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Die Wahrheit · 1935-05-17 · Heft 20 (17.5.1935) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 20 (17.5.1935)
Date
1935-05-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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ifzyf,! ^j^jjfe^r^^^^Ä '^^Hk^"' i^T^^I^Wr^^^^^^ri^'*^*-- *-^?^^p5^^^5*flü^***: vrjfc - niF WAHRHEIT Nr. 20 — 17. Mai 1935 Seite 7 Spezialhaus für Wolle und Strickgarne Moritz Nagel Wien, 2. Bez., Taborstraße Nr. 17 Fabriksniederlage. Wirku. Strickmoden _Telephon A 49-3-69_ Ein gerechter Ständestaat. Durch die Ueberleitung aller Einrichtungen des estnischen Staatswesens vom parlamentarischen zum korportiven System wird den J u d e n, die b i s h e r infolge ihrer geringen Zahl niemals dauernd eine Vertretung in den leitenden Körperschaften des Staates erlangen konnten, ein entsprechender Anteil am Staatsleben gesichert. Bisher wurden im Zuge der Verwaltungsreform erst eine Reihe berufsständischer Organisationen geschaffen, den b et reffen den Kammern gehören auch d i e i n den einzelnen Berufen tätigen Juden au. Nunmehr soll auch an Stelle des Parlaments eine allgemeine beratende Kammer treten, der Vertreter aller Richtungen, Berufe und Nationalitäten angehören werden. Hier wird auch den .luden eine ständige Vertretung gesichert werden. Bisher hatten die Juden nur in den Städten Tallinn (Reval) und Valk einen Vertreter im Stadtrat, während sie in den übrigen Städten und im Parlament unvertreten waren. Ende März wurde auf Wunsch des Ministeriums in Estland eine jüdische Volkszählung durchgeführt. Die Ergebnisse sind noch nicht vollständig verarbeitet Festgestellt wurde durch die Volkszählung u. a., daß die Juden am estnischen Freiheitskrieg in großer Zahl teilgenommen haben. Z. T. A. JüMstAes JYinderfieim „Jitid" In Seebenstein (Pittental), herrlich gelegen, eig. Waldbestand, ständige ärztliche Auf~ sieht,individuelle,pädagogische Beeinflussung, vorzügliche Verpflegung, Sport, Gymnastik, Schwimmen, Nachhilfe. Auskünfte, Prospekte, Photoeinsicht u. Anmeldung: Wiener Sekretariat: IX., Schwarzspanierstraße 12, Mezzanin, täglich außer Sa. und So. von 3-6. Tel. A 26-3.73. Konfessioneller Hader — Nationaler Untergang. Anläßlich der Behandlung des Gesetzentwurfes über die Reform der' Unterrichtsverwaltung im Abgeordnetenhause richtete Kultus- und Unterrichtsminister Dr. Valentin Horaan im Zusammenhang mit dem konfessionellen Unterricht die folgende Mahnung an das Haus und die gesamte Bevölkerung, die von den A b g eordnetenmit stürmischem Applaus aufgenommen wurde: .,1m vollen Bewußtsein meiner Verantwortung mache ich jedes einzelne Mitglied des Reichstages und darüber hinaus jeden Angehörigen der Nation darauf aufmerksam, daß die Entfachung des konfessionellen Kampfes in unseren Tagen leider nicht als ungewohnte Erscheinung bezeichnet werden kann und daß die Fortsetzung und Weiterentwicklung dieses konfessionellen Kampfes zum Untergange dieser Nation führen wird. Als Historiker und als verantwortlicher Minister für Kultusangelegenlieiten bitte ich inständigst meine Abgeordnetenkollegen, im ganzen Lande dahin wirken zu wollen, daß dieses Pnoblem ausgemerzt werde. (Lebhafte Eljenrufe und Applaus.) Denn mit dem religiösen Gedanken steht und fällt der nationale Gedanke und wer den religiösen Gedanken bei einer anderen Glaubensgemeinschaft angreift, der untergräbt diesen bei seiner eigenen Konfession. (Rufe: So ist es! Erneuerster Applaus auf.allen Seiten des Hauses.)" Gegen das