Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1934
- Issue
- Heft 22 (25.5.1934)
- Date
- 1934-05-25
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 V. b. b. DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-Taffel Oabtrtande» Siwan 5684 Hai 1034 BUh abds. 7-80 Siwan 11. 7 35 j \ Nosau (4. B. M.) S 30 . 12. Haftora, Wajhi > «.35 isch ecbod 1. Perek 700 „ 13. bis 17. 7-00 abds. Freitag, 25. Mai 7-35 Samstag, 26. Mai 8 35 Sonntag, 27. bis l?00 Donnerst., 31. Mai' den betreffenden Ereignissen immer irgendwie beteiligt, sei es physisch oder materiell. Aber die Juden sind gewohnt, ihr Schicksal in Demut zu tragen, mit ererbter Zähigkeit und nie versagendem Mut bauen sie das Zerstörte wieder auf. Der Notschrei der Juden, der im März 1933 aus der Deutschlandhölle in alle Welt hinausdrang, war ganz anderer Art Kein Erdbeben, keine Ueberschwemmung, keine Epidemie oder Feuerbrunst hat die deutschen Juden ins Mark getroffen. Durch verrohten, entmenschten Pöbel, in Form von SA und SS, durch schrankenlose und gewissenloseste Verhetzung, bis zur Siedehitze aufgepeitscht, wurde den deutschen Juden ihr und ihrer Väter Vaterland zur wahren Hölle gemacht In keinem Lande der Welt ist die Kultur, die Sprache und das nationale Leben den Juden so in Fleisch und Blut übergegangen wie in Deutschland. Der deutsche Jude fühlte sich nicht nur mit der deutschen Kultur aufs innigste verbunden, sondern er betrachtete sich sogar 2ls Pionier derselben, überall, wo er hinkam. Wer den Osten kennt, weiß, was er dort für das Deutschtum tat. Jeder vielgereiste Beobachter weiß, daß die Juden überallhin deutsche Kultur, deutsche Sitten, die deutsche Sprache, Literatur und Musik, ja sogar deutsches Vereinsleben verpflanzten. Die meisten deutschen Wanderbühnen der Welt waren von Juden geleitet mit jüdischem Geld finanziert worden. Es ist unmöglich, ohne "weitschweifig zu sein, all das aufzuzählen, was die Juden im Kleinen und Großen für die Vermehrung deutschen Ruhmes in der Welt getan haben. Wenn wir nur einen kleinen Teil dessen anführen wollten, was die Juden in Deutschland selbst seit etwa 200 Jahren zu dessen Aufstieg beigetragen haben, müßten wir viele Spalten damit füllen. Es ist gewiß nicht übertrieben, wenn man sagt daß die Juden in Deutschland aus keinem Gebiete der Kunst Wissenschaft, Literatur, Publizistik, des Handels und der Industrie, der Wohlfahrtspflege usw. wegzudenken sind, will man nur einigermaßen gerecht sein. Geradezu monumental sind die jüdischen Leistungen im Weltkriege gewesen. Man bedenke, daß die berühmten silbernen Kugeln zum wichtigsten für die Kriegsführung gehören. Es ist bekannt, mit welchem Elan, Eifer und Geschick die jüdischen Bankdirektoren die vielen Kriegsanleihen placierten und wie ihnen dabei von den vielen großen von Juden geleiteten Zeitungen mit dem ganzen Pathos patriotischer Begeisterung und stilistischer Kunstfertigkeit kräftigst sekundiert wurde. Der Organisator des Rohstoffmarktes gleich zu Beginn des Krieges war der mit prophetischem Blick begabte Jude Rathenau und der Erfinder des synthetischen Stickstoffes der Jude Haber, beides unbedingt notwendig für den Widerstand gegen eine Welt von Feinden. Ohne diese zwei Juden wäre Deutschland nach kurzer Zeit zusammengebrochen. Welcher Mensch wagt das zu bestreiten? Dennoch wurde ersterer meuchlings ermordet, sein Denkmal jetzt von den braunen Horden entfernt der zweite stellte aus Gram und Verzweiflung seine Lehrtätigkeit ein und starb im Exil. Sicher ist jedoch, daß in dem Krieg, den das Naziregime vorbereitet, Habers Erfindungen reichlich Verwendung finden werden, daß Rathenaus organisatorische Ideen nutzbringend bleiben für die Nazigenerale, die ihn wie einen Volksverräter behandeln. Man müßte-sehr lange unter den „großen" deutschen Patrioten einen solchen wie Albert B a 11 i n suchen. Dieser geniale Schiffserbauer und Organisator, der die Hapag auf überragende Höhe gebracht, die deutsche Handelsflagge in die Meere hinaustrug, konnte