Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1934
- Issue
- Heft 30 (20.7.1934)
- Date
- 1934-07-20
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3062972-3064504-3064533--19847-3085028- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 8 V. b. b. DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Hafftorah-Tafel Oib«tatan4«m Aw 5684 Juli 1934 frOb abds. 7-00 AW €. 7-25 Deworim (5. B. M.) «,«. „ Scbabos Cha- 8- 30 . 9. siuq 8.40 Haftora, Cbai. jetchajoha 13. Perek 1 « m/ ■ 10. Tiscbobeaw(F«it,)7.40 7sn\ . bis 14. 7.00 abds. Freitag, 20. Juli 7'35 Samstag, 21. Juli 8 40 Sonntag, 22. (rattis) 7.40 Montag, 23. Hl Donnerst, 26. Julif'™ Aus littet Weit Ein Jude in die kanadische Regierung berufen. Der Bürgermeister von Windsor in der Provinz Ontario, David A. Croll, ein Jude, ist zum Minister für das Städte- und Wohlfahrtswesen in der Regierung von Ontario ernannt worden. Es ist dies das erstemal, daß in Kanada ein Jude : als Kronsminister vereidigt wird. Minister Croll steht im 34. Lebensjahr. Die Wiener VortraeSkfinstlerin Margarete Bach hielt jüngst einen Rezitationsabend an dler Sorbonne in Parts, wobei säe Bibelstellen, Gedichte von Goethe, Heinrich Heine und Verhaeren zum Vortrag brachte. An einem der nächsten Tage wiederholte sie diese Rezitation in dem staatlichen Rundfunksender von Paris, auf dem hiemit zum ersten Mal eine Sendung in deutscher Sprache erfolgte. Die junge Vortragskünstierin erntete in Paris viel Sympathie seitens der österreichischen Kolonie und der französischen Gesellschaft. Statistisches aus Bulgarien. Wie dem Kultusministerium in Sofia auf dessen Verlangen mitgeteilt wurde, gibt es gegenwärtig in Bulgarien 37 Synagogen und 4 Bethäuser. Die älteste Synagoge ist die in Plowdiw (Philipoppel) aus dem Jahre 1534. Es gibt in Bulgarien 34 jüdische Gemeinden (31 sephardische, 3 aschkenasiscWe). Von historischer Bedeutung ist die Gemeinde der Donaustadt Nicopol, wo der Verfasser des Schulchan Aruch Joseph Caro gelebt und diesen religiösen Kodex zu schreiben begönnen hat. Opfermut jüdischer Gymnasiasten. Der Schüler Bandi Bäcskai der IV. Klasse, des Realgymnasiums der Pester israelitischen Religionsgemeinde war an einer Herabeutelentzündunjr erkrankt. Als seine 47 Klassenkameraden erfuhren, daß man sein Leben nur durch Bluttransfusoin retten könne, meldeten sich alle wie ein Mann beim Spitalsleiter und boten ihr Blut an. Dieser Heroismus büßt nichts durch die Tatsache ein, daß dem Spital ständig kräftige Männer zur Verfügung stehen, deren Blut auch für die eben erforderliche Bluttransfusion benutzt wurde. Turin. Der Kommandant der Garnison von Turin, General Guido L i u z z i, wurde zum Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde gewählt. Im Kriege war er Chef- Intendant der italienischen Armee. In der faschistischen Partei nimmt er eine bedeutende Stellung ein. (Diese Wahl soll, wie es heißt, einen Protest dagegen darstellen, daß vor einigen Wochen ein antifaschistisches Komplott aufgedeckt wurde, an dem auch eine größere Anzahl von Nationaljuden beteiligt war.) Gemeindedkronik. Todesfälle. In Baden bei Wien ist Moriz G u t m a n n, das älteste Mitglied der Kohlenindustriellenfirma Gebrüder Gutmann, im 62. Lebensjahres gestorben. Moritz Gutmann war ein Sohn des 1895 in Wien verstorbenen hervorragenden Finanzmannes und Philanthropen Wilhelm von Gutmann, des Begründers der Firma, der dem niederösterreichischen Landtag angehörte und Präsident der Wiener israelitischen Kultusgemeinde war und 1879 durch Kaiser Franz Joseph I. geadelt wurde. Wie sein Vater, wandte auch Moritz Gutmann jüdischen und nichtjüdischen Institutionen reiche Spenden zu. — Am Sonntag wurde Frau Jenny Pick, Gattin des Vorstandsmitgliedes des Bethauses Thalmud Thora und Delegierten der Chewra Kadischa der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, Herrn Salo Pick unter ßroßer Beteiligung zu Grabe getragen. Die Verblichene, die ein streng jüdisches Haus führte, war im wahrsten Sinne des Wortes eine Ischu-Chaschuwu. Säe vereinigte in