Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1934
- Issue
- Heft 1 (5.1.1934)
- Date
- 1934-01-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sccfdl in Tirol (1200 a) kerrorragendster Wiatersportplatz und Höhenluflkurort, das Sonnenparadies für Kinder, jede Art Wintersport, absolut schneesicher / 50% Fahrpreisermäßigung PENSION GESCHWiSTER SCHEES, streng -|©3 im Hotel Hochalm Bekannt erstklassige Verpflegung, Wiener Küche. Maßige Preise. — Telephon 28 — Mitglied des Vereins zur Förderung ritueller Speisehäuser, Hamburg Peinliche Parallelen. Es gab einmal eine Zeit — und sie ist Jioch gar nicht so lange vorbei — da stand Deutschland im Kampf gegen eine Welt von Feinden. Und diese Welt war vollgepumpt mit wahnwitzigem Haß und mit häßlichem Wahnwitz ,gegen das eine Glied der menschlichen Gesellschaft gegen d:e Deutschen. Es ist nicht uninteressant, sich gerade heute an diese Zeit zu erinnern, da ein Teil der deutschen Gesellschaft, das deutsche Judentum, von dem gleichen wahnsinnigen tlafi und häßlichen Wahnwitz seiner Umwelt verfolgt wird. Die Mentalität des Hassenden ist die gleiche geblieben, der Ausdruck des Hasses ist auch der gleiche, und das zahlenmäßige Verhältnis der Verfolgten zu den Verfolgern ebenfalls. Der Vergleich ergibt geradezu ■erschütternde Parallelen. Heute wie damals tai man sich zusammen, um — so sagte man — im Kulturkampf aller guten Kräfte gegen das eine böse Prinzip — damals den Boche, heute den Saujud — Europa und die Welt vor der drohenden Vernichtung zu bewahren. Auf ewig sollte der Ungeist zerschmettert und geächtet werden. So trat Wilson's Amerika in den Krieg. Das klingt durch die Reden und Tateii der Hitler. Goebbels und Parteigenossen. So schrieb der Franzose Bergerat: „Wenn zwanzig Jahre nach dem Friedensschluß ein Sohn dieser Deutschen uns die Hand hinstreckte, müßte unsere Haltung ihm sasen: Weg! Weiche auf ewig weg von uns! . . . Um die Menschheit wäre uns bange, wenn diesen der Friede, der diesem Vernichtungskrieg folgt, nicht auch Vernichtung brächte." In Rußland ging das Wort um: „Haß nicht zu einem nur, zu zehn Kriegen gegen Deutschland haben wir". Das war der Grundton. auf den die Aeußerungen angeblich objektiver Gelehrter gestimmt waren. Den Deutschen wurde nachgesagt „daß ihnen die Bosheit tierähnlicher Wesen eignete. Satanische Scheußlichkeiten verüben sie, vergiften Brunnen, schlachten Kinder, üben Verrat. Treubruch, Hintertücke jeder Art bis zu den fürchterlichsten Graden." Der italienische Gelehrte Professor Aristide Sartorio schrieb, da sei nichts verwundersam für einen wie er. der jahrelang in Deutschland gelebt habe und das deutsche Gesetz kenne: dieses Gesetz erlaube den Deutschen z. B. Diebstahl im Auslande auch in Friedenszeiten. Auch von Weltherrschaftsplänen ist natürlich die Rede: „Sie wollen die Weltherrschaft an sich reißen." ..Sie sind schamlos schlecht durch und durch." Sowohl die Weltherrschaftspläne wie die Schlechtigkeit wurden aus der deutschen Literatur und aus der deutschen Seele einwandfrei nachgewiesen. — Man sieht es ist kein weiter Schritt von solchen Protokollen der Weisen von Potsdam zu den Weisen von Zion. Wurzellos waren die Deutschen in einer Wahlheimat auch. Theodore Roosevelt nannte die Amerikaner deutseben Bluts „vaterlandslose Amphibien". Aus dem Brief eines Deutsch-Amerikaners, der während des Krieges in der ..Kölnischen