Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1934
- Issue
- Heft 10 (9.3.1934)
- Date
- 1934-03-09
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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i)IE WAHRHEIT ^eits / Spexialhaus fDr Wolle and Strickgarne Noritz Nagel Wien, 2. Beas., Taborstraße Nr. 17 Fabriksniederlage. Wirku. Strickmoden Telephon A 45-8-69 ihm die Freude bereitet hätten, für den von ihm so geliebten Tempel einen prachtvollen Schmuck zu erhalten. Der Vertreter der Kultusgemeinde, wie der der Organisation der Tempelvereine unterstrichen mit besonderer Anerkennung den Umstand, daß der Verein als einziger seiner Art aktiv dastehe, trotz der großen Leistungen, die er auch im abgelaufenen Jahre vollbracht habe. Das berechtige zum Stolze und zur Hoffnung auf eine weitere ersprießliche Wirksamkeit, die beide Redner dem Vereine wünschten. Promotionen. Freitag, den 2. d. M., wurden die Söhne zweier bekannter Mitglieder der „Union" an der Wiener Universität zu Doktoren der Rechte promoviert, und zwar Herr Bruno David, Sohn des Herrn A. H. D a v i d, und Herr Kurt L e i b ovici, Sohn des Direktorialbevollmächtigten der Ersten Einbruchs- und Feuer-Versicherungs-Gesellschaft M. L ei b o v i c i. Wir gratulieren herzlichst. — Dienstag, den 6. d. M., fand im Festsaale der Wiener Universität die Promotion des Herrn Fmil Mandl, Sohn des vor einigen Jahren verblichenen belebten Favoritner Rabbiners Dr. A. M a n d 1, zum Doktor der Medizin statt, wozu wir ihm und seiner Mutter, der Präsidentin des Favoritner Frauenvereines, Frau Anna Mandl, herzlichst gratulieren. Mitglieder des Bundes jüdischer Frontsoldaten -aben eine Spar- und Kreditkassa, reg. Gen. m. b. H. ins Leben gerufen, welche auf gänzlich unpolitische! Basis der gesamten österreichischen Judenschaft und im weiteren Sinne der österreichischen vaterländischen Wirtschaft zu dienen berufen sein wird. Trotz seines kurzen Bestandes hat das bisher ohne Propaganda arbeitende Institut, welchem jeder Jude beitreten kann, einen großen Zustrom an Mitgliedern zu verzeichnen, der die Erwartungen bei weitem übertrifft, was am besten für die Notwendigkeit dieser Gründung spricht. Oer Sitz der ..Spar- und Kreditkassa von Mitgliedern des Bundes jüdischer Frontsoldaten" befindet sich in der. .-euen Räumen der Bundesleitung. Wien I.. Spiegelii'sse 2. Ecke Graben 10. Altsspeisungsverein „Obel Rachel". Der Ernst unserer Tage bat manchen Verein davon abgehalten, Pui'rm in gewohnter Weise festlich zu begehen. Wenn sich der Ausspeisungsverein „Ohel Rachel" dennoch zur Abhaltung ener Akademie am vergangenen Samstag abends entschloß, so lag dies daran, daß dieser ersprießlich wirkende Verein durch den Reingewinn dieser Veranstaltung die Möglichkeitgegeben sab, sein edles Werk, das täglich rund 1C0 hungrigen Glaubensgenossen zugute kommt, fortzuführen. Es lag aber das Bestreben vor, die Feier entsprechend dem Charakter unserer Zeit recht würdig zu gestalten, und dieses Bestreben wurde eindrucksvoll in die Tat umgesetzt. Es war ein schöner, besonders gut besuchter Abend, dem unter anderen die Herren Oberrabbiner Dr. I. T a g 1 i c h t und Rabbiner Dr. M. Rosenmann mit ihren Gattinnen, sowie Kultusvorsteher Dr. E. Feldsbcrg beiwohnten. Die Gäste wurden von der Präsidentin des Damenkomitees Frau Henriette Fuchs herzlichst begrüßt in einer tiefdurchdachten Ansprache