Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1934
- Issue
- Heft 6 (9.2.1934)
- Date
- 1934-02-09
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE WAHRHEIT Seite T Spexialhaus für Wolle und Strickgarne Moritz Nagel Wien, Z. Bez., Taborsiraße Nr. 17 Fabriksniederlage. Wirku. Stricknioden _Telephon A 45-8-69 larin ist die Tochter des unvergeßlichen Ehrenpräsidenten der „Union" Herrn Siegmund Mayer. 80. Geburtstag. Das schöne Fest des 80. Geburtstages beging am vergangenen Samstag das Vorstandsmitglied des Pazmaniten-Tempels Herr Josef Keßler und war aus diesem seltenen Anlaß Gegenstand herzlichster Ehrungen in dem genannten Gotteshause, in dem sich u. a. auch alle Mitgheden des Vorstandes eingefunden hatten. Sie bekundeten auf diese Weise die Sympathien für den Jubilan, der als tief religiöser Mensch in der Gabboim-Sektion des Tempels trotz seines hohen Alters mit Hingebung und Eifer tätig ist. Diese Wertschätzung kam auch in den innigen Ansprachen zum Ausdruck, die an ihn seitens der Herren Rabbiner Dr. Z. Taubes. Obmannstellvertreter Dr. Leonhard Mai er und dem Obmanne der Gabboim-Sektion S. Lenmann gerichtet wurden. Auch das Vorstandsmitglied der Genossenschaft der Fleischhtuer. Hern Gottlieb, gratulierte in herzlichen Weise Es war ein Ehrentag für den braven Mann, der in vollster geistiger und körperlicher Frische dem Pazmanitentempel treu ergeben ist, den er täglich früh und morgens aufsucht. Todesfälle. In der Vorwoche haben mehrere der „Union" nahestehende Persönlichkeiten ihre Mütter verloren und wendet sich diesen schmerzgebeugten Kindern die Teilnahme ihrer Freunde in der „Union" zu. rrau Bundesfürsorgerat Ottilie Politzer, beklagt den Verlust ihrer Mutter Fanny Schrämet die im 78. Lebensjahre dahingeschieden ist. Sie war Witwe nach dem bekannten jüdischen Gelehrten Dr. Jacques Schlramek und selbst eine gut jüdische Frau, deren Heimgang von ihren drei Töchtern und ihrem Sohne innigst betrauert wird. Diesen, wie auch der angesehenen Familie Schnamek bekundeten bei dem am 31. v. M. stattgehabten Leichenbegängnisse zahlreiche Trauergäste die herzliche Teilnahme: u. a. sah man Herrn Vizepräsidenten Dr. J. Ornsteilt. Reg.-Rat Dr. M. Lenk, Amtsleiter W. Freistadt und hörserat I. Glück. Rabbiner Dr. Z. Taubes uau ]. Kantor A. Stift versahen in ergreifender Weise die Funktionen. — Am 1. d. M. ist nach langer schwerer Krankheit im 79. Lebensjahre Frau Rosalia Schwefel sanft verschieden. Mit ihr ist eine seelensgute Frau dahingegangen, die überall ungemein beliebt war. In ihr paarten sich Herzenswärme und Klugheit, sie war eine große Wohltäterin und gebildete Frau. Mit ihrem Gatten Samuel in 51jähniger glücklichster Ehe verbunden, widmete sie all ihre Kräfte der gut jüdischen Erziehung ihrer neun Kinder, unter denen sich unser Mitarbeiter Hans Schwefel befindet. Oberrabbinen Dr. I. T a g 1 i c h t hielt ihr bei dem am vergangenen Sonntag stattgehabten Leichenbegängnis, dem u. a. Reg.