sich alle schönen und edlen Eigenschaften, welche eine jüdische Frau zieren. Stets waren MODERNE LEIHBIBLIOTHEK n. RATH Wien, 2. Bez., Taborstraße 20 A Telephon R 43-t~5& Reidihalfige Auswahl. — ALLE NEU¬ ERSCHEINUNGEN. Judaica u.Hebraica. ' Täglicher Umtausch. Monatsgebühr nur S 3.10 Keine Bandgebühi. In unserer Buchr>andlung: Reichale Auswahl. BSHige Bücher. Saitmmffon v«xa Tarier«? ~Y«*a*)»4««b ' «cpMU pwr l'«f Falls Adressat verzogen, nicht nachsenden; mit neuer Adresse zurück an Verlas »Die Wahrheit11. Wien Ib. Halnestrafie 11/ta Lcopoidslätiter Tempeifcrein Aesclicl AwroHom IkPMmOTtoWC 6,TCl.P4I-g-€3 Awnefttnileii r. AaUfiei>©fen, Traoaimfcn (amnimf. iräcnHlmmel) a. Barminratis »»■rf Ismw—fcafcr an Werktage» Ton 2 M< «M Uhr uacholttaga, an Seswtagea roa 10 bis 12 Übt TwmltUj* Oabetetnnden Mb Aw 6694 «»da. eao Aw a. 7-30 {Deworim (5. B.M.) Scbabos Cbasaun lg 40 Haftora, Cbaaaun jezcbajobn f -4U 3. Perek » . 10. TUchö beaw (Pasten) 7'40 . * bis 1«. 7-00 6.30 Beilis Begräbnis. Mehr als 4000 New Yorker Juden gaben dem verstorbenen Mendel Beilis, dem unschuldig Angeklagten im Kiewer RituaJmordprozeß von 1913, das letzte Geleit. Die religiöse Trauerzeremonie fand in der Eastside Synagogue statt. Rabbi I d e 1 s o n hielt Beilis den Nachruf und schilderte seine edle jüdische Haltung während des Prozesses. . . . ihr Haus und ihre Hand offen für die Notleidenden. Steine Ehrwürden Herr Rabbiner H. Schenk, hielt einen ergreifenden Hesped. in welchem -er die schönen Tugenden und Verdienste der Verblichenen schilderte. Ihr Andenken wfrd in den Herzen aller, die sie kannten, unvergeßlich bleiben. Erwähnt soll noch werden, daß der Schwiegersohn der Verblichenen, Herr Eugen Bächer, eänige Worte höchsten Lobes über die Verblichene sprach, um dairzutun, welch besonderer Beliebtheit sich die Verstorbene erfreute und welch außerordentlich mite Seele die Kinder vedoren haben. Einen heiteren Nachmittag veranstaltete Montag, den 9. Juli Herr Berthold Schreiber, wie schon öfters, im Garten der israelitischen Versorgungsanstalt Der bekannte Conferencier Erwin Engel, die Vortragskünstlerin Flora Engel, die Herren Kurt Karsten, Oskar Kanitz und die Pianisten Schwarz und Stricker trugen durch ihre lustigen Vorträge ihr Bestes zum Gelingen des Festes bei. Die alten Leute waren von dem Gebotenen sichtlicW hocherfreut und beglückt._. flmtfidje VerfyutOarungen der Jsraeßtisdfen Xvftusgemeinbe Wien Israelitische Kultusgemeinde Wien. An die mit Fremdenverkehrswerbung betrauten Stellen kommen häufig Anfragen, welche die Unterbringung von jüdischen Ausländern als paying guests (zahlende Gäste) in Wiener und österreichischen jüdischen Familien zum Gegenstande haben. Jene Familien, welche hiefür Interesse haben, werden ersucht Namen, Adresse und Ansprüche (Pensionspreis), der Amtsdirektion der Israelitischen Kultusgemeinde Wien L, Seitenstertengasse 4, HI. Stock, .bekanntzugeben, welche diese Adressen unverzüglich an die kompetente Stelle weiterleiten wird. * Die Leitung der jüdischen Ferienkolonie in der Hinterbrübl dankt auf diesem Wege der Ankerbrotfabrik für die hochherzige Zuwendung, durch welche der gesamte Brotbedarf der Kolonie während des dreimonatigen Betriebes vollständig unentgeltlich gedeckt wird. (Beerdigungen. 10. Juli 1934: Robert Fintschus. 29 JaWre, 2. Bez. (I. Tor). — Marjem Marie Mendel, 73 Jahre, 6. Bez. (I. Tor). — Reg.-Rat Leopold Gollmann, 60 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Johanna Schwarz. 80 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Reisel Rosenblatt, 10. Bez. (IV. Tor). — Philipp Schlesinger, 55 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Katharina Berger. 61 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Eva Freier, 59 Jahre, 19. Bez. (IV. Tor). — Emanuel Kraus,. 74 Jahre, 14. Bez. (IV. Tor). — Fanny Arnold. 41 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Sofie Neumann, 90 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). 11. Juli 1934: Philipp Pollak. 