Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1933
- Issue
- Heft 49 (8.12.1933)
- Date
- 1933-12-08
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3062972-3064350-3064397--19561-3084711- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite? Sorge für die Oesundheit deiner Familie und bentttze Shemen Olivenöl zum Kochen, Braten. Backen und Oeikuren. sehr ausgiebig, leicht verdaulich, bevorzugt in aller Welt Shemen , TöUetteseifen abertreffen die beste Qualität Europas. Shemen Haushaltungsseifen. sehr billig und ausgiebig, erhalten Sie in Ihrer Parfflmerte, Delikatessengeschäften. Verlangen Sie diese Produkte. Generalrepräsentanz für Oesterreich: S. RABINOWilkCH Wien IL, Zirkosgasse 10, TeL R 48-7-381 - Für Hochzeiten u. Vereine schöner Saal oder Klubräume mit Klavierbenützung zu vergeben. Restouratiif Hetlinger II., Tabonlrafle 1Ä . Gute Küche, billige Preise, große Auswahl in Mittag- und Abendmends Aus alter Weft Ein Jude im neuen französischen Kabinett : Fast in allen französischen Regierungen der Nachkriegszeit saßen ein oder zwei Juden. Auch das von CamilleXhautemps gebildete neue französische Kabinett hat unter seinen Mitgliedern einen Juden: Herrn Israel, der das Portefeuille für öffentliches Gesundheitswesen verwaltet. Die Königin von Belgien bei den „Wilnaern*4. Anläßlich eines Gastspieles, das die jiddische „Wilnaer Truppe" in Brüssel absolviert, wohnte die Kon 1gin von Belgien einer Aufführung von Schalom Aschs „Kiddusch Haschern" bei. Der Königin wurde bei ihrem Erscheinen im Theater vom Publikum ein enthusiastischer Empfang bereitet. Nach der Aufführung, der die Königin tief ergriffen gefolgt war. empfing sie den Direktor der Truppe Maso und drückte ihm ihre Anerkennung für die hohe künstlerische Leistung der Truppe aus. Der Besuch der Königin im jüdischen Theater wird von der Presse dahin gedeutet, daß sie damit ihre Sympathie für die Juden und ihre Ablehnung des Antisemitisnius bekunden wollte. Jerusalem. Im Alter von 70 Jahren verstarb am 28. November in Jerusalem Rabbi Raphael Mordechai Epstein, eine der größten rabbiniscben Autoritäten der heutigen Zeit und langjähriger Leiter der weltberühmten Jeschiwa zu Slobodka bei Kowno. Im Jahre wij" übersiedelte Rabbi Epstein mit dem Hauptteil der Bachurim nach Hebron und begründete dort eine Schwesteranstalt Nach der Judenmetzelei in Hebron, im Jahre 19"9 wurde die Jeschiwanach Jerusalem überführt. Rabbi Epstein veröffentlichte eine Reihe grundlegender talmudischer Werke, von denen hervorzuheben sind: „Lewusch Mordechaj", Novellen zum Tal- Zimmermaler Kohn empfiehlt sich zur Ausführung von Malerarbeiten jt der Art II., Bo«»nkreuzgasse 3_Tel. A43-5-37 mudträktat „Baba kamma" (unter Berücksichtigung der Streitpunkte zwischen Maimonides und Abraham ben David). Mehr als 5000 Mitglieder der Jerusalemer Orthodoxie wohnten am 28. November abends dem Begräbnis von Rabbi Epstein bei. Am offenen Grabe sprachen das Oberhaupt der palästinensischen Agudas Jisroel-Orthodoxie Rabbi Duschinsky, ferner Rabbi Uziel und Rabbi Aaronsohn. Dr. Weizmann — 59 Jahre. Dr. Chaim Weizmann gab in einem Gespräch mit Londoner Pressevertretern dem Gefühl der Dankbarkeit Ausdruck, das ihn bei den Kundgebungen und Würdigungen in der jüdischen Presse anläßlich seines „60. Geburtstages" erfülle: er müsse jedoch bemerken, daß er am 27. November erst sein 59. Lebensjahr vollendet habe. (Der Irrtum ist darauf zurückzuführen, daß die Nachschlagewerke, so auch das „Jüdische Lexikon", das Jahr 1873 als das Geburtsjahr Weizmanns angeben.) jüdischer Weltkongreß im Sommer 1934. Dr. Nahum Gold mann, der Präsident des Comite" des Delfigations Juivos, teilte dem Pariser JTA- Vertreter mit, der Jüdische Weltkongreß, dessen Abhaltung für das Frühjahr 1934 geplant war, werde erst im Sommer 1934 zusammentreten können; technische Gründe machen diese kurze Verschiebung erforderlich. In den Vereinigten Staaten, sagte Dr. Nahum Goldmann, werden die Delegierten zum Kongreß durch demokratische Wahlen bestimmt werden, wobei zu erwarten ist. daß ungefähr eine halbe Million Juden in Amerika zur Urne gehen werden. Auch in einigen anderen Ländern werden demokratische Wahlen stattfinden, hingegen werden in einer Reihe Länder, wo öffentliche Wahlen technisch oder politisch nicht durchführbar sind, die Delegierten durch die maßgebenden jüdischen Organisationen und Institutionen nominiert werden. Dadurch, daß die Arbeiterfraktion innerhalb der Zionistischen Weltorganisation bei ihrer heftigen nopositioneilen Haltung zum Jüdischen Weltkongreß beharrt, werden die Vorbereitungen zu den Kongreßwählen in Polen und Palästina sehr beeinträchtigt. Dr. Goldmann hofft, daß diese Schwierigkeiten überwunden werden würden. Warschau. Das von dem bekannten Kinderpsychologen und Schriftsteller Dr. Henryk .Goldschmidt (Pseudonym: Janusz Korczak) geleitete Muster-Waisenhaus der jüdischen Gemeinde beging das Jubiläum seines 25jährigen Bestehens durch eine Festlichkeit. in der der Minister für soziale Fürsorge Dr. Hubicki und der Vizeminister Hör sah Doktor Goldschmidt im Namen der Regierung zu seinen Erfolgen beglückwünschten. Spezialhaue für Wolle und Strickgarne Moritz Nagel Wien, 2. Bez., Taborstraße Nr. 17 Fabriksniederlage. Wirku. Strickmoden Telephon A 45-8-69 Der Gedanke der Selbsthilfe in der Judischen Wöhrfihrtspflege. Von Dr. Georg LuKinski,. Berlin. Der Fortschritt, der in dem Uebergang von dem Begriff der Wohltätigkeit zum Begriff Wohlfahrtspflege liegt, ist, wenn er ernst gemeint wird, nicht nur ein Fortschritt in der Bezeichnung, sondern eine Aenderung in der Sache. Diese Aenderung liegt vor allem darin, daß der Ton nicht mehr gelegt wird auf das systemlose Wohltun, sondern auf die beständige, planvolle..Pflege-. der Wohlfahrt des Einzelnen und der Gesamtheit. Innerhalb der Wohlfahrtspflege vollzieht sich die Wandlung von der Wohlfahrtspflege, bei der der" Empfänger der „Wohlfahrt" nur Objekt ist, zu der Wohlfahrtspflege, in der der Hilfsbedürftige selbst, zu seinem Teil an der Beseitigung^ des Notstandes mitwirkt. Diese Wandlung innerhalb der Wohlfahrtspflege von der Fremdhilfe zur Selbsthilfe ist aus vielen Gründen dringend notwendig. Die Notstände haben gerade in unserer Zeit einen solchen Umfang angenommen, daß die Zahl der Hilfsbedürftigen in keinem Verhältnis zu der Zahl der Helfenden stünde, wenn die Hilfsbedürftigen selbst am Hilfswerk sich nicht beteiligen würden. Weiterhin ist fast jeder nur „partiell", „teilweise" hilfsbedürftig, zu einem erheblichen Teil aber zur Hilfe fähig. Das zeigt sich besonders jetzt wo eine ganze Anzahl von Menschen, die ihre Arbeit verloren haben, schon dadurch Hilfe erhalten kann, daß man sie selber helfen läßt. Wir denken dabei an die Menschen, deren Not gerade darin besteht daß sie aus dem Produktionsprozess ausgeschieden, sich überflüssig vorkommen und wenigstens psychisch ihre Lage wesentlich erleichtem, wenn sie ihre Kenntnisse zur Linderung der Not anderer Menschen einsetzen können. Der Gedanke der Selbsthilfe findet sich alsdann eindrucksvoll durchgeführt' in der Selbsthilfe der Berufsgruppen. Die freien Berufe, aber auch die Berufstätigen im kaufmännischen Mittelstand und in der Angestelltenschaft führen ein Hilfswerk durch, oft ohne Inanspruchnahme der öffentlichen Hilfseinrichtungen, das dadurch ausgezeichnet ist, daß der hilfsbedürftige Berufsgenosse früher einmal zu dem Hilfswerk auch von sich aus beigetragen hat und daß er also im Zeitpunkt der Not nur seinen Anteil am Gesamtwerk zurückerhält. Der Vorteil der Selbsthilfe in dieser Form ist ein dop- Das zeitgemäße Chanukageschenk: Die Sicherum eines Stadienod-r Ausitattungsbeitrages für Söhne und Töchter um S 1.— bis S 10 — monatlich durch den ,.f?aTfiiIieiisc#ku#x" gemeinnützige Vereinigung für Familienfürsorge Der „FAMILIFNSCHU7Z' sfettt die I ristung bei der Lebensv'ersicherunisxesetlsc&ft.iPhönix* s eher* Der „FAMILIFNSCHUTZ" wird von der Wiener Kultus^emeinde befürwortet Ein Anruf der Nummer R 43-500 genügt! Adresse: ,tFamlllenschu'z", '/.. ßspernbtücktngasse 2 pelter: Der Hilfsbedürftige hat einen Anspruch auf Hilfe, er hängt nicht vom Wohlwollen des Helfers ab und er braucht nicht die Rolle des Beschenkten, die Rolle des Dankenden zu übernehmen. Es ist zwar die Aufgabe jeder Wohlfahrtspflege, dem Hilfsbedürftigen die Annahme der Hilfe leicht zu machen. Das ändert aber nichts daran, daß je weniger einer gewöhnt ist, Hilfe in Anspruch zu nehmen, desto mehr ihn die Hilfe bedrückt, und mag sie auch von Seite des Helfenden noch so taktvoll und behutsam gewährt werden. Der Hilfsbedürftige ist eben immer in einer unterlegenen Situation, unter der auch der Helfende leidet. Das alles entfällt wenn die Wohifnhrtsnfle^e den Charakter der Selbsthilfe erhält Die Rolle des Helfers und des Hilfsbedürftigen wird nicht verewigt, jeder ist Helfer und jeder hat das Recht auf Hilfe. Dieser Gedanke ist am stärksten im Versicherungsgedanken verwirklicht. Es ist kein Zufall, daß das modernste sozialpolitische Gesetz das Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, auf dem Versicherungsgedanken beruht, der allerdings unter dem Druck der Not zeitweise abgeschwächt wehrte" m"<ue. Der Einzelne versichert sich auf Grund dieses Gesetzes gegen das Risiko der Arbeitslosigkeit Es ist das Verdienst des „t* a m i I i e n s c h u t z", den Versicherungsgedanken in die jüdische Arbeit eingeführt zu haben. Der Rer-h*sansnruch g"<ren d e Versicherungsgesellschaft beim Eintreten des Versicherungsfalles macht den Einsatz der Wohltahrtsnflege »herflüssig. So führt der konsequente Gedanke der Selbsthilfe zur Ueberwindung des Begriffes der Wohltahrtspflege. W««**** wn£*¥ Seit längerer Zeit mißbraucht ein junger Mensch jüdische Wohltäter, an die er sich unter Berufung auf den Jüdischen Frauenverein Landstraße oder dessen PräsidentinFrau Erna Schwarz- Hill e r mit dem Vorgeben wendet daß er zu einer Sammlung von Spenden für jüdische Auswanderer beauftragt sei. Er sucht die Parteien, bei denen er vorspricht unter Vorlage eines Sammelbogens zu Geld¬ oder Naturalspenden zu veranlassen. Bei einer Partei im 6. Bezirk hat er sich unter dem Namen Feld mann vorgestellt. Der Schwindler ist zirka 30 Jahre alt. hat rotblondes Haar und ein langes schmales Gesicht ist unterestzt und mit einem dunkelbraunen Winterrock bekleidet Der Jüdische Frauenverein Landstraße und seine Präsidentin geben bekannt daß von ihnen niemand zu derartigen Sammlungen beauftragt oder ermächtigt worden ist Semeindednonitk. Der Verein „Ferienheim", der unter der um-, sichtigen Leitung seiner überall geschätzten Präsidentin Sofie Qrünfeld hervorragend arbeitet, arrangierte seine diesjährige Festveranstaltung, die Samstag abends im Handelsmusium stattfand, als „Lustigen Abend der Ueberraschung e n", wodurch allein schon der glänzende Besuch, dieses Festes zu erklären ist. Die Besucher kamen tatsächlich auf ihre Rechnung, es wurde ihnen, von' Hugo Knepler blendend konferiert, ein ausr gezeichnetes Programm geboten und auch sonst wies der Abend beachtliches Niveau auf. Der Vereinsleitung darf zu dem moralischen und finanziellen Erfolg der Veranstaltung nur herzlichst gratuliert werden. ■ „Hachnusas ■ Kala", Brautausstattungsverein für Töchter jüdischer Kleingewerbetreibender und Waisenmädchen, Wien II., Negerlegasse 10. Im großen Festsaal des Hotel Continental fand Samstag, den 2. Dezember, eine vom genannten Verein veranstaltete Festakademie mit Tanz statt, die einen glänzenden Verlauf nahm. Der schönen Veranstaltung, die sehr gut besucht war, wohnten u. a. bei: Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde Dr. O r n s t e i n, Rabbiner Dr. R o s c nmann, Rabbiner Dr. Gerstl, Dr. Brünauer, Konsul Radoi. Direktor Melon. die Gründer Barschak und Mond und zahlreiche Vertreter und Vertreterinnen befreundeter Wohtätigkeits- und Frauenvereine. Das überaus stimmungsvolle Fest wurde durch eine Ansprache des Obmannes S. Buchsbaum eingeleitet. Sodann hielt die Festrede I. Morgenstern, der in kurzen Umrissen die ersprießlichen Leistungen des Vereines schilderte. Unter der künstlerischen Leitung des Herrn M. Timym, der auch konferierte, wirkte eine Anzahl bedeutender Wiener Künstler mit. die mit ihren Darbietungen reichen Beifall fanden: so die Gesangvorträge des Herrn Max Lichtmann, die 'Kindertanzgruppe Lisi Berg, die Tanzvorführung Fräulein Lisi Weinberger. begleitet vom Korrepetitor der Staatsoper Karl Bresani und der hervorragende Balalaikavirtuose Prof. Dimitri Tuworofl mit seinem Meisterpianisten Sascha Suchotin. Besonders gefielen Fräulein Emma Toka mit ihren Gesangvorträgen. Fräulein Gusti Landau. Fräulein Stuckart. die Klaviervirtuosin, und Herr Proi. Gottlieb mit seinen hervorragenden Violinvorträgen. Für den heiteren Teil des Abends sorgten die Vorträge der Herren Nikolson, Eugen Strehn und das Duettistenpaar Poldi Bock und Mundi Küssing. Die Jazzkapelle Bob Hochfeld spielte ausgezeichnet zum Tanz auf. so daß der Abend bis in die frühen Morgenstunden stimmungsvoll verlief. Die in jeder Hinsicht gelungene Veranstaltung stellt einen neuen Erfolg der umsichtigen Vereinsleitung, der Jugendgruppe „Elan" und jener Damen und Herren dar. die sich der wohltätigen Sache zur Verfügung stellten. Besondere Anerkennung gebührt den Damen Schwitzer mit Tochter. Horn. Stanler, Morgenstern. Buchsbaum und den Herren Wilner. Wolf. Familie Stanger. Horn. Fischer. Stapler mit Sohn und Krumbein, die durch ihre eifrige Mitarbeit dem Verein einen großen Reingewinn zuführten. Der Sportklub „Hakoah** hat sein Klubheim, I., Wiesingerstraße 11, renoviert und es mit einer Sonntag vormittags veranstalteten Feier der jüdischen Oeifcntlichkeit in neuer Pracht vorgeführt, die allseits viel Gefallen fand. Der Besuch der von Herrn D. Herbst geleiteten Veranstaltung war ein sehr guter, u. a. hielten schwungvolle Reden Dr. H. Körner, Dr. Eugen Felix und Oberrabbiner Dr. I. Tag licht. Goldene Hochzeit Kais. Rat Josef Popper feiert am 9. d. M.. vorm., im Seitenstettehtempel seine Goldene Hochzeit Aus Blelltz wird uns geschrieben: Dieser Tage feierte Herr Isidor Huppert den 60. Geburtstag. Eine illustre Gemeinde, die Elite der hiesigen jüdischen Gesellschaft, insbesondere aus „Union"-Kreisen. hatte sich in der Wohnung des Jubilars eingefunden, um ihm ihre Anhänglichkeit und Verehrung zu bekunden. Isidor Huppert, der schon seit sechs Jahren als II. Vizepräses der Bielitzer „Union demokratischer Juden" fungiert spielt im Leben der hiesigen Judenschaft eine maßgebende Rolle und betätigt sich ersprießlich auf allen Gebieten des jüdischen Lebens. Schon seit Jahren gehört er dem Kultusgemeindeausschuß als treues und pflichteifriges Mitglied an. ist ein sehr rühriger Mitarbeiter der Chewra Kadischah und gilt als Freund und Gönner sämtlicher jüdischer Wohlfahrtsinstitutionen in Bielitz. Der gesunde Humor, gepaart mit viel praktischem Sinn und Verständnis für alle Lebensfragen, hat ihm einen