-Rat Dr. M. L e n k und Vertreten des Alten Herren- Verbandes der jüdisch-akademischen Verbindung „Robur" beiwohnten, einen gefühlvollen Nachruf, in der die großen Vorzüge dieser wahren Esches chajil schilderte. Die kantorale Funktion versah Oberkantor L. Funke. — Am gleichen Tage wurde ebenfalls unter zahlreicher Beteiligung von Mitgliedern der „Union" Frau Elisabeth Königsbergen, die Mutter des Mitgliedes dieser Vereinigung Fräulein Frieda Königsberger, zu Grabe getragen. Sie war nach längerem Leiden, liebevoll betreut von ihren Kindern, dahingeschieden; auch mit ihr ist eine prächtige Frau heimgegangen. Trauerfeier, Sonntag, den 11. M.. 5 Uhr nachmittags, findet im Schönlaterratempel eine Trauerfeier nach dem verblichenen Obmanne desselben, Herrn Simon Kohn. statt. Die Gedenkrede wird Rabbiner Flesch halten. Der Flbridsdorfer israelitische Frauen-WoMtätigkeHsverein veranstaltete am vergangenen Samstag in den Festsälen des Handelsmusteums eine Winterhilfe-Akademie mit Tanz, der ein zahlreiches Publikum beiwohnte. U. a. sah man Rabbiner Dr. M. Rosenmann, Vizepräsident Dr. J. Ornstein, die Kultusvorsteher Dr. E. Feldsberg und Berthold Sinai, von der weiblichen Fürsorge die Präsidentin Dir. Uli mann und die Vizepräsidentin Sofie Grünfeld, eine starke Vertretung der „Union" und der Jugend-Union, zahlreiche Damen der verschiedenen Frauenvereine u. v. a. Das Programm wurde hauptsächlich von Darbietungen der Döbb'nger Kleinkunstbühne „Die Stachelbeere" bestritten. Hierauf sangen, von Prokurist Ludwig Kettn er. der auch die Erschienenen herzlichst begrüßte, gut konferiert Herr und Frau Frank Arien und Lieder und errangen mit ihren prächtigen Stimmen großen Beifall. Um den Erfolg des Abends waren die rührigen Vorstandsdamen des Vereines eifrig bemüht, der unter der umsichtigen Leitung der Frau Babette Rosenmann steht. Universitätsprofessor Dr. Hans Hetze spricht am Montag, den 12. d. M., 8 Uhr abends, im Vereinsheim, IX., Säul'engasse 20. über „Wien und die Juden". Karten von 50 g bis 1 S täglicäi im Vereinsheim, IX., Säulengasse 20, von 4 Uhr nachm. bis 9 Uhr abends erhältlich. Telephon A 16-7-78._ Konkurs. Beim unterfertigten Bethaus-Verein gelangt die Stelle eines musikalisch gebildeten Kantors zur Besetzung. Bewerber, die einen streng rel'giösen Lebenswandel führen müssen, Bai Kore und Bai Tokeoh sein müssen, haben ihre Gesuche bis spätestens 28. Februar beim gefertigten Vorstande einzubringen. Nur österreichische Bundesbürger werden berücksichtigt, geth Hamidrasch Ohel Abraham, IX.. Grünetorgasse 28. fifiteldtt££l^ Wien L, Seitenstettengasse 2, Tel. ü 28-1-28 XL, Zentralfriedhof, KtHttll. (K, Tel. ü 18-0-85 Ein tragisches Lebensende. Der kürzlich im Baseler Exil verstorbene Nobelpreisträger Prof. Fritz Haber, einer der bedeutendsten Vertreter der modernen Elektrochemie, einer der größten Chemiker unseres Zeitalters überhaupt, war bekanntlich jüdischer Herkunft. Die letzten Jahre des Lebens Fritz Habers waren von einer schweren Tragik umwölkt. Er, der so sehr im Deutschtum aufgehen wollte, daß en aus der jüdischen Gemeinschaft austrat und die Taufe nahm, er. der im Kriege der deutschen Kriegsführung durch seine Erfindung des synthetischen Stickstoffes aus der Luft aus einer schweren Verlegenheit heraushalf, mußte es erleben, daß eine „deutsche Bewegung", die die Ausmerzung alles Jüdischen und von Juden Abstammenden auf ihre Fahne geschrieben hat die Gewalt über das deutsche Volk errang. Obwohl er, Haber, nicht unter das Beamtengesetz fiel, trat er nach dem Siege Hitlers von der Leitung der Kaiser Wilhelm- Gesellschaft zurück und legte so eine der höchsten Würden nieder, die einem deutschen Gelehrten zuteil werden können. Wie es hieß, hatte er im letzten Jahre Versuche gemacht, sich