Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1934
- Issue
- Heft 50 (14.12.1934)
- Date
- 1934-12-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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r »IE WAHRHEIT Seite? mek und Frau Bundesstaatlicher Fürsorgerat Ottilie Politzer standen, widmete sich dieser schönen Aufgabe mit großem Erfolg, die Bescherung fiel heuer besonders reichlich aus, was insbesondere der hingebungsvollen Tätigkeit der Frau Politzer und der ihr assistierenden Damen zu verdanken ist. Die Cha- •riukafeier selbst, der unter anderen vom Kultusvorstand Dr J. Ornstein, Dr. E. Feldsberg, Berthold Sinai und Max Schiffmann beiwohnten, war sehr -erhebend; infolge Verhinderung der beiden Funktionäre des Tempels, die zu gleicher Zeit erkrankt waren, wirkten in dankenswerter Weise Oberrabbiner Dr. I. Taglicht, der eine ungemein geistreiche Festrede hielt, und Oberkantor S. Weiß, der mit seinen herrlichen Tcantoralen Leistungen die große Festgemeinde begeisterte, mit. Rühmlich hervorzuheben sind auch die Darbietungen des Chors, der unter Leitung des Herrn B. Hirschmann gut zur Wirkung kam. Am 2. d. M. fand, wie alljährlich, eine Chanukafeier für die Jüdischen Lainzer Pileglinge, veranstaltet vom Lainzer Fürsorgekomitee, statt. Nach der Begrüßung durch den Obmann des Fürsorgekomitees Herrn Komm.-Rat Karl Altmann wurden die Chanuka- Hchter vom Herrn Simon Kriegsmann, begleitet vom Kapellmeister Kurt Fuchsgelb, in eindrucksvoller und feierlicher Weise entzündet. Sämtliche Insassen wurden auf das herzlichste bewirtet und beschenkt. Aus dem heiteren Teil ,des Programms ist die schöne Kinderjazzband zu erwähnen. Im Namen der Pfleglinge sprach Herr S c h u 1 h o f den Damen und Herren des „Fürsorgekomitees", besonders Herrn Komm.-Rat Karl Alt mann den Dank aus und bat, auch weiterhin die Juden des Lainzer Versorgungshauses in wohlwollender Weise zu bedenken. Unter regster Anteilnahme der gesamten jüdischen Bevölkerung des 21. Bezirkes fand am 2. d. M. der Chanukafestgottesdienst statt, bei welchem Herr Rabbiner Doktor M. Rosenmann in tiefempfundener Rede einen trefflichen Vergleich zog zwischen .dem Heldenkampf der Makkabäer und den Anfeindungen, denen das Judentum in unserer Zeit ausgesetzt ist. In traditioneller Weise gelang es der Leitung des Floridsdorfer Frauen- Vereines — Präsidium Frau Dr. Babette Rosenmann — durch aufopfernde Sammeltätigkeit aller Vor- Standsdamen, selbst in dieser krisenhaften Zeit die Mittel aufzubringen, um 50 bedürftige Kinder mit vollständiger Bekleidung zu beteilen. Eine Jause für die Jugend im Saale des „Goldenen Engel" war ein schöner Abschluß für das eifrige Bemühen um das Zustandekommen der Festveranstaltung. E. F. Der Frauenwohltätigkeitsverein Mariahili und Neubau veranstaltete am 4. d. M. im Sitzungssaale des Tempelvereines, VI., Schlmalzhofgasse, eine Chanukafeier, bei der 60 arme Kinder mit Wäsche, Kleidern und Schuhen beteilt wurden. Herr Rabbiner Dr. Drobin sky würdigte in seiner Ansprache die Tätigkeit des Frauenvereines und der Vörstandsdamen, an deren Spitze Präsidentin Frau Ida Wolf und Frau Doktor Knötek stehen. Anschließend wurde den Kindern und den anwesenden Eltern derselben eine Jause im Cafe Mariahilf gegeben, bej_der die Chanukalichter vom Tempelinspektor Herrn Hesky entzündet wurden. Sodann hielt der Fürsorgerat des Bezirkes, Herr Nathan P o 11 a k, eine Ansprache an die Kinder, in der er sie über die Bedeutung des. Festes aufklärte und sie ermahnte, ihren Pflichten als religiöse Juden nachzukommen. Herr Professor Lunzer erfreute die Zuhörer durch Gesang und Spiel, worauf eine Anzahl der beschenkten Kinder Proben ihrer Vortragskunst zum Besten gaben. Zum Schlüsse dankte die Präsidentin Frau Ida Wolf ihren Mitarbeitern für die Unterstützung. Donnerstag, den 6. Dezember, fand in der Israel. Versorgungs-Anstalt, IX., Seegasse 9, so wie alljährlich «ine Chanuka-Feier statt Dank der besonderen Bemühungen des Obmannes Herrn Dr. I. H. K ö r n e r, des Obmannstellvertreters Herrn Berthold Sinai und dessen Gattin, des Mitgliedes des Kommission Herrn Max B e 11 a k, ferner des Herrn Josef D o h a n, des Vereines ,J3ikur Chaulini", - insbesondere seines Obmannes S. O e s f e r r e i c h e r, des Oberverwalters Popper mit den Beamten der Anstalt sowie zahlreicher Freunde und Spender war es auch trotz der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse möglich, den Insassen durch Aufbringung wertvoller Und zahlreicher Geschenke eine besondere Freude zu bereitem Nach einem sehr guten Festessen erfolgte die reichliche Beteiligung der 400 Pfleglinge, die volle zwei Stunden in Anspruch nahm. Hieraui fand im Betsaale ein feierlicher Gottesdienst statt, bei dem Oberkantor Postolow, feinfühlig begleitet am Harmonium vom Herrn Ghordirigeriten Fuchsgelb und unter Mitwirkung des Chores vom Stadttempel, in glänzender Weise die kantorale Funktion versah. Herr Rabbiner Dr. Schwarz richtete an die fast vollzählig erschienenen Insassen und die zahlreich gekommenen Gäste eine andächtig angehörte Ansprache. Als Festgäste erschienen: Oberrabbiner Dr. Feuchtwang, Kultusvorsteher Waltuch und Gemahlin, Kultusvorsteher Dr. Rybaczewski, Amtsdirektor Reg.-Rat F u c h s g e 1 b, ferner Siegmund K o r n m e h 1 und Frau, vom Vereine „Bikur Chaulim" der Obmann S. O e s t e rreicher und der Obmannstellvertreter Kerper, Redakteur H i r s chf e 1 d, und noch viele andere. Bei allen Insassen herrschte froheste Stimmung und einmütig Lob und Dank für das schöne Fest Der unter der bewährten Leitung seiner Präsidenten Frau Medizinalrat Gisela Winter so segensreich wirkende Israelitische Frauenverein im 18. Bezirk hielt am 3. d. M. seine Chanuka-Bekleidung ab, bei der 80 arme Frauen und 70 Kinder mit vollständiger Winterkleidung beteilt wurden. In vielmonatlicher emsigster Tätigkeit haben es die vorbildlich wirkenden Vorstandsdamen zuwege gebracht, die nicht unbedeutenden Kosten für die Beklefdungsaktion aufzubringen, und in vielen Stunden persönlicher Handarbeit Gegenstände für die Kältefürsorge geschaffen. Die Leitung des Vereines hatte die beteilten Kinder am -4. d. M. zu einer Chanukafeier ins Cafe Colosseum geladen,, wobei sie mit einer reichlichen Jause bewirtet wurden. Die Vereinsleitung konnte die zu dieser Feier erschienenen Herren Oberrabbiner Dr. Feuchtwan g und Rabbiner Dr. Z. A. Schwarz samt Gemahlinnen, Medizinalrat Dr. Ignaz Winter, Obmann Josef Nossig, Bethausvorsteher Leopold Subak, Oberkantor David Groß u. v. a. begrüßen. In anerkennender Weise dankten in ihren Ansprachen die Herren Oberrabbiner Dr. Feuchtwang, Rabbiner Dr. Schwarz und Medizinalrat Dr. W i n t e r den Damen für ihre mustergültige erfolgreiche Tätigkeit und wünschten dem rührigen Verein das beste für die Zukunft Nach Vortrag von Chanukagedichten durch die beteilten Kinder, die. viel Talent verrieten, wurden die Kinder neuerlich mit Bäckereien und Früchten beteilt Im Ausspeisungsverein „Obel Rächet" fand am letzten Chanukaabend eine Feier statt bei der Oberkantor S. Postolow in bekannt gediegener Weise mitwirkte. Den armen Schützlingen des so edel wirkenden Vereines wurde ein infolge einer hochherzigen Spende des Ehepaares Karpeles besonders reichliches Abendessen geboten. Die Vorstandsdamen unter Führung der hingebungsvoll wirkenden Präsidentin Henriette Fuchs und die Herren des Vorstandes unter Führung des eifrigen Präsidenten I. Kessler waren zu der schönen Feier erschienen, für welche im Namen der Schützlinge ein deutscher Emigrant in herzlichen Worten dankte. Auch in diesen Bericht muß eine Veranstaltung aufgenommen werden, die zwar nicht vom einem Vereine ausging, die aber auch ihren Teilnehmern ungemein viel Freude bereitete. Es war dies die Chanukajause, die, wie alljährlich, der brave Cafetier des Cafe „City", IX., Porzellangasse, Herr Gustav Gold mann und seine Schwester einer sehr großen Schar von Kindern gaben. Den kleinen Festgästen mundete die ihnen mit viel Herzlichkeit und in reicher Fülle servierte Jause sehr gut, den edelmütigen Veranstaltern gebührt inniger Dank. Chanukafeier des Bundes jüdischer Frontsoldaten. Die Chanuka-Feier des Bundes jüdischer Frontsoldaten, welche am 8. Dezember im Großen Musikvereinssaale stattfand, hat einen glänzenden Verlauf genommen. Der Konzertsaal war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Unter den Anwesenden bemerkte man den Präsidenten der Kultusgemeinde Staatsrat Dr. Desider Friedmann mit den Vizepräsidenten Dr. T i c h o und Doktor Löwenherz, Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang, Generaloberstabsarzt Prof. Dr. Pick, Kulturrat Hofrat Dr. Frankfurter, Leiter der jüdischen Volksbildungsstelle Prof. Dr. Kupfer, Rat der Stadt Wien Dr. Jakob Ehrlich, viele Vertreter jüdischer Verbände, insbesondere der „Union österreichischer Juden". Die Feier wurde durch die Uraufführung der Hymne des B.J.F. eingeleitet Zu den tief empfundenen Versen Alfred Winzers hat der Dirigent des Bundesorchesters, Dr. Kurt Pahlen, eine packende Melodie komponiert, die, vom jüdischen Gesangverein unter Mitwirkung des Bundesorchesters vorgetragen, die Zuhörer begeisterte. Nach einer Begrüßung durch den Bundesführer-Stellvertreter, Dipl.- Kfm. Ernst Stiassny, folgte das Zünden der Ghanuka-Kerzen, das unter den Klängen der von Prof. Herz meisterhaft gespielten Orgel Oberkantor S. Weiss mit herrlicher Stimme vornahm. Nachdem der Jüdische Gesangverein und das Bundesorchester unter Führung Israels Brandmanns das „Moaus zur jeschluossi" zum Vortrag gebracht hatten, hielt Bundesführer Hptm. a. D. Siegmund Edler v. Friedmann die Festrede. Der Bundesführer wies auf die Aehnlichkeit der heutigen Lage des Judentums mit der Situation vor dem Auftreten der Makkabäer hin. So wie Juda Makkabi durch sein Auftreten das Volk einigte und es durch den Einsatz der höchsten Güter in einer Reihe von siegreichen Kämpfen zur Freiheit führte, so ist auch jetzt die Einigung des Judentums dringend notwendig. Qgicnlsdies Kdnigslicht Seit vielen Jahren das anerkannt beste HI idAbw Man achte auf die ges. gesch. Harke „Hyglen. Kdnigslicht" und Name Schulz Fabrik und Büro: Ollen XIV., Braunhirschengasssa 3 Telephon R3 5-5-9 flÄWtulsd) Wien I., Seiteaatettengaaae 2 XI., Zentralfriedhoff neben dem L Tor Samatag g—dilownl Hierauf rezitierte Direktor Jakob Feldhammer ein Poem Alfred Winzers, „Chanuka". Direktor Feldhammer konnte der gehaltvollen, formschönen und' von tiefem jüdischen Empfinden durchlebten Dichtung Winzers ergreifenden Ausdruck geben. Eine machtvolle Steigerung, die Erzählung der Taten Juda Makkabis und dann der Uebergang zur jetzigen Zeit, mit hinreißendem Schwung und unvergleichlich klarer und hinreißender Diktion vorgetragen, klassisch im edelsten Sinne des Wortes, ergriff die Anwesenden aufs' tiefste. Als Feldhammer die Worte rezitierte: „Nur wer sich selbst hilit, dem hilft Gott", da unterbrach das Publikum den Vortrag und ein nicht endenwollender Beifall bezeugte, daß nicht nur die Meisterschaft Feldhammers, sondern auch die Gedanr kentiefe der Dichtung, die das ausspricht, was das jüdische Herz und die jüdische Seele fühlt, alle Anwesenden stark ergriffen hat. Sowohl Feldhammer als auch Winzer wurden immer wieder akklamiert. Nach der Pause dirigierte Dr. Kurt Pahlen mit souveräner Sicherheit und unter lebhaftestem Beifall das Finale zur E-Moll-Symphonie von Tschaikowsky. Leo Valberg erntete reichen Applaus mit dem Vortrage des von ihm komponierten und von Paul S i g n e r textierten Liedes vom wandernden Volke. Hierauf las Jakob Feldhammmer die Novelle „Menorah" von Theodor Herzl. Der junge Geigenkünstler Fredy Wang, begleitet von seiner Schwester Hilde, spielte mit beseeltem Ton und staunenswerter Technik das Präludium von Paganini-Kreisler, die Romanza Andalusa von Sarasate und Caprice Viennoise von Kreisler. Opernsänger Albert Fell er. der bekannte Radioliebling, errang mit seinem Vortrag der „Magischen Töne" von Goldmark, der Arie aus „Tosca" und einigen Zugaben den besonderen Beifall des Publikums. Der Walzer „An der schönen blauen Donau", gespielt vom Bundesorchester unter der ausgezeichneten Leitung von Dr. Pahlen, beschloß das Fest. Die Feier, die auf ein rein künstlerisches, ernstes und des Anlasses würdiges jüdisches Niveau gestellt war, war ein schöner Erfolg des Frontbundes. Die künstlerische Leitung der Veranstaltung lag in den Händen des Mitgliedes der Bundesführung Alfred Winzer, welcher von Erwin Engel in der Regie des Abends unterstützt wurde. Jüdischer Witwen-, Waisenhilfs- und Ausspeiseverein im 9. Bezirk. Dieser seit dem Jahre 1907 überaus segensreich wirkende Verein hat unter der zielbewußten energischen Leitung seines Vorstandes, der Not der Zeit gehorchend, am ersten Tage Chanuka eine unentgeltliche Ausspeisestelle eröffnet, in der den Aermsten der jüdischen Bevölkerung dieses Bezirkes wenigstens einmal im Tage eine warme, gut zubereitete Mahlzeit geboten wird. Aus diesem Anlasse fand am Sonntag, den 8. d. M., im Cafe Promenaden, IX., Roßauerlände 27, eine Festsitzung statt, die einen überaus feierlichen und würdigen Verlauf nahm. Eine besondere Weihe erhielt der Abend dadurch, daß Herr Oberkantor Postolow die beim Anzünden der Chanukalichter traditionellen Gesänge, begleitet vom Chor des Müllnertempels unter der Leitung des Chordirigenten Dzymitrowsky, in bekannt meisterhafter Weise vortrug. Der verdienstvolle Obmann, Herr Josef Klein, begrüßte nun die sehr zahlreich erschienenen Gäste, insbesondere die Herren Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz, den Delegierten den Kultusgemeinde, Herrn K1 i n g e r, die Präsidentin des Vereines Bikur Cholim, I, Frau Rosenberg, die Delegierten des Müllnertempels, Herrn Josef Fuchs und S. Oesterreicher, den, Delegierten des Tempelvereines Ohel Abraham, Herrn- S. Kohn, den Delegierten des Ausspeisevereines Ohel Rachel, Herrn Heinrich Kessler samt Frau, die Präsidentin des Damenkomitees des Vereines Ohel Rachel, Frau Henriette Fuchs, Herrn Körper in Vertretung des Vereines Bikur Cholim IX und den verdienstvollen Ehrenobmann Herrn Isidor Trebitsch, Frau S. Kohn sowie sämtliche Damen des Vorstandes u. v. a. In tietster Ergriffenheit schilderte nun der Obmann Klein die schwere Arbeit des Vorstandes. Er verwies darauf, daß es ein Stolz des Gesamtvorstandes ist dieses edle Werk gerade im 9. Bezirk geschaffen zu haben, und appellierte mit eindringlichen Worten an die jüdische Bevölkerung, dieses Werk tatkräftig zu unterstützen. Hierauf sang der Chor wieder in vertrefflicher Weise den 150. Psalm. Die Herren Rabbiner Dr. Schwarz und Kultusvorsteher K1 i n g er sprachen in herzlichen Worten der Vereinsleitung die Anerkennung und den „DIE AHNENLOSEN" (Jüdische Schauspieler aus Deutschland) veranstalten Donnerstag, den 20. Dezember. K9 Uhr abends, in den Kunstspielen. L. Riemergasse 11, einen Zur Aufführung gelangt: DER WETTLAUF MIT DEM SCHATTEN Schauspiel von Wilhelm von Scholz. Es wirken mit: Steifi Mann, Paul Signer, Georg Braun. Regie: Georg Braun. Karten In der Redaktion der „Wahrheit" und an der Abendkassa.