Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 15 (12.4.1935)
- Date
- 1935-04-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT Nr. 15 — 12. April 1935 Seite? f&ijede#.&tip (jXasc&ejn..,. ALLGEMEINE RENTEN ANSTALT I. GRABEN 20 stützt wird. Den Ausblick in die Zukunft verschleiert die Tristheit der Zeit, aber der Festredner verstand es in eindrucksvoller Weise, die Gemeinde zmu Optimismus anzueifern, den er auf einen herrlichen Satz des Jigdal" des Maimonides begründete, mit dem er seine gediegene Festpredigt schloß. Sodann richtete Oberrabbiner Dr. D. Feuchtwang im Namen der Muttergemeinde an die Festverammlung innige und aufrichtende Worte der Bejrüßung. Es folgte der "Psalm 24 mit Solo und Chor,;odann das Maariw-Gebet des Herrn Oberkantor K. K a t z, der verschiedene Stellen desselben ganz ausgezeichnet rezitierte. Mit dem „Adaun aulom" des Chors schloß die Feier, die allen Festgästen wegen ihrer besonderen Würdigkeit unvergeßlich bleiben wird. Verband der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden. Kürzlich fand in der Kultusgeineinde unter Vorsitz des Herrn Kultusvorstehers Geza Kling er eine Sitzung des „Verbandes der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden in Wien" statt, in der sämtliche Bezirkskommissionsmitgliedier und Fürsorgeräte, die dem Stande der Kaufleute und Gewerbetreibenden angehören, teilnahmen. Die Vizepräsidenten des Verbandes, die fierneai Kammerrat Moriz K o h n und Kultusvorsteher Geza Kling er, besprachen in ausführlichem Referaten die Ziele und Zwecke des Verbandes, der bereits sieit Jahren besteht. Nach einer ausführlichen Diskussion traten alle Anwesenden dem Verbände bei. NeuanmeMungen sind zu richten an: Verband der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden, Wien L, Kohlmessergasse 4. Der Mitgliedsbeitrag beträgt S 6__jährlich. Der Josefstädter Tempelverein hält Sonntag, den 14. April, 10 Uhr vormittags, im Tempelgebäude, VIII., Neudeggergasse 12, seine ordentliche Generalversammlung ab. Verein „Zukunft". Der im Jahre 1840 gegründete Verein ,,Z u k u n f t", Verein zur Erziehung und Erhaltung jüdischer Lehrlinge — Isr. Handwerkerverein", hält Sonntag, den -14. April, um J411 Uhr vormittags, im Sitzungssaal des Lehrlingsheimes, IX., Grünentorgasse 26, seine 95. Generalversammlung ab, zu der die Freunde und Gönner des Vereines herzlichst ingeladen werden. Die Chewra Kadiscba XII/XV hält Sonntag, den 21. April, um K-10 Uhr vormittags, im Sitzungssaale, XV., Turnergasse 22, ihre 70. ordentliche Generalversammlung ab. Trauung. Sonntag, den 14. April, 2 Uhr nachmittags, findet im Seitenstettentempel die Trauung des Herrn Rabbiner Dr. Josef Babad, Klagenfurt, mit Fräulein Pepi Rathaus statt Todesfall. Kürzlich verstarb in allzu frühen Jahren, tief betrauert von seiner hochgeachteten Familie und seinen vielen Freunden, Herr Josef Weiß, Chef der bekannten Firma Weiß & Grosner, und wurde unter einer enormen Beteiligung zu Grabe getragen. Den Verblichenen adelte ein ganz besonderer Wohltätigkeitssinn, den er auf dem weiten Gebiete jüdischer Humanität, namentlich im Vereine „W o h 1 f a h r t", wo man sein frühes Hinscheiden innigst beklagt, hingebungsvoll betätigte. Seinem Sarge, an dem Oberrabbiner Doktor Tag Ii cht einen ergreifenden Nachruf hielt, folgten erschüttert neben seiner Familie seine Freunde, viele Mitglieder der B.-B.-Logen und Vorstandsmitglieder des Vereines „Wohlfahrt". Alle, die Josef Weiß gekannt und geliebt haben, werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Enthüllung eines Grabmales für Adolf Weisse. Am 4. d. M. wurde das von Freunden und Verehrern errichtete Grabmal für den gewesenen Direktor des Deutschen Volkstheaters Adolf Weisse auf dem von der Israelitischen Kultussemeinde gewidmeten Ehrengrabe enthüllt. Der Festakt, dem u. a. Vizepräsident Dr. J. Löwenherz beiwohnte, wurde durch einen vom Tempelchor unter der Leitung Kurt Fuchsgelb PI. HERUNGER Cafe Fürstenhof Wien II., Pratenlrafie 25 wahrend der Pessachfelertage Kaffee und erstklassige HOB 1^5 Getränke vorgetragenen Psalm stimmungsvoll eingeleitet. Hierauf hielt Professor Glücksmann die tiefgefühlte Gedenkrede. Nach ihm sprach Leopold K r a m e r für die einstigen Mitarbeiter eindrucksvolle eigene Verse. Mit einem Schlußgesang des Chores klang die eindrucksvolle Feier aus. Linz. Der 8. April war ein Ehrentag iür die Jüdische Kultusgemeinde in Linz. Im Ländlersaale der landschaftlichen Redoutensäle in Linz versammelte sich eine große Zahl Gemeindemitglieder, um einer erhebenden Feier "anzuwohnen, die der Vorstand der Kultusgemeinde veranstaltete. In erster Linie wurden vom Kultuspräsidenten Herrn Dr. Gustav Morgenstern den freiwillig aus ihrem Amte geschiedenen, um die Kultusgemeinde hochverdienten Herren Präsidenten Kommerzialrat Benedikt Schwager und Vizepräsidenten Emil Bruder, die in der Sitzung vom 3. Dezember 1934 zum Ehrenpräsidenten, respektive Ehrenmitglied ernannt worden waren, die bezüglichen Ehrenurkunden überreicht. Der Präsident kam dieser Aufgäbe in formvollendeter Weise nach, dankte den Gefeierten nochmals für ihre dem Kultusvorstande und der Gemeinde geleisteten vorbildlichen Dienste und gab dem Wunsche Ausdruck, daßsich diese Herren noch lange dieser Ehrung erfreuen mögen. Sowohl Ehrenpräsident Kommerzialrat Benedikt Schwager als auch Ehrenmitglied Herr Emil Bruder dankten für diese Ehrung in tiefsinnigen, von der Liebe zur Gemeinde zeugenden Worten und versprachen, derselben auch außerhalb des Kultusvorstandes die Treue zu bewahren. Hernach gedachte der Kultuspräsident des zehnjährigen Bestandes der Jerusalemer hebräischen Universität. Zum Schluß hielt Herr Prof. Dr. Kurrein einen großartigen Vortrag über Moses Maimonides und erntete für seine ganz hervorragenden Ausführungen wohlverdienten Beifall. MÖBEL Moderne Küchen- Vorzimmer- Wohnzlmracr- F. KOHN, Wien II, TABORSTRASSE Nr. 22 Telephon R 40-7-14 Samstag geschlossen — Angeschlossen der „Schomra" 80. Geburtstag. In diesen Tagen beging im engsten Familienkreise der im Ruhestande lebende ehemalige Religionslehrer an den Volks-, Bürger- und Mittelschulen in Stockerau, Herr Jakob Werdesheim, körperlich und geistig vollkommen rüstig, seinen 80. Geburtstag. Bei dieser besonderen Gelegenheit wollen wir ims vor allem erinnern an seine Verdienste um die Schaffung des schönen Gotteshauses, dessen Notwendigkeil als Zentrum echten, wahren Gemeindelebens, als ge'istigeu Stützpunkt in guten wie in schlechten Zeiten er als erster erkannte und dessen Verwirklichung er wirksamst förderte. Unvergessen sind bei allen, die daran teilnehmen konnten, die Festlichkeiten anläßlich der Einweihung desselben, die für die Gemeinde Tage innerer Erhebung waren. Weiters aber bedeutete dem Jubilar eine Herzensangelegenheit die Unterweisung der Jugend, der Religionsunterricht, zu dem ihn seine gründlichen Kenntnisse auf dem Gebiete der Religionswissenschaften besonders befähigten und dem er mit vorbildlichem