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Die Wahrheit · 1935-05-03 · Heft 18 (3.5.1935) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 18 (3.5.1935)
Date
1935-05-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-Tafel Clebetstanden HiBsan-Ijmx 6695 Mai 19S5 hu »bdi. 7.O0lliiu3O. l.Tt|flHikCkuiieitk 7.00 i (Schiboi „ „ \ lljai l.|lelHSClla (III. B.kCOI a30J jHaftora 16.00 I iKau omar ascbem 1 1 [2. Perek J 7.00 Ijar >. bta 6. 7 40 abds. Freitag, 3. Mai 7.10 Samstag, 4. Mai 8.00 Sonnt , 5. Mai bis 1, Donnerst., 9. Mai ('-,J Maimonides-Feier bei den Wiener Sephardim. Unter den zahlreichen Feierlichkeiten aus Anlaß der 800. Wiederkehr des Geburtstages von Moses Maimonides hatte der kürzlich stattgehabte Festgottesdienst der Wiener sephardischen Gemeinde eine besondere Bedeutung, da die sephardischen Juden allen Grund haben, Moses Maimonides, abgesehen von seiner Bedeutung für die gesamte Juderrheit, als einen der Ihren zu betrachten ■und ihn als solchen zu feiern. In dem. herrlichen, dichtgefüllten Gotteshause hatten sich eingefunden: nebst dem Öesamtvorstand der Sepharden-Gemeinde unter Führung des Präsidenten S. He skia in Vertretung der Israelitischen Kultusgemeinde Vizepräsident Dr. J. T i c h o, In Vertretung des Volksbildungsreferenten des Bürgermeisters der Stadt Wien Dr. Frey tag, der Präsident der „Union österreichischer Juden", Reg.-Rat Doktor Ii. O pp en he i mv_eine starke Abordnung des Bundes Jüdischer Frontsoldaten unter Führung des Bundesführers-Stellvertreters Oblt i. d. R. Stiaßny, der Rektor des Rabbinerseminars Prof. Dr. S. Krauß und viele andere Persönlichkeiten des Wiener Judentums. Zunächst wunde in besonders feierlicher Weise der Abendgottesdienst durch Herrn Oberkantor Asseo abgehalten: im Rahmen desselben brachte der neuorganisierte Tempelchor unter Leitung des langjährigen und bestbewährten Meisters Oberkantor I. L ö w i t sowohl traditionelle sephardische Gesänge als auch Chöre moderner Art herrlich zum Vortrag. Prof. Dr. Manfred P a p o brachte zunächst in spaniolischer Sprache die Verbundenheit der Sephardim mit dem gefeierten Gelehrten zum Ausdruck. Anschließend behandelte er in deutscher Sprache die Persönlichkeit des Maimonides und seine Bedeutung nicht nur für die Zeit seines Wirkens, sondern auch für die Gegenwart und alle Zeiten. Mose ben Maimon sei der Meister gewesen, der es verstanden habe, wahres Judentum in harmonischer Weise mit Zeitgeist und Moderne zu vereinen, ein Ziel, das auch heute dem Großteil der Judenschaft als Ideal vorschwebt. Mit einein schönen Schlußchor wurde der eindrucksvolle Festgottesdienst beendet. „Die soziale Frage im Judentum." Ueber dieses Thema sprach kürzlich Prof. Dr. E. Lehmann im Rahmen der von der Jugend-Union (Jugendgruppe der Union österreichischer Juden) veranstalteten kulturellen Vortragsreihe. Der Vortragende, ein berufener •Kenner der Materie und hervorragender Redner, schilderte an Hand reichen jMaterials und zahlreicher Beispiele aus der Bibel, den Büchern der Propheten und ältesten Schrifttums, wie tief wahrhaft soziales Empfinden, inkarniert im Prinzip der Nächstenliebe, schon in den Urquellen der jüdischen Religion verankert ist. Prof. Lehmann wies u. a. nach, daß die Bibel, das älteste Oesetzbuch der Welt, eine Reihe von Bestimmungen enthält, die sich erst in den modernsten Sozialgesetzen der letzten -Jahrzehnte wiederfinden: die selbstverständliche hygienische und soziale Forderung nach einem wöchentlichen Ruhetag, die heute als Errungenschaft geltende These vom exekutionsfreien Lebensminimum im Pfandrecht, agrarrechtliche Beschränkungen zur Verhinderung des Latifundienbesitzes, Feld- und Weidegerechtigkeiten für die Armen, eine Reihe von Arbeiterschutzgesetzen und schließlich auch eine umfassende Gesetzgebung zum Schutze der Fremden, die im Judentum vor Jahrhunderten bestand» während sie heute in manchen Staaten noch uner/üllte Forderang geblieben ist. Aber nicht nur in den Grundfesten der jüdischen Religion allein dürfe diese Fülle sozialer Mittel und Ziele zu finden sein, sie müsse vielmehr Gemeingut Aller werden. Es käme nicht darauf an, „Wohltaten" zu setzen, sondern in Erkenntnis seiner ethischen, auf göttlichem Gesetz beruhenden Verpflichtung müsse der Einzelne der Allgemeinheit dienen und seinen bedrängten Mitmenschen beistehen. Es ist zu