schilderte Herr Adolf Gesund das schöne Wirken des Vereines und betonte die Notwendigkeit, dieses Wirken fortzusetzen. Die Akademie, die Erwin Engel ganz ausgezeichnet konferierte, stand auf beachtlichem Niveau. Fräulein Rosen sang, begleitet von Melitta Heim, mit schöner Stimme Arien und Lieder. Pepi Holländer spielte bravourös Geige. Trude Roth gab hinreißende Proben ihrer blendenden Kleinkunst, Hilde Dulitzkaja gefiel wie immer und Oberkantor S. Postolow übertraf sich diesmal in einer Weise, daß das Publikum ihm mit wahren Beifallsstürmen dankte. Die Begleitung der beiden letztgenannten Künstler besorgte in glänzender Weise Fräulein Betty Lewin. Ein reichhaltiges Büfett war von den eifrigen Damen des unter Leitung der rührigen Präsidentin Frau Henriette Fuchs stehlenden Damenkomitees in eigener Regie arrangiert worden und fand lebhaften Zuspruch. Die Damen und Herren des Festkomitees unter Leitung des Obmannsteälvertreters Direktor Melon taten das ihrige, um den Abend zu jenem Erfolge zu führen, den er erzielte und zu dem der Verein berzlichst beglückwünscht sei.__ JÜDISCHE KUNSTSTELLE II., Aspernbrückengasse 2. R 48-2-91. Büro: 9—K7 fritilMfrMiM Wien I., Seitenstettengasse 2, Tel. ü 28-1-28 XL, Zentralfriedhof, Kttl Iis I. ttr, Tel. U18-0-65 Den Mitgliedern stehen ermäßigte Karten für folgende Theater zur Verfügung: n Staatsoper, Burgthleater, Akademietheatef, Scata, ueutsches Volkstheater. Kammerspiele, Theater an der Wien, Stadttheater, Casinotheater, Der liebe Augustin und so weiter. An Montagen besonders ermäßigte Preise.?er Abonnementpreis für das „Mitteilungsblatt aer Jud. Kunststelle" wurde bis zum Ende der Saison; mit b festgesetzt Erscheint zweimal monatlich. JÜDISCHE BÜHNE. IL. PraterstraBe 60. R 43-4-5». Täglich K9 Uhr abends „Katinka von Kasrüowka" .Musikalische Komödie in 3 Akten von W. Sieall. Musik von TD. Beigelmann. Sonntag: NacamHtagsvorsteliimg K4 Uhr. Vereinsmadkvidkten Vierzigjährige Festakademie des Israelitischen Frauenvereines für den 18. Bezirk. Trotz des tief beschatten Antlitzes unserer Zeit hat es sich der genannte Veiein nicht nehmen lassen dürien. auch heuer wie in den vergangenen Jahren mit einer Veranstaltung hervorzutreten, deren Zweck es ist. im Sinne der belaifensten Kreise den Armen und Zermürbten zu helfen. Vierzig Jahre sind es nun her, daß der Verein in dieser Richtung tätig ist, und die Hauptuuelle der Einnahmen bildete eben seit jeher das Erträgnis solcher öffentlicher Aufführungen, deren heurige am 10. März im Festsaal des Hotel Continental stattfinden wird. Wie reichhaltig das Programm ist, möge aus folgender Reibe der Mitwirkenden ersehen werden: Die Konferenz führt Erwin Engel, dessen Tochter ebenfalls mitwirken wird, die übrigen Künstler haben nicht minder- Jdangvolle Namen, nämlich Eugen Strehn, Else Kaufmann. Edmund Somato. Opernsänger, Trude Roth. Fräulein Püchler. Soubrette, die Bremer Stadtmusikanten (drei Kinder) und eine vorzügliche Jazzkapelle (Tanz). Eine Tombola mit schonen Gewinsten wird auch nicht fehlen. Eintrittskarten unter Tel.-Nr. U 29-7-35 und an der Abendkasse. Isr. Humanitätsverein für den 10. Bezirk. Sonntag, den 11. d. M., 10 Uhr vormittags, iindet im Wintertempel, X., Humboldtgasse 25. die 56. ordentl. Generalversammlung statt. Am gleichen Tage um K-6 Uhr abends wird im Tempel, X., Humboldtgasse 27. der diesjährige Trauergottesdienst abgehalten. Der Verein Krankenbesuch Bikur Chaulim veranstatltet am Sonntag, den 11. d. M.. nachm. 