Verantwortungsbewußtsein oblag. Diese Lehrtätigkeit fand auch die wohlverdiente Anerkennung der Schulbehörde und trug ihm, weit über die Fachkreise hinaus, höchste Wertschätzung ein. In Dankbarkeit und Liebe gedenken des Jubilars in erster Reihe die zahlreichen, durchwegs in achtbaren sozialen Stellungen befindlichen Schüler. Daß dem Jubilar noch viele, viele Jahre guter Gesundheit und ein sonniger Lebensabend beschieden sein mögen, ist zu seinem Ehrentage unser von warmen Herzen kommender Glückwunsch. Dr. B. D. Döblinger Tempelverein. Sonntag, den 24. März, fand unter dem Vorsitz des Obmannes Herrn Bela F r ä n k 1 die Generalversammlung statt. Der Vorsitzende begrüßte die Mitglieder des Vereines, die Delegierten Herrn Geza K1 i n g e r (für den Kultusvorstand), Herrn Dr. Landau (iür den Verband der Tempel- .vereine), die Heerte» Rabbiner Dr. frankfurter und Dr. Schwarz, den Obmann der Chewra Kadischa 19. Josef Brüll, die Damen des Frauenvereines 19. Frau Fränkl, Dr. Frankfurter. Dr. Herrnstadt und Dr. K o h n Nach dem pietätvollen Gedenken an die im vergangenen Jahre verstorbenen Vereinsmitglieder erfolgte ein ausführlicher Bericht der Tätigkeit des Vereines im Gotteshause, in der Bibelschule, Bibliothek und auf dem Gebiete der Wohltätigkeit Herr Wilhelm Löwy erstattete den Kassabericht und richtete an den Vertreter der Kuitusgemeinde, Herrn Geza Klinker, die dringende Bitte, seinen Einfluß dahin geltend zu machen, daß die Muttergemeinde den Verein in seinem schweren Kampf um die heilige Sache ruf das tatkräftigste unterstütze. Die Herren Geza Kl Lug er und Dr. Leo Landau dankten dem Vorstande für seine ersprießliche Tätigkeit und versprachen, die Sache des Vereines auf das Nachdrücklichste zu vertreten. Herr Rabbiner Dr. Frankfurter sprach in einer überaus geistreichen Rede über die Bedeutung der Synagoge im jüdischen Leben in der Vergangenheit und namentlich in der Gegenwart. Ueber Antrag der Revisoren Max Bergmann und Max Schey STEININDUSTRIE CARL BENEDICT Zentrale: III.. Rennweg 112, Tel. U 15-0-52 GRABSTEINLAGER: Zentraffriedhof, 3. Tor, Tel. B 53-0-53 wurde dem Vorstande das Absolutorium einhellig erteilt. Hierauf erfolgte die Wiederwahl der Herren Moritz Gäl, David Kleiner. Komm.-Rat Rubin Königfest, Hans Kotanyi, Dr. Viktor Neubrunn, Dr. Emil Neuspiel, Eduard Trnka und Jakob Weigl und die Neuwahl der Herren Bernhard Brückner, Theodor Klein und Dr. Artur Kolban. Bei der am 2. April stattgefundeneu konstituierenden Sitzung wurde Herr Be"la Fränkl zum Obmann, Generaldirektor Dr. Max Leindörfer, 1. Obmann-Stellvertreter, Komm.-Rat R. Königfest, 2. Obmann-Stellvertreter, Dr. Emil Neuspiel. Schriftführer, Dr. Artur Kolban, Schriftführer-Stellvertreter, Moritz Gäl, Tempelvorsteher, Leo Löwy. Tempelvorsteher-Stellvertreter. Wilhelm Löwy. Kassaverwalter. Eduard Trnka, Kassaverwalter-Stellvertreter. Adolf Waldstein, Hausverwalter, gewählt. Jutäa, Jugendgruppe des Pazmanitentempels. Bei der letzten Veranstaltung am 8. d. M. hatte sich erfreulicherweise ein Großteil der Vorstandsmitglieder des Pazmanitentempels eingefunden. Das Programm bestritten Herr Halpern. der einige italienische Lieder sang, Herr Hans Marek, Klaviervorträge. Herr P o r e 11, der mit seinen telepathischen Versuchen großen Erfolg und Beifall hatte, und Herr Kurt Karsten, der wieder seine äußerst gelungenen Schauspieler-Kopien und Rezitationen brachte. — Am Dienstag, den 16. d. M., um 8 Uhr abends in unserem Clublokal, Cafe Sächsischer