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Die Wahrheit · 1934-03-23 · Heft 12 (23.3.1934) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1934
Issue
Heft 12 (23.3.1934)
Date
1934-03-23
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 V. b. b. DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-Tafel Ctobatattnn&en Hlaatui 9684 HB» 1034 Iran abds. 715 Nissan 7. 6.09 (Zaw(III.B.M.)l Scnabos Hagodol *Jo ., 8. Haftorab } 7-00 Kau omar äschern Awodim tiojinu 7.16 „ 9. bU 13. 6"20 abds. Freitag, 23. Man 6-05 Samstag, 24. Marz 7-00 Sonntag, 25. bis Donnerst, 29. März 6-20 dieser großen Zahl von Mitarbeitern auch einen oder den anderen Heißsporn geben, der sich an den brennenden politischen oder nationalen Tagesfragen entzündet, darüber die gemeinsame Idee und Devise des Dienstes am Kunden vergißt und entgleist Diesen Mann können wir dann allerdings nicht weiter in unseren Reihen brauchen und er muß unweigerlich seinen Abschied nehmen. Geradehin solchen Fällen ist die Geschäftsleitung von schonungsloser Strenge. Vier Jahrzehnte „Schmidl-Mazzoth". Seit vierzig Jahren schwören die Feinschmecker und Kenner unter den Juden Wiens auf „Schmidl- Mazzoth". Wenn das Pessachfest näherrückt, freuen sich viele schon auf den bevorstehenden Genuß, den ihnen die vorzüglichen „Schmidl-Mazzoth" bereiten werden. Mazzoth essen ist gut, „Schmidl-Mazzoth" essen — ist noch besser! Der ausgezeichnete Ruf, den die ..Schmidl-Mazzoth" seit Jahrzehnten genießen, hat sich in den letzten Jahren zu einer Popularität und Beliebtheit gesteigert, die nicht nur alle Bezirke Wiens, sondern auch viele Provinzorte und das Ausland umfaßt. Es ist dies das Verdienst des Inhabers der „Schmidl- Mazzoth"-Fabrik, Herrn Nathan Brodetzky, den Wiener jüdischen Hausfrauen seit Jahrzehnten als der liebenswürdige und tüchtige Chef der großen Lebensmittelhandlung, IL, Leopoidsgasso 43, bekannt Herr Brodetzky hat seine große Fachkenntnis und vielseitige Erfahrung in den Dienst seines Unternehmens gestellt. Neue Rezepte, Verwendung nur erstklassiger Mehlsorten, Veredlung des Erzeugungsprozesses, neue maschinelle Vorrichtungen, strengste Reinlichkeit und Ausnützung der modernsten Errungenschaften haben dazu geholfen, ein Produkt zu schaffen, das an Qualität, Geschmack und Bekömmlichkeit einfach unübertroffen ist. Elegante neue Badeanlagen, eine durchgehende Reinigung und Adaptierung der Fabriksräume bieten Gewähr für unbedingte Reinlichkeit und einwandfreies Kaschruth. Die religiösen Vorschriften werden unter Aufsicht des Herrn Gberrabbiners Babad strenge eingehalten. Die Wiener Juden werden heuer mit den beliebten „Schmidl- Mazzoth". insbesondere mit der bekannten Spezialmarke „N. B."-Mazzoth" -Grieß und -Farvel besonders zufrieden sein._' Ufieatfer und Jttmst „Straßenmusik" im Raimundtheater spielen die Direktoren Hock und Barnay, da sie, von der Großmutter im Stich gelassen, in treuer Gefolgschaft Reinhardts das Dritte — mit Oesterreich vertauschten, um hier das gute Volksstück, aber — Gott behitler — nicht politisch gefärbt, pflegen zu wollen. Es ist ein Symptom des Augenblicks, daß man sich über das Groteske der Armut lieber unterhält, als gegen ihren Jammer zu revoltieren. Das wußte auch Barnay. als er das plattdeutsche Stück Schureks dem Wiener Tausend-Sass(a)- mann zur Bearbeitung für das Raimundtheater übergab. Diesmal sind es nur Hofsänger und ertönt kein Gesang vom Hof, der Held wird nicht von Aslans Habsburgtheaterlippen, sondern dem saxophonblasenden Attila H ö r b iger im Dialekt vom „Grund" gesprochen. An seiner Seite zieht S t ö s s e 1 teils die Maurerharmonika, teils die Rumflasche — ein Ruhm, der ihm scheinbar erstrebenswerter erscheint als der künstlerische, von dem sein Freund träumt. Endlich Inger, ein geigenspielender Steinklopferhans, der das Trio mit Philosophie, Ehrlichkeit und einer doppelgriffigen Toselliserenade ergänzt, die — im Orchesterraum erzeugt — täuschend von der Bühne zu klingen scheint. Diesen drei Straßen musikanten, die ihre Rollen vorzüglich und ihre Instrumente nur stumm spielen, spielt das Schicksal einen seiner besonderen Tänze in Form eines BrüHantenfundes, der aus den armen kleinen Straßensängern über Nacht, von einem Tango von Beda begleitet, Reiche macht und der eine alte Liebe zwischen der braven Hedwig Keller und dem Hörbiger trennt und eine neue zwischen ihm und der süßen, aber bösen Lotte Lang anbandelt Aber Ende gut alles gut Das Publikum verläßt befriedigt und sehr amüsiert Hocks und Barnays Haus mit dem Tango von Beda und der Erkenntnis reicher, daß man in Wien noch volle Theater erzielen kann, wenn man sein künstlerisches Können mit Geschmack der österreichischbodenständigen Eigenart so anzupassen versteht wie die jetzigen Leiter des Raimundtheaters. „Das Gebet", vom Königl. Musikdirektor Aron Friedmann, Berlin. Im Eigenverlag. Berlin N. 24, Krausnickstraße 13, äst vor kurzem „Das Gebet" von Emanuel Geibel für eine Sfngstimme mit Orgel oder Klavierbegleitung, komponiert vom königlichen Musikdirektor A. Friedmann, erschienen. Dieses stimmungsvolle Lied konnte wohl von keinem besser und tiefer empfunden und verfaßt werden als von dem Altmeister der Synagogenmusik Oberkantor Axon Friedmann, der im Gebet denkt fühlt und lebt Pastoral setzt das Lied ein mit den Worten: „Herr, den ich tief im Herzen trage, sei Du mit mir", ohne jedoch im kirch- Z*ltnnr«n vom ▼•rleffer v«H«»d«t. Journal oxpedtt par l'e Altera:. Falls Adressat verzogen, nicht nachsenden: mit neuer Adresse zurück an Verlag „Die Wahrheit". Wien Ii.. HalnastraBe 13/12 Leopoldslüdfer Tempelierein Aescbel Awroirom II., Pazmanlleiiaatte 6, Tel. B 41-5-63 Anmeldungen v. Aufgeboten, Trauungen (auch nnt. lreiem nimmei) u. Dannlzwaus Parteianvarkehr an Werktagen von 2 bis >/•< Ubr nachmittags, an Sonntagen von 10 bis 13 Uhr vormittags Oabetatnnden Nissan 5694 — Marz 1934 trab 6-30 Nissan 7. 680 u. 9 00 6-30 Zaw (III. B. M.) Schabos Hagodol Haftorab Kau omar äschern Awodim bojinu 9. bis 13. abds. 6.10 >6-55 6-10 liehen oder synagogalen Sinn im Gebetstil gehalten zu sein, es ist ein Lied mit schöner Melodie und leichtbeschwingter Begleitung, die prachtvolle musikalisch harmonische Wendungen aufweist. Sehr wirkungsvoll ist die in Sequenz erscheinende MelodSe auf den Worten „Dein Segen ist wie Tau", mit der fast Schubertisch anheimelnden Begleitung gleich fallenden Tautropfen. So weist dieses jüngste Werkchen Friedmanns bis zum Schluß Schönheiten auf, die jeden Sänger dieses Liedes begeistern müssen. Wir danken dem greisen Meister für dieses Geschenk, es zeugt von dem jugendlichen Geiste, der so sprühend regsam ist wie einst Dank aber auch seinen lieben Kindern, die ihrem Vater zum 78. Geburtstage mit der Drucklegung . dieser Komposition erfreut haben und dadurch der großen Oeffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Dieses Iied, das für M. 1.20 zu haben ist, wird für jeden Sänger eine dankbare Bereicherung seines Repertoires bilden._ Isidor L ö w i t fimtfidfe Verfautßarungen der Jsraeßtisdjeti Zuftusgemeinbe Wien Predigten und Schrifterklärungen in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen. Freitag, den 23. März, werden bei den um 6 Uhr 5 Minuten beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannten Gemeinde- und Bezirks-Synagogen Predigten abgehalten, und zwar: 16. Bez., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach). 18. Bez., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz). 19. Bez., Dollinergasse 3 (Rabbiner Dr. A. Frankfurter). Samstag, den 24. März, Schrifterklärungen beim Hauptgottesdienste: 1. Bez., Seitenstettengasse 4 (Oberrabb. Dr. D. Feuchtwang). 20. Bez., Kluckygasse 11 (Rabb. Dr. B. Murmelstein). 21. Bez., Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). Bei dem um %4 Uhr nachmittags beginnenden Nachmittagsgottesdienste: 2. Bez., Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes). * Israelitische Jugendgottesdienste. 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschüler (-Schülerinnen). Samstag, den 24. März, um 3 Uhr nachmittags, in allen Gemeinde- und Bezirks- Synagogen. 2. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler und -Schülerinnen der Unterklassen im II. und IX. Bezirke. Samstag, dien 24. März, um Uhr nachmittags, im Leopoldstädter Tempel, IL, Tempelgasse 5, und in der Vereins-Synagoge, IX., Müllnergasse 21. Im Zirkus Zentral finden derzeit Professionalkämpfe um die Weltmeisterschaft 1934 mit erstklassiger internationaler Besetzung statt. Aus aller Weit Moskau. Die russische Gelehrtenwelt feierte irr diesen Tagen das Jubiläum der 40jährigen wissenschaftlichen Tätigkeit des hervorragenden jüdischen Gelehrten Prof. Abrahäm Berkenheim, der infolge des zaristischen Antisemitismus in seiner Jugend Rußland verlassen mußte, um später Professor an der Universität Gotting;en zu werden, aber nach dem Hitler- Umsturz aus Deutschland verjagt wurde und nach seiner alten Heimat Rußland! zurückkehrte. Berkenhedm hat sich auch durch seine Tätigkeit als Gastprofessor in Amerika, Aegypten und der Schweiz einen Namen gemacht Auf dem Bankett zu Ehren Berkenhefms hielt der Volksgesundheitskommissar Kaminski eine ehrende Ansprache an Berkenheim. Zagreb. Auf Intervention jüdischer Körperschaften hat die Staatsanwaltschaft die in einem bekannten klerikalen Verlag in Zagreb erschienene antisemitische Broschüre „Warum verfolgt man die Juden in Deutschland?" des bekannten katholischen Schriftstellers Dr. Matijevic sofort nach dem Erscheinen beschlagnahmt. Warschau. Wie die Wohlfahrtsgesellschaft „Beth- Lechem" mitteilt, haben sich 15.000 jüdische Familien Warschaus, also ungefähr der vierte Teil der Warschauer jüdischen Bevölkerung (die Familie zu fünf Personen gerechnet), an die Gesellschaft um finanzielle Hilfe gewandt, damit es ihnen ermöglicht werde, das P e s s a c h f e s t z u f e i e r n._ „Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis", Wien IL, Taborstraße 59, Tel. A 42-3-16, bittet die p. t. Arbeitgeber angesichts der Notlage der jüdischen Arbeitslosen um Anmeldung ihres dauernden oder vorübergehenden Bedarfes an qualifizierten kaufmännischen Angestellten, Arbeitern, Handwerkern, Sekretären, Nachhilfelehrern und Hauspersonal aller Art bei dem angeführten Verein. Mitgeteilte Wünsche werden sorgfältigst berücksichtigt. föeerdigungen. 