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Die Wahrheit · 1934-01-12 · Heft 2 (12.1.1934) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1934
Issue
Heft 2 (12.1.1934)
Date
1934-01-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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WAHRHEIT Seite 7 Spazialhaua für Wolle and Striekaarne Moritz Nagel Wien, 2. Bez., Tatoorstraße Nr. 17 Fabriksniederlage. Wirku. Strickmoden Telephon A 45-8-69 _ tur nicht nur bereichert, sondern befruchtet. Besonders hat er in seinem 16 Bände füllenden großem Werke „Bet ha Midrasch" sich als unerschöpflicher Forscher für ewige Zeiten bewiesen. Als Gelehrter war er größer denn als Lehrer. Wer das Glück hatte, ihn zu hören, dem wird er unvergeßlich bleiben, er modulierte in einziger Art den Inhalt seiner Rede — bald war es, als hörte man ein säuselndes Wehen, sanft, mild und angenehm, bald erzitterte die Stimme, wurde mächtig, gleich einem tobenden und tosenden Sturm anschwellend. Doktor Jellinek war, der damaligen Zeitepoche gemäß, ein glühend begeisterter Kämpfer für Zion, ein das Recht verfechtender Anwalt des Judentums, gerade in der politischen Zeit der Reaktion. Der Freiheit eine Gasse bahnend, lebte und strebte er für den Liberalismus — dachte an einen dauernden Bestand der Freiheit. Nur zu bald kam aber die zweite Reaktion mit Stöcker in Deutschland, mit Rohling in Oesterreich; damals wurde er zum Kämpfer, zum prophetischen Seher mit Doktor Bloch und Dr. Güdemann, voraussehend die schweren Verhältnisse der heutigen Zeit. Nun las Dr. Feuchtwang eine Stelle aus der Rede Dr. Jellineks, die dieser 1858 anläßlich der Schlußsteinlegung im Leopoldstädter Tempel gehalten hat, sowie eine feierliche Stelle aus der Rede, welche er 1859 am Schabos Bechukotai hielt, welche den Ausspruch „Und dennoch" in großartiger Weise erörtert. Jellineks Predigten offenbaren sein jüdisches Herz, das er mitten im Kampfe gegen Roheit und Barbarei mit großer Verantwortung bewiesen hat. Wer so wie dieser große Gelehrte gewirkt hat, ist eines dauernden Gedenkens wert. — ele schamaus bene Jisroel — der Name steht ehrenvoll unter den Namen der Kinder Israel! — Für alle Zeiten secher zadik liwrocho. Die Gedenkrede des Herrn Oberrabbiners Doktor Feuchtwang für seinen berühmten Vorgänger machte stärksten Eindruck auf die zahlreichen Zuhörer. Rudolf Kraus, Amtsleiter i. R. Professor Artur Wolf. Der bestbekannte, allseits beliebte Gesangspädagoge Artur Wolf wurde dieser Tage vom Bundespräsidenten durch Verleihung des Professortitels ausgezeichnet. Dies© wohlverdiente Auszeichnung hat einen tüchtigen Vertreter seines Faches betroffen, der nicht nur als Gesangslehrer sich bereits einen Namen gemacht hat, sondern auch durch Herausgabe seiner Werke „Gymnastik des Gesangsapparates" und „Kritik -der einseitigen Gesangsmethoden" sein tiefes Verständnis, seine leägene Durchbildung und sein verständnisvolles Eindringen in die Technik und Materie der Stimm- und Gesangsbildung dargetan und dadurch die Aufmerksamkeit der Berufskreise auf sich gelenkt hat. Diesa ausgezeichneten gesangspädagogischen Arbeiten fanden sowohl in der Presse als auch in beruflichen Kreisen vielfache Anerkennung, besonders hervorzuheben sind die in den Wiener Tagesblättern erschienenen durchwegs lobenden Besprechungen von Prof. Schnabel, Dr. Paul Stefan, Prcf. Fröscheis und Prof. Hugo Stern. Professor Artur