74 Jahre, Sollenau. (I. Tor). — Gisela Lengsfelder, 46 Jahre, 13. Bez. (I. Tor). — Mathilde Grätzer, 63 Jahre. 9. Bez. (L Tor). — Cäzilie Wien, 71 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Moriz Weiß, 57 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Lotte Bäsch, 73 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Sofie Wallach. 61 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Melanie Füllenbaum. 38 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). 12. Juli 1934: Dr. Herrmann Modern. 63 JaÜre, 8. Bez. (I. Tor). — Raja Barber, 63 Jahre, 1. Bez. (Döblinger Friedhof). — Berta Sekler, 63 Jahre. 20. Bez. (IV. Tor). — Johanna Rottenberg. 33 Jahre. 3. Bez. (IV. Tor). — Malvine Elek, 37 Jahre, Pees (IV. Tor). — Fanny Reich, 63 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Sarah Scheindl Brodheim, 64 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). 13. Juli 1934: Ladislaus Trautmann. 55 Jahre, 6. Bez. (I. Tor). — Ernestine Goldberger, 85 Jahre, 7. Bez. (I. Tor). — Nussim Siederer. 68 Jahre. 2. Bez. (I. Tor). — EmH Pollak. .64 Jahre, 1. Bez. (I. Tor). — Herrmaiin Freund, 68: Jahre, 13. Bez... (IV. Tor). — Fanny Hecht 52 Jahre, Kittsee (IV. Tor). — Ida Rössel, 59 Jahre, 7. Bez. ( IV. Tor). — Fritz Klein, 64 Jahre. Prag (IV. Tor). — Therese Löwy, 73 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). — Philipp Ruhig, 71 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). 15. Juli 1934: Katharina Berger. 79 JaHre, 9. Bez. (I. Tor). — Minna Kohn, 64 Jahre. 2. Bez. (I. Tor). — Emil Pollak, 64 Jahre. 1. Bez. (I. Tor). — Gisela Bodansky. 73 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Max Lichtenstern, 73 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Heinrich Aux, 75 Jahre. 9. Bez. (I. Tor). — Elsa Galimir. 50 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Berthold Turad. 43 Jahre. 3. Bez. (IV. Tor). — Max Burian, 47 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Hans Salzer, 30 JaWre, 13. Bez. (IV. Tor). — Rosa Edelstein, 58 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Adele Gottesmann. 59 Jahre. 5. Bez. (IV. Tor). — Ignaz Weißmann, 66 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Margarethe Koch, 51 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). 16. Juli 1934: Hermine Adler, 51 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Baron Moriz v. Gutmann, 62 Jahre, Baden bei Wien (I. Tor). — Golde Zelnik. 78 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Ignaz Grünfeld, 62 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). BEATRIIBADI NICHAE1ERBAD III.« Linke Bahngaice 9f nächst Stadtpark | XVIII., Mlchaalarstr. 12, nächst Volksoper Größter Komfort Ausschneiden 1 EarlllilaftlSlinff Aufbewahren! Gegen diese Anweisung zahlen Sie bis Ende Juli im Beatrix* bad nnr S 1.30 (statt S 2.20) für ein originales ^ffucsiscrtes tfteinstftirfa'xfiarf inkl. Wäsche. —Ärztlich empfohlen Regen Rheuma, Gicht, Ischias, als Vorbengnngsmittel gegen Erkältungen, vorzeitiges Altern usw. Billige Preise. S-AnWeiSUnti «r ~ die-' Leser der „Wahrheit" Gegen diese Anweisung erhalten Sie im Beatrix- oder Michaeierbad ein ermißigte« Dampf', Wannen- oder Schwimmbad« Im Vorverkauf auch: Fichtennadel, Schwefel-, Kohlensaure-, Radinm- und Darmbad; Wasserkur, Original Pistvaner Schlammpackung, Höhensonne, Diathermie, Hochfrequenz, Tonisator und alle anderen Heilbehandlungen. Weifte uro schwarze Talare unö Bareile in mannigfaltigen Stilarten erhalten Sie, wie seit Jahrzehnten in der altbekannten Uniformierung und Maßschneiderei RUDOLF GOLDSTEIN Lieferant vieler in- und ausländischer Kultusgemeinden Wie» II., TabOrStraße 54 (Achtung auf die Hausnummer) Gegründet 1866 Versand nach allen Ländern! Telephon R 49-0-48 Alle Uniformierungssorten und Sportausrüstungen. Oberkantor Vereine und Verbände Preisermäßigung! Moderne Zivilgarderobe nach Maß! Weiland Josef Gold st ein Eigentümer. Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Schriftleiter: Oskar HirSchleid Wen II., PraterstraSe 29. — Brack Irma Soitz & Söhne. Wien Ii.. Rober*-wse 2.