Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1933
- Issue
- Heft 43 (27.10.1933)
- Date
- 1933-10-27
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3062972-3064350-3064391--19505-3084649- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
mm. DIE WAHRHEIT Seite T Wissen Sic schon. i daß anläßlich der Eröffnung der Deutschen Handwerkerwoche, von der das jüdische Handwerk ausgeschlossen ist, der Vorsitzende der Deutschen Handelswerkskammer eine Ansprache hielt, in der er es als das Ziel des deutschen Handwerks hinstellte, dieses von Juden zu säubern: gegen das Eindringen des zerstörenden jüdischen Einflusses in das Handwerk müssen die schärfsten Mittel eingesetzt werden. daß in Berlin Juden vom Markthandel ausgeschlossen sind, da Stände auf den Märkten und in den Markthallen jetzt ausschließlich an Mitglieder der nationalsozialistischen Partei vergeben werden? daß die Polizeidirektion und der Stadtrat von München für die Dauer des Oktoberfestes u. a. bestimmt haben, daß Personen jüdischer Abstammung zum Oktoberfest für den Verkauf von Waren, die Verabreichung von Speisen und Getränken, sowie für die Veranstaltung von Lustbarkeiten nicht zugelassen werden? Alfred Nobels hundertster Geburtstag. Am 21. Oktober wäre der schwedische Chemiker und Industrielle Alired Nobel 100 Jahre alt geworden. An diesem Tage gedachte dte ganze Kulturwelt mit Dankbarkeit der letztwilligen Verfügung, die Nobel über sein großes Vermögen getroffen hat: aus ihm entstand die Nobelpreisstiftung. Die Zinsen der Stiitung sollten alljährlich in Form ansehnlicher Preise an solche Persönlichkeiten zur Verteilung gelangen, „die im verflossenen Jahre der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben": so wurde }e ein Preis für die bedeutendsten Leistungen auf dem Gebiete der Physik, der Chemie, der Medizin (eder Physiologie) und der Literatur gestiftet. Der fünfte Preis sollte dem zufallen, der sich am meisten um die Völkerversöhnung verdient gemacht habe. Unter den weit über 150 Nobelpreisträgern befanden sich bis zum Ende des vorigen Jahres fünfzehn Männer jüdischer Herkunft. An dieser Stell« seien nur den deutschen Nazis die acht deutschen Juden ins Stammbuch geschrieben, die unter 45 deutschen Wissenschaftlern diesen seltenen, ehrenvollen Preis erworben haben: Paul Ehrlich 1908 (Medizin). Otto Wallach 1910 (Chemie), Richard W i 11 s t ä 11 e r 1915 (Chemie). Fritz Haber 1918 (Chemie). Albert Einstein 1921 (Physik), James F r a n c k 1926 (Physik). Otto Meyerhof 1928 (Medizin) und Otto War bürg 1931 (Physiologie). Die amerikanische Gesellschaft für Chemie hat einem von diesen Männern, dem Professor Wills t ä 11 e r in München, ihre höchste Auszeichnung, die Goldene Medaille, verliehen. Da er allerdings über keine arische Großmutter verfügt, kann die deutsche Wissenschaft die neuerliche hohe Auszeichnung des Gelehrten nicht für sich in Anspruch nehmen. * Anläßlich des 100. Geburtstages Nobels sei bekanntgegeben, daß, wie der große Wiener Psychiater Wagner-Ja uregg den Nobelpreis erhielt, ein zweiter Wiener Nervenarzt, mein Vater. Professor Dr. Moritz Benedikt, infolge seiner Wünschelrutenforschung: für diesen Preis wenigstens vorgeschlagen war. Ich erfuhr von dieser Tatsache erst nach seinem Tode durch einen Kondolenzbesuch von Professor Viktor Urbantschitsch, diesem großen Philosemiten unter den Wiener Professaren, der seine bis in die höchsten Kreise Schwedens reichenden Verbindungen in selbstlosester Weise zu dem Vorschlag benützt hatte. Ob mein Vater den Preis erhalten hätte, bleibt offen, aber jedenfalls erhielt ich von einem mir unbekannten Mitglied des Preisrichterkollegiums einen warmen Kondolenzbrief (mit einer unwahrscheinlich großen Sendung ven Lebensmitteln), worin er die Kandidatur als sehr aussichtsreich bezeichnete und bedauerte, daß der Fall nicht vorgesehen sei. einen Gelehrten post mortem auszuzeichnen, wenn er während des Preisverfahrens stirbt. C. Benedikt. I Dr. Nissan Goldstein I Von Rabb. Dr. A. K a m i n k a. Wie ein Blitzschlag aus heiteren Höhen verbreitete sich am 18. d. M. die Kunde, daß Rechtsanwalt Dr. N i ss a n G o 1 d s t e i n, der auclf Dozent für talmudische Rechtswissenschaft am Maimonides-Institut war, nach kurzer Krankheit im Alter von kaum 54 Jahren aus dem Leben geschieden ist. Wenige Tage vorher hatte er noch an der Beratung der Freunde des Instituts teilgenommen, in der seine Vorlesungen auf dem Gebiete des talmudischen Eherechtes für das neue Studienjahr festgesetzt wurden. Er war einer der größten Kenner und vielleicht der scharfsinnigste Erklärer und wissenschaftliche Interpret des talmudischen Schrifttums und wurde mit Recht auch von Talmudisten alten Schlages wegen seiner erstaunlichen Kenntnisse als „Gaon" bezeichnet. Durch seinen frühzeitigen Heimgang erleidet die Wissenschaft einen um so schwereren, wahrhaft unersetzlichen Verlust, da der frühzeitig Heimgegangene Gelehrte, durch seine Berufspflichten als Rechtsanwalt gehindert, nicht dazu kam, die oft neue. Bahnen eröffnenden Ergebnisse seiner Forschungen in Büchern oder auch nur Zeitschriften-Artikeln niederzulegen und dadurch für die Fachwissenschaft dauernd zu sichern. Zu hoffen ist, daß hebräische Manuskripte aus seinem Nachlasse in Palästina zur Veröffentlichung gelangen werden. Dr. Nissan Goldstein war in Przemysl in Galizien geboren und in chassidischem Geiste erzogen. Er besaß schon in ganz jungen Jahren ein phänomenales Wissen im gesamten jüdischen Schrifttum und soll bereits im Alter von zwölf Jahren fast den ganzen Talmud so gut wie wörtlich auswendig beherrscht haben. Nach Erlangung der rabbinischen Ordination wurde er in Rohatyn als orthodoxer Rabbiner akzeptiert, wo seine halachischen Deraschas mit Ekstase aufgenommen wurden. Es ergab sich jedoch bald, daß eine Kluft zwischen der chassidischen Weltanschauung und. der seinigen bestand, die durch ausgedehnte profane -Studien eine freiere geworden war. An diesem Gegensatz scheiterte auch seine von Freunden betriebene Kandidatur als orthodoxer Rabbiner in Jaroslau. Er wurde statt dessen Bibliothekar der Kultusgemeinde in Lemberg, wo er Gelegenheit hatte, seine allgemeinen Kenntnisse zu erweitern, juristische Studien an der Universität zu absolvieren und auch schon wissenschaftliche Vorträge zu halten. Die Kriegszeit brachte ihn mit so vielen wertvollen jüdischen Intellektuellen nach Wien, wo er, nachdem er endgültig auf eine rabbinische Laufbahn verzichtet hatte und sich der Advokatur widmete, Gelegenheit hatte, in reichem Maße seine rechtswissenschaitlichen Kenntnisse zu vertiefen und dabei einen innigen Kontakt mit dem jüdischen Schrifttum, dem sein ganzes Herz gehörte, aufrecht zu