4 Uhr, im Hotel Continental, 11. Taborstraße 8, eine Wohltätigkeitsjause mit Akademie zu Gunsten armer Kranken, die aus dem Spital entlassen, obdach- und mittellos in furchtbare Not geraten sind. Es wirken mit: Frau Judit Sander, Herr Oskar Fleischer, Frau Dulitzkaja, Frau Irma Jargo-Smetana. Herr Franz Glück, Klavier, Ruth Austerlitz, Rezitation. Herr Dr. Karl Ritter, Verwandlungskünstler, Max Lautner. Conference: Frl. Emmy Woltner. Entree inkl. Jause S 2.60. Telephon- Nr. A 19-7-54. Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wien. Montag, den 12. März, K-8 Uhr abends, findet im Klubsaale. L, WiesingerstraBe -1^4Gaf6 Atlashoi, eigener Eingang, Souterrain), ein Vortrag des Herrn Rabbiners Prof. Dr. Albert S c h w c i g e r (Mödling). „Eine Studie über den berühmten Wiener Rabbiner „Meir b. Barucii Halevi"' statt. — Eintritt frei. Gäste willkommen. Brautausstattungsverein für Töchter verarmter jüd. Kleingewerbetreibender und Waisenmädcfoen. (Obmann S. Buchsbaum.) Montag, den 12. März. 6 Uhr abends, veranstaltet unser Verein im großen Tempel „Beth Israel". II., Leopoldsgasse 29. eine Doppeltnauumg von zwei armen Doppelwaisenbräuten und gleich darauf eine Hochzeitsfeier im Feststaale des Hotels „Bayrischer Hof, IL, Taborstraße 39.' zu der wir unsere Freunde, Förderer und Gönner höflichst einladen. In vorbildlicher Weise haben uns der Präsident des großen Tempels „Beth Israel", Herr Dr. Leo Landau, und der Oberkantor Herr Em. F r ä n k e 1 ihre weitestgehende Unterstützung zugesichert. Den Festsaal des Hotel „Bayrischer Hof" hat uns Herr Oskar Kornmüller kostentos zur Verfügung gestellt. Allen den Herren, die unsere Bestrebungen unterstützen, sprechen wir den verbindlichsten Dank aus. flgglcDlsdics KOnlüsiicDf Seit vielen Jahren das anerkannt beste B3^-nöiw Man achte auf die ges. gesch. Mark« „Hyglwt. KSnlgaifchi*« und Name Schab Fabrik und Büro: Wmn xiwM Braunhlnchengause 3 Telephon R 33-1-87 GROSSPLEISCHHAUEREI IIEGM. KORNMEHL ^^^K^K^tKl^t^tKKKK^ttdB^^HtKBttKK^K^KKI^KtKI^KKtKKBtKKtt^ WKN IX, BERGGASSX NR. 1» nUALfii XVIIL, WAHfUMOMUTRASSm W TdepbmNr. A 17-349 and A 16*34 AbteilungenfQrKoscherfleisch dar JtatateM Im «hrw. uhh RaHvagaaieiad* Wien. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zn den billigsten Marktpreisen „Jutäa". Jugendgruppe des Tempels. II., Pazmanitengasse 6. Mittwoch, den 14. März, präzise 8 Uhr abends, spricht in den Klubräumen der Jutäa, IL. Taborstraße 18 (Eingang: Hotel National) Rabb. Dr. Zwi Taubes über das Thema: „Der Prophet des Abendlandes im 20. Ja h rhunder t". Keine Konsum a t i o n. Gäste herzlich willkommen. Berühmte Künstler bei der Hakoah-Redoute. Die aus Anbß dL-s 25inhrigen Bestandes derHakoah am Samstag, den 17. März, in sämtlichen Konzerthaussälen stattfindende „Gscfoiasredoute" wird sich zu einem ganz g'.'oßen Repräswitationsfest des österreichischen Sportes gestalten. Zahlreiche international bekannte Sportler und Persönlichkeiten haben ihr Erscheinen telegraphisch angek.ndigt. Die Jubiläumsredoute verspricht aber nicht nur ein gesellschaftliches Ereignis zu werden, sondern sie wird auch im Rahmen einer Mitternachtsakademie eine stattliche Reihe berühmter Künstler bringen. Es sind bereits ganz bestimmte Zusagen von Mitwirkungen prominenter Bühnen- und Filmlieblingen erfolgt. So h;U z. B. Joseph Schmidt seine Zusage nochmals bestätigt, auch die Schwestern Schwarz und Kammersängerin Lotte Schöne dürften mitwirken, das Fest besonders glanzvoll zu gestalten. Da die Nachfrage nach Karten eine besonders rege ist, empfiehlt es sich, diese im Sekretariat. I.. Wiesingerstraße 11. Tel. R 25-0-10 zu besorgen, wo auch bereitwilligst alle Auskünfte über die Jubiläumsredoute erteilt werden. Mitglieder und Freunde der „Jugend-Unio n" erhalten e r m ä ß i g t e Karten zum Preise von S 5.