die Bedingungen des Waffenstillstandes nicht überleben und schied freiwillig aus einem Leben, das der Größe seines Vaterlandes galt Der mit ihm befreundete deutsche Kaiser, der die eindringlichen Ratschläge des vernünftigen Juden zurückgewiesen hatte, brachte sich bei Nacht und Nebel in Sicherheit. Der Herrscher von Gottes Gnaden wartet sehnsuchtsvoll auf seine Rehabilitierung, während den im Nazireich vaterlandslosen Juden die kühle Erde seit 15 Jahren deckt. In diesem «inen Beispiel spiegelt sich die Tragik der Juden in MODERNE LEIHBIBLIOTHEK H. RATH Wien, 2. Bez., Taboretraße 20A Telephon R 43-1-5« Reichhaltige Auswahl. — ALLE NEU¬ ERSCHEINUNGEN. Judaicau.Hebralca. Täglicher Umtausch. Monatsgebühr nur S 3.10 Keine Bandgebüht. In unserer Bucnhondlurvg: Reichale Auswahl. Büüge Bücher. Zeitungen vom Yarleffer vtriudtt Journal oxpedli pur l'ooüenr. Falls Adressat verzogen, nicht nach- . senden; mit neuer Adresse zurück an Verlag „Die Wahrheit", Wien IL, HelnestraBe 13/12 Leopoiasfffilfer Temptif crein Aesdtd AwroDom iL, PazmoBlteflflasie 6, Tel. tt 4T-5-63 Anmeldungen f. An {geboten, Trauungen Canffinnt. freiem ntnuneOn. Bannizfraus Part«l*nx«rkehr an WeikUgen *ou 2 blc >/t< Uhr cachmitusf, an S¬ageo vcd!0 bts 12 Ohl vormittags Gebets tundeo frlta Siwan 5684 abds. 630 Siwan 11. 730 {Nosau (4. B. M ) Haftora, Wajbi isch ecbod 1. Perek 6.30 . 1». bis 17. 7-15 |8-30 Deutschland in so überwältigendem Maße wieder, daß man an allem verzweifeln müßte. Wie leicht hätte es so ein Ballin mit seinen kolossalen und bahnbrechenden Fähigkeiten, wenn nicht in Deutschland so überall in der Welt, sich emporzutun und wieder in die Höhe zu kommen. Er konnte jedoch Deutschlands Schmach nicht überleben, trotzdem er persönlich sie nicht nur nicht veranlaßt, sondern alles angewendet hatte, um sie von Deutschland abzuwenden, jedoch tauben Ohren predigend. Wenn es noch Menschen auf dieser Erde gibt, die von jüdischer Feigheit, jüdischem Verrat, jüdischem Parasitentum sprechen/ist das nicht der Gipfel der Verlogenheit und Schamlosigkeit? <&iief&€Msten. S. S. Döbling. Auch wir sind leider nicht in der Lage, Ihnen das Ergebnis der Generalversammlung der „Jüdischen Volksparfei" bekanntzugeben. Auch wir haben von Differenzen im Präsidium dieses Vereines gehört. Lic beiden Publikationsorgane desselben haben in ihren letzten Ausgaben über die Generalversammlung gar nichts berichtet. Wenn Sie Vereinsmitglied sind, dann können Sie sich direkt an die Leitung wenden. flmtiidje Verfautöarungen der Jsraefitisdjen Kuftuspemeinbe Wien Israelitische Jugendeottesdienste. 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschüler (-Schülerinnen). Samstag, den 26. Mai d. J.. um 3 Uhr nachmittags, in allen Gemeinde- und Vereins-Synagogen. 2. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler und -Schülerinnen für Unterklassen im 2. und 9. Bezirke. Samstag, den 26. Mai d. J., um %5 Uhr nachmittags, im Leopoldstädter Tempel, IL, Tempelgasse 5, und in der Vereins-Sjaafio.ee, IX., Müllnergasse 21. Konkurs.' Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien beabsichtigt, anläßlich der diesjährigen hohen Feiertage Funktionäre (Kantoren, Vorbeter, die auch als Kaur'im wirken können, Schofarbläser und Chorsänger) für die temporären gottesdienstlichen Veranstaltungen zu bestellen. Nähere Auskünfte werden im Schulamte der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 2, I. Stock, während der Amtsstunden von 9 bis J2 Uhr vormittags erteilt. Der Vorstand. Jiunst und JLitetatm. O. M. Karpfen. Wege nach1 Rom, Wien 1934. R e i nhold-Verlag, S 4.70. Dieses Buch ist eine Missionsschrift. Doch eine im besten Sinne. Eine selbständige, reife und gründliche Kritik der Ergebnisse moderner Forschung liefert hier die Bausteine zu einer neuen Grundlegung der Religion, deren unzerstörbare Werte unserer Bibel zu verdanken sind und deren Grundpfeiler, die Tradition, ein Lebenselement des positiven Judentums bildet. Wenn auch das Judentum nur nech nach seinen