wieder dem Judentum zu nähern. Habers Erfindung des synthetischen Stickstoffes hat bewirkt, daß die für die Explosionsstoffe unentbehrliche Salpetersäure und der für Getreide, und Rübenbau unentbehrliche Salpeter im Inland hergestellt werden konnten. Der Zusammenbruch Deutschlands im Kriege ist dadurch um mindestens zwei Jahre hinausgeschoben worden. Dennoch hat ihn das neue Deutschland so behandelt, nls ob er ein Feind des Vaterlandes gewesen ist. Schon als schwerkranker Mann, ein paar Monate vor Erreichung der Altersgrenze, erhielt er die Aufforderung, seine Assistenten Professor Freundlich und Professor Polanyt wegen ihrer Abstammung zu entlassen. Er beantwortete diesen Erlaß mit seinem sofortigen Rücktritt. Ein paar Monate nach dem Umsturz kam der junge Diplomat Planck, ein Sohn des Nobelpreisträgers, nach einem Aufenthalt in Ostasien zur Audienz zum Reichskanzler. Hitler fragte ihn: „Sie haben wohl jetzt im Ausland ordentlich auf uns schimpfen hören?" „Ja", sajrte der junge Planck besonders der Rücktritt von Haber hat einen sehr peinlichen Eindruck gemacht!" Darau? dichte sich Hitler um, ging zum Fenster und trommelte auf die Fensterscheibe. Der Beamte war in Ungnade entlassen. Weshalb sind die Vortreffllch-Mazzoth so beliebt? Sie werden nicht nach einem Rezept erzeugt, sondern nur mit Mehl und Wasser. Sie werden in Lehmöfen gebacken, zum Unterschied von allen anderen Erzeugnissen, die in Eisenöfen hergestellt werden. Dadurch die Schmackhaftägkeit! Die Vortrefflich-Mazzoth werden auf Wunsch besonders dünn, wie kein anderes Fabrikat hergestellt Die bestrenommierte Mazzoth-Fabrik Vortrefflich, IL, Obere Augartenstraße 52. Telephon A 41-4-76, deren neue Pächter Weintraub & Porjes sich in Fachkreisen größter Beliebtheit erfreuen, steht unter der Aufsicht des ehrwürd. Rabbinates den Wiener Kultusgemeinde (Rabbiner Josef Babad). MgMttUNttQ IlUöicnisdics Könlgslichf Seit vielen Jahren das anerkannt beste irzeilli rafrmsvi Man achte auf die gas. gesch. Mark« „Hyfilen. Königslicht" und Name Schulz Fabrik und Büro: Wten XIV., Braunhlrschangasssa S Telephon R 33-1-87 GROSSFLEISCHHAUEREI IIEGM. KORNMEHL WIEN IX* BIMOASSR NR. 1» FILIALE i XW1II., WAmRINOIRSTRASSB «t Ttbphoa Nr. A 17-349 na d A 18-9-34 Lieferant für Hallanstalte» AbteilungemarKoscherfleisch unter Aufsieht de« ehrer. Rebblnaten der ler. K«ltaaa«M«iad« Wien. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich PriBM-Qualität zu den billigsten Marktpreis« Für den Kenner ist es kein Witz, sondern er versteht den Ernst der Aufforderung: ..Geh' doch zum Schmidl und nicht zum Schmid!" Denn er weiß sofort, wer da gemeint ist, wenn wenige Wochen vor dem herannahenden Pessach-Fest dieser Ruf an ihn ergeht Er weiß, wer der treffliche Schmidl ist niemand anderer als der bewährte Erzeuger der ausgezeichneten Schmidl-Mazzes. Hern Nathan Brodetzky. Wir haben dieser Tage wieder die bewundernswerte Fabrik in Flöridsdorf, wo diese wahie Kostbarkeit erzeugt wird, besichtigt. Immer wieder muß man die maschinellen Vorrichtungen, strengste Reinlichkeit und Ausnützung der modernsten technischen Errungenschaften in den Fabriksräumen, in denen zum Großteil jüdisches Personal arbeitet, bestaunen, die da geboten werden. Es ist eine wirkliche Meisterleistung des Inhabers der Fabrik. Herrn Nathan Brodetzky, der als Jude wie als Kaufmann in Wien mit Recht einen überaus geachteten Namen besitzt. Sein Fabrikat hat Weltruf, das beweisen die vielen Bestellungen, die aus dem Auslande ihn erreichen. Das jüdische Wien selbst aber wird seinen Bedarf an Schmldl-Mazzoth wie an der bekannten Spezialmarke N. B.