Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1933
- Issue
- Heft 48 (1.12.1933)
- Date
- 1933-12-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3062972-3064350-3064396--19553-3084702- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 10 V. b. b. DIE WAHRHEIT Kalender-, Sfidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-Tafel Oebatatunaen KialewS694 Hovember 1033 IM abds. 7.15 Kislev IS. »•» fWajlscblach (l. «. M.) Hajtora 4 k ' Chatinn 4-* Anwaujo Borcbi Nafscbi 715 „ 15 bis 17. (Wesental omotor) 4-00 7.15 „ 18. bii U. 4o> abds Freitag, 1. Dez 3 55 Samst, 2. Des. 4*&0 Sonnt., 3 bis Donn., 7. Oes. 4*00 Tlmtlidje Verfautöärungen der Jsraefitisdjen %u(tusgemeinbe Wien Predigten, bzw. Schrifterklärungen in den israelitischen Gemeinde, und Bezirks-Synagogen. Freitag, den 1. Dezember 1933, werden bei den um 3 Uhr 65 Minuten beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannten Gemeinde- und Bezirks-Synagogen Predigten, tew. Schrifterklärungen abgehalten, und zwar: 2. Bez, Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes), 3. Bez„ Untere Viaduktgasse 13 (Rabb. Dr. K. Kupfer), 5. Bez., Siebenbrunnengasse 1 a (Rabbiner Dr. M. O. Mehrer), 46. Bez.. Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach). 18. Bez., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz). 19. Bez.. Dollinergasse 3 (Rabbiner Dr. A. Frankfurter). Samstag, den 2. Dezember 1933, beim Hauptgottesdienste: SchriJterklärungen. 20. Bez.,. Kluckygasse 1H Rabbiner Dr. B. Murmelstein). Am Vorabende des Jahrzeittages des seligen Oberrabbiners Dr. Z. P. Chajes, am Donnerstag, den 7. Dezember, 4 Uhr nachmittags, findet beim Abendgottesdienste eine Gedenkfeier in der Gemeindesynagoge, I„ Seitenstettengasse 4. statt, bei welcher Oberrabbiner Dr. F e u c h t w a n g die Gedenkrede halten wird. « Israelitischer Jugendgottesdienst Samstag, den 2. Dezember, findet in allen Gemeinde- und Vereins-Synagogen der Jugendgottesdienst um 3 Uhr nachmittags statt .....JÜDISCHE KUNSTSTELLE. IL, AspenibrfickeastraBe 2. Telephon R 48-241. Büro; 9 bis 1&30 Uhr. _ Den Mitgliedern stehen ermäßigte Karten für folgende Theater zur Verfügung: ~Staatstheater, Scala, Deutsches Volkstheater. Kammerspiele, Komödie. Theater a. d. Wien. Konzerte: Erica Morini, S. Dezember. Großer Konzerthaussaal. Moritz Rosenthal, 7. Dezember, Großer Musik- Vereinssaal. flanigun, jüdischer Männerchor aus Deutschland, 7. Dezember, Großer Konzerthaussaal (Wiederholung wegen des Sensationserfolges). Vorträge: Dr. Oskar Rosenfeld, 5. Dezember, Vortragssaal Mirjam, I., Jordangasse 7, „Jüdische Kunst und Freiheit". Fritz Grünbaum, 7. Dezember, Vortragssaal Mirjam, I.. Jordangasse 7. „Humor als Weltanschauung". Könstlerhaus: Reklame-Ausstellung. Xumst und Xiteratm. Ein deutscher Buchverlag in Paris. Auch in Paris kündigt jetzt ein Verlag die Herausgabe von Büchern in deutscher Sprache an. Die „Edition s du M er eure de l'Europe" (Paris, 35 Boulevard Strasbourg) lassen zunächst eine Broschürenreihe „Die Streitschriften des Europäischen Merkur" erscheinen, in der zu Worte kommen: Lion Feuchtwanger — Arnold Zweig „Die Aufgabe des Judentums", Ludwig Bauer „Oesterreich — wohin?" Heinrich Mann „Der Sinn der Emigration", Rudolf Olden „Warum versagten die Marxisten?". Das weitere Verlagsprogramm verzeichnet: PaulA.Robert „Der mißbrauchte Mensch", Andre Ma'urois „Amerika, Neuhau oder Chaos", Louis Golding „Die Magnolien-Straße", ein Roman des englischen Judentums und Margit Anger „Ist es vorbei?", ein Roman aus dem freien Deutschland von. gestern. Sämtliche Bücher erscheinen in einfacher, französischer Ausstattung zu den üblichen, billigen französischen Preisen von Frcs. 5.— bis Frcs. 18.—. Der bekannte Verlag Josef Beif. L. Rabenste'g 3, hat das jüdische Publikum mit einem neuen hebräischen Lehrbuch bedacht. Es stammt von einem der hervorragendsten hebräischen Pädagogen Wiens, von Isak Herzberg, und heißt „Sch'aleni" (Frage mich!) Nur ein Lehrer, der täglich in den Bibelschulen der Wiener Kultusgemeinde praktisch Zeitungen von Verleger versendet; Jovnal expedtt p*x TttUtaur. Falls Adressat verzogen, nicht nachsenden: mit neuer Adresse zurück an Verlag „Die Wahrheit". IL, HelaaatraSe U/12 Lcopoiasiddier lempelverein Atschel AwroHotn n.. P07man Heng esse 6, Tel. P 47-8-63 Anmeldungen w. Aulßeboien, Trauungen (aorjiunt.trelemnin meija. Barmizwaus Part*l*nv*rfcehr an Werk» gen »on 2 bl< 'M Übt aachmitiaES, an SoDniag>D «o 10 bis 12 Ubi vormittag! Mb 700 Gebetsrunden Klslaw B694 — Denmbar 1933 7-00 n. 9"00 7-oo 7-00 Kislew 13. 14. Wajlschlach (I. B. M.) Haitora. Cbataun Auwadjo Boicbi Nafscbi 15. bis 17. (Wesental nmotor) 18. bis 19 •bds. 400 4'50 400 400 tätig ist, konnte ein derart gediegenes Konversationsbuch schaffen. Eigentlich ist es ein kleines Büchlein mit 20 Lektionen und 800 Vokabeln. Aber es nützt überall. Nicht tote Philologie und mechanisches Vokabellernen, sondern ein lebendiges Vermitteln von Kenntnissen, ein rasches und sicheres Steigen von Stufe zu Stufe. Das Buch kann gleichzeitig mit anderen Lehrbüchern und Systemen, auch wenn sie noch so alt s'nd, benützt werden. Es wird überall belebend wirken. Ich habe es selbst im Privatunterricht praktisch verwendet und es stellten sich nach sehr kurzer Zeit verblüffende Erfolge e'n. Möge dieses schöne und praktisch so verwendbare Buch die weiteste Verbreitung finden und ein Hausbuch der jüdischen Eltern und Kinder werden! - Prof. Dr. M. Kupfer. Nietzsche über Hitler. Wohl das tollste .und verlogenste Stückchen, das in letzter Zeit im „Dritten Reich" geboten wurde, Ist Hitlers Berufung auf den IJeai t s ch -JkLer ä c h t e r und Juden-Verherri-l-ctier Friedrich Nietzsche.- Und wenn die Schwester Nietzsches dem „Führer" den Stock Nietzsches gegeben hat so täte sie wohl besser, ihm folgende Auslassungen ihres Bruders zum lesen zu geben: „Man muß es in den Kauf nehmen, wenn einem Volke, das am nationalen Nervenfieber und politischen Ehrgeiz leidet, leiden will, — mancherlei Wolken und Störungen über den Geist ziehen, kurz, Anfälle von Verdummung: z. B. bei den Deutschen von heute bald die antifranzösische Dummheit, bald die .antijüdische... und wie sie alle heißen mögen, diese kleinen Benebelungen des deutschen Geistes und Gewissens... das, was heute in Europa „Nation" genannt wird, und eigentlich mehr eine res facta als nata ist (ja mitunter einer res ficta et picta zum Verwechseln ähnlich sieht), ist in jedem ■Falle etwas Werdendes. Junges, Leichtverschiebbares, noch keine Rasse, geschweige denn ein solches aere perenius (dauernder als Erz), wie es die Judenart ist: Diese „Nationen" sollten sich doch vor jeder hitzköpfigen Konkurrenz und Feindseligkeit sorgfältig in acht nehmen!... wozu es vielleicht nützlich und billig wäre, die antisemitischen'Schreihälse des Landes zu verweisen... (Jenseits von Gut und Böse.) „Das ganze Problem der Juden ist innerhalb der nationalen Staaten vorhanden, insoferne hier überall ihre Tatkräftigkeit und höhere Intelligenz, ihr in langer Leidensschule von Geschlecht zu Geschlecht angehäuftes Geist- und Willenskapital in einem neid- und haßerweckenden Maße zum Uebergewicht kommen muß, so daß die literarische Unart fast in allen jetzigen Nationen überhand nimmt — und zwar je mehr diese sich wieder national gebärden —, die Juden als Sündenböcke aller möglichen öffentlichen und inneren Uebelstände zur Schlachtbank führen. Sobald es nicht mehr um. Konservierung von Nationen, sondern um die Erzeugung einer möglichst kräftigen europäischen Mischrasse handelt, ist der Jude als Ingredienz ebenso brauchbar und erwünscht, als irgendein BHH^MB^^^^^i^i^.^. * K. REICHMANN KOHLEN und KOKS Generalrepräsentanz der „Paris-Grube" liefert in Fuhren und Säcken, von 2 Sack aufw. WIEN II., Ausstellungsstraße Nr. 3 Telephon R 45-4-87 Rutschen: Wien-Nordbahnhof, Kohlenhof II Telephon R 41-8-80 KOHLE, KOKS, ANTHRAZIT, HOLZ Für Vereine weitgehend« Ermäßigung Platzvertreter gegen hohe Prowillen gesucht« anderer nationaler Rest. Unangenehme. ia gefährliche Eigenschaften hat jede Nation, jeder Mensch: es ist grau» sam. zu verlangen, daß der Jude eine Ausnähme machen solle..." (Menschliches, allzu Menschliches. S. 353.) Von den Deutschen 'spricht Nietzsche immer mit der größten Geringschätzung. „Die Deutschen — man hieß sie einst das Volk der Denker: Denken sie heute überhaupt noch?" — „Die Deutschen selber haben keine Zukunft'----Ein Mozart ist bei ihm kein Deutscher, ein Schopenhauer nur ein Zufall in Deutschland. Und erst gar dem Antisemitismus kann er nicht oft genug seine Verachtung ausdrücken. Von Wagner habe er sich abgewendet, weil dieser „Schritt für Schritt zu allem, was er (Nietzsche) verachte, kondeszendierte — selbst zum Antisemitismus!" . Kann ein Antisemit, der für sich Achtung forderU sich auf seinen Verächter Nietzsche berufen? Prof. Dr. I. K a h a n, Znaim. (ßeerdigungen. 21. November 1933: Adoli Müller, 77 Jahre. 13. Bez. (I. -Im). — Irene Korany, 30 Jahre, 9. Bez. IV. Tor). Johanna Deutsch, 86 Jahre. 8. Bez. (IV. Tor). — Adolf Stern, 80 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Ignaz Adler, 67 Jahre. 7. Bez. (IV. Tor). — Wilhelm Adlersberg, 39 Jahre, Graz (IV. Tor). 22. November 1933: Karl Goldschmld, 66 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Friedrich Sonnenfeld, 61 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Therese Glaser, 89 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Julius Neif, 79 Jahre, 1. Bez. (IV. Tor). — Morlz Wagner, 79 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Taube Neustem, 86 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Hedwig Schulhof, 72 Jahre, 9. Bez. (Döblinger Friedhof). 23. November 1933: Sofie Appel, 89 Jahre, 2. Bez- (I. Tor). — Alfred Politzer, 59 Jahre. 1. Bez. (I. Tor). — Gerson Krumholz, 57 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Henriette Schneider, 37 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Josel Laszlo, 35 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Rosalia Braun, 71 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Richard Stelner, 51 Jahre, 19. Bez. (Döblinger Friedhof). 24. November 1933: Gustav Lob, 76 Jahre, 13. Bez. (I. Tor). — Jobanna Morgenstern, 66 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Jett! Grüner, 48 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Philipp Rosenbaum, 68 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). — Adele Platzek, 53 Jahre. 19. Bez. (IV. Tor). — Dr. Adolf Kauk mann, 50 Jahre, 19. Bez. (IV. Tor). — Friedrich Bauer, 46 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Ilona Herzberg, 63 Jahre, 19. Bez. (IV. Tor). — Isidor Schneider, 77 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Leopold Kohn-Leopoldl, 74 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Bertha Scfmeck, 82 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Marie Krolewiecka. 39 Jahre, Bialystok (IV. Tor). — — Johanna Kößler, 84 Jahre, 21. Bez. (Floridsdorfer Friedhof). 26. November 1933: Charlotte Lanzer, 73 Jahre, 7. Bez. (I. Tor). — Fanny Herzhaft, 90 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Perez Leib Halpern, 39 Jahre, Brody (IV. Tor). — Leopold Kollmann, 61 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Adele Falik. 70 Jahre. 20. Bez. (IV. Tor). — Heinrich Brakl. 70 Jahre, 6. Bez. (IV; Tor). — Teme Feuer, 73 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). Alle Uniformierungssorten und Sportausrüstungen für Vereine und Verbände zu ermäßigten Preisen, auch einzeln, erhalten Sie in der altbekannten Uniformierung und Maßschneiderei Rudolf Goldslein Wien II., Taborstraße 54 <GiES2J22> — Tel. R 49-0-48 Gegründet 1866 Versand nach allen Lindern Moderne Zivilkleider nach Maß; elegante Ausführung! BW Talare vitd Barette wie bisher verrSllg und nach MaB fflr den Bedarf aller gelstHelten Stande! fiicentnmer, Herausgeber, Verleger und verantwortlichar Schriftleiter: Oskar Hlrscbteld Wies II., Praterstrafie 29 — Druck laus Snite & Söhne. Wien II.. Robertsasse 2.