liberalen Vertretern, d. h. einseitig beurteilt wird,, ist es doch durch die reiche Belehrung, die es bietet; und die richtige Tendenz, die es leitet, vorzüglich geeignet und. wert, auch jüdischen Gottsuchern empfohlen zu werden. G. Th. Reik, Freud als Kulturkritiker. Wien 1930, Verlag Dr. Präger. Eine ältere Schrift, doch von unveränderter Aktualität. Der große Seelenforscher kommt hier in liebevoller Beleuchtung zu Worte und zur gerechten Wertung: als einer der schärfsten und aufrichtigsten Kritiker des äußeren Bestandes unserer religiösen und sittlichen Kultur, deren innerster Kern sich aber doch der Sonde rein verstandesmäßiger Analyse ewig entziehen und dem subjektiven Gefühl mit seinen nur dem Gleichgestimmten zugänglichen GiücksQuellen vorbehalten bleiben wird. G. . „Spione im Savoy-Hotel". In besonders elegantem Milieu spielt der neue Abenteuerfilm „Spione im Savoy- Hotel", mit Olga Tschechowa, Walter SIezak, Margot Walter, AMred Abel und den berühmten 3 Fratellinis in den Hauptrollen. (Beerdigungen. 15. Mai 1934: Karoline Winter, 70 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Rosalia Rubinstein, 65 Jahre, 11. Bez. (IV. Tor). — Max Mayer, 77 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). 16. Mai 1934: Dr. Jakob Beutum. .60 Jahre, 1. Bez. (1. Tor). — Fanny Weiß. 77 Jahre, 19. Bez. (IV. Tor). — Friederike Hacker, 69 Jahre, 8. Bez. (IV. Tor). — Frieda Hefter, 56 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). 17. Mai 1934: Ernestine Reiß. 69 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). Rosa Jellinek, 79 Jahre. 3. Bez. (I. Tor). — Pauline 'Meider, 84 Jahre, 19. Bez. (I. Tor). — Efroim Bernfeld, 85 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Sigmund Spira, 54 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Therese Grünwald, 70 Jahre. 21. Bez. (Floridsdorfer Friedhof). 18. Mai 1934: Max Preiß. 71 Jahre, 20. Bez. (I. Tor). — Karoline Weißenstein, 70 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Julie Scheuer, 79 Jahre, 8. Bez. (I. Tor). — Samuel Mihaly. 61 Jahre. 7. Bez. (IV. Tor). — Ilse Ettinger, 7 Monate, 20. Bez. (IV. Tor). — Sarah Gold. 58 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Nettl Fischer, 52 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Irma Strebinger, 42 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Julius Hahn. 68 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). 22. Alai 1934: Hermann Stößler, 79 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Jobanna Mittler, 81 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Bertha Brandl. 61 Jahre, 19. Bez. (I. Tor). — Wolf Klepner, 75 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Bertha Horowitz, 77 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Abraham Kohn, 63 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Margarethe Silbermann. 34 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Josef Raudnltz, 52 Jahre. 6. Bez. (IV. Tor). — Helene Maurer, 72 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Paula Kurzer, 59 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Sabine Guttmann, 67 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Bertha Matschek, 45 Jahre. 9. Bez. (IV. Tor). — Josef Joachim Feig!, 73 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). Weiland Oberkantor Josef G o 1 d s t e i n Synagogen-Ornate u. Barette in den mannigfaltigsten Siilarlen erhalten Sie sowohl vorrälig als auch nach Maß in der altbekannten Uniformierung und Maßschneiderei RUDOLF GOLDSTEIN Lieferant vieler in- und ausländischer Kultusgemeinden Wien II.» TabOrStraße 54 (Achtung auf die Hausnummer) Gegründet 1866 Versand nach allen Ländern! Telephon R 49-0-48 Moderne Zivilgarderobe nach Maß, billigste Preise! Vereine und Verbünde, kompleite Ausrüstungen Preisermäßigung. Blcentttner. Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Schriftleiter: Oskar Hirscbield Wien II., PraterstraBe 29 — Druck lrn;i Soitz & SOlin*. Wim iL. Rcberf'use 2.