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Die Wahrheit · 1935-03-08 · Heft 10 (8.3.1935) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 10 (8.3.1935)
Date
1935-03-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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C^^^X^^^yZnffi WAHRHEif Nr. 10 — 8. März 1935 Seite 7. Spezialhaua für Voile und 8trio*garne Moritz Nagel Wien, Z. Hex., Taborslraße Nr. 17 Fabriksniederlage. Wirku. Strickmoden _Telephon A 49-3-69_ Trauergottesdienst beginnt um K8 Uhr abends; die Predigt hält Oberrabbiner Dr. Tag licht. Der jüdische Frauenverein Leopoldstadt veranstaltete vergangenen Sonntag nachmittags im Festsaal des Hotel Continental zugunsten seiner in dieser ernsten Zeit besonders stark in Anspruch genommenen Wohifährtseinrichturigen eine Akademie mit Tanz, deren gutes Programm von Frau Marie Steiner gediegen zusammengestellt wurde und reichlichen Beifall des Publikums fand. Es wirkten u. a. mit: die ausgezeichnete Opernsängerin Qina Berger, der humorvolle Eugen Ho ff mann, die reizende kleine Tänzerin Lisi Weinberger. Die Conference führte launig Emmy Wollner. Zum Tanz spielte die Kapelle Oppermann auf, deren jugendliche jüdische Mitglieder viel ieinen Sinn für Takt und Rhythmus besitzen und deshalb auch an dem überaus gelungenen Nachmittag großen Beifall errangen. isr. Tempel- und Schulverein Favoriten. Bei der am 28. v. M. stattgefundenen Konstituierung des Vorstandes des isr. Tempel- und Schulvereines Favoriten wurden gewählt zum Obmanne Herr Benjamin Scher, zum I. Obmann-Stellvertreter Herr Leopold Grünspan; zum II. Obmann-Stellvertreter Herr Simon Steiner, zum Schriftführer Herr Adolf Spira, zum Schriftführer-Stellvertreter Herr Gustav Fuchs, zum Kassaverwahrer Herr Leopold Drill, zum Kassaverwahrer-Stellvertreter Herr Alfred Schweiger und zu Schul- und Bethäus-Verwaltern die Herren Albert Bauer. Sigmund) Eisenstedter. Alfred Feßler, Apotheker Jakob Kreider, Dr. Karl Neumann, Adolf Plaschkes, Jakob Schwarz und Mor Weisz. Veveinsnadhvwdkten. Der Ausspeisungsverein „Obel Rachel", der durch seine in seinen schönen Räumen, II.-, Kleine Pfarrgasse 8, allabendlich vorgenommene Ausspeisungsaktiön an ungefähr 100 bedürftigen Personen ein wahrhaft jüdisches Werk vollbringt, veranstaltet am Samstag, den 9. März, 8 Uhr abends, im Festsaal des Hotel Continental, IL, Taborstraße 4, eine Akademie, für die ein ganz erstklassiges Programm mit prominenten Kunstkräften gewählt wurde und der eine Tanzunterhaltung folgen wird. „Bikur Chaullm" IX. Die triste Lage der von ihm Befürsorgten veranlaßt den Verein „Bikur Chaulirn" IX., im heurigen Jahre wieder durch Abhaltung einer Akademie die Beschaffung■ von Mitteln, für seine edlen Zwecke zu versuchen. Diese Akademie, für die hervorragende Kunstkräfte gewonnen wurden und der ein Tanz folgen wird, findet Samstag, den 9. März, abends, im Festsaal des Hotel „Auge G o 11 e s", IX., Nußdorferstraße 175, statt. Karten zum Preise von S 2.