Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1934
- Issue
- Heft 1 (5.1.1934)
- Date
- 1934-01-05
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Für Hochzeiten u. Vereine schöner Saal oder Klubräume mit Klavierbenützung zu vergeben. Restaurant Herlinger II., Taborsiraße IS Gute Küche, billige Preise, große Auswahl in Mittag- und AbendinenOs I Kommerzialrat Edmund Hacker 1 lienischen Judentum seine geistigen Führer geben wird. Im Rahmen der Feier hielt Professor Cassuto die Eröffnungsvorlesung des Seminars. Sem Thema lautete: „Rom und der Judentumsgedanke'-. Das Seminar wird jetzt von etwa 25 Hörern besucht. t Bei einem ieierlichen Gottesdienst im Tempel von Rom den der Verband der jüdischen Gemeinden Italiens anläßlich der 25jährigen Rabbinertätigkeit des Oberrabbiners von Rom Professor Dr. Angelo Sacerdoti veranstaltet hat, wies Rabbiner Sacerdoti in seiner Rede besonders aui die Notwendigkeit des Zusammenhalts aller Juden in dem gegenwärtigen historischen Augenblick hin und sprach insbesondere gegen die Mischehe. Dem Oberrabbiner sind zahlreiche Begrüßungstelegramme aus allen jüdischen Gemeinden Italiens und der Kolonien anläßlich seines Jubiläums zugegangen.___ Palästina-Nachrichten. Die Ausweisung der illegal ins Land gekommenen Juden wid mit unverminderter Schärfe fortgesetzt. Letzthin wurde ein jüdischer Schuhmacher Elijahu Cohen, der 1908 im Alter voii einem Jahr nach Palästina gekommen isr. festgenommen. Erst nach Hinterlegung einer Kaution wurde er freigelassen, damit er Gelegenheit hat. zu beweisen, daß er seit seiner Kindheit im Lande ansässig ist. Eine Anzahl bucharischer und afghanischer Juden mit ihren Familien, darunter kleine Kinder, wurden teslgienommen und sind von Ausweisung bedroht. * John Farraday, der britische Polizeioifizier,der bei den gefährlichen Unruhen in Jaffa am 27. Oktober energisch einschritt und dadurch eine Ausdehnung der Unruhen verhinderte, ist, offenbar auf Grund arabischer Klagen, auf Befehl der Regierung nach Beerscheba versetzt worden, wohin er sich Mitte Jänner 1934 begeben wird. Das Verhalten John Farradays bei den Unruhen wird von Augenzeugen und von allen Kennern der Verhältnisse als mustergültig, ja als heldenhaft gekennzeichnet. Nur ihm sei es zu verdanken, daß die Unruhen nicht einen gefährlichen Umfang angenommen hatten. Zwischen der Exekutive des Welt-Misrachi und der Leitung der Weltorganisation Agudas Jisroel werden gegenwärtig Verhandlungen über Einberufung eines Weltkongresses des religiösen Judentums nach Jerusalem geführt. Hauptziel des Kongresses wird die Schaffung einer jüdisch-religiösen Front für den Aufbau Palästinas sein. Seitens der Regierung wird der JTA mitgeteilt, daß demnächst im Jerusalemer Regierungsgebäude ein zentrales statistisches Amt eröffnet werden wird. Chef des neuen Departements ist Eric Mills, der im November 1931 die Volkszählung in Palästina geleitet hat. _ Auszeichnung. Der Bundespräsident hat auf Antrag der Bundesregierung dem Präsidenten des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft Leopold Langer das Große Ehrenzeichen der Republik Oesterreich verliehen. Diese Auszeichnung ist dem Präsidenten Langer durch den Handelsminister Stockinger in einer Versammlung des Gremialrates. an der auch^die ObmäiEier aller kaufmännischen Vereinigungen Wiens, ferner die Vertreter des Hauptverbandes der Kaufmannschaft und des Wiener Handelsgenossenschafts-Verbandes sowie die Leiter der Institutionen des Gremiums und zahlreiche Beamte des Gremiums teilnahmen, in feierlicher Weise überreicht worden. Der Handelsminister würdigte bei diesem Anlässe diei außerordentlichen Verdienste des Präsidenten Langer um das österreichische Wirtschaftsleben und beglückwünschte ihn auch als vormaliger violjähriger Mitarbeiter im Gnemium der Wiener Kaufmannschaft. Anschließend