 Spezialhaus für Wolle und Strickgarne Moritz Nagel Wien, 2. Bez., Taborsiraße Nr. 17 Fabriksniederlage. Wirku. Strickmoden _Telephon A. 49-3-69_ nahmen konnten sich bereits bei den letzten Pessachausspeisungen bewähren. Vom Interesse waren auch die Mitteilungen des Vizepräsidenten Dr. Löwenherz über die Bemühungen der Kultusgemeinde wegen Erwerbung eines geeigneten Terrains für ein eigenes Kindererholungsheim. In den letzten Jahren wurden die von der Kultusgemeinde im Zuge ihrer Ferienaktion aufs Land geschickten Kinder in Kottingbrunn, bzw. in der Hinterbrühl untergebracht, doch ergaben sich, da wie dort Mißhelligkeiten aus diesem Aufenthalte. Nun wurde zwischen Payerbach und Küb ein 56.000 irr umfassendes Grundstück mit passenden Räumlichkeiten erworben und von der Stiftungsbehörde die Erlaubnis ein-;eholt, die Erwerbung und Erhaltung dieses Territoriums aus den Mitteln der Eduard und Rosa Gottlieb-Stiftung vorzunehmen. Schon in den nächsten Wochen sollen 400 Kinder dorthin gebracht werden, im Laufe des Sommers bis 2000 Kinder dort Erholung finden. Es besteht die Möglichkeit, auch im Winter die Aktion fortzusetzen. Die diesbezüglichen Beschlüsse wurden vom Kultusvorstand einhellig gefaßt. In der Plenarsitzung gelangte weiters die Ausfüllung einer Reihe von baulichen und Adaptierungsarbeiten zur Vergebung, deren Durchführung im Rahmen der „Arbeitsschlacht" vollzogen werden soll. Ueberdies wurde in dieser Plenarsitzung die Zeichnung eines namhaften Betrages von Arbeitsanleihe für Rechnung diverser Stiftungen und Widmungen beschlossen. Gesamtes Einkommen einer Kultusgemeinde gepfändet. Die Prager „Bohemia" meldet aus Ungvar: „Wegen einer Schuld von 258.000 Kc, die die israelitische Kultusgemeinde von Ungvar einem Prager Bauimternehmen zu bezahlen hätte, wurde das Vermögen der Kultusgemeinde gerichtlich beschlagnahmt. Die Mitglieder der Kultusgemeinde erhielten dieser Tage den Bescheid, daß sie ihre fällige Kultussteuer dem Vertreter der Firma zu bezahlen haben; die Fleischbank und das Bad der Rultusgemeinde wurden ebenfalls gerichtlich beschlagnahmt, so daß die Kultusgemeinde über kein Einkommen mehr verfügt" Wiener Neustadt. Am 19. d. M. feierte Fritz G r ü n f e I d, Sohn des Herrn Rechtsanwaltes Doktor Heinrich G r ü n f e 1 d in Wr.-Neustadt. das Bar-Mizwafest. Zahlreiche Gäste versammelten sich im Kultushause, um der hochangesehenen Familie Glückwünsche darzubringen und die schöne Rede des Barmizwanten anzuhören. Herr Oberrabbiner Prof. Dr. Heinrich Weiss schilderte die Vornehmheit des Hauses Grünfeld und ermahnte den Jungen, dieser Tradition treu zu bleiben. Herr Dozent Dr. Karl Grünfeld, überbrachte die Grüße des Bundes jüdischer Frontsoldaten Wiens und Herr Oberstabsarzt Dr. Wolf sprach im Namen der Wiener-Neustädter Ortsgruppe. Hachnusas Kalu hielt am 16. Mai im Cafe Buchsbaum seine 14. Generalversammlung ab. Nach Begrüßung durch den Obmann S. Buchs bäum, Verlesung des Jahresberichtes durch den Schriftführer S. F ischer und Erstattung der Berichte über die Tätigkeit des Vereines wurde der Antrag der Revisoren auf Erteilung des Absolutoriums angenommen. Mit Genugtuung nahm man zur Kenntnis, daß außer zahlreichen Unterstützungen an arme Bräute eine Doppelhochzeit zweier Doppelwaisen im Bayrischen Hof veranstaltet und mehreren Mädchen, die nach Palästina heirateten, die Hinfahrt ermöglicht wurde. Außerdem hat jetzt der Verein am Schülerfest vier