Wolf darf sich mit dieser volle Anerkennung bedeutenden Auszeichnung freuen, mit dem Bewußtsein, daß wahres Können gewertet wird. Professor Wolf hat auch in Kantorenkreisen einen guten Namen, da er sich bei der stimmtechnischen Heranbildung von Kantoren wiederholt bewährte und seine Meisterschaft bewies. Wir gratulieren Herrn Professor Wolf zu seiner Auszeichnung und wünschen ihm weiter© recht große Erfolge. Oberk. Isidor L ö w i t. Gemeinde - tfkronik Belgrad. Der Oberrabbiner von Jugoslawien. Dr. Isak A1 k a 1 a y feiert jetzt das 10jährige Jubiläum seiner Tätigkeit in diesem Amte. Dr. Alkalay wurde 1881 in Belgrad geboren und beendete seine Studien in Wien. 1911 wurde er Oberrabbiner des Königreiches Serbien. In den Jahren 1914 und 1915 weilte er in England, 1917 und 1918 in Amerika, wo er für den Gedanken der Vereinigung der Jugoslawen wirkte. Er schrieb eine viel beachtete Studie über die jugoslawische Judenheit. . Im öffentlichen Leben Jugoslawiens ist er sehr aktiv und wurde mehrmals für seine Verdienste ausgezeichnet. Er ist als Vertreter des Judentums Mitglied des jugoslawischen Senats. Brüssel. Die belgische Regierung hat Max Gottj.chalk zum Vizepräsidenten des beim Ministerium für Arbeit und Industrie eingerichteten nationalen Krisenfonds ernannt. Gottschalk, eine im öffentlichen jüdischen Leben Belgiens tätige Persönlichkeit, ist auch Präsident des belgischen Hilfskomitees für die deutschen Emigranten. Todesfall. Am 9. Jänner wurde Herr Kommerzialrat Carl Weis, der nach langem schweren Leiden knapp vor Vollendung seines 80. Geburtstages verstorben ist, zu Grabe getragen. In der Zeremonienhalle hätten sich in Vertretung der Kultusgemeindte Vizepräsident Dr. J. Ornstein. weiters der gesamte Vorstand ,des Tempelvereines Favoriten, des Humanitätsvereines und Frauenvereines des 10. Bezirkes, eine Abordnung des Zentralvorstandes und der Bezirksorganisatäo.i ravonten der „Union österreichischer Juden" und der ^Chewra Kadischa sowie zahlreiche Freunds und Weggefährten des Verstorbenen eingefunden. In ergreifender •Weise versah Oberkantor W ei ß (Favoriten) die •Jcantoratet Funktion, an die sich die Trauaranspracbe des Rabbiners Dr.Weiner anschloß, der die hohen mensch- Wlen I., Seltenstettengasse 2, Tel. ü 28-1-28 XL, ZentraHriedhof, lAa In I. CK, TeL ü 18-0-85 Hschen und kaufmännischen Qualitäten des Verblichenen schilderte. An der Bahre sprachen sedann Präsident Dr. Ornstein für die Kultusgemeinde. Med.-Rat Dr. Back für den Humanitätsverein, Jakob S. Straßberg für den Tempelverein und Leopold Grünspan für die „U.iion" und ein Vertreter der Branchenkollegen Worte des Gedenkens und des Dankes für all die jahrzehntelangen erfolgreichen tatkräftigere Bemühungen des Dahingeschiedenen auf den verschiedensten Gebieten seines Wirkens und Schaffens. Eine unendlich lange Reibe von Trauergästen folgte dann dem Sarge zur letzten Ruhestätte. Möge die große und innige Anteilnahme den Familienangehörigen des Verstobenen zum Tröste gereichen. ..Wohlfahrt" (Verein zur Erhaltung der israel. Kinderbewahranstalt) — „Zukunft" ('Israel. Handwerkerverein). Die beiden ältesten jüdischen Wiener Wohlfahrtsvereine veranstalten heuer gemeinsam eine Theatervorstellung und bitten, die eminent wohltätigen Zwecke dieser Veranstaltung durch Abnahme von Karten zu unterstützen. Die Vorstellung findet Sonntag, den 21. Jänner 1934. um halb 4 Uhr nachmittags im