Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 21 (24.5.1935)
- Date
- 1935-05-24
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 Nr. 21 — 24. Mai 1935 V. b. b. DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-Tafel aahainuiaaa Jims «685 Mai MS «tb abds. 7.00 ljar 21. 7.35 , ,Bechukansai t 1 1 (III. B. M.) 1 OT 8.0« „ 2i.{Haftora J8.35 1 1 Aschern oti nmoosil 1 v5. Perek 7 00| " 2?! faum kipur kotaun j8-°s abds. Freitag, 24. Mai 7.35 Samitag, 25. Mai 8.35 Sonnt. ,26. Mai bis t „ « Donnerst., 38. Maif003 Jiunst und £Uewaim. Die Gefährdung des Christentums durch Rassenwahn und Judenverfolgung. Die schon kürzlich angekündigte Schrift ist nun im Vita-Nova-Verlag in Luzern erschienen. Eine Anzahl positiv christliche Schriftsteller haben zu dieser Schrift Beiträge geliefert, worin die im Titel ausgesprochene Tendenz im einzelnen dargelegt wird. Die Mitarbeiter gehören den verschiedenen christlichen Konfessionen an. Es sind dies Wladimir Solojow, der bekannte Bischof Dr. Desider Balthasar von Debrescen, Nicolei Uerdajew, der bekannte englische Schriftsteller W. R. Inge, Dekan von St. Paul, Rev. George Mac Kenzie, Universitätsprofessor M. Radi aus Prag, Bischof Dr. Aloisius Scheiwiller von St. Gallen und die berühmte norwegische Romanschriftstellerin Sigrid Undset. Allen gemeinsam ist die vollständige Ablehnung des Rassen Prinzips, <L h. der Behauptung, daß die einen Rassen wertvoller sind als die anderen und daß die höheren Rassen über die niederen zu regieren haben, daß der Rassenstandpunkt auch innerhalb eines Volkes maßgebend sei und daß die minderen Rassen auszuscheiden und für immer niederzuhalten seien, daß auch die Religion den Rassenunterschied nicht aufhebt, daß also die Menschen für alle Ewigkeit ungleich, daß vor allem die Juden für alle Zeit verworfen seien. Diese Auffassung wird als unchristlich vollständig verworfen. Die englischen Mitarbeiter drücken ganz besonders ihre tiefe Enttäuschung über die Entwicklung in Deutschland aus; Deutschland habe sich die großen Sympathien, die C in England gehabt habe, verscherzt Sigrid Undsc*, weist nach, daß nur die aus dem Judentum stammenden Religionen die Idee des Fortschritts in sich tragen, während das Heidentum tiefster Pessimismus war. Nach der heidnischen Lehre stand die goldene Zeit am Anfang der Menschheit, nach der jüdisch-christlichen Lehre geht die Welt der Vollendung erst entgegen. Der St. Galler Bischof Dr. Scheiwiller betont die Verbindung von jüdischem Volk und Christentum und endet mit dem Wort aus dem. neuen Testament, daß „das Heil von den Juden kommt". Die Schrift stellt einen bemerkenswerten Beitrag dar zur wachsenden Erkenntnis innerhalb des Christentums, daß gerade die christliche Jdee durch Rassenhaß und Verfolgung der Juden als Rasse in der Wurzel getroffen wird. Die heitere Muse beherrscht momentan den Spielplan der meisten Wiener Theater. Kein Wunder, die Menschen wollen nach des Tages Mühe und Plage etwas zu lachen haben. Und billig soll diese Unterhaltung sein. Diesen Forderungen akkommodieren sich vornehmlich zwei Wiener Theater von gutem alten Ruf, das Bürger-Theater und das Stadttheater. Im ersteren regiert jetzt „Die Königinmutter" Gisela Werbezirk sehr lustig, zu ihrem Stabe gehören Fritz Schrecker, Viktor Franz, Michael Rittermann, Grete Wagner und Lola v. Hübner, die ihr tüchtig zur Seite stehen und ihr, wenn schon nicht die Erringung der ersehnten königlichen Würde, so doch gewaltige Heiterkeitserfolge ermöglichen. Im Stadttheater, das sich unter seiner neuen Leitung vorbildlich die Pflege guter Wiener Operettenkunst zur Aufgabe gemacht hat hört man jetzt wieder den „W a I z e rt r a u m", dessen Klänge wie am ersten Tage begeistern. Diese herrliche Musik von Oskar Straus findet aber hier auch ausgezeichnete Interpreten. Walter Kochner, Lotte Moraw, Mary Wawra und Annie Ernst sind spielfreudige Künstler, die unter der verständnisvollen Regie von Direktor B a c h e n h e i m e r ihr Bestes