arme Waisenbräute anläßlich ihrer Verheiratung reichlich unterstützt. Bei der hierauf erfolgten Wahl des Vorstandes wurde die Leitung, bestehend aus den Herren Obmann S. Buchsbaum, Obmann-Stellvertreter Josef Stapler und Leon Horn, Schriftführer Abr. Low und Em. Steiner, Kassier Wolf Hörn und Mor. Bernstein, Revisoren S. Sperling und M. Timym. gewählt. Besonderer Dank wurde allen Spendern, Herrn Oskar Kornmüller und den Damen, die bei Veranstaltungen den Verein unterstützten, ausgedrückt. Mit der Bitte, auch in Zukunft den, Verein zu fördern, schloß der Obmann die zahlreich besuchte Generalversammlung, Der israelitische Humanitätsverein X. hat seinem im Vorjahre verstorbenen Vereinsmitglied Herrn Joachim S y r u p als Zeichen der Dankbarkeit für sein humanitäres Wirken eine Gedenktaiel gewidmet, welche Sonntag, den 2. Juni, 11 Uhr vormittags, enthüllt wird. Treffpunkt: iK 11 Uhr vor der Zeremonienhalle, IV. Tor. Jtädistfies Jftndecfteim „JttiA" In Seebenstein (Pittental), herrlich gelegen, eig. Waldbestand, ständige ärztliche Auf- J sieht,individuelle,pädagogische Beeinflussung, -5 vorzügliche Verpflegung, Sport, Gymnastik, g Schwimmen, Nachhilfe. Auskünfte, Prospekte, Photoeinsicht u. Anmeldung: Wiener Sekretariat: IX., Schwarzspanierstraße 12, Mezzanin, täglich außer Sa. und So. von 3-6. Tel. A 26-3-73. Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs. Am Sonntag, den 23. Juni findet in Graz die von der Ortsgruppe Graz veranstaltete Helden gedenk feier und Denkmal weihe statt — Die Oesterr. Bundesbahnen gewähren den Teilnehmern eine 50% ige Fahrpreisermäßigung. Bei einer Mindestteilnehmerzahl von 350 Personen wird ein Sonderzug geführt, wobei die Fahrtspesen für Hin- und Rückfahrt S 12.90 betragen. Trauung. Dienstag, den 21. Mai mittags fand im Stadttempel die Trauung des Fräuleins Grete Meißner, Tochter des Ehepaares Alfred und Ida M e i ß n e r, mit Herrn Heinz Meißner, Sohn des Ehepaares Norbert und Hedwig Meißner, Prag, statt. Oberrabbiner Dr. Feuchtwang hielt an das Brautpaar eine herzinnige Ansprache. Die kantorale Funktion versah Oberkantor M a t y a s mit Chor und Harmoniumbegleitung unter Leitung Kapellmeister Fuchsgelb in ausgezeichneter Weise. Unter den zahlreichen Trauungsgästen sah man den Generalstabsarzt Prof. Dr. Alois Pick, Dr. Jakob .0 rnst ein, Amtsdirektor Reg.-Rat Fuchsgelb, Amtsvorstand Emil Engel u. v. a. Goldene Hochzeit in der VerSorgungs-Anstalt. Am Samstag den 25. Mai fand im Betsaale der Isr. Versorgungs-Aristalt die Feier der Goldenen Hochzeit der Pfleglinge dieser Anstalt Moritz und: Katharina Lichtenstein statt. Herr Rabbiner Dr. Schwarz hielt an das Jubelpaar eine Ansprache, welche sowohl von dem Hochzeitspaar als auch von den den Betsaal bis auf das letzte Plätzchen füllenden Festgästen mit Rührung aufgenommen wurde. Hierauf gratulierte in Vertretung des Bürgermeisters der Rat der Stadt Wien Herr Dr. Jakob Ehrlich und überreichte nach einer nerzlichen Rede ein Diplom und die Ehrengeschenke der btadt Wien. Namens des 'Kultusvorstandes beglückwünschte der Obmann der Isr. Versorgungs-Anstalt, Herr fr. I. H. Körner, das Jubelpaar und übergab ihnen eine Ehrengabe der Kultusgemeinde. Nach dem feierlichen Gottesdienst nahm das Goldene Hochzeitspaar in seinem festlich geschmückten Wohnzimmer die Gratulationen der Angehörigen und Freunde entgegen und dankte tief gerührt. Ein solennes Festessen beschloß uie schöne Feier. Am Realgymnasium für Mädchen, II., Novaragasse 30, beginnen die Aufnahmsprüfungen in die 1. Klasse am 24. Juni. Einschreibungen und Auskünfte täglich von 3—13 und 13—16 Uhr. Schulgeld entsprechend. den Emkommensverhältnissen der Eltern abgestuft. Die jüdisch-religiösen Vorschriften werden berücksichtigt. E. MÖBEL Moderne Küchen* Vorzlmmer- Wohnzimmer- F. KOHN, Wien IL, TABORSTRASSE Nr. 22 Telephon R 40-7-14 Samstag geschlossen. Piingstfahrten der österreichischen Reisesparvereinigung. Ueber die alte Eisenstadt Steyr in die E n n staler Berg weit iührt eine prachtvolle Pfingstfahrt der österreichischen Sparvereinigung. Eine zweite Fahrt für Badelustige geht an den Plattensee. Brünn und die gewaltigen Macocha-Höhlen sind das Ziel der dritten Reise. Auskünfte: Wien I.. Wipplingerstraße 30 (Kompaß), Telephon U 21-5-80. Zum Sitberputzen kaufen Sie die feinste Putzpasta. Mit Recht wählen Sie das feinste und beste Putzmittel, damit das Silber blank und glänzend wird und trotzdem nicht den leisesten Kratzer davonträgt. Silber ist kostbar, aber noch kostbarer sind Ihre Zähne. Auch diese sollen glänzen in ihrem schönsten Elfenbeinschmuck, mit ihrem wunderbaren Schmelz. Wählen Sie auch für Ihre Zähne die richtige Pasta, die gründlich reinigt, ohne den Schmelz der Zähne zu beschädigen. Odol-Zahnpasta ist das feinste Pulver in Pastaform. Nur eine solche Pasta erfüllt die Anforderungen, die Sie an ein ideales Zahnreinigungsmittel stellen können. Odol-Zahnpasta wirkt außerdem erfrischend und belebend. Seit vielen Jahren das anerkannt beste vyb'nnw: Man achte auf die ges. gesch. Marke „Hyglen. Königslicht" und Name Schulz Fabrik und Büro: Ollen XIV., Braunhirschengassse 3 Telepbca R 33-1-87 Wien!•> Seiienstettengassa 2 XI.( Zentralfriedhof neben dem L Tor _Sanntag g»achlo«a«nl_ Xitewaiuw. DQglenisdics KOnigsllcht j. H. Hertz, The Pentateuch and Hattorahs. IV.. London E. C. 4, Oxford University Press (Amen House) 1934. Auch der Teil „Bamidbar" dieses vortreiilichen Bibelwerkes erfreut schon durch die sorgfältige Ausstattung. Zur Erklärung des Textes werden nicht nur alte und neue jüdische Schriiterklärer, sondern gelegentlich auch Nichtjuden herangezogen. Alle Vorzüge einer Volksausgabe für englische Leser sind hier vereint. G. H. J. Schoeps, Jüdischer Glaube in dieser Zeit, und ders. Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie in der Neuzeit. Bd. I. Berlin L. W. 1934/35, Vortrupp- Verlag. Mit großer Belesenheit, Sorgfalt und eindringender Kritik behandelt Schoeps hier ein Literatur, die bisher zu Unrecht nicht voll gewürdigt wurde, zum Teil so gut wie unbekannt geblieben ist, die Religionsphilosophie der letzten hundert Jahre, um in Anschluß besonders an Steinheim selbst „Protogomena zur Grundlegung einer systematischen Theologie des Judentums" zu entwerfen. Er respektiert die Ergebnisse der protestantischen Bibelkritik als Literarkritik. als Mittel, das Gotteswort, die Offenbarung möglichst klar und eindeutig zu uns reden zu lassen. Der Inhalt der Oiienbarung im Alten Testament und ihr Forthallen im späteren jüdischen Schrifttum ist Gegenstand der Religionsphilosophie. Die Existenz Gottes, Gott und Welt. Urständ des Menschen und Abfall, die Oftenbarung und ihr Heil für den Menschen, die Vergeltung und Umkehr sind aus keiner anderen Quelle als dem ofienbarten Gotteswort zu begreiien. Abgelehnt wird die Auseinandersetzung mit irgendeinem System, wie sie, je nach den philosophischen Standpunkten früherer jüdischer Religionsphilosophen, zu verschiedenen Beleuchtungen der jüdischen Glaubenslehre führten. Den rein theologischen Tatbestand streng sachlich herauszuschälen und die Oiienbarung nur aus den primären Quellen heraus zu begreifen, ist das Ziel. Das Gotteswort als absolut forderndes anzunehmen, ist die unbedingte Voraussetzung für jüdische Gläubigkeit. Dieser kompromißtose Standpunkt, das Gotteswort um seiner selbst willen zu befolgen, ohne Rücksicht auf extreme Begründungen, ist der einzig zulässige. Es lohnt die Mühe, in den Gedankengängen von Schoeps sich zu vertiefen. Mit Recht fordert er als Lehrgegenstand an unseren jüdischen Hochschulen systematische Religionsphilosophie. Manoel Joel hat sie seinerzeit in Breslau vorgetragen. G. Friedrich Wolf, „Professor Mamlock", Kart. Fr. 2.—. Verlag O p r e c h t & H e 1 b 1 i n g A. G., Zürich. Das am Züricher Schauspielhaus unter dem Titel „Professor Mannheim" unter großem Aufsehen aufgeführte Schauspiel des bekannten Dramatikers Friedrich Wolf ist soeben in Buchiorm erschienen. „Professor Mannheim" ist der Typ des deutschen, intellektuellen Juden der vorigen Generation, der vollkommen in der liberal!- stischen Weltanschauung und ihren Kulturwerten wurzelt. Seiner ganzen inneren Struktur nach kann er sich mit der neuen Situation in Deutschland nicht abfinden und muß an ihr zu Grunde gehen. Wolfs Stück ist die bisher beste dramatische Auseinandersetzung zwischen deutschem Judentum und nationalsozialistischem Antisemitismus. (Theatern und &ilm Aus den Wiener Theatern. Zwei glückliche Stunden verlebt der, der Sinn für harmlosen, aber doch guten Humor hat, jetzt im Deutschen Volkstheater bei der Reprise von „Zwei glückliche Tage". Felix Bressart, der urkomische Berliner, und Haus OI d e n, der gemütliche Wiener, sind die Bringer der Lust, die man bei dieser auf feinen Parodienton gestimmten Aufführung empfindet. Da geht es in der S c a 1 a schärfer her, denn dort regiert der Fußball („H a 1 b z e i t 2 : 0"), aber in ausgezeichneter Kombination. Dafür sorgt schon der Spielleiter Beer, dem eine erstklassige Mannschaft zur Verfügung steht, aus der die talentierten H ö d 1 und B ö b e i m hervorragen. Friedl C z e p a und S k r a u p ergänzen blendend das gute Ensemble. Der gestohlene Millionär. Ab Freitag gelangt im Schweden-Kino der neue Erich Pommer-Film der Fox „Der gestohlene Millionär", mit Lily D a m i t a und Henry Garat zur Urauiiührung. Dieser Film, der von Max O p h ü I s inszeniert wurde, schildert das Leben der oberen Zehntausend an der Riviera. Wallace Beery als Barnum. Barmim . . . kein Name bloß, sonden ein Begriff ... der größte Zirkus des 19. Jahrhunderts, die größte Schau der Welt, die lauteste Reklametrommel aller Zeiten . . . Und Barnum selbst nicht bloß ein beliebiger Zirkusdirektor, sondern der Schaumann, wie es keinen vor ihm und keinen nach ihm gegeben hat . . . Diese einmalige Persönlichkeit, diese abenteuerliche und doch in jedem Charak-, terzug menschlichste Gestalt war die Rolle, die sich JGdische Volksu. Hauptschule f. Knaben u. Mädchen mit öffentlfChlceitsreoAt Talmud-Thora, Wien II., Malzgasse 16, Tel. A 47-6-43 Einschreibungen täglich in der Schulkanziei von 8—1 Uhr vorm. Jüdische Eltern schicket eure Kinder in die religiöse jüdische Schule! Für fminderbemittelte weitgeheudst Ermäßigung

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