— bei allen Vorstandsmitgliedern und beim Obmann S. Österreicher, IX., Liechtensteinstraße 113, Tel. A 18-0-21. Der Isr. Frauenwohltätigkeitsverein Floridsdorf veranstaltet Samstag, den 9. März, K9 Uhr abends, in den Festsälen des Handelsmuseums, IX., Berggasse lo", eine Winterhilfe-Akademie mit erstklassigem Programm und anschließendem Tanz. Karten, um deren zahlreiche Abnahme im Interesse der vielen Armen des Bezirkes gebeten wird, sind bei allen Vorstandsdamen erhältlich. Jüdischer Angestelltenverband „Emunah", I., Biberstraße 17. Samstag, den 9. März: Akademie mit Tanz unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte im Hotel Stefanie, II., Taborstraße 12. Vorverkaufskarten ä S 1.50 im Sekretariat, ferner im Restaurant Stefanie und in der Bücherstube Rath, II., Taborstraße 22, erhältlich. Jeden Sonntag, 7 Uhr abends Heimabend mit Tanz, Jazzmusik. Gäste herzlichst willkommen. Der humanitäre Verein der Lemberger in Wien veranstaltet zu Gunsten seiner Wohlfahrtseinrichtungen am 13. d. M. eine Vorstellung im Theater Reklame, IL, Praterstraße 34, und ersucht um zahlreiches Erscheinen. Zur Aufführung gelängt eine Operette mit Sevilla Pastor in der Hauptrolle. Isr. Frauenverein WäTiring. Am Samstag, den 16. d. M. veranstaltet der Isr. Frauenverein Währing im Hotel Continental, II., Taborstraße 4, seine diesjährige Fest-Akademie, deren Remerträgnis zur Bekleidung armer Kinder und Unterstützung alter Frauen dient. Das Programm ist sehr reichhaltig, und treten u. a, Frl. Grete Jorysz (Volksoper), Kammersänger Walter Kathammer, Frl. Fritzi Merley (Frankfurt), Meiler und Wagner (Ronacher) und Frl. Flora Engel auf. Erwin Engel konferiert und zum Tanz spielt die Jazz „Elite-Kiddies". " Der jüdisch-akademische Philosophen-Verein veranstaltet Samstag, den 16. März, abends im Goldsaal des Caf e S i 11 e r, I„ Schwedenplatz, einen Akademiker-Rummel mit Vorträgen und Tanz. Karten zum Preise von S 1.50 sind in der ..Judäa", IX., Alserstraße 26, an allen Wochentagen von 1—2 Uhr nachmittasg, Montag und Donnerstag auch von 7—8 Uhr abends erhältlich. Der humanitäre Verein „Kurfürsorge" (II., Große btadtgutgasse 7, Telephon R 45-3-43), der sich die Unterstützung armer jüdischer Kurbedürftiger zur Aufsrabe gemacht hat und schon viel Gutes geleistet hat, veranstaltet Sonntag, den 17. März, 4 Uhr nachmittags, im Festsaal des Hotel Continental. IL, Taborstraße 2, eine Akademie mit erstklassigen Kunstkräften und anschließendem Tanz. Karten zum Regiebeitrage von S 1.50 bei allen Vorstandsmitgliedern des rührigen Vereines erhältlich. Das »Dr. Krüger-Helm". II., Malzgasse, veranstaltet Dienstag, den 19. März, abends, eine große Purim- Feier mit Akademie, Modenschau und Tanz im M ilitärkasino, I., Schwarzenbergplatz. Karten zum Preise von S 4.— bei allen Vorstandsdamen. Der Wiener jüdische Gesangverein veranstaltet am 20. März (Schuschan Purim) ein großes liturgisches Konzert im Tempel VI., Schmalzhofgasse 3. Es kommen Kompositionen von Sulzer, Lewandovsky, Milner und Saminsky zur Aufführung. Mitwirkende: Der berühmte Oberkantor Herman Bornstein von der Rombach-Synagoge, Budapest, sowie einige junge talentierte Wiener Kantoren, die bei diesem Anlasse dem Wiener Publikum als Solisten vorgestellt werden. Der Jüdische Gesangverein (achtzig Mitwirkende) steht unter Leitung des bekannten Dirigenten Israel Brandmann. An der Orgel: Schulrat Josef Herz. Karten von S 2.— bis S 5.— in der Tempelkanzlei von 11—1 Uhr, bei allen Mitgliedern des Jüdischen Gesangvereines, der Jüdischen Kunststelle sowie bei der Buchhandlung D. Hirsch 1 er & Co., Wien I., Rabensteig 6, erhältlich. Humanitärer Frauen-Verein Wien XII—XIV. (Wien XIV., Storchengasse 21.) Samstag, den 23. März 1935, 8 Uhr abends in den Mariensälen. Wien XIV., Reindorfgasse 3, Künstler-Akademie mit anschließendem Tanz (Kapelle J. Geiger). Das Reinerträgnis fließt Armen und Notleidenden im Bezirke zu. Intelligentes Mädchen, 35 Jahre, Wienerin, sucht Stelle als Haushälterin. Kann gut kochen und verrichtet alle häuslichen Arbeiten. Zuschriften unter „Beste Referenzen" a. d. Blatt. Jüdische Kredithilfe. Die jüdische Kreditkasse für Kleingewerbe und Kleinhandel in Wien hielt dieser Tage ihre 12. ordentliche Generalversammlung ab. Nachstehend bringen wir einen Auszug aus dem durch Direktor Henisch erstatteten Tätigkeitsbericht für das Jahr 1934. Finanzen. Die finanzielle Lage der Kreditkasse gestaltete sich im Berichtsjahre ziemlich günstig. Durch eine erfolgreiche Werbeaktion des Herrn Präsidenten Dr. Löwenherz sowie durch die stärkere materielle Heranziehung der kreditnehmenden Mitglieder konnten der Kasse neue Geschäftsanteile von insgesamt S 24.000 zugeführt werden. Dieser Zuwachs bedeutet nicht bloß eine Erhöhung des eigenen Betriebskapitals, sondern auch eine außerordentliche Kräftigung der materielle'n Fundierung der Genossenschaft. Ueberdies gelang es, bei der Joint-Foundation eine beträchtliche Herabsetzung der im Berichtsjahre fälligen größeren Kreditraten zu erwirken. Mit Jahresende betrug das eigene Betriebskapital (Anteile und Reservefonds) zirka S 120.000 gegenüber dem Restdarlehen von bloß S 100.000 der Joint-Foundation, das sich im Jänner 1935 um weitere S 10.000 verringerte. Geschäftsbetrieb. Weniger erfreulich jedoch gestaltete sich in der Berichtsperiode die Darlehenstätigkeit der Kasse. Die Ereignisse vom Februar und Juli lähmten längere Zeit hindurch den Geschäftsbetrieb vollkommen, so daß man bezüglich dieses Geschäftsjahres höchstens von einer 9—lOmonatlichen normalen Tätigkeit sprechen kann. Neben den verheerenden direkten Wirkungen der erwähnten Ereignisse für eine größere Zahl jüdischer Familien, kamen noch die Unterbindung der Erwerbs- Hgglenlsdies Itönlgsllclri Seit vielen Jahren das anerkannt beste BD^-iasu Man achte auf die ges. gesch. Marke „Hygien. Königslicht'1 und Name Schulz Fabrik und Büro: Wien XIV., Braunhirschengassse 3 TeleoBsn { 5-5-J (jrülKtNM^M^Omlsl Wien I., Seitenstettengesee 2 XI., Zentralfriedhof neben dem L Tor Sanutax z«sd>lo»*<> t möglichkeiten durch die neue Gewerbeordnung, die Drosselung des Teilzahlungshandels und insbesondere die um sich greifende Boykottbewegung hinzu, die viele jüdische Kaufleute zur Einschränkung ihres Geschättsumfanges und in manchen Fällen sogar zur gänzlichen Liquidierung ihres Unternehmers nötigten und eine bedeutende Verringerung der Kreditansprüche bewirkten. Dabei schrumpft durch Stellenverlust, bzw. Erschütterung der wirtschaftlichen Position auch der Kreis der verhältnismäßig sicheren Geranten immer mehr zusammen. Trotzdem senkte sich der Darlehensstand im Berichtsjahre bloß um S 10.000.—, was durchaus nicht als ungünstiges Ergebnis anzusehen ist. Angesichts der angeführten Umstände ist es um so erfreulicher, daß auch im Berichtsjahre die Zahl der neuen Kreditnehmer 25 Prozent aller Fälle ausmachten, was von einem steten Wachsen des Interessentenkreises und der Popularität der Kasse zeugt. Nicht minder erfreulich ist die Tatsache, daß die Rückzahlungen auch in dem abgelaufenen Jahre im allgemeinen pünktlich erfolgten und daß die Zahl der Klagefälle gegenüber dem vorangehendem Jahre sogar zurückgegangen ist. Was die Darlehensbedingungen betrifft, so erfahren diese im Berichtsjahre eine bedeutende Milderung sowohl durch die wiederholte Herabsetzung des Zinsfußes als auch eine entsprechende Erweiterung