Dautschen Volkstheater statt. Zur Aufführung gelangt das erfolgreiche Lustspiel: „Sextett" von Gregor Schmitt in erster Besetzung. — Bestellungen für Kauten werden entgegengenommen: beim Sekretariat Zimmermaler Kohn empfiehlt sich zur Ausführung von Malerarbeiten jeder Art II., Rolcnkreuzgasse 3 Tel. A4S-9-37 des Vereines „Wohlfahrt". IL Schiffanitsgasse 15. Tel. Nr. A 45-0-79. und bei der Direktion des Lehrlingsheimes „Z u k u n f t" IX.. Grünentor gösse 26. Telephon Nr. A 16-3-23. Der jüdische Frauenverein Landstraße (Präsidentin Frau Dr. Erna Schwarz-Hiller) veranstaltete kürzlich eine Chanukafeier für seine Schützlinge, bei welcher 65 alte Leute und 21 Kinder mit Wäsche, Kleidern sowie Lebensmitteln beteilt wurden. Eine ergreifende Ansprache des Herrn Rabbiner Professor Doktor K u p f e r an die Anwesenden beschloß bei einer reichlich gedeckten Tafel das schöne Fest. Außerdem wurden 7300 Kilogramm Kohle zur Verteilung gebracht. — Der Verein veranstaltet am 27. Jänner 1934 um 8 Uhr abends im Hotel „Continental" eine Akademie mit Tanz unter Mitwirkung erstklassiger Kunstkräfte und bittet auch auf diesem Wege um zahlreichen Besuch. Karten bei den Vorstandsdiamen oder am Abend an der Kassa. Das Damenkomitee des Ausspelsunjtsvereines „Obel Rachel" veranstaltete am vergangenen Sonntag nachmittags im Festsaal des Hotel. „Continental" eine Wohltätigkeitsakademie mit Tanz, die einen Besuch aufwies, wie ihn nur wenige Veranstaltungen gleicher Art buchen können. Der geräumige Saal war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt, er mußte sogar polizeilich gesperrt werden, so groß war der Andrang. Dieser kolossale Besuch war ein Verdienst des Damenkomitees, an dessen Spitze die eifrige Frau Henriette Fuchs steht und mehrerer rühriger Herren des Vereinsvorstandes. Ihren Bemühungen ward ein finanzieller Efolg zuteil, der es ermöglicht, das schöne Werk des Ausspeisungsvereines in seiner bekannt großzügigen Weise fortzuführen. Aber auch in künstlerischer Hinsicht darf man den Nachmittag als durchaus gelungen bezeichnen, dessen Arrangement in Händen des Herrn Siegfried flQgienisdies HönlgslicM GROSSFLEISCHHAUEREI SIE GM. KORNMEHI •«■■■■■■■MMMBMMMMHBBBMBHBaHMMMHiaa warn ix* bemoass« nr. i»! ■IlMLRi XVIII., WAHRHiCURSTRASSS •? Telephon Nr. A 17-349 tu it * 184-34 Lteteraat fOr H«jll«w»Utt«m AbteilungenfflrKoscherfleisch ■ater AaffsieM «las ehr-ar. RaabtaatM tfar lar. Kaltnsoaai«ia*l« »Tie«. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zn den billigsten Marktpreis«! Mauner lag. Von Redakteur Oskar Hirschfeld konferiert, erschienen Künstler, die ihr Bestes gaben. Wir erwähnen namentlich die reizenden Darbietungen der Schülerinnen und Elevinnen der Tanzschule Trude Godwyn. die Vorträge der herzigen Gerti Landau, den ganz ausgezeichneten Cellovirtuosen Ernst W a s s i n g. Besonders gefielen die stimmungsvollen Rezitationen von Fräulein Rosl Saphier, die Gesangsvorträge des sehr talentierten Fräulein Gerti Donath und die jüdischen Volkslieder, die der bekannte Meister auf diesem Gebiete Dr. Max H ö n i g vortrug. In einer gehaltvollen Ansprache dankte Vorstandsmitglied Adolf Gesund allen Erschienenen, unter denen man insbesondere den Vizepräsidenten der Kultusgemeinde Dr. J. Ornstein und die Kultusvorsteher Dr. Leo Landau und Berthold Sinai bemerkte, für ihre dem Vereine Der Brautausstattungsverein für arme Kid. Waisenmädchen (Obmann S. Btichsbaum) hat in der letzten Sitzung beschlossen, zwölf Mädchen auszustatten. Es gebührt dem Vorstande, der unermüdlich zum Wohle armer Mädchen Ersprießliches leistet, besonderer Dank. Es ist aber auch Pflicht der jüdischen Bevölkerung, die Bestrebungen dieses humanitären Vereines zu fördern und durch Spendenbeiträge zu unterstützen. Verein „Treue Brüder*4 (Obmann David Frankel) mit dem Sitze Cafe Buchsbaum, II., Kl. Pfarrgasse 21, veranstaltete am 3. Jänner eine Theatervorstellung, die bis auf das letzte Plätzchen besetzt war. Das Reinerträgnis dieser Veranstaltung wurde zur Gänze dem humanitären Zwecke zugeführt. Unter den Gästen sah man die Ehrenprotektoren des Vereines, die Herren Rabbiner Dr. M. Gerstl, Dr. med. B. Lauterstein, viele Delegierte humanitärer Vereine und prominente Persönlichkeiten öffentlicher Institutionen. Der jam Vizepräsident Herr S. Buchsbaum begrüßte in seiner Festrede die Erschienenen und teilte mit, daß* der Verein heuer 700 Personen zu Pessach beschenkte, viele Witwen. Waisen und notleidende Greise reichlich unterstützte, bei Delogierungsfällen den Zins bezahlte, armen Kranken Kurbeiträge gewährte und jetzt im Winter viele armen Familien mit Kohle versorgte. Die Theatervorstellung gefiel allseits und! die darstellenden Künstler fanden reichen Beifall. Diesem Verein, der so Ersprießliches für notleidende Arme leistet und segensreich wirkt, gebührt besonderer Dank und Unterstützung. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis (IL, Taborstraße 59. Tel. A-42-3-16) bittet die p. t. Arbeitgeber, angesichts der Notlage der jüdischen Arbeitslosen um Anmeldung ihres dauernden oder vorübergehenden Bedarfes an qualifizierten kaufmännischen Angestellten, Arbeitern, Handwerkern und Hauspersonal aller Art bei dem angeführten Verein. Mitgeteilte Wünsche werden sorgfältigst berücksichtigt. Der Schwimmklub Hakoah. der einzige Wiener jüdische Schwimmklub, führt vom 15. Jänner bis 15. Februar 1934 eine großzügige Werbeaktion durch. Neun erstklassige Trainer stehen für die Sportausübenden zur Verfügung. Während der Wintermonate bleibt ein großer Teil des Bassins für Badende reserviert Kalte und warme Duschen, Damen-Gymnastik, Kraulkurse für Anfänger und Vorgeschrittene, kostenlose sportärztliche Untersuchung, Veranstaltungen, Geselligkeit und Zerstreuung im eigenen Klubheim. Tischtennis. Während dieses Werbemonats können Interessenten ohne Einschreibgebühr als Vollmitglieder beitreten. Nötig hiezu ist ein Exemplar dieser Zeitschrift mit dem Werbeartikel. Der Monatsbeitrag ist sehr gering und beträgt für Zöglinge bis zum vollendeten 17. Lebensjahr S 1.—, für die Aelteren S 2.- sowie S —.50 Badegebühr pro Abend. Die Schwimmabende sind jeden Dienstag von X7 bis 8 Uhr und jeden Donnerstag von K7 bis 'A9 Uhr abends im D i a n a b a d. Anmeldungen vor Beginn der Klubabende im Dianabad. Die Hakoah hofft, durch Gelingen dieser Aktion einerseits zur Ertüchtigung der jüdischen Jugend beizutragen, anderseits gibt sie allen jenen, die sich die Einschreibgebühr nicht leisten können, ohne größere Kosten Gelegenheit zum Schwimmen. Jüdische Bühne II.. Praterstraße 60. Tel. R 43-4-59. Ab Freitag, den 12. Jänner, täglich: ,.OJ AMERIKA" Musikalische Komödie in 3 Akten von N. Stuczkow. Musik von Scb. Sekunda. Mit dem amerikanischen Operettenpaar Mae Schoenfeld and Irving Jacobson.

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