hoffen, daß dieser religiössoziale Geist, der das Judentum immer geleitet hat, nie aus den Wollen und Handeln der Menschen gelöscht werde. Das jungunionistische Publikum dankte begeistert dem Vortragenden für seine fesselnde Schilderung. Die Leitung der Jugend-Union darf sich diesen Abend als Erfolg anrechnen. Oberkantor D. Bohomllny vom DöbInnger Tempel wurde in der Generalversammlung des dortigen Tempelvereines, über die wir kürzlich berichteten, vom Obmann Frankel durch besondere Dankesworte für seine kantoralen Leistungen, wie auch für seine hervorragende Malkunsi, die er in den Dienst der Tempelrenovierung stellte, ausgezeichnet. Jüdischer Angestellten-Verband „Emunah", I., Biberstraße 17. Samstag, den 4. Mai. 8 Uhr: Vortrags¬ und Melodramen-Abend. Es spricht: Cäcilie Pfeffer. Am Klavier: Fricka Huttrer. Gäste herzlich willkommen! Montag, den 6. Mai beginnt ein neuer tiebräisch- Kurs nach moderner Sprechmethode unter Leitung von Ben Chaviv. Anmeldungen im Sekretariate. Jeden Dienstag Schachabeud! X«ltuff«a voa ▼•rl»*«r Tinnloi taml mxpUU pt* VmUkmm*. Falls Adressat verzogen, niest nachsenden; mit neuer Adresse wrack an Verlag „Die Wahrheit". Wl«n IL, H*ln«straft« IS/12 leopoldsiadlcr Tcmpeifcrein Aescfid Awroftom Ii., pazmaolteBgawc Tel. R 4T-8-#> Amnexniiuien v. Anlfielioten.Trannmiei (ouditinf. lretem nimmel) n. Dannlzwaas Partel«nva>rk«fcr an Werktag« na JNi W Ubr nicbmittap. an Ssmtagen tob 10 Ms 13 Ubr varaiittagi Gnbetatnnden IrUb Nlasän-Ijar 6695 abda. 6.30 Nissan 30. 1. Tag Roscb Cbaudescta 7,10 (/Scbabos Roscb Cbandescbi Ijar l.lKedauschim (3. B-M.) I {Haitora *8.10 »•=•»' | |Kau omar aschem I I (2. Perek J 7.40 6.30 2. bis e. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, L, Kohlmessergasse 4, Tel. U 27-0-65. sucht dringend Stellen für: a) Kontoristen. Buchhalter, Handelshilfsarbeiter. Geschäftsdiener, Packer. Inkassanten, Verkäufer, Auslagenarrangeure, Kellner, Innenarchitekten, Krankenpflegerinnen, Nachhilfelehrer und -lehrerinnen für Mittelschulfächer. b) Arbeit für gewerbliche Hilfskräfte aller Art — darunter auch Chemiker, Installateure, Bauingenieure, Chauffeure — sowie ungelernte Arbeiter. c) handwerkliche und kaufmännische Lehrstellen für Knaben und Mädchen. In demselben Verein sind derzeit offene S t e 1- 1 e n für: Geschultes Hauspersonal jeder Art, Kinderfräulein mit Sprachkenntnissen, Maschinnäherinnen für Herrenhemden eingearbeitet (Spezialk ragennäherianen). Selbständige Schneiderinnen für Mäntel und Kostüme, Gut eingearbeitete Konfektionsnäherinnen (auch Heimarbeit), Selbständige Herren- und Damenschneider, Lagerist aus der Galanteriewarenbranche (Spielzeug, Parfumerie, Papier- und Kurzwaren. Der Verein „Oest. Seehospiz in Grado" (Präsidentin Sofie G r ü n f e 1 d) entsendet anfangs Juli zu Katarrhen und Blutarmut neigende jüdische Schulkinder hn Alter von 6 bis 14 Jahren in seine eigenes Heim nach Grado (Italien), unter pädagogischer und ärztlicher Aufsicht. Verpfiegskostenbeitrag S 5.— täglich. Anmeldungen im Vereinsbüro IX., Türkenstraße 17, von 10 bis 13 Uhr. Tlmttidtjt Verfautöarungen ber Jsraeßtisdjen Tuftusgemeinbe Wien Predigt und Schrifterklärungen in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 3. Mai 1935: Predigt. — Beginn des Abendgottesdienstes um 7 Uhr 10 Minuten: 3. Bez., Untere Viaduktgasse 13 (Rabb. Dr. K. Kupier). Samstag, den 4. Mai Schrifterklärungen: beim Vormittagsgottesdienste: 20. Bez., Kluckygasse 11 (Rabbiner Dr. B. Murmelsteln). 21. Bez.. Ho'zmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann, beim Abendgottesdienste: 13. Bez., Eitelbergergasse 22 (Rabbiner Dr. M. Lewin). Israelitische Jugendgottesdienste. 1. jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschüler(innen). Samstag, den 4. Mai, um 3 Uhr nachmittags, in allen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. 2. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschttler(innea) für Unterklassen im II„ IX. und XX. Bezirk. Samstag, den 4. Mai, um K5 Uhr nachmittags, im Leopoldstädtertempel, IL, Tempelgasse 3 und in den Bezirkssynagogen, IX., Müllnergasse 21 und XX., Kluckygasse 11. Als Krawzablösungssptenden anläßlich des Ablebens des Herrn Josef Weiß s. A. wurden von den Familien Gott lieb aus Brünn S 200.— und von Herrn Hugo Weiß S 150.—, zusammen demnach S 350.— (dreihundertfünfzig Schilling) erlegt.