erhalten. Als Rechtsanwalt erwarb er sich durch den ungewöhnlichen Scharfsinn, den er in verwickelten Prozessen bekundete, hohes Ansehen in Richterkreisen, seine Muße gehörte ganz der Wissenschaft. Kurz nachdem das Maimonides-Institut begründet wurde, folgte er gerne der Berufung, an dieser Anstalt Vorträge über talmudische Rechtswissenschaft und über Midrasch zu halten. Hier, an dem Sammelpunkte aller begeisterten Freunde des althebräischen Schrifttums, fand er eine verständnisvolle Zuhörerschaft, die sein unerschöpfliches Wissen und sein kritisches Urteil zu würdigen wußte. An Hand der Texte des babylonischen und des jerusalemischen Talmuds, der Tosefta und aller anderen alten Quellen verbreitete er oft bei Behandlung der Materien des Zivilrechts, des Strairechts, des Erbrechts, des Eherechtes ein ganz überraschendes neues Licht über Stellen der Mischna unter Heranziehung der vergleichenden Rechtsgeschichte und enthüllte den wahren Sinn mancher von den Kommentatoren mißverstandenen Formeln, Grundsätze und Aussprüche. Auch in der „Histadrut Ibrith" hielt er von Zeit zu Zeit Vorträge in hebräischer Sprache. In den Dienst der zionistischen Bewegung, der er ein treuer Anhänger war, stellte er bereits in Galizien gerne seine geistige Kraft und auch in Wien stand er ihr immer zur Verfügung. Vor seinem Hinscheiden hatte er noch die rreude, seine in Palästina verheiratete, in Tel Aviv als Aerztin lebende Tochter und ein in Jerusalem geborenes, hebräisch sprechendes Enkelkind zu Besuch in seiner Nähe zu sehen. * * - - ". . * t*^?r-f?$it \ - Line zahlreiche Trauervetsämmlung fand sich am 20. Oktober auf dem Zentralfriedhof ein, um den verehrten heimgegangenen Meister zu Grabe zu geleiten. Unter den Trauernden befanden sich der Rosch Beth Din Rabbiner Josef B a b a d und eine große Schar von Rabbinern und Talmide-Chachamim, die der Verlust tief erschüttert hatte. An der Bahre hielt Rabbiner Doktor A. K a m i n k a einen Nachruf, in dem er als Leiter des Maimonides-Instituts dem Schmerze der Kollegen und aller Freunde des Verstorbenen über dieses frühzeitige Scheiden Ausdruck gab. Im Namen der Zuhörerschaft und der Landsleute nahm das Mitglied der Instituts- Verwaltung und Vorstandsmitglied des Polnischen Tempels Hirsch in trater in bewegten Worten vom unvergeßlichen Lehrer Abschied. Dr. Tartakower sprach hebräisch namens der Histadrut Ibrith über den unersetzlichen Verlust und ein langjähriger Freund namens seiner zahlreichen Verehrer, worauf die irdische Hülle in das Grab gesenkt wurde. itemeindedkwonitz. Aus dem Wiener Kultusvorstand. An Stelle des, wie bekannt, kürzlich zurückgetretenen Herrn Kultusvorsteher Börserat Ignatz Glück wurde in der Vorwoche Herr Berthold Sinai auf der Liste der „Union" in den Kultusvorstand berufen. Herr Sinai, der sich als Chef des Hauses Sinai &. Kohn in kommerziellen Kreisen der größten Achtung und Beliebtheit erfreut, wird gewiß einen Gewinn für den Vorstand unserer Gemeinde bedeuten, denn er bekundet bereits seit vielen Jahren reges Interesse für alle jüdischen Angelegenheiten. So gehört er dem Vorstand des Tempelvereines III., Untere Viaduktgasse an, für welchen Verein er schon bei verschiedenen Gelegenheiten seine große organisatorische Begabung bewies. Auch auf karitativem Gebiete ist Herr Sinai bereits seit langem hingebungsvoll tätig, weshalb anzunehmen ist, daß er in dieser Hinsicht auch in der Gemeinde seinen Mann stellen wird. Trauung. Sonntag, den 22. d. M.. iand im festlich beleuchteten und herrlich geschmückten Tempel des 10. Bezirkes die Trauung des Fräulein Lilly Mandel, Tochter des verstorbenen Rabbiners. Professor Dr. A. L. Mandel, welcher drei Jahrzehnte hindurch als Rabbiner des Bezirkes vorbildlich verdienstvoll wirkte, und der Frau Dr. Anna Mandel, mit Herrn Arthur W e i z e n h o f statt. Die Beliebtheit deren sich beide Familien in weitesten Kre;'sen erfreuen, kam in der ungeheuer starken Beteiligung der Freunde zum Ausdrucke. Insbesondere wurden die Anwesenheit prominenter Persönlichkeiten, so der Präsidenten der israelitischen Kuitusgemeinde. Hern; Dr. Desider Friedmann, sowie der Herren Rabbiner Dr. Bauer, Dr. Kaminka, Dr. Kupier. Professor Dr. Kraußi und Dr. Schweiger viel bemerkt. Der Gesamtvorstand des Tempelvereines X.. weiters des Isr. Humanitätsverehies X. und des jüdischen Frauenvereines X.. sowie Deputationen aller jüdischen Vereine des 10. Bezirkes und die Damen der „Weiblichen Fürsorge" unter Führung der Frau Komm.-Rat Kadis.cn hatten sich eingefunden. An das Brautpaar richtete!» Herr Rabbiner Dr. Oppenheim aus Olmütz als Onkel der Braut, sowie Herr Rabbiner Professor Dr. Albert W e i n e r herzliche Ansprachen, in. denen rühmend auf die großen Verdienste des verewigten« Vaters der Braut. Herrn Rabbiner Dr. Mandel und; ihrer Mutter, Frau Dr. Mandel, der eifrigen Präsidentindes Frauenvereines X., hingewiesen wurde. Die kantoralen Funktionen versahen in besonders erhebender Weise die Herren Oberkantoreu Simon Weiß und Icsei Schlesinger mit verstärktem Chor. Dem Brautpaare sowie deren Müttern wurde auch nach der Trauung in der Wohnung der Frau Dr. Mandel vwi. vielen Seiten innigst gratuliert. 60. Geburtstag. Am 26. Oktober feiert Herr Alexander Morgenstern, IL, Malzgasse 12, seinen 60. Geburtstag. Herrn Morgenstern, der als ehemaliger Schriftsetzer ein arbeitsreiches Leben hinter sich hat und nur infolge der schweren Krise des graphischen Gewerbes seit einigen Jahren unfreiwillig feiern muß, stehen große Ehningen seitens seiner Familienangehörigen, sowie seiner zahlreichen Freunde und Bekannten bevor. Baden b. Wien. Herr Gustav Oc-deu burger, welcher seit 37 Jahren dem Vorstand der Chewra Kadischa angehört und Ehrenmitglied derselben ist, leierte ain Simchas Thora seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlasse wurde er als Chossen Bereschis aufgerufen. Beim Empfang, der Nachmittag im Sitzungssaal« der Kuitusgemeinde stattfand, hielten Oberrabbitier Dr. C a r I e b a c h und der Präsident der Chewra Kadischa. Herr Ludwig L a c k e n b a c h e r. Gratulationsansprachen. Auch von der Stadtgenieinde Baden erhielt der Jubilar ein schmeichelhaftes Glückwunschschreiben. Todesfall. Am 19. d. M. starb i-i Hietzing. Bossigasse II. Herr Armin Fleisch mann im Alter von 68 Jahren. Er gehörte durch viele Jahre dem Hietziuger Tempelverein als Vorstandsmitglied an. sein Wirken als aufrechter Jude war vorbildlich. Jeder, dtr diesen bescheidenen Mann kannte, trauert um ihn, denn ..bescheiden für sich, hilfsbereit für andere", war ihm Lebensregel! Maimonides-Institut. Sonntag, den 29. Oktober, 5 Uhr nachmittags, findet im Vortragssaale des Maimonides-Instituts. Wien II., Praterstraße 11. eine T r a u e r f e i e r für den dahingeschiedenen Dozenten am Institut Dr. Nissan G o I d s t e i n statt. Infolge dieses Todesfalles mußte der Lehrplan für das eben begonnene Studienjahr geändert werden. Es wurden als Vortragende neu beruten die Herren Rabbiner Dr. M. Bauer, der Donnerstag, den 26. Oktober. 