geben. Unter den Kleinkunstbühnen führt nach wie vor „Literatur am Naschonarkt" im Cafe Dobner. Ihr neues Programm ist überaus lustig, es wird glänzend gespielt die Sache ist wirklich sehenswert Aber auch das „ABC" im Cafe City stellt „Z w i s c h e n.U e b e rmorgen und Vorgestern" ein gutes Programm hin, das, von talentierten Künstlern vorgeführt manche kluge Bissigkeiten enthält die nicht wehetun. Auch hier ist ein Besuch nur herzlichst zu empfehlen. Im Apollo-Kino sieht man jetzt Fritz Kortner als Abdul Hamid. Die wunderbare schauspielerische Leistung dieses gottbegnadeten Künstlers läßt wieder einmal erkennen, welchen Raubbau das Dritte Reich an seinem Schauspielergut getrieben hat als es Mimen dieser Spielgewalt gehen ließ, weil sie „Nichtarier" sind. Der Film gibt dem Können Kortners einen passenden Rahmen, er bietet eine packende Spielhandlung, großartige Bauten, hinreißende Massenszenen und ein gutes Ensemble, unter dem Nils A s t h e r s hervorragt. Das „Fiakerlied" wird verfilmt Die Luxfilm- Geseilschaft hat die Titel- und Verfilmungsrechte des Fiakerliedes von Gustav Pick erworben und wird heuer im Sommer in Wien gemeinsam mit einer Schweizer Kapitalsgruppe den Film „Wiener Fiaker- Jied" als österreichisch-schweizerische Gemeinschafts- Z»lt«Bff*a fM TMteftr TWMalit ■mjiiiH par Tt~ Adressat venoica, nicht nacha; aüt neuer A<ar«s«e zarflek aa Verlag „Die Wahrheit". WIN tu, HalnaafraBa U/14 Leopoldsf&Her iempcHrerein AescM Awroboffl iL, PmmmMea&mt §, Tel. B 4f-ft-«s AHmeManiEen r. AHfitebofen,Tran«Hien (owli auf. treten ntmaBel) o. Bannlzwaus PiiWtmitakr aa WMKfcfta Ton 2 bii <M Übt nachmittag!, an SaaMactn ros 10 bis 12 Uhr rarotttajs Qabatatanden lJar 6695 früh 6.30 6.30 u. 9.00 ljar {" {■■•• {Bechukausaj (Ul. B. M.) Haitora, A»~h*M . s. Aschern osi umoosi Perek 33. bis it. Jaum kipur kotaun ab dt. 7.39 1&3S Produktion herstellen. Für die Hauptrollen, insbesondere für die Rolle des Wiener Fiakers, sind bekannte Wiener Darsteller in Aussicht genommen. Der gestohlene Millionär. Lily Damita und Henry Gara spielen die Hauptrollen in dieser neuen Erich Pommer-Produktion der Fox, die mit ungewöhnlichen Mitteln in Paris hergestellt wurde. Der amüsante Rivieraroman, der von Finanzkönigen, Hochstaplern und einer bezaubernden Abenteurerin handelt, erscheint demnächst im Schweden-Kino. JÜDISCHE KULTURSTELLE. Zentrale: II., Aspernbriickengasse 2, Tel. R 48-2-91. Zweigstellen: VL, Loquaiplatz 11, Tel. B 20-0-81, DL, Währingerstraße 48, Tel. A 14-400. Unseren Mitgliedern stehen für sämtliche Theater Wiens ermäßigte Karten zur Verfügung. Wir machen besonders aufmerksam: Servus-Servus, die. reizende Scala-Revue, nur noch bis Sonntag, 26. Mai. Konzert: Arthur Schnabel, 28. Mai, G. M. S. Führung: Sonntag, 26. Mai, Liechtensteingalerie. Treffpunkt: *Al\ Uhr Fürstengasse 1. flmtfidje Verfautfarungen bec Jsraefitisdjen TCuftusgemeinbe Wien Schrifterklärungen in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Samstag, den 25. Mai, beim VormittagSgotteSdienste: 20. Bez., Kluckygasse 11, Rabbiner Dr. B. Murmelstein. 21. Bez., Holzmeistergasse 12, Rabbiner Dr. M. Rosenraänn. Beim Abendgottesdienste: 13. Bez., Eitelbergergasse 22, Rabbiner Dr. M. Lewin. * Israelitische Jugendgottesdienste. 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschülerinnen). Samstag, den 25. Mai, um 3 Uhr nachmittags in allen Gemeinde- und Bezirks-Synagogen. 2. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler und -Schülerinnen der Unterklassen im 2., 9. und 20. Bezirk. Samstag, den 25. Mai, um K5 Uhr nachmittags, in Leopoldstädter Tempel, II., Tempelgasse 3 und in den Bezirks-Synagogen, IX., Müllnergasse 21 und XX., Kluckygasse 11. Warnung. Da neuerlich von unbefugten Personen unter Angabe falscher Namen Geldsammlungen für die Jeschiwa Bar Jochai und das Altershaus in Miron (Palästina) vorgenommen werden, wird zur Kenntnis gebracht, daß als ausschließlicher Vertrauensmann für Oesterreich und die Tschechoslowakei für die genannten Institutionen Herr Israel Leib Brecher fungiert. Es empfiehlt sich, unbefugte Sammler anhalten zu lassen. (Beerdigungen. 14. Mai 1935: Gabriel Fischer, 76 Jahre, 19. Bez. (IV. Tor). — Auguste Gottlieber, 70 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Katharina Morgenstern, 87 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Marie Goldstein, 79 Jahre. 13. Bez. (IV. Tor). — Marie Kugel, 86 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). 15. Mai: Fanny Grünberg, 79 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Julianne Ehrlich, 17 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Hermine Mannswirth, 59 Jahre, 10. Bez. (IV. Tori — Erich Fleischer, 29 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor). — Ignaz Preis, 66 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Sarah Reifler, 75 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). — Jenny Weiss, 70 Jahre, 5. Bez. (IV. Tor). — Lajos Biermann, 65 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). _ Simon Hoch, 66 Jahre, 14. Bez. (IV. Tor). 16. Mai: Emma Wolfner, 68 Jahre, 13. Bez. (I. Tor). — Adolf Flener, 90 Jahre, 13. Bez. (I. Tor). - Rosa Suschny, 49 Jahre, 10. Bez. (I. Tor). — Gisela Hübschmann, 63 Jahre, 3. Bez. (I. Tor). — Emilie Mambar, 70 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Regine Schofer, 82 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). 17. Mai: Alfred Zwergfeld, 39 Jahre, 10. Bez. (I. Tor). — Dr. Gotthold Nelken, 38 Jahre, 3. Bez. (I. Tor). — Helene Werdesheim, 84 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Alice Wolf, 12 Jahre. 17. Bez. (IV. Tor). — Grete Sachs, 47 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — JoSua FrankL 70 Jahre, 16. Bez. (IV. Tor). — Regina Benbas, 69 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor). 19. Mai: Louise Pollak-Rudirt, 82 Jahre, 1. Bez. (I. Tor). — Dr. Davfd Juris, 62 Jahre. 2. Bez. (I. Tor). Sofie Altar, 24 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Olga Singer, 54 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Jakob Blass, 60 Jahre, 16. Bez. (IV. Tor). — Moses Rottenberg, 79 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Amalie Vogel, 84 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Ernst Rosenfeld, 66 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor). — Julius Zeisel, 78 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Regine Bortstieber, 83 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). - Regine Penhas, 69 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor). — Boris Fiks, 60 Jahre, Lodz. (IV. Tor). — Jakob Schwarz, 73 Jahre. 2. Bez., (IV. Tor). — Louis Schwarz, 9. Bez. (IV. Tor). — Markus Tlumak, 75 Jahre, 16. Bez. (IV. Tor). 20. Mai: Emma Heim, 64 Jahre. 2. Bez. (I. Tor). — Pacifico Ferro, 48 Jahre, 4. Bez. (Döblinger Friedhof). — Emil Mandl, 79 Jahre, 1. Bez. (IV. Tor). - Eduard Kolin, 60 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). BEATRIXBAD IIIm Unke Bahngass« 9, nächst Stadtpark niCBAElCRBAD XVIII., Mlchaelerslr. 13, nächst Yolksoper Ausschneiden 1 ErmttOigUn^S'AnWeiSUnä ffir die Leser Aufbewahren! auf eine der„Wahrheit" Italienische Ischias - Schnell - Kur nach Prof. Plunari Ebenso sind Dampf-, Wannet*-, Schwimm- und Heilbäder ermäßigt Kuren gegen Rheuma, Gicht, Ischias, gegen Erkältungen, vorzeitige Alterserscheinungen usw. Weiland Oberkantor Josef G o 1 d s t e i n Synagogen-Ornate u. Barette in den mannigfaltigsten Silierten erhalten Sie sowohl vorrätig als auch . nach Maß in der altbekannten Uniformierung und Maßschneiderei RUDOLF GOLDSTEIN Lieferant vieler in- und ausländischer Kultusgemeinden Wien II.« TabOrStraße 54 (Achtung auf die Hausnummer) Gegründet 1866 Versand nach allen Ländern! Telephon R 49-0-48 Moderne Zivilgarderobe nach Maß, billigste Preise! Vereine und Verbfinde, komplette Ausrüstungen Preisermäßigung. Eigentümer. Herausgeber. 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