Berliner Filmdiktat. Der „M o r g e n" veröffentlicht eine aus englischen Kreisen stammende Meldung, wonach in der englischen Filmbranche eine Denkschrift vorbereitet wird, die auf dem Wege über den österreichischen Gesandten in London, Baron Frankenstein, der österreichischen Regierung überreicht werden soll. Nach den verschiedenen Vorfällen der letzten Zeit (Vertragsabschlüsse mit Deutschland auf Grund des Arierprinzips) haben die englischen Produzenten und Financiers, die an einer Produktion in Wien interessiert sind, den Eindruck gewonnen, daß die österreichische Regierung nur einseitig durch die für Deutschland arbeitenden Filmgesellschaften informiert worden ist. Der Zustand, daß die österreichische Filmproduktion unter deutschem Diktat steht, sei nach Ansicht der englischen Interessenten unerträglich. Es müßten Maßnahmen getroffen werden, um die unabhängige österreichische Filmproduktion in den Stand zu setzen, tatsächlich unabhängig von Deutschland zu produzieren, was im Wege einer gewissen staatlichen Protektion e r z i e 1 b a r wäre. Rosenberg täuscht Hitler. Das offizielle Deutsche Nachrichtenbüro teilt unter dem 9. Mai mit: Der Führer Adolf Hitler empfing heute den Rechtsanwalt Professor Dr. Friedrich Grimme, um ihm für die e rfolgreüche Wahrnehmung der deutschen Interessen im Kairoer Judenprozeß seinen Dank auszusprechen. Bekanntlich hat die gesamte reichsdeutsche Presse den Verlauf und das Ergebnis des Kairoer Prozesses als einen moralischen Sieg der deutschen Sache gefeiert. Diesen Meldungen lag aber der Wunsch Alfred Rosenbergs zugrunde, durch Ausposaunung eines Sieges über die zweifelhaften Erfolge seines antisemitischen Feldzuges in der Welt hinwegzutäuschen. In Wirklichkeit endete der Kairoer Prozeß, wie wir mehrfach berichteten, mit einem moralischen Sieg des Judentums. Es scheint, daß Hitler selbst über die Bedeutung des Kairoer Prozesses sich hat täuschen lassen, da er sich zu einem so demonstrativen Empfang des seinerzeit von Rosenberg nach Kairo entstandten Professors Grimme, der MÖBEL Moderne KQchen- Vorzlmmer- Wohnzlmmer- F. KOHN, Wien IL, TABORSTRASSE Nr. 22 Telephon R 40-7-14 Samstag geschlossen. dort keine besondere Rolle gespielt hat, hat verleiten lassen. „Danziger Echo" verboten. Das „Danziger Echo", die einzige jüdische Zeitung in Danzig, ist durch die B e h ö r d e konfisziert worden, weü das Blatt Einspruch erhoben hat gegen die Versuche der Naziführer, den Juden die Schuld an der Devalvation der Danziger Währung in die Schuhe zu schieben. Das Blatt wies nach, daß gerade die Wirtschaft treibenden Juden durch die überraschende Devalvation des Danziger Gulden auf fast die Hälfte seines bisherigen Wertes arn meisten geschädigt worden sind. Nach der Konfiskation wurde in den Büros des „Danziger Echo" eine Haussuchung durchgeführt. Straßenumbennennungen in Leipzig. Der Oberbürgermeister der Stadt Leipzig hat verfügt, daß Straßen der Stadt, die nach Juden und Judenstämmlingen benannt sind, umbenannt werden. Es sind dies die Abraham- und die Eitingenstraße, die nach jüdischen Philantropen benannt sind, sowie die Jadassohn-, Mendelssohn-, Mosclieles-, Plaut- und Simsonstraße und die Simscnbriicke. Z. T. A. lenisdics KöniöslicM Seit vielen Jahren das anerkannt beste Mtzil aM^-nosw Man achte auf die ges. gesch. Marke „Hyglen. K&nlgslldit" und Name Schabe Fabrik und Büro: Wien XIV., Braunhlrschengause 1 Telephon" »33-1-87 ^mmmmmmmmmm Wen Im Seitenstettengasse 2 XI.i Zentralfriedhoff neben dem L Tor _Samstag g—chlo»aenl_ Ani maänim. Daß nicht in Wirrnis Strauchle unser Geist Hieß uns der Meister geh'n Den Weg der Erde. Nur bis zum Rätsel Können der Natur Wir lauschen, Nicht höher aber reicht das Tun Als bis zum Turm von Babel, Nie hat die Leiter Jakobs Jemand noch erklommen, Den großen Willen je ergründet. Der ewige Gesetze schuf. So seh'n wir keine Wunder, Nicht am Auge Tausendfach verästelt, Und nicht an unserm Mund. Der künden kann Das Wort des Geistes. Mit klaren Augen Hat der große Maimonides Die Wissenschaft erkannt. Hielt auch nicht ein Vor banger Frage Und sprach: „Ich glaube. Schehabaure jisborach sch'mau, Kein körperhaftes Wesen Ist der Schöpfer Und auch nicht vorstellbar Dem Sinn des Menschen." Doch Wunder sehen wir Und müssen darum glauben. Oskar Rosenzweig. Semeindedkromlk. Rom. In der letzten Sitzung des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Rom wurde beschlossen, den Oberrabbiner von Alexandrien, Prof. David P r a t o. der früher Oberrabbiner von Florenz war als Nachfolger des verstorbenen Oberrabbiners Prof. Angelo S a c e r d o t i nach Rom zu berufen. Obwohl Prof. Prato in serer mehrjährigen Tätigkeit in Alexandrien sich bei der jüdischen Bevölkerung und den staatlichen Behörden Aegyptens außerordentlich hohes Ansehen erworben hat, erwartet man. daß er dem Rui der Jüdischen Gemeinde Rom Felge leisten wird. Als Vizerabbiner von Rom wurde der bisherige Leiter der Polacco-Volksschtrle, Prot. A1 d o 1 a 11 e s, nominiert. Oberkantor S. Weiss. Zum 25j9hrlgen BerafsJuMfäum. Von J. L ö w i t, Präsident des Oesterreichischen Kantorenvereines. Am ersten Tag Pessach waren es 25 Jahre, seitdem Oberkantor S. Weiss seine Berufstätigkeit als Kantor in Wien begann und. mit Ausnahme eines 2jährigen Ausfluges nach Amerika, ständig in Wien ausübte. Der Jubilar, der gegenwärtig! als Oberkantor im 10. Bezirk fungiert, erfreut sich nicht nur in seiner Gemeinde, sondern überall, wo man ihn kennt, großer Belebtheit und Verehrung. Oberkantor Weiss, der 1887 in Györ geboren wurde, zeigte schon als Knabe eine schöne Stimmet, die den dortigen Chasen Blumenkranz veranlaßte. ihn in den Tempelchqr aufzunehmen, wo er Gelegenheit hatte, die ersten Einatiickttjür seinen späteren Beruf in sich aufzunehmen. 1907 £T,ig Weiss nach Budapest und studierte Gesang und Musik an» Konservatorium Somogy. 1908 kam er bereits nach Wien und nahm beim Oberkantor Maier Schorr <p\' Polnischen Tempelchcr eine Stellung als Tenorist an, wo er seine kantorale Ausbildung genoß. Oberkantor WeiX der damals schon durch seine schöne, hellklingende Stimme und sein chasonisches Talent die Aufmerksamkeit auf sich lenkte, wurde im Jahre 1910 für den neuerbauten Tempel in Margareten als Oberkantor erwählt. Inhalte Oberkantor Weiß Gelegenheit, sich zu entwick, und seine Fähigkeiten zu entfalten, was ihm vollau gelungen ist Weiß wurde als ausgezeichneter Kantor Der sogenannte grüne Zahnbelac bei Kindern ist eine sehr häufig beobachtete Erscheinung, die dadurch entsteht, daß infolge ungenügenden Purzens. Speisereste — vor allem klebrige Zuckermassen — Gärungssäuren bilden, die eine Entkalkung der Schmelzschichte und eine Besiedlung der Zähne mit grünen. Fadenpilzen herbeiführen. Deshalb sollen auch die Zähne der Kinder mit einer geeigneten Bärste und1 Zahnpasta gründlich und regelmäßig gereinigt werden. Odol-Zahnpasta reinigt gründlich, ohne den Zahnschmelz anzugreifen, desinfiziert, ist von angenehmem, köstlichem Geschmack und verleiht reinen Atem.

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