Zeitung" veröffentlicht wurde, entnehmen wir: „Es ist ein so grimmiger Haß gegen alles Deutsche, daß man staunen muß. daß er nicht längst ausgebrochen ist. Es ist daher kein Wunder, daß Deutsche hier aus Verzweiflung Selbstmord begangen haben. Man bekämpft uns nicht mit Säbeln, aber mit etwas viel Schlimmerem, mit Verleumdung und Haß. Der Deutsch-Amerikaner ist rechtloser als der Neger." Pogrom auf kalten Wege nennt man das! Die wissenschaftliche Verbrämung rassetheoretischen Irrsinns gab es auch damals; man kann sie wohl immer beobachten, wenn Schlamm und Dreck hochgewirbelt wird, sei es hn Krieg oder beim Pogrom. Der russische Professor Menschikow tat wissenschaftlich dar, daß die Deutschen zu den minderwertigsten Rassen gehören und ihr SchSdeltyp dem des Neandertalmenschen nahekomme. „Man wird unsäglich abgestoßen von der Häßlichkeit und Widerwärtigkeit dieser Rasse." „Wir kämpfen gegen einen Feind, der uns ekelt" „Die Welt trägt Abscheu, sich von einem Volk beherrschen zu lassen, das durch seinen Hochmut und seine blöde Verachtung beleidigt." „Wir kämpfen, um die Welt von der Schmach und Feigheit der Barbaren zu befreien, gegen den Urfeind des Menschengeschlechtes gegen die Macht der Finsternis und des Todes, für die Rettung der Zivilisation, des Rechtes und der Freiheit des Geistes." Sir William Ramsay hielt es für Generationen für unmöglich, daß man wieder wissenschaftliche Verbindungen mit Individuen dieser Rasse eingehen würde. Rudyard Kipling verlangte: „Die ganze deutsche Rasse muß ausgetilgt werden." Die ,J3aily Mail" schrieb: „Wir müssen alle Hilfsmittel anwenden, um diese Vipernbrut zu vernichten." ffcrr Reichspogrormninister. wie wird Ihnen, wenn Sie diese kleine Blutenlese zu Gesicht bekommen? Erinnert Sit nicht lebhaft an die mündlichen und schriftlichen Aeußerungen der Herren des Dritten Reiches »egen die Juden? Man weiß, wie die Welt sich bald slH^,.An5;Bos9h,smus «schämt hat Wie wird die Geseoiente über ihren Antisemitismus urteilen? Emst Wiener. Die Marnesdiladd des Dritten Reiches. Vor kurzem ist in dem Wiener katholischen \ferlag Gsur & Ca (XVIII., Ladenburggasse Nr. 58). in dem bereits einige ausgezeichnete Streitschriften gegen den Nationalsozialismus erschienen sind, so „Der N a z i s p i e g e 1" von Thomas M u rn c r und „Di© Hakcnkreuzler" von dem bekannten Franziskanerpater Zyrrll Fischer, eine neue Schrift von Thomas Murner herausgekommen, betitelt „D a s Tagebuch der nationalen Revolution". Sie enthält die. erste nüchterne Sammlung des Tatsachenmaterials der „Nationalen Revolution" vom 1. Jänner bis 31. Juli 1933 und wird hoffentlich fortgesetzt werden. Der Wiedergabe der authentischen (also nicht „Greuel"-) Nachrichten ist kapitelweise eine erklärende Einleitung vorangestellt. Besonders interessant ist eine Stelle aus der Einleitung zum 2. Kapitel, das von der „Machtergreifung" und „Gleichschaltung" handelt. Die Stelle lautet: Der 30. Jänner, der Hitler zum Reichskanzler machte, schuf die Voraussetzungen für die „Mach tergreifung" des Nationalsozialismus. Sie selbst vollzog sich erst in den Februarwochen durch die geschickte innere Umformung der Polizei, die Goering vornahm. Der Reichstagsbrand vom 28. Februar und das Wahlergebnis vom 5. März bildeten den symbolischen Abschluß dieses Prozesses, durch den auch nach außen hin sichtbar wurde, was im Innern bereits erreicht war. Auf dieser Grundlage konnte nunmehr auf allen Gebieten die „Gleichschaltung" vor sich gehen. Länder, Verbände und Parteien erfuhren das gleiche Schicksal. Die entscheidenden Aktionen auf diesem Gebiete erfolgten im März und April. Mitten in diesem Siegeslauf des Nationalsozialismus freilich ereignete sich etwas, das man möglicherweise einmal als seine Marneschlacht an- „FA MI LI EN SCHUTZ" Gemeinnützige Vereinigung für Familienfürsorge Wies lt.. A8pernbruckenqa68e 2_Tal. B 43-500 Durch Monatsbeiträge von S I bis 10 kann man bei uns Sickerstellen: Stndienbelträge für Töobter und Söhne Aasstattungtbeiträge für Töchter Vorsorge für das Alter und für die Hinterbliebenen Unsere Vorteile: 1. Geringe Beiträge. 2. Holte Versicherungssvminen. 5. Keine Wartezeit daher sofortige Wirksamkeit. 4. VolleGarantiederLebensversicherungsgesellschaft „Phönix". 5. Keine Nebengebühren. 6. Keine ärztliche Untersuchung. 7. Unverfallbarkeit nach zweijähriger Beitragszahlung. 8. Keine Aufnahmegebühr. Der „FAJULIENSCHUTZ" wirfl von ier Wiener Kuttnagcmclnde befürwortet sprechen wird: das Fiasko des Judenboykotts. Gedacht als durchgreifende Antwort auf die „Greuelpropaganda" der Auslandspresse scheiterte die Aktion, ehe sie sich überhaupt noch voll entfalten konnte; sie bewirkte trotzdem den endgültigen Verlust aller Sympathien des Auslandes, die an einzelnen Punkten in der Tat aufgeflackert waren. Die Analogie zur Marneschlacht geht bis zu dem Punkt, daß ein von den Siegen des Nationalsozialismus mitgerissenes Deutschland bis heute es noch nicht gemerkt hat, daß in diesem Augenblick der nationalsozialistische Feldzug in Europa verloren war. Und zwar, wie die klassische englische Parlamentsdebatte vom 13. April erwiesen hat, nicht etwa deshalb, weil es Juden waren, die man in Deutschland boykottierte, verfolgte und mißhandelte, sondern weil der ganzen übrigen Welt der Rassenstandpunkt, der sieb hinter den Boykottmaßnahmen verbarg, als ein Mangel an einfachster Menschlichkeit erschien. Es kommt nichts Besseres nach... Ueber den jetzt in ganz Deutschland vorgeführten, von Hans Heinz Ewers verfaßten Horst Wessel-Film, der bekanntlich über Einschreiten verschiedener maßgebender Stellen umgearbeitet wurde und einen neuen Titel „Hans Westmar" erhielt, liest man in der „C. V.¬ Zeitung": „... Selbst die Kommunisten haben einen sympathischen Vertreter, nur den Juden ist der Typ des anständigen Menschen vorenthalten worden. Da ist zunächst die Sekretärin des Gewaltigen aus Moskau, die die Mörder Hans Westmars mit Schnaps traktiert, damit sie sich Mut antrinken, die ausspioniert, wann Westmar allein zu Hause ist und ähnliches mehr Der Name der STEININDUSTRIE CARL BENEDICT Zentrale: III.. Rennweg 112, Tel. U 15-0-52 GRABSTEINLAGER: Zentralfriedhof, 3. Tor, Tel. UlO-4-53 jüdisch aussehenden Schauspielerin wird nicht genannt — was.hätte die Filmgesellschaft für einen Anlaß, ihren Namen zu verschweigen, wenn sie nicht jüdisch wäre? Auch der Darsteller des jüdischen Funktionärs wird nicht mit Namen genannt — aber wir haben einen Schauspieler vor uns, der einen in Schriftstellerwie in FUmkreisen berühmten Namen trägt. (Es ist dies der Schauspieler Hugo D ö b l i n, Bruder des Schriftstellers Alfred Dublin! Die Red.) Er zeichnet mit grob komödiantenhaften Mitteln eine Karikatur, die Grimasse eines Juden. Dauernd grinst er zynisch — er grinst, wenn er den Massen seine marxistischen Thesen vorspricht, er grinst, wenn er den Befehl zum Mord weitergibt. Die Doktprfrage erhebt sich: Konnten jüdische Kommunisten im Gegensatz zu nichtjüdischen in ernsten Augenblicken nicht ernst sein? Dieser Kommunist mauschelt nicht nur mit einer Verzerrung des Akzents, sondern auch mit den Händen, die er gespreizt an Nase und Stirn führt. Wenn nach einer Saalschlacht die Schupo den Saal geräumt hat, kriecht als letzter unter dem Rednerpult, von einer Fahne zugedeckt, dieser Redner des Abends hervor — und watschelt mit der mauschelnden Legitimation ,lch bin Reichstagsabgeordneter' davon." Eine Erklärung Robert Strickers. In der letzten Nummer der „Neuen Welt" veröffentlichte deren Herausgeber Robert Stricker folgende Erklärung: Erst in diesen Tagen bin ich in Kenntnis gesetzt worden, daß sich die Herren von der Leitung der „Union österreichischer Juden" durch eine Glosse, welche vor einigen Monaten in meinem Blatte erschienen war, persönlich beleidigt und provoziert fühlten. Ich habe die Stelle nachgelesen und gefunden, daß sie tatsächlich kränkende, über eine sachliche Kritik, unerlaubt weit hinausgehende Wendungen und Ausdrücke enthält. Ich habe festgestellt, daß die fragliche, von dritter Seite stammende Glosse in meiner Abwesenheit und zufolge eines Versehens auch ohne Prüfung durch meinen Stellvertreter in Druck ging. Im Sinne der mir obliegenden Verantwortung spreche ich gegenüber den Herren von der Leitung der „Union österreichischer Juden" das lebhafteste Bedauern wegen dieses mißlichen Vorfalles aus. Robert Stricker. Durch diese, wenn auch reichlich spät gekommene, so doch durchaus loyale Erklärung, die sich auf eine im Sommer vorigen Jahres in der „Neuen Welt" erschienene unappetitliche Bemerkung über die „Union" bezieht, scheint die seither bestandene persönliche Spannung zwischen der Leitung der „Union" und Herrn Stricker behoben zu sein. Vom italienischen Judentum. Bei Anwesenheit von Vertretern des Kultusministeriums und der Leiter der größeren jüdischen Gemeinden Italiens sowie von Repräsentanten des Verbandes italienisch-jüdischer Gemeinden wurde in Rom das Rabbiner-Seminar (Collegio Rabbinico Italiano) feierlich eröffnet. Der Präsident des Gemeinde-Verbandes Advokat Feiice Ravenno legte in der Eröffnungsrede die Ziele des neugeschaffenen Institutes dar, das im religiösen und geistigen Leben des italienischen Judentums wegweisend sein soU. Das von der Regierung geschaffene Gesetz über die jüdischen Gemeinden Italiens enthält eine Bestimmung. daß das bisher in Florenz bestandene Rabbiner-Seminar in die Hauptstadt Italiens zu übertragen und auf neue Grunalagen zu stellen sei. Dieses neue Rabbiner-Seminar werde sich seiner Florentiner Vergangenheit würdig erweisen. Aus ihm seien die prominentesten jüdischen Persönlichkeiten Italiens hervorgegangen. Auf die Verhältnisse in Deutschland anspielend, sagte Dr. Ravenna: Iii der Zeit, in der in einem großen Lande Europas die Gespenster des Mittelalters erwachen, will das italienische Judentum nach Kräften seinen unglücklichen Brüdern helfen. Das italienische Judentum hält fest an den jüdischen Traditionen und den jüdischen Kultur- "werten. Der Oberrabbüier von Rom, Professor Angelo Sacerdoti, kennzeichnete die Aufgaben des Judentums in der heurigen Zeit und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Rabbiner-Schule in Rom dem ita-