__^ Starkes Rauchen verursacht Bildung gelber, brauner oder schwarzer Beläge auf den Zähnen. Für Raucher und Raucherinnen ist daher die regelmäßige, täglich mehrmalige Zahnpflege mit Odol-Zahnpasta eine unbedingte Notwendigkeit, wenn sie der Verfärbung der Zähne vorbeugen wollen. Odol-Zahnpasta reinigt die Zähne sicher, ohne den Zahnschmelz anzugreifen, Odol- Zahnpasta hat infolge ihres hohen Gehaltes an kolloidalen Bestandteilen die größte Absorptionskraft; sie beseitigt daher alle Unreinigkeiten, unangenehmen Gerüche und alle Farbstoffe, die etwa durch Rauchen, Speisen und Getränke an den Zähnen haften und ihre Verfärbung herbeiführen können. Odol-Zahnpasta macht weiße Zähne und verleiht reinen Atem. Beerdigungen. 23. April 1935: Louise Taussig, 75 Jahre, 9. Bez. (1. Tor). — Josef Löwy, 54 Jahre. 18. Bez. (I. Tor). — Ida Samson, 81 Jahre, 18. Bez. (IV. Tor). — Ado« Back, 67 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Cäcilie Stalles, 79 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). 26. April: Marie Raminger, 33 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Johanna Fasset. 87 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Katarina Mautner, 73 Jahre. 17. Bez. (IV. Tor).. — Irma Schlesinger, 19 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Moses Tannenzapf, 79 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Sali Scharf, 81 Jahre, 19. Bez. (IV. Tor). — Bertha Kann, 63 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Dr. Josef Strauß, 66 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Friedrich Büchler, 65 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Adelheld Weiß, 42 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Anna Gottlieb, 74 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Amalie Haftel. 48 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Gisela Kornhaber, 76 Jahre, 20. Bez. (VI. Tor). — Ing. Gustav Grünberger, 42 Jahre, Mauer (IV. Tor). — Anna Löwenheck, 66 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Armin Haydn. 51 Jahre, 8. Bez. (IV. Tor). — Johanna Schäfer, 80 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Fanny Neubauer, 72 Jahre, 13. Bez. (I. Tor). — Karoline Wolf, 84 Jahre, 8. Bez. (I. Tor). — Grete Epstein. 26 Jahre, 10. Bez. (I. Tor). — Ida Koppel, 54 Jahre, 6. Bez. (I. Tor). — Richard Großmann, 58 Jahre, 13. Bez. (Döblinger Friedhol). 28. April: Josefine Bottstieber, 71 Jahre, 14. Bez. (I. Tor). — Emilie Löwy, 67 Jahre, 5. Bez. (I. Tor). Julius Rukerl, 83 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Julius Wenger. 67 Jahre, 7. Bez. (I. Tor). — Eugenle Kain, 60 Jahre, 4. Bez. (I. Tor). — Heinrich Ledermann, 30 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Lina Mandl, 67 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Rosa Rechnltzer, 14. Bez. (IV. Tor). - Amalie Schüsz, 79 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — HerschHk Statiender, 76 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Edith Kaufmann. 23 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Leopold Zwirn, 58 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Klara Kram, 18 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). — Anna Brod, 65 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). 29. April: Adele Jankotowitz, 86 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Ignaz Kurz, 66 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Sieglried Kantor, 56 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Anna Salpeter, 82 Jahre, 10. Bez. (IV. Tor). wammmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm Weiland Oberkantor Josef Goldstein Synagogen-Ornate u. Barette In den mannigfaltigsten Stilarfen erhallen Sie sowohl vorrätig als auch nach Maß in der allbekannten Unifformierung und Maßschneiderei RUDOLF GOLDSTEIN Lieferant vieler in- und ausländischer Kultusgemeinden Wien II.« TabOrStraße 54 (Achtung auf die Hausnummer) Gegründet 1866 Versand nach allen LändernI Telephon R 49-0-4S Moderne Zivilgarderobe nach Maß, billigste Preise»! Vereine und Verbfinde, komplette Ausrüstungen Pr* iFPirrSFipvrp. Eteeottaier. Heraeiceber. Verleger toi veraarworttieher Schriftleiter: Osker Hlraohfeld, Wies U., PrateratolSe 29. — Druck: Itoaz Spitz & SOfcae. Wieall.. Robertgasse 2.

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