— im Sekretariat der „Union", IX.. Berggasse 4. Tel. A 19-2-77. Die „Hasimrah" (Chorverband der Wiener Vereins- Tempelsänger) veranstaltet am Samstag, den 17. März, 8 Uhr abends, im Hotel Continental, 11., Taborstraße 4, zugunsten der notleidenden Tempelsänger eine große Festakademie mit anschließendem Tanz. Wir erwähnen aus dem grandiosen Programm: Gemischter Chor (60 Personen), Dirigenten I. Grünball und und B. Herschmann, ferner Oberkantor S. Postolow, Gisa Blüh-Smetana. Hilda Duiizkaja, Dario Medina, Fritz Berger. Jaques Rotter, Prof. Josef Zimbler. Sonja Zagrabelny. Karten S 1.50. Familienkarten (3 Personen)' S 4.— im Vorverkauf Buchhandlung M. Rath, II., Taborstraße 20a, Hotel National (Herlinger). IL. Taborstraße 18, Delikatessengeschäft Epstein. II.. Untere Augartenstraße 8, Cafe Carlheater, IL, PraterstraBe 29, und an der Abendkassa. Jüdischer Frauenwohltätigkeitsverein. XIX. Sonntag, den 18. März, nachmittags und abends, findet im Kasino Z ö g e r n i t z, XIX., Döblinger Hauptstraße 76. wie alljährlich eine große gesellige Veranstaltung des Döbtinger jüdischen Frauenvereines statt, deren reichhaltiges Programm mit einem 5 Uhr-Tee mit erstklassigen Vorträgen beginnt, dem Tanz bis in die späten Abendstunden folgt. Entree inklusive Jause 3 Schilling. Aus alter Weit Amsterdam. Dieser Tage feierte der bekannte holländisch-jüdische Maler Barucii Lopes de Leao Laguna seinen 70. Geburtstag. Zahlreiche hervor-: ragende Vertreter der holländischen Kunstwelt bereiteten dem Jubilar, der Zögling des Amsterdamer sephardischen Waisenhauses war und jetzt in der Gartenstadt Laren bei Amsterdam lebt Ehrungen verschiedenen Art. Von Laguna stammen Bildnisse bekannter Persönlichkeiten Hollands; u. a. hat er ein Porträt des gegenwärtigen Ministerpräsidenten Dr. H. Colyn gemalt 1916 wurde er von der Königin durch Verleihung der Goldenen Medaille ausgezeichnet. * Frankfurt a. M. Der in den wissenschaftlichen Welt hochangesehene Anthropologe der Frankfurter Universität, Prof. Dr. Franz Weiden reich, ist auf zwei Semester beurlaubt worden und wird Ende März nach Amerika fahren, um auf neun Monate eine Gastprofessur für Anthropologie an der Universität von Chicago zu übernehmen. Der 1873 in Edenkoben geborene Gelehrte, der sich schon 1901 an der Universität Straßburg habilitierte und von dort nach Heidelberg und später nach Frankfurt a. M. berufen wurde, war bis vor Jahresfrist .Vorsitzender der Frankfurter Anthropologischen Gesellschaft und Direktor des Institutes für physiologische Anthropologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Besonders zwei seiner Werke, „Das Evolutionsproblem" (1921) und „Rasse und Körperbau" (1927), haben in den wissenschaftlichen Welt starke Beachtung gefunden. Der Weggang Prof. Weidenreichs bedeutet auch für das von Martin Bub er geleitete Jüdische Lehrhaus in Frankfurt a. M. einen schweren Verlust ■