der Darlehensfristen. Diese Vorteile entschädigten die Kreditnehmer zum Teil auch für die auf Drängen der Joint-Foundation durchgeführte Erhöhung der Zahl der Pflichtanteile. Statistisches. Von den eingelaufenen Kreditgesuchen erledigte der Vorstand in 15 Plenarsitzungen 670, davon 611 in positivem und 59 in negativem Sinne. Von den bewilligten Darlehen gelangten in der Berichtsperiode 506 zur Auszahlung, davon 122 Darlehen an neue Darlehenswerber. Die Höhe der Einzeldarlehen betrug in 17,4 Prozent der Fälle zwischen S 500.— und S 1000 —, in 65,4 Prozent je S 500.— und in 70,2 Prozent der Fälle unter S 500.—. Die Gesamtsumme der ausbezahlten Darlehen betrug S 262.050.—, was einen Monatsdurchschnitt von 42 Darlehen mit S 21.840.— ergibt. Nach Berufskategorien gegliedert entfallen auf Kleinkaufleute 371 Darlehen Oerlanst in Cafes ysw. „Die Wahrbeir*! (73,3 Prozent), auf Handwerker 83 Darlehen (16,4 Prozent), auf kleinindustrielle Betriebe 29 Darlehen (5,7 Prozent) und auf Angehörige freier Berufe 23 Darlehen (4,6 Prozent). Die Gesamtsumme der Darlehensrückzahlungen betrug S 272.360.—, überstieg somit die ausbezahlte Darlehenssumme um S 10.200.—. Der Gesamtdarlehensstand mit Jahresende belief sich auf zirka S 153.000.—. Die Zahl der Genossenschafter betrug bei Jahresschluß 190O mit 9069 volleingezahlten Anteilen ä S 10.—. <* In den zwölf Jahren ihres Bestandes gewährte die Kreditkasse insgesamt 7842 Darlehen im Betrage von S 3,900.600.—. Mit diesen Krediten konnte die Kasse viel Ersprießliches leisten, vielen kleinen Leuten zu einem anständigen Erwerb verhelfen, viele jüdische Existenzen vor dem Zusammenbruch bewahren oder neu begründen helfen. Die Leitung der Kreditkassa ist selbstverständlich bemüht, ihre Kredithilfstätigkeit nicht nur fortzusetzen, sondern auch entsprechend zu erweitern und auszubauen und ladet die in Betracht kommenden Kreise des jüdischen Kleinhandels und Kleingewerbes ein, sich gegebenenfalls vertrauensvoll an sie zu wenden. Die Kreditkasse erwartet aber auch die erforderliche Unterstützung der begüterten jüdischen Kreise sowohl in materieller als auch in moralischer Beziehung. Gründung einer jüdischen Mädchenmittelschule. Montag, den 5. d. M., fand eine Sitzung des Komitees zur Gründung einer jüdischen Mädchenmittelschute statt. Eine Reihe von Eltern war zu dieser Sitzung erschienen. Die Schule soll im Herbst, im Anschluß an die Schulanstalt Stern, I., Werderthorgasse 12, eröffnet werden, und zwar vorläufig die erste Klasse. An der Debatte beteiligte sich Herr Oberrabbüier Doktor Feuchtwang, der sich mit der größten Wärme für die Gründung der Schule einsetzte. Dem Komitee gehören unter anderen an: Frau Dr. Bader, Frau E I i a s b e r g. Frau Klara Ehrenzweig, Frau Dr. Ehrentheil. Frau Hilde L o u r i e, Herr Hans P e r u t z, Herr Dr. Georg W e i n e r. Die nächste Sitzung, bei welcher auch die Gründung des Eiteruverc'nes „Jüdische Mädchenmittelschule" beschlossen werden soll, findet Montag, den 11. März 1935, 'H Uhr abends, im Cafe „Altes Rathaus". Wien I., Winpüngerstraße 26, statt. Interessenten werden ersucht, entweder bei dieser Sitzung zu erscheinen oder Zuschriften an die Schuikanzlei, 1., Werderthorgasse 12 zu richten. 26jähr. tnrellig. Kindergärtnerin aus gutem jüdischen Haus sucht tagsüber eine Stelle zu Kindern mit häuslicher Mithilfe. Zuschriften an Grete Berger, X.. Buchengasse 42.

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