-Mazzoth Grieß und Farvel auch heuer rechtzeitig eindecken in der Lebensmittelhandlung des Herrn Brodetzky, IL, Leopoldsgasse 43. oder in allen besseren einschlägigen Geschäften. Denn man besitzt auf Grund jahrelanger guter Erfahrungen restloses Zutrauen zu diesen schmackhaften Erzeugnissen, die unter Aufsicht des Herrn Rabbiners Babad hergestellt werden. VereinsnadkricSkien. Der Tempelverein für die Bezirke Wieden- Margareten (V., Siebenbrunnengasse la), hält Sonntag, den 11. d. M.. um /410 Uhn vormittags, im Tempelgebäude, seine 59. ordentliche Generalversammlung ab. Der Brigittenauer Israelitische Frauen-Wohltätigkeitsvereiu, der unter der umsichtigen Leitung der rührigen Präsidentin Frau Olga Friedmann steht, veranstaltet am Sonntag, den 11. d. M.. 4 Uhr nachmittags, im Festsaale des Hotel Continental sine Akademie (mit anschließendem Tanz), deren Erfös den Armen dieses an Elend so reichen Bezirkes zufließt. Conference: Hugo Knepler. Mitwirkend u. a.: Kurt Fuchsgetb (Violine) und das Mitglied der beliebten Kleinkunstbühne „Literatur am Naschmarkt", Fräulein Franya Frey. Der isr. Tempelverein Mariahllf-Neuban veranstaltet am Sonntag, den 11. Februar 1934, um %9> Uhr abends, in seinem Gotteshause. VI.. Schmalzhofgasse 3, ein Liturgisches Konzert, ausgeführt vom Wiener Jüdischen Gesangverein unter Mitwirkung des Herrn Oberkantors A. Lewin. Karten ä S 5.— in der Tempelkanzlei yon 11 bis 13 Uhr. Verein für jüdische Geschichte und Literatur In Wien IL Montag, den 12. d. M. %8 Uhr abends, findet im Klubsaale I., Wiesingerstraße 11 (Cafe Atlashof, eigener Eingang, Souterrain), ein Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. M. Rosenmann über „Die polemische Literatur der spanischen Juden im 15. Jahrhundert" statt. Eintritt frei. Gäste willkommen. Nach dem Vortrage findet eine Generalversammlung statt an der nur Mitglieder teilnehmen dürfen. Brigittenauer Tempelverein. Die Generalversammlung findet Dienstag, den 13. d. M., 6 Uhr abends, im Restaurant Kohn, XX.. Heinzelmanngasse I. statt. Joseph Schmidt bei der „Hakoah"-Redoute. Die aus Anlaß des 25jährigen Bestandes der „Hakoah" in sämtlichen Konzerthaussälen am 17. d. M. stattfindenden R e d o u t e wird auch eine Akademie bringen, für die eine Reihe namhafter Künstler bereits gewonnen wurde. So hat auch Joseph Schmidt zugesagt, nach seiner Rückkehr von der Schweizer Konzerttournee bestimmt bei der Redoute zu erscheinen und mitzuwirken. Karten für die Redoute sind zum Preise von S 8.— im Vorverkauf bei Kassa Dr. Hohenberg (Operngebäude), Kartenzentrale, I., Graben 28, im Konzerthaus selbst und im Danksaäun^. Außerstande, all denen einzeln zu danken, die uns anläßlich unseres schweren Verlustes ihre Anteilnahme bezeugt haben, bitten wir auf diesem Wege den Ausdruck unseres innigsten Dankes entgegenzunehmen. Ganz besonders danken wir dem verehrlichen Präsidium der Israelitischen Kultusgemeinde, dem Gesamtvorstand des Schönlatern-Bethausvereines und allen übrigen Korporationen, die uns ihr Mitgefühl zum Ausdruck brachten. Paula Kohn — Familien KHmt i.;* i •» Y | mmu\ Till! -^^aMaaatasi^^