Hof, IL, Taborstraße 46 a. wird unser Vorstandsmitglied Herr Willy Rosenberger heitere Vorträge bringen. Näheres im Mitteilungsblatt. Der Verein »Treue Brüder" veranstaltet Montag, den 15. d. M.. anläßlich der Pessach-Feiertage eine Beteilung von 500 bedürftigen Familien mit Lebensmitteln im Cafe Buchsbaum, II., Kleine Pfarrgasse 21. JÜDISCHE KULTURSTELLE IL, Aspernbrückengasse 2. R 48-2-91. Büro: 9—17 Uhr, Samstag 9—13 Uhr. Zweigsteilen: VI., Loqnaiplatz 11 (B 20-0-81). _IX., Währingerstrafie 48 (A 14-400)._ Unseren Mitgliedern stehen iür alle Theater Wiens bedeutend ermäßigte Karten zur Verfügung. Konzerte: Hubermann, 30. April, Großer Musikvereinssaal; Hubermann und Morini, 4. Mai, Großer Musikvereinssaal. Vorträge: Erich Mann, „Humoristen aus Ost und West", 15. April, Ing. u. Arch.-Verein. I., Eschenbachgasse, 9.20 Uhr. 2Stunden Heiterkeit. Führung: Sonntag, 14. April, Führung durch das jüdische Museum. Leitung: Prof. Dr. J. Brönne r. Treffpunkt: 5411 Uhr, IL, Malzgasse 16. Jiunst und. £itew€iiux. In den Jüdischen Künstlerspielen werden von der nächsten Woche an wieder Schtagerstücke aus dem alten Repertoire mit Sevilla Pastor und Erna S i e g 1 e r zur Aufführung gelangen. So geht Montag, den 15. und Dienstag, den 16. d. „Die Schickerte" in Szene. Die Vorstellung am 15. ist eine Vereinsvorstellung zugunsten zweier zugrunde gegangener Kaufleute. Restliche Karten im Cafe Buchsbaum, IL, Große Sperlgasse, Tel. A 43-5-19. 1935 — das Schicksalsjahr Europas. So lautet der Titel eines hochinteressanten und besonders lesenswerten Buches, das vom bekannten Publizisten und Politiker Reg.-Rat J. Kreppet verfaßt und im Verlag „Das Buch" erschienen ist. Es schildert Deutschland und Oesterreich im Brennpunkt der Weltpolitik, vom Kriegsende bis Ende März 1935, in einer so klaren Sprache und interessanten Form, daß man das Buch wie eine spannende Erzählung nicht früher aus der Hand legt, bis man es beendet hat. Man erfährt aus diesem Buche sehr vieles über Politik von 1918 bis heute, viele interessante historische Begebenheiten, Aeußerungen. Aussprüche und Meinungen her- Vier Jahrzehnte ..Schmidl-Mazzotb". Seit vierzig Jahren schwören die Feinschmecker und Kenner unter den Juden Wiens auf „S c h m i d 1- Mazzoth". Wenn das Pessachfest näherrückt, freuen sich viele schon auf den bevorstehenden Genuß, den ihnen -die vorzüglichen „Schmidl-Mazzoth" bereiten werden. Mazzoth essen ist gut. „Schmidl-Mazzoth" essen — ist noch besser! Der ausgezeichnete Ruf, den die „Schmidl-Mazzoth" seit Jahrzehnten genießen, hat sich in den letzten Jahren zu einer Popularität und Beliebtheit gesteigert, die nicht nur alle Bezirke Wiens, sondern auch viele Provinzorte und das Ausland umfaßt. Es ist dies das Verdienst des Inhabers der „Schmidi- Mazzoth"-Fabrik, Herrn Nathan Brodetzky, den Wiener jüdischen Hausfrauen seit Jahrzehnten als der liebenswürdige und tüchtige Chef der großen Lebensmittelhandlung. IL, Leopoldsgasse 43, bekannt. Herr Brodetzky hat seine große Fachkenntnis und vielseitige Erfahrung in den Dienst seines Unternehmens gestellt. Neue Rezepte, Verwendung nur erstklassiger Mehlsorten, Veredlung des Erzeugungsprozesses, neue maschinelle Vorrichtungen, strengste Reinlichkeit und Ausnützung der modernsten Errungenschaften haben dazu geholfen, ein Produkt zu schaffen, das an Qualität, Geschmack und Bekömmlichkeit einfach unübertroffen ist. Die religiösen Vorschriften werden unter Aufsicht des Herrn Oberrabbiners B a b a d strenge eingehalten.