13. März 1934: Charlotte Kornfeld. 57 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Sofie Cohen, 75 Jahre. 2. Bez. (Döblinger Friedhof). — Bernhard Springer, 67 Jahre, 19. Bez. (Döbltoger Friedhof). — Heinrich Herzog, 60 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Lazar Stieber, 58 Jahre, 16. Bez. (IV. Tor). — Theresia Grfinbaum, 74 Jahre, 16. Bez. (IV. Tor). — Oskar Steiner, 51 Jahre. 9. Bez. (!V. Tor). — Jetti Orgel, 60 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Therese Low, 78 Jahre. Reidling, N.-Oe. ('IV. Tor) — Friedrich Neugebauer, 67 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Frieda Fleischer, 30 Jahre. 3. Bez. (IV. Tor). — Ludwig Schubert 28 Jahre, 12. Bez. (IV. Tor). — Bertha Strauß. 81 Jahre, 21. Bez. (IV. Tor). 14. März 1934: Stella Machauf. 26 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Adolf Hajek, 75 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Alfred Winter, 70 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). 15. März 1934: Ivan Bauer, 59 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Nathan Maier, 64 Jahre, 13. Bez. ('IV. Tor). — Sigmund Löwy, 74 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Karl Lerner, 35 Jahre. 20. Bez. (IV. Tor). — Hersch Oberbach, 75 Jahre, 21. Bez. (IV. Tor). — Gusta Merlin. 82 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Josefine Zerner, 88 Jahre, 19. Bez. (Döblinger Friedhof). 16. März 1934: Max Klein, 59 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Max Schattner, 42 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Hermann Zimmerspitz, 80 Jahre. 20. Bez. (IV. Tor) — Franz Fischl, 43 Jahre, 12. Bez. (IV. Tor). — Jüdl Alber, 61 Jahre, Taborov, Polen (IV. Tor). — Berthold Böhm, 48 Jahre, Inzersdorf bei Wien (IV. Tor) /, ~18C März 1934: David Koditschek. 85 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — CäcUle Scheuer, 77 Jahre. 9. Bez. (I. Tor) — Samuel Matzner. 84 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — David Landeis, 75 Jahre. 15. Bez. (IV. Tor). — Dr. Marco Morpurgo, 87 Jahre, 19. Bez. (IV. Tor). — Taube Schreiner, 80 Jahre. 16. Bez. (IV. Tor). — Katharina Stößler. 73 Jahre, 15. Bez. (IV. Tor). — Max Rosenrauch, 34 Jahre. 9. Bez. (IV. Tor). — Hermine Hammerschlag, 77 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). - Samuel Spielberg, 75 Jahre. 9 Bez (IV. Tor). - Leopoldine Repka. 47 JahTe, 9. Bez. (IV. Tor). Weiland Oberkantor Josef Goldstein Synagogen-Ornate u.Barette in den mannigfaltigsten Stilarten erhalten Sie sowohl vorratig als auch nach Maß in der altbekannten Uniformierung und Mallschneiderei RUDOLF GOLDSTEIN Lieferant vieler in- und ausländischer Kultusgemeinden Wien II., TabOrStraße 54 (Achtung auf die Hausnummer) Gegründet 1866 Versand nach allen Ländern! Telephon R 49-0-47 Moderne Zirilgarderobe nach Maß, billigste Preise I Vereine und Verbände, komplette Ausrüstungen Preisermäßigung. Eigentümer. Herausgeber. Verlern und verantwortlicher Schriftleiter: Osker Hlrscbleld Wien Ii.. Praterstraße 29 - Druck lernt SdUz & Söhne. Wien 11.. Rober»-Mse 2.

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