Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1933
- Issue
- Heft 38-39 (20.9.1933)
- Date
- 1933-09-20
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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8 S Anläßlich des Roschhaschono-Festes entbieten hiermit Ihren Verwandten und Freunden die herzlichsten Glückwünsche nnio ne'nm na»P5 Arkaden-Cafe und Restaurant Lorbeer & Freiwirth f., Universitätsstraße 3 Hotelier und Restaurateur A. Barschak und Frau II., Große Schiffgasse 3 S. Buchsbaum und Frau Inhaber des Cafe Buchsbaum IL, KI. Pfarrgasse 21 Cafe Carltheater Sitz des österreichischen Kantorenverbandes Josef Blau und Familie IL, Praterstraße 29 Cafe City Gustav Goldmann IX., Porzellangasse 1 Cafe Dogenhof Nathan und Helene Neugasser IL, Praterstraße 70 Familie Ebruster Cafe, Hotel und Pension Ebruster Baden, Josefsplatz Cafe-Restaurant Excelslor Herzog und Schüller L, Rotenturmstraße 24 Restaurateur Salomon Grüner und Frau IL, Zirkusgasse 30 mbM ' Restaurant Herlinger Rosa, Malvine und Moriz Herlinger Hotel National1, IL, TaborStraße 18 Nagel's Selchwaren-Restaurant IL, Praterstraße 33 Daniel Natowic und Frau Besitzer des L Kaffeerestaurant II.. Prater; i Restaurant Neugröschl IL, Lilienbrunngasse 12 CAFE NIZZA an alle Verwandte, Freunde und Gäste Familien Alfred und Gustav Paschkes IL, Heinestraße 1 Promenaden-Cafe Bes. Adolf Beim und Frau IX.. Roßauerlände 27 Restaurateure Alfred Schwarz und Hildegarde Schiffres, geb. Schwarz IL, Rotensterngasse 31 Cafe Silier j m m L, Schwedenplatz : ■ ■ ■ MMBUMMHBHUMHMMaMMMHiraMMI RESTAURANT TONELLO Inhaberin Frau Jo Tonello IL, Lilienbrunngasse 1 Cafe „Viktoria am Schottentor" Siegmund Kornmehl „Wiener Theater-Cafe" » IL, Praterstraße 33 ■ Dr. Dollfuß Uber Toleranz. Bundeskanzler Dr. Dollfuß empfing dieser Tage den Chef des europäischen Dienstes der ,H e w York Times", Chefredakteur Frederick T. Birchall, und unterhielt sich mit ihm eingehend über die Lage in Oesterreich. Unter anderem bat Chefredakteur Birchall den Kanzler um eine Aeußerung, die im amerikanischen Volk gewisse Meinungen zerstreuen könne, daß ein Faschismus in Oesterreich Intoleranz bedeuten würde. „Für mich als Christ," erklärte der Kanzler, „ist die Seele des Menschen wichtiger als seine Rasse. Ich betrachte Oesterreich als ein Land von last sieben Millionen Seelen, wir müssen die Seele des Menschen als über allen Fragen der Rasse und der Nationalität stehend betrachten. Es ist nicht ein Parteikampf, den wir in Oesterreich ausfechten, sondern die Schöpfung einer neuen Lebensanschauung. Ich lade alle Amerikaner, welche irgendwelche Zweifel diesbezüglich hegen, ein, nach Oesterreich zu kommen und sich selbst davon zu über zeugen, daß Oesterreich ein Land ist, wo Toleranz über allen Fragen der Rasse und der Religion steht" laron rniia muh Die herzlichsten Glückwünsche zum Neuen Jahre entbietet allen Kunden, Freunden and Bekannten Wien II., Ausstcllungsstr. 3 Telephon R 45-4-87 K. REICHMANN KOHLEN UND KOKS Wissen Sic schon, daß die amerikanische Chemische Gesellschaft auf ihrem in Chicago abgehaltenen Jahreskongreß Professor Richard Willstätter die goldene Gibbs-Medaille, die höchste Auszeichnung der chemischen Wissenschaft, verliehen hat? daß der holländischen Delegation zu der 14. Tagung des Völkerbundrates, die demnächst in Genf eröffnet wird, auch zwei Juden angehören, und zwar das Mitglied des Staatsrates Doktor .1. Limburg und der ehemalige Vizepräsident des Rates von Holländisch-Indien Professor Dr. P. Moresco? * daß nach neuesten Erläuterungen des deutschen Reichsinnenministers zum Berufsbeamtengesetz festgestellt wird, daß, wenn in dem zur Entscheidung stehenden Fall einer der Großväter des Beamten unbestritten von der Rasse nach jüdischen Eltern abstammt; dieser Beamte selbst dann als nichtarisch im Sinne des Gesetzes anzusehen ist, wenn der Großvater der jüdischen Religionsgemeinschaft niemals angehört hat und außerdem der Vater des Großvaters, also der Urgroßvater, bereits getaufter Christ gewesen ist? * daß der Stadtrat in Erlangen einen nationalsozialistischen Antrag angenommen hat, wonach das im Jahre 1875 auf dem Luitpoldplatz für den jüdischen Universitätsprofessor Dr. med. Jakob Herz errichtete Denkmal sofort entfernt werden soll? * daß in der neuen Liste beschlagnahmter und eingezogener Bücher sich unter anderen Bronnens „Septemberrevolte" befindet, daß somit dem Judenstämmling Bronnen seine nahen Beziehungen zur nationalsozialistischen Bewegung nichts nützen? daß die im „Dritten Reich" so beliebte Bescheinigung als „deutsches Unternehmen", gleichgültig, von wem sie erteilt worden ist, jetzt als gegenstandslos erklärt wurde, weil damit zu viel reklamemäßiger Mißbrauch getrieben wurde? * daß der Mannheimer Theaterausschuß den Beschluß gefaßt hat, den nichtarischen Presseberichterstattern den freien Eintritt in das Nationaltheater nicht mehr zu gestatten? I * daß den jüdischen Abonnenten der Landestheater: in Stuttgart schriftlich mitgeteilt wurde, daß sie von einem ferneren Besuch der Theater absehen möchten, obwohl zur Errichtung der. der Theater einst beträchtliche Spenden von Juden angenommen wurden? * daß auf der nächsten Mitgliederversammlung der Vorstand der Berliner Walther Rathenau- Gesellschaft die Auflösung beantragen wird; das Vermögen der Gesellschaft soll — abgesehen von den Beträgen, die sie noch zur Herausgabe der von der vorigen Hauptversammlung beschlossenen einbändigen Gesamtausgabe und ähnlichen Zwecken benötigt — zur Unterstützung in Not Geratener verwendet werden. * daß die parteilose Vereinigung zur Vorbereitung eines verfassungsmäßigen völkischen Volksentscheids über die Lösung der Judenfrage sich aufgelöst hat, weil der Volksentscheid nunmehr unnötig sei, da die Hitler-Regierung das, was möglich ist, ihrerseits selbständig zu veranlassen in der Lüge sei? * daß der preußische Kultusminister verfügt hat, daß Nichtarier, die sich selbst auf das Abiturientenexamen vorbereitet haben, sogenannte „Nichtschüler'', künftig zur Reifeprüfung nicht mehr zuzulassen sind?