feierten auch Vizepräsident V i n z 1. Kammerrat Mar kl und Sekretär Dr. Brichta die Verdienste des Ausgezeichneten und brachten ihm im eigenen Namen und im Namen ihrer Mandatare Glückwünsche dar. Alle, die das Wirken des allseits verehrten Präsidenten kennen, empfinden ob der ihm zuteil gewordenen ganz besonderen Ehrung lebhafteste Genugtuung; wir beglückwünschen ihn als treues Mitglied unserer Gemeinde, als Wohltäter an Armen und Bedürftigen und als Menschen, der in seinem glänzenden sozialen Aufstieg sein gutiges und wohlwollendes Wesen sich Der Josefstädter Tempelverein, dessen Leitung seit der Gründung in den Händen hervorragender jüdischer Persönlichkeiten liegt, zählt seit seinem Bestände zu den prominenten Wiener Tempelvereinen. Sein 25jähriges Jubiläumsfest, das vor einigen Jahren gefeiert wurde, war ein Freudenfest für das ganze jüdische Wien. Die schwere Krisenzeit hat auch diesen Verein nicht verschont. Die materiellen Verhältnisse sind trotz der großen Opferwilligkeit sesner Mitglieder alles' eher denn günstig und sein derzeitiger Präsident, der in Wien allseits beliebte und geachtete Großindustrielle Kommerzialrat Siegmund F e I d m a n n. hat einen harten Kampf zu bestehen, um das prächtige Gotteshaus in der Neudeggergasse erhalten zu können. In den letzten Jahren sind dem Vorstande dieses Vereines einige wackere und edle Persönlichkeiten durch den Tod entrissen worden, u. a. der unvergeßliche Präses Dir. Anton Stein, das langjährige Vorstandsmitglied Kommerzialrat Ph. W e i ß. das Vorstandsmitglied Dr. Karl Müller, Männer, die jahrzehntelang ihr Bestes für diesen Verein geleistet haben. Nun ist ihnen der Vornehmsten einer gefolgt: Kommerzialrat Edmund Hacker, der hochbetagt am 28. v. M. nach kurzer Krankheit seine gütigen Augen für immer geschlossen hat. Edmund Hacker war eine Persönlichkeit, wie man sie in der heutigen Generation leider so selten findet. Herzensgüte, Bescheidenheit und Rechtschaffenheit zeichneten diesen Mann aus. Wer das Glück hatte, diesem edlen Menschen nahezustehen und persönlich mit ihm zu verkehren, der mußte zur Einsicht gelangen, daß, so lange Menschen vom Schlage Edmund Hackers existieren, uns um das Judentum nicht bange sein darf. Es sind das Charaktere, die das Judentum ehren und ihm ewigen Bestand sichern. Und auf sie könnte man den Spruch der Heiligen Schrift anwenden: Ulai iimozun schom esrim Zadikim. Wenn eine Gemeinde nur zwanzig solcher Gerechten besitzt, dann bleibt sie vor jedem Ungemach beschützt. Und Edmund Hacker war einer der Gerechtesten von den biblischen Zwanzig, die die Geschicke des Josefstädter Ternpelvereines leiten. Er war jahrzehntelang ihr Stolz und ihre Zierde. Und wenn einst der Josefstädter Tempelverein mit Gottes Hilfe die Hundertjahrfeier seines Bestandes begehen wird, so wird unter all denen, die sich um das Wiener Judentum, insbesondere um den Josefstädter Zimmermaler Kohn empfiehlt sich zur Ausführung von Malerarbeiten jeder Art II., Rotankreuzgasse 3 Tel. A4S-5-37 bewahrt hat. Möge er sich noch lange, lange Jahre zuteil gewordenen Auszeichnung erfreuen der ihm D?f J^m0?1^ - des Ausspeisumssvereines „Obel Rachel (Präsidentin Frau Henriette Fuchs) veranstaltet am Sonntag den 7. Jänner um halb 4 Uhr nitsYtmiH'iaii im resKSfl, Häc H.i.l i - »vmno"»."-- .' c. . , ~~v Manual um naio nachmittags, im restsaal des Hotel Continental IL. Taborstraße. eine Künstler-Akademie unter Mitwirkung erstklassiger Kunstkräfte. Anschließend Tanz Das Rednarträgnis dieser hervorragenden Veranstaltung fließt der kostenlosen Ausspeisung armer Glaubensgenossen zu. Tempelverein verdient gemacht .haben, in größter Verehrung und Dankbarkeit' genannt" werden, der Name seines langjährigen Vizepräsidenten, Kommerzialrat Edmund Hacker. Josef Grob. * Das Leichenbegängnis des Herrn Komm.-Rates Edmund Hacker fand am vergangenen Sonntag auf dem Zentralfriedhof (I. Tor) unter einer Beteiligung statt, die so recht die große Beliebtheit dieses prächtigen Menschen bewies. Nach der von innigen Schmerzgefühlen erfüllten Rede des Herrn Rabbiner Dr. M. Bauer, der als persönlicher Freund dies Heimgegangenen dessen edles Wesen charakterisierte, traten Vertreter vieler jüdischer und wirtschaftlicher Organisationen an die Bahre, um in bewegten Worten Abschied von dem teuren Toten zu nehmen und ihm Dank für sein aufopferndes Wirken im Dienste der Allgemeinheit zu sagen. U. a. sprachen der Obmann des Josefstädter Tempelvereines, Komm.-Rat Sigmund Feldman n. der mit dem Gesamtvorstand und zahlreichen MEtgliedern erschienen war. Kultusvorsteher Dr. Paul Raumann für den Waisenverein. Abgeordneter V i n z I für das Gremium der Wiener Kaufleute u. v. a. Die kantorale Funktion versah Oberkaator L e w i n in inniger Weise. Henry Morgenthau amerikanischer Schatzkanzler. Präsident Roosevelt hat das Rücktrittsgesuch des Schatzsekretärs Wood in angenommen und Henry Morgenthau zu seinem Nachfolger ernannt. Morgenthau, der schon während der Abwesenheit Woodins die Amtsgeschäfte führte, wurde bereits beeidigt. (Henry Morgenthau ist bekanntlich Jude.) Blau-weiße Uebertreibungen. In der letzten Sitzung des. Kultusvorstandes erstattete der zionistische Obmann der Schulkommission, Professor Moses Rath, einen ausführlichen Bericht über die Bemühungen der Kommission auf dem Gebiete des jüdischen Unterrichtswesens. Dieser Bericht wird in der „Stimme" in großer Aufmachung veröffentlicht und mit der einleitenden Bemerkung versehen, daß er „die Reform des unzulänglichen und unter der Herrschaft der .Union' verknöcherten Religionsunterrichtes" beweise. Man lese diesen Bericht nach und sage uns, wo die „Reform" gelegen ist. In allem, was die neue Schulkommission unternimmt, wandelt sie die Pfade, die ihr die frühere Kommission unter Leitung des Obmannes Dr. Josef T i c h o gewiesen hat, Pfade, die auch der Zionist Prof. Rath als durchaus gängbar anerkennen muß. Es gehört eben zu den Methoden der Jüdischnationalen, auf ihr Konto zu buchen, was andere begonnen haben. Gemeinde - €fn*onift New York. Professor Albert Einstein und der jüdische Gouverneur von New York. Oberst Hexbert H. Lehman, waren Ehrengäste bei der Chanukkah- Feier des New Yorker Makkabr. die 20.000 Mensche« in Maddson Square Garden versammelt hat. Gouverneur Lehman sagte in seiner Ansprache: Das heutige Deutschland hat die Liebe verraten, die die deutschen Juden diesem Lande durch tausend Jahre gegeben haben. Aber der Geist des Rechtes wird unter dem deutschen Volke wiederum die Oberhand gewinnen. Gouverneur Lehman forderte die Versammelten auf. den deutschen Juden jede mögliche Unterstützung zu gewähren. „Hanigun" singt. Der durch seine sensationellen Erfolge bekannte Chor „H a n i g u n", die 30 jüdischen Sänger (Leitung Ch. W i n a w e r), singt im Tempel Kluckygasse, Wien XX., am Dienstag, den 9. Jänner, 8 Uhr abends, bei einem dort stattfindenden Festgottesdienst sein einzig dastehendes Repertoire. Oberkantor S. Weiß hat freundlicherweise seine Mitwirkung zugesagt. Jüdischer Angestelitenverband »EMUNAH". Am '.7. v. M. veranstaltete der Jüdische Angestelltenverband „Emuiiah" in Tonellos Festlokalitäten eine* wohlgelungene Chanukafeier. Den künstlerischen Darbietungen ging das Anzünden der Chanukalichter durch Herrn Josef Feuer voran, der mit angenehmer Stimme das Moaus-zur sang. Rezitationen ernsten Inhalts brachte in recht wirkungsvoller Weise Kollege Richard Kohn zum Vortrag. Besonderen Beifall fanden die Violinvirtuosinnen Anny und Piroska G o i t e i n. einfühlend begleitet von Herrn Otto N e u f e 1 d. Den Höhepunkt des Abends erreichte Herr Josef Feuer. Seine mit darstellerischem Spiel und wohlklingender Stimme vorgetragenen jüdischen Volkslieder wurden mit ehrlicher Begeisterung aufgenommen. Zu erwähnen wäre noch die Tanzgruppe Nelly S p i e I m a n n mit ihren eigenartigen Darbietungen jüdischer Tänze, wobei besonders Fräulein S p i e 1 m a n n und Herr B e r g e r hervortraten. Recht witzig konferierte Herr Eduard L ö w y und erntete auch in einer Soloszene reichen Beifall. Die Veranstaltung wurde mit Tanz und geselligem Beisammensein in den frühen Morgenstunden abgeschlossen. M. K. Lustiger Abend des Bundes jüdischer Frontsoldaten. Am Silvesterabend gab der Bund jüdischer Frontsoldaten im Cafe „Auge Gottes" einen lustigen Abend. Den Anfang machte Ing. J u f f e, ein Violinvirtuose, gleich vorzüglich in Vortrag und Technik, die Tänzerin Nelly S p i e 1 rn a ii ii riß das Publikum zu Beifallsstürmen hin, die ihre Fortsetzung fanden nach den Vorträgen der Kinderjazzband „Bremer Stadtmusikanten", eines Trios, das musikalisch und rhythmisch auf der Höhe einer ersten Jazzband steht. Ein Höhepunkt der Veranstaltung war das Erscheinen von Jakob Feldhammer, der in meisterhafter Weise den „Streik der Schmiede" sprach und seinen Vortrag mit bühnensicherer Mimik großartig unterstützte. Lachstürme erzielten die heiteren Rezitationen von Georg N e v i 11 e, einem Künstler von besonderem Format. In ihm findet man Geist mit Dezenz gepaart, was er auch in seiner Conference bewies, die als ein Musterstück von Witz und Humor bezeichnet werden muß. Viel belacht wurden Eugen S t r e h n und der Tanzkomiker N i k o 1 s o n, während der Operettentenor Walter Katthammer, ehemaliges Mitglied der Leipziger Staatsoper, schöne Lehär-Lieder glänzend vortrug. Das zahlreiche Publikum unterhielt sich bis in die späten Nachtstunden beim darauffolgenden Tanz. * Wiener Talmud-Thora-Schulverein. Sonntag, den 7. d. M. findet im Turnsaale der Schule. II., Malzgassc Nr. 16, um halb 11 Uhr vormittags, die ordentliche Generalversammlung statt. Anschließend gründende Generalversammlung des Vereines ehemaliger Schüler der Volks- und Hauptschule Talmud-Thora. Wien II. Einleitendes Referat Hofrat Dr. S. Frankfurter. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis (11.. Taborstraße 59. Tel. A 42-3-16) bittet (He p. t Arbeitgeber, angesichts der Notlage der jüdischen Arbeitslosen um Anmeldung ihres dauernden oder vorübergehenden Bedarfes an qualifizierten kaufmännischen Angestellten. Arbeitern. Handwerkern und Hauspersonal aller Art bei dem angeführten Verein. Mitgeteilte Wünsche werden sorgfältigst berücksichtigt. Der Schwimmklub tlakoah. der einzig« Wiener jüdische Schwimmklub, führt vom 15. Jänner bis 15. Februr 1934 eine großzügige Werbeaktion durch. Neun erstklassige Trainer stehen für die Sportausübenden zur Verfügung. Während der Wintermonate bleibt ein großer Teil des Bassins für Badende reserviert. Kalte und warme Duschen, Damen-Gymnastik. Kraulkurse für Anfänger und Vorgeschrittene, kostenlose sportärztliche Untersuchung, Veranstaltungen, Geselligkeit und Zerstreuung im eigenem Klubheim, Tischtennis. Während dieses Werbemonats können Interessenten ohne Einschreibgebühr als Vollmitglieder beitreten. Nötig hiezu ist ein Exemplar dieser Zeitschrift mit dem Werbeartikel. Der Monatsbeitrag ist sehr gering und beträgt für Zöglinge bis zum vollendeten 17. Lebensjahr S 1.—, für die Aelteren S 2.— sowie S —.50 Badegebühr pro Abend. Die Schwimmabende sind jeden Dienstag von '/*7 bis 8 Uhr und jeden Donnerstag von %7 bis K9 Uhr abends im D i a n a b a d. Anmeldungen vor Beginn der Klubabende im Dianabad. Die Hakoah hofft, durch Gelingen dieser Aktion einerseits zur Ertüchtigung der jüdischen Jugend beizutragen, anderseits gibt sie allen jenen, die sich die Einschreibgebühr nicht leisten können, ohne größere Kosten Gelegenheit zum Schwimmen. JÜDISCHE KUNSTSTELLE IL, Aspernbrückengasse 2. R 48-2-91. Bnro: 9- -Ki