5 Uhr, seine Antritts-Vorlesung über „Josef Albo's Ikkarim" halten, und Rabbiner M. Z i c k i e r, der Jeden D i e n st a g, 6 bis 8 Uhr, Talmud und Midrasch Tanchuma vortragen wird. Jeden Samstag. 4 Uhr. wird wie bis ietzt Rabbiner Dr. Kaminka Verträge zur Sidra und jeden Montag, 6 bis 8 Uhr, über Jeremias, dann über Morc Nebuchim halten. Jeden Mittwoch wird Rabbiner M. Horowitz Massechet Sofrim und Midrasch erklären. Der jüdische Frauenverein Leoooldstadt veranstaltet jeden Dienstag ab 5 Uhr R u m m y- und Bridge-Abende im Cate Fetzer, II., Praterstraße 8. Das Kartengeld (nach Belieben) fließt den sozialen Zwecken des genannten Vereins zu. Kein Spielzwang. Gesellige Zusammenkunft. JUd. Frauenverein Brigittenau. Dieser unter der umsichtigen Leitung der Präsidentin Olga Friedmann stehende, im Interesse der besonders arg notleidenden jüdischen Armen der Brigittenau sehr ersprießlich wirkende Verein hat am vergangenen Sonntag nachmittags als erste Vereinigung dieser Art in der neuen Saison eine Akademie mit Tanz im Hotel Continental veranstaltet. Dbr ausgezeichnete Besuch dor Unterhaltung hat bewiesen, daß diejenigen nicht Recht haben, die da meinen, daß jetzt die Zeit für solche Veranstaltungen nicht gegeben sei. Zusammenkünftedieser Art erhöhen im Gegenteil das nun besonders notwendige jüdische Gemeinschaftsgefühl und außerdem bieten sie die Möglichkeit, den Armen zu helfen, die ohne die Unterstützung auch der Frauenverei/ie. von denen der Brigittenauer einer der rührigsten ist. noch kümmerlicher ihr Leben fristen müßten. Voraussetzung für die Abhaltung solcher Veranstaltungen ist aber die Gediegenheit des Programms, das geboten wird, und daran ließ es die Leitung des Brigittenauer Frauenvereins nicht fehlen. Wir erwähnen von den Künstlern, die nach den herzlichen Einleitungsworten des Herrn Reg.-Rar Dr. M. Lenk das Podium betraten, und, von Lizz.v Götzlinger gut konteriert, ihr Bestes boten, insbesondere den prächtigen Oberku.ntor M. T a s e h 1 i t z k y. die stimmungsvolle Else Kau im a n n, begleitet von Leo V a 1 b e r g, und den ausgezeichneten Violinvirtuosen Grünschlag, begleitet von Frau Reg.-Rat M a s s a r c k. Die Isr. Kinderbewahranstalt. II.. Schiiiamtsgasse Nr. 15, hielt am Montag, den 23. d. M., ihre diesjährige Generalversammlung ab. Sie sollte als neunzigste als Jubiläum gefeiert werden, altein sie stand sichtlich unter einem Unstern. Die tristen wirtschaftlichen Verhältnisse haben auch an den Pforten dieser schönen Institution nicht Halt gemacht, der Vorstand stand trotz all der Hingabe, mit der sich sämtliche seiner Mitglieder der edlen Aufgabe, indischen Kindern in der Not zu helfen, heuer beinahe' vor der Notwendigkeit, die Anstalt zu schließen, und es gehört wahrlich großer Opfermut dazu, das Werk trotz all dieser Schwierigkeiten weiterzuführen. Auch in persönlicher Hinsicht hat der Verein schwere Verluste erlitten. Vcr allem sah sich sein langjähriger Präsident Rabbiner Dr. Max G r u n w u I d gezwungen, wegen -einer Uebersiedlung nach Kaden b. W.