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Die Wahrheit · 1933-11-24 · Heft 47 (24.11.1933) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1933
Issue
Heft 47 (24.11.1933)
Date
1933-11-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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OCtlC f Jüdische Bühne. II.. Praterstraße 60. Tel. R 43-4-59. Heute und täglich: „EINE NACHT VON LIEBE" Beginn 830 Uhr abends. iBBSBBBHHraHniHBBHH Gemeindedkronik. Steuererhöhung in der jüdischen Gemeinde Berlin. Die Repräsentantenversammlung der jüdischen Gemeinde Berlin beschloß, den Zuschlag zur Einkommensteuer für 1933 von 13 Prozent auf 20 Prozent zu erhöhen. Von der Erhebung eines Zuschlages zur Reichsfluchtsteuer soll Abstand genommen werden. Budapest. Die Mutter des Präsidenten der Pester israelitischen Religionsgemeinde Hofrat S. Stern ist im Alter von 83 Jahren in der Vorwoche verschieden. Sie war eine streng konservativ eingestellte Frau, deren Stolz ihr Sohn war, dem seine hervorragende Führung der Gemeinde weit über deren Grenzen größte Achtung erworben hat. So nimmt auch die österreichische Judenschaft an dem Verluste des bewährten Präsidenten der Budäpester Gemeinde herzlichen Anteil. — Der Budapester Oberrabbiner Simon H ev esi begeht in diesen Tagen sein 40jähriges Amtsiubiläum, aus welchem Anlasse er Gegenstand zahlreicher verdienter Ehrungen ist. Der Jubilar verstand es durch seine glänzende Amtsführung, sich die Liebe und Wertschätzung seiner Gemeinde zu erringen, die zu ihm als ihren ausgezeichneten geistigen Führer emporblickt. Auch in Wien genießt Oberrabbiner Hevesi, den wir mit Stolz zu unseren Mitarbeitern zählen, infolge seiner hervorr ragenden Persönlichkeit und seines profunden jüdischen Wissens, einen ausgezeichneten Ruf; wir verdolmetschen deshalb gerne die Glückwünsche der österreichischen Judenschaft zu seinem Jubeltage, dem noch viele gleich schöne folgen mögen. Verband der Tempelvereine der Stadt Wien (VIII., Neudeggergasse 12). Bei der am 31. v. M. stattgefundenen Neukonstituierung des Vorstandes des Verbandes der Tempelvereine sind nachgenannte Herren gewählt worden: Obmann: Herr Kultusvorsteher Dr. Leo Landau (II., Polnischer Tempel); I. Obmannstellvertreter: Herr Oskar Schramek (IL, Pazmaniten-Tempel); II. Obmannstellvertreter: Komm.-Rat Siegmund Feldmann (JosefStädter Tempel); Schriftführer: Ing. Hugo Koditschek (III., Bethaus Untere Viaduktgasse 13); Kassier: Leopold Grünspann (X., Tempel Favoriten). Jossele Rosenblatt-Gedenkfeier. Für die Jossele Rosenblatt-Gedenkfeier, die das Hilfskomitee für Jeschiwa-Bachurim (Vorsitzender: Komm.-Rat Moritz L e i t n e r) diesen S a m s t a g, d e n 25. N ovember, um 8 Uhr abends, im Festsaal des.Hotel Post, I., Fleischmarkt 24 (Eingang Drachengasse), veranstaltet, macht sich lebhaftes Interesse kund. Die Gedenkfeier verspricht angesichts der Mitwirkung hervorragender Künstler ein besonderes Ereignis im jüdischen Leben Wiens zu werden. Eintrittskarten zum Preise von S 1.— bis S 5.— sind im Sekretariat des Hilfskomitees, Wien II., Leopoldsgasse 16 (Tel. A 48-4-15), und bei einer Reihe durch ein Plakat gekennzeichneter Verkaufsstellen erhältlich. Einige Karten werden möglicherweise noch an der Abendkassa erhältlich sein. Oberkantor Taschlitzky nach Holland berufen. Der Vorstand der Chewra Kadischa XII—XV mußte leider von dem allseits beliebten Oberkantor Taschlitzky, der nach kurzer ausgezeichneter Wirksamkeit am Brigittenauer Tempel nach Holland berufen wurde, Abschied nehmen. Diese Abschiedsfeier fand nach dem Gottesdienste am vorigen Freitag im Tempel XV., Turnergasse 22, Statt. Das Präsidium sowie mehrere Herren des Vorstandes nahmen mit bewegten Worten Abschied von dem Funktionär, der die Gemeinde so lange Zeit mit seinem prachtvollen Gesänge erfreut Im Tempel des HL Bezirkes. Wien DI.. Untere Viaduktgasse 13. gelangt die Steile eines Tempeldieners znr Besetzung. In Betracht kommen nur streng religiöse Bewerber, die verheiratet und mit allen einschlägigen Obliegenheiten vertraut sein müssen. Die Frau muß die Reinhaltung und Instandhaltung des Gotteshauses besorgen. Geboten wird: Dienstwohnung, bestehend aus Zimmer. Küche und Vorraum, elektrisches Licht und Gas sowie 50 kg Kohle monatlich während der Wintermonate. Barbezüge nach Vereinbarung. Gesuche sind bis 15. Dezember a. c. bei obiger Adresse einzureichen. hatte. Oberkantor Taschiitzky dankte in herzlicher Weise für die schöne Ehrung. Die „Jugend-Union", deren letzte gesellige Veranstaltung wieder auf sehr beachtlichem Niveau stand — u. a. wirkten mit großem Erfolge die Komiker Eugen S t r e h n und N i c o l s o n, die Sängerinnen Else Blass und Gerti Donath, sowie in einer Szene aus dem „Graf von Charolais" der begabte Schauspieler J. Krumholz mit — veranstaltet ihren nächsten geselligen Abend am Samstag, den 2. Dezember, halb 9 Uhr abends im Goldsaal des Cafe Silier, L, Schwedenplatz. Es wird da neuerlich ein erstklassiges Programm geboten, die Conference wird Kurt Karsten führen, besonders erwähnenswert ist die Mitwirkung des bekannten Klavierhumoristen Krauss-Elka. Vorverkaufskarten zu S 1.50 im Sekretariat der „U n i o n", IX., Berggasse 4, Tel. A 19-2-77, an der Abendkasse erhöhte Preise. Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs. Die rührige Bezirksgruppe II des Bundes beging ihren einjährigen Bestand auf einem Festabend, der Samstag, den 18. d. M., im Hotel Post stattfand. Der glänzende Besuch dieses Abends bewies, welch regen Zuspruch die Bezirksgruppe in der kurzen Zeit ihres Bestandes zu verzeichnen hat, ein Erfolg, zu dem ihrer Leitung nur zu gratulieren ist. An dem sehr stimmungsvoll verlaufenen Abend war die gesamte Bundesführung mit General Sommer an der Spitze erschienen, die von dem Bezirksführer Hauptmann May in einer eindrucksvollen Ansprache begrüßt wurde, in der er als wichtigstes Postulat des Bundes sein Eintreten für jüdische Ehre bezeichnete, für welches Ziel er die Einigung aller Juden ohne Rücksicht auf ihre innerjüdische Einstellung anstrebt. Das von Kurt Karsten glänzend konferierte Programm war ausgezeichnet, die Sängerin Gina Blatt, Else Kaufmann, Leo V a 1 b e r g und der hervorragende Pianist Gidean May wurden mit berechtigtem Beifall überschüttet. Die Bezirksleitung darf mit dem Erfolg dieses Abends in jeder Hinsicht zufrieden sein. Zimmermaler Kohn empfiehlt sich zur Ausfühnmgyon Malerarbeiten jeder Art II., Rotenkreuzgasie 3 Tel. A4S-5-37 Todesfall. Einen überaus schweren Verlust hat die in weitesten Kreisen geachtete Familie Samuel Wachsberger zu beklagen. Die einzige Tochter des Ehepaares, Fräulein Rosa Wachsberger, ist in der Vorwoche nach langem, schweren Leiden dahingeschieden und wurde am 15. d. M. bestattet Mit ihr ist im Alter von 43 Jahren eine edle, gottesfürchtige Jüdin heimgegangen, deren ganze Liebe ihren braven Eltern und ihrem Bruder Felix gehörte. Ihr schöner jüdischer Sinn kam auch in eifriger Betätigung in sozialen jüdischen Vereinigungen zum Ausdruck, wie überhaupt ihr Wesen durch besondere Güte charakterisiert war. An ihrer Bahre, um die sich neben der gramgebeugten Familie Vertreter des Vorstandes der Talmud-Thora, iL, Malzgasse, und der Bezirksorganisation II der „Union österreichischer Juden" scharten — in beiden Vereinigungen sind Vater und Sohn Wachsberger seit langem überaus ersprießlich tätig — hielt Rabbiner Schenk einen ergreifenden Nachruf, in dem er mit bewegten Worten all die vielen Vorzüge, der in so frühen Jahren Dahingegangenen schilderte und ihren von so furchtbarem Schmerze getroffenen Angehörigen Trost zü spenden versuchte. Am offenen Grabe rezitierte in herzlicher Weise Kanton R u b i n s t e i n ein El mole rachmim. Jüdischer Frauenverein Leopoldstadt. Sonntag, den 26. November. 4 Uhr nachmittags, findet im Festsaal des Hotel Continental, IL, Taborstraße 4, eine Künstler-Akademie statt, deren Reinerträgnis der Unterstützung der jüdischen Armen des so notleidenden Bezirkes dienen seil, die während des Winters Kohle von dem rührigen Verein erhalten. Karten für diese ganz erstklassige Veranstaltung sind im Vorverkauf zu S 1.50 bei allen Vorstandsdamen und in der Redaktion der „Wahrheit". IL. Heinestraße 13. erhältlich. Der Verein „Ferienheim" (Präsidentin Sofie G r ü n f e 1 d) veranstaltet Samstag, den 2. Dezember, in den Räumen des Handelsmuseums,- IX., Berggasse 16, zugunsten seines Heimes „Mühlhof" in Bad Vöslau, einen „Lustigen Abend der Ueberraschungen" (Conference Hugo Knepler) unter Mitwirkung hervorragender Künstler. Nach den Vorträgen Tanz zu erstklassiger Jazz. Tempelverein „Aeschel Awrohoin". Wie in den früheren Jahren hat sich auch heuer ein Komitee zusammengetan, das unter Leitung von Obmann Oskar Schramek und Frau Ottilie Politzer die Bekleidung armer Kinder der Talmud-Thora- Schüle des Tempelvereines zu Chanukka vornehmen will. Um diesen schönen Zweck zu erreichen, findet am Dienstag, den 12. Dezember Sorge für die Gesundheit deiner Familie und benütze Shemen Olivenöl zum Kochen, Braten, Backen und Oelkuren, sehr ausgiebig, leicht verdaulich, bevorzugt in aller Welt. Shemen Toiletteseifen übertreffen die beste Qualität Europas. Shemen Haushaltungsseifen, sehr billig und ausgiebig, erhalten Sie in Ihrer Parfümerie, Delikatessengeschäften. Verlangen Sie diese Produkte. Generalrepräsentanz iür Oesterreich: S. RABIN OWITSCH Wien II, Zirkusgasse 10. TeL R 48-7-38. (1. Chanukka-Abend), im Pazmanitentempe! eine Feier statt, über deren schönes Programm noch Näheres berichtet werden wird. Jüdischer Angestellten-Verband ..Emunah" (I.. Salzgries 14). Samstag, den 25. d. M.. 8 Uhr abends. Vortrag des Herrn Emil Gut heil: „Psychologie des jüdischen Humors". Eintritt frei. Gäste willkommen. Verein für lüdlsche Geschichte und Literatur.!!., Ferdinandstraße 23/8. Montag, den 27. d. M,, halb 8 Uhr abends, findet im Klubsaale I.. Wiesingerstraße Nr. 11 (Cafe Atlashof, eigener Eingang, Souterrain), ein Vortrag des Herrn Dr. Leo Goldhammer über „Die Juden in der Statistik" statt. Eintritt frei. Die Jutäa (Sekretariat: IL, Pazmaniteng. 6) gibt hiemit bekannt, daß sie ihre Vereinstätigkeit wieder aufgenommen hat. Sonntag, den 26. November, um halb 8 Uhr abends, findet in den neuen Klubräumen, Restaurant Herlinger im Hotel National. IL. Taborstr. 18. der erste Vereinsabend mit besonderen Attraktionen statt. Kein Konsumzwang. Ganz besonders macht die Jutäa auf den vom Herrn Rabbiner Dr. Zwl Taubes geleiteten Hebräischkurs aufmerksam, der am Montag, den 27. d. M.. präzise 8 Uhr abends, im Tempel IL. Pazmanitengasse 6 (Sitzungssaal), beginnt und von nun ab jeden Montag dort stattfindet. Mittwoch, den. 29. November spricht um 8 Uhr abends in unseren Klub-« räumen, Restaurant Herlinger, IL, Taborstraße 18, Chefredakteur Oskar H i r s c h f e 1 d über das aktuelle Thema „Emigrantennot und Emigrantenfür s o r g e". „Hachnusas Kalu". Brautausstattungsverein für arme jüd. Waisenmädchen (Obmann S. Buchsbau m), veranstaltet am Samstag, den 2. Dezember 1. J. um 8 Uhr abends im Festsaale des Hotel Continental eine Wohltät.'Kkeitsakademie mit anschließendem Tanz. Prominente Kunstkräfte haben ihre Mitwirkung zugesagt. Die artistische Leitung liegt in den bewährten Händen der Herren I. Morgenstern und M. Timyn. Eintrittspreis S 2.—. Die bisherigen Veranstaltungen dieses Vereines vvav'in stets flänzcnd besucht und versoricht auch dieser Aheitd in ieder Hinsicht einen angenehmen Verlauf zu nehmen. Wiener jüdisches Kabarett „Chad-Gadjoh". Samstag, den 25. und Sonntag, den 26. d. M. eröffnet ein Kollektiv, bestehend aus Künstlern, die aus Deutschland flüchten mußten, in Gemeinschaft mit Wiener jüdischen Schauspielern im 2. Bezirk. Praterstraße 11, das obgenannte Kabarett mit reichhaltigem Programm. Es wirken mit: Erna Lorenz. Klara Meiseis, Paula Paulsen., Sascha Fiderer. Markus Herschkowitz. I. Nikolson. Samuel Schwager. Hermann Tunis und Max Resler. Eintritt S 1.50. ohne Konsumzwang! Karten im Vorverkauf im Cafe Budapest, IL, Praterstraße Nr. II. Tel. R 45-0-70 sowie in sämtlichen Kartenbüros. Beginn halb 9 Uhr abends. Mödling. Der Bundespräsident hat dem Rabbiner und Religionslehrer von Mödling, Herrn Dr. Albert Schwieiger, den Titel Professor verliehen. Wiener-Neustadt. Die Kuftusgemeinde Wiener- Neustadt hat den Reh'gionsorofessor Heinrich L ö w y aus Baden bei Wien als Religionslehrer und Sekretär verpflichtet. Der junge Lehrer ist in orthodoxen Kreisen gut bekannt, er hat ie drei Jahre die Jeschiwaus Neuhäusl. Mattersburg. Tyrnau und zwei Jahre die Religionsschule in Frankfurt a. Main unter Dr. Josef Breuer bsncht Das Restaurant Tonello hat eine Umänderung erfahren, die nur zur Hebung seiner seit Jahrzehnten vorhandenen Popularität beitragen wird. Nach einer Renovierung des schönen Lokals ist es am vergangenen Samstag wieder eröffnet worden und bot den zahlreichen Besuchern verschiedene, mit großem Beifall aufge- Danksagttng. Anläßlich des schweren Schicksalsschlages, der unsere Familie durch das Hinscheiden unserer innigstgeliebten Tochter und Schwester Rosa betroffen hat, sind uns von so vielen Seiten Beweise herzlichster Anteilnahme zugekommen, daß wir uns außerstande fühlen, iedem Einzelnen iür die Bekundung seines Mitgefühls zu danken. Wir sagen deshalb auf diesem Wege allen jenen, die uns in diesen schweren Tagen Trost zu spenden versuchten, unseren herzlichsten Dank. Familie Wachsberger. Wien, im November 1933.

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