Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1933
- Issue
- Heft 36 (8.9.1933)
- Date
- 1933-09-08
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT Seite? 8fil)$l(iflt£!££ü£ Rabbinerinstallierungen. Freitag, den 8. d. M., werden im Rahmen des um 6 Uhr 15 abends stattfindenden Gottesdienstes die Herren Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang im Gemeindetempel des 18. Bezirkes, Schopenhauerstraße 39, und Oberrabbitier Doktor Israel Taglicht im Gemeindetempel, 15. Bezirk, Turnergasse 22, sich von der engeren Gemeinde ihres bisherigen Amtssitzes verabschieden. Gleichzeitig findet die Installierung des Herrn Gemeinderabbiners Dr. Arthur Zacharias Schwarz in dessen neuem Amtssitze, 18. Bezirk, Schopenhauerstraße 39, statt. Am Freitag, den 15. d. M., um 6 Uhr abends, wird im Seitenstettentempel die Installierung des Herrn Oberrabbiners Dr. Feuchtwang und am Samstag, den 16. d. M., im Großen Leopoldstädter Tempel die Installierung des Herrn Oberrabbirers Dr. T a g 1 i c h t im Rahmen des Sabbatgottesdienstes vollzogen werden. *3eW &toneiL$te bei der 4nSthdßUn9 sparen Wir haben noch eine Anzahl unserer ausgezeichneten Original „IRE"-OFEN vorrätig, deren Preise wir wegen kleiner Schönheitsfehler tief herabgesetzt haben. IG.REICI Ofenfabrik — Tel. B 20-2-28 lY.,Preߣas$e2& Wien I., Seltenstettengasse 2, Tel. ü 28-1-28 XL, Zentralfriedhof, Kl» in I. ttf, Tel. U 18-0-85 Aas aller Welt Jerusalem. Dem am 28. August in Palästina eingetroffenen neuen Oberrabbiner der Agudas Jisroel, Rabbi Joseph Zwi Duschinski. wurde bei der Landung in Jaffa ein. enthusiastischer Empfang bereitet. Oberrabbiner Duschinski befand sich in Begleitung von Rabbi Blau und zehn Schülern. In Tel Awiw. Moza und Jerusalem wurde der neue Oberrabbiner von zahlreichen Delegationen und einer großen Menschenmenge begrüßt. Aus Deutschland, der Slowakei. Oesterreich und Ungarn waren Begrüßungstelegramme eingotroffen. Am 31. " August wurde Rabbi Duschinski feierlich in sein Amt eingeführt. Der Zeremonie wohnten Vertreter der Palästina-Regierung und die ausländischen Konsuln, unter ihnen auch der deutsche Konsul, bei. Ansprachen häalten. der sephardische Obörrabbiner Jacob Meir, Rabbi Blau im Namen der palästinensischen Agudoh. der tschechoslowakische Konsul. Vertreter des Distrikskommissars und der Bürgermeister von Jerusalem. Rabbi Duschinski erklärte in seiner Antwort auf die Begrüßungsreden, er werden sich bestreben, das Werk seines Vorgängers Rabbi Sonnenfeld fortzusetzen; sein Ziel sei der Aufbau einer starken jüdischen Orthodoxie in Palästina und die Herstellung friedlicher Beziehungen zwischen dieser und den übrigen jüdischen Gemeinschaften sowie der nichtjüdischen Bevölkerung. Montreal. Anläßlich der Getrefdcweltkonferenz in Regina Susk hat dLa Jewish Colonisation Association (JCA) eine statistische Uebersicht über Juden im landwirtschaftlichen Berufe veröffentlicht. Aus diesen Aufzeichnungen ist zu ersehen, daß 557.000 Juden in acht Ländern derzeit landwirtschaftlich tätig sind. Die Oesamtfläche der von Juden bestellten Ländereien beträgt 5.410.750 Acres. Produziert werden verschiedene Getreidearten. Nüsse. Orangen, Weintrauben, Tabak. Mandeln. Johannisbrot u. v. a. Auf der Ausstellung selbst wurden neben zahlreichen Produkten der jüdischen Kolonien Palästinas auch solche der jüdischen Kolonien in Kanada. Argentinien, den Vereinigten Staaten. Sowjetrußland. Polen. Brasilien und Rumänien gezeigt. Einer Statistik der kanadischen Landwirtschaftskammer zufolge produzieren die jüdischen Landwirte Kanadas jährlich eina halbe Million Busheis Weizen, genug, um diegesamte jüdische Bevölkerung Kanadas zu versorgen, d: h. mit anderen Worten, die Juden Kanadas erzeugen ihr Brotgetreide selbst. Prag. Bei einer Besprechung zwischen Lord Melc Ii e 11 und dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien. Dr. Desidar Friedmann, wurde nach einem Berichte! der J.T. A. u. a. die Frage des jüdischen Sports und seines Ausbaues in Oesterreich besprochen. Es wurde diesbezüglich eine Reihe von Mattnahmen für den Aufstieg des jüdischen Körpersportes in Oesterreich, insbesondere mit Hilfe der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, einvernehmlich ins Auge gefaßt und beschlossen. London. Aus dem Nachlaß des vor kurzem verstorbenen Sir Edward David Stern sind verschiedenen jüdischen Institutionen in England größere Beträge zugefallen. Das Taubstummenheim erhielt 60.000. das Waisenhaus 10.000. der Wohlfahrtsausschuß (Board öf Guardians) 10.000. der Ausschuß für religiöse Erziehung 5000, die West London Synagogue 2000 Pfund. 10.000 Pfund erhielten Lehrer des Taubsrummenheims. Die wertvollen Kunstsammlungen des Verstorbenen verbleiben seiner Gattin, fallen aber nach deren Tod staatlichen Museen zu. Reichlich bedacht wurden im Testament Sir Edwards auch die Londoner Hospitäler. Den Rest seines Vermögens hat der Verstorbene der Londoner Universität zum Ausbau ihrer Abteilungen für modieime Sprachen und Handelswissenschaften sowie zur Errichtung von Stipendien für Studenten der Chemie und Medizin hinterlassen. . London. Am 29. August verstarb im 91. Lebensjahr auf seinem Landsitz in Surrey S5r Philip M a gn u s, der „Grand Old Man" der englischen Judenheit Sir Philip, der ursprünglich Prediger an der West London Synagogue of British Jews war. vertrat die Londoner Universität, deren Senat er angehörte, lfj Jahre lang im englischen Parlament. 1886 wurde er geadelt, 1917 erhielt er die Baronetswürde. Er galt als führende Autorität auf dem Gebiet der Technik in England und hat auch im öffentlichen Leben des englischen Judentums eine hervorragende Rolle gespielt. Insbesondere hat er sich um die Lösung von Erziehungs- und Bildungsfragen verdient gemacht Jahrelang war er Präsident der West London Synagogue. die er auch im Jewish Board of Deputies. dem er als Vizepräsident angehörte, vertrat. London. Das ehemalige Mitglied des Unterhauses Sir Maurice Levy ist in London im Alter von 74 Jahren gestorben. Sir Maurice, der Mitglied des Rates der League of British Jews war. bat sich während seiner parlamentarischen Tätigkeit wiederholt energisch für jüdische Interessen, insbesondere anläßlich der Beratung des Fremdengesetzes vor dem Kriege, eingesetzt. Während des Krieges arbeitete er im Munitionsministerium und wurde von Lloyd George mit einer Spezialmission nach Irland betraut. Gemeinde - 'Chronik Die Ortsgruppe XI des Bundes Jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs hat am 27. d. M. eine von ihr dem Andenken der im Weltkriege gefallenen Simmeringer Juden gewidmete Gedenktafel im Tempel XI., Braunhubergasse feierlich enthüllt.. Unter den erschienenen Ehrengästen bemerkte man: Eine Deputation des Infanterie-Regimentes Nr. 4, in Vertretung der Kultusgemeinde Herrn Dr. Isidor Klaber. zirka 30 Mann von Kameradschaftsverbänden (Vereinigung ehemaliger Artilleristen, Reichsverband der Kriegsopfer. Bund der Tapferkeitsmedaillenbesitzer usw.), die gesamte Bundesführung, den Bundesvorstand und die Deputationen der Bezirksgruppen von Wien und Eisenstadt die Herren Dr. Hendler und Tonelles von den Bezirkskommissionen, das Präsidium des Simmeringer Tempelvereines. Nach einem Trauerchoral, den Chormeister Reismann-Walland am Harmonium vortrug, sang Oberkantor Simon Weiß ergreifend den Psalm 49. Sodann begrüßte Bezirksführer Langer die erschienenen Festgäste und bat den an Jahren ältesten Bezirksführer Hauptmann a. D. Alfr. May das Seelenlicht zu entzünden. Die kunstvoll gearbeitete Seelenlichtlampe ist eine Widmung des Schlossermeisters Gottlieb. Unter den weihevollen Klängen „Ich hatt' einen Kameraden" fiel die Hülle von der Gedenktafel, die mit dem Bnndeswappen geschmückt ist; sie enthält die Namen von sieben Gefallenen aus Simmering. Nach der gehaltvollen Gedenkrede des Bezirksiührers Langer sang Oberkantbr S c h i d 1 o sehr schön das Schiwisi, Rabbiner Dr. MVrgu Ii e s hielt eine gedankenreiche Predigt und sprä'crt ein Gebet für das Seelenheil der gefallenen Kameraden. Kultusvorsteher Dr. Isidor Klaber sprach der Bezirksgruppe den Dank der Kultusgemeinde für diese schöne Art der Heldenehrung aus. Für die erschienenen Kameradschaftsverbände dankte der christliche Vertreter der Vereinigung ehemaliger Artilleristen. Präsident Hans Müller, für die ergangene Einladung und betonte, daß wahrer Frontgeist keinen Antisemitismus und keine Rassenvorurteile kennt. Bundesführer Gmj. Emil Sommer übergab die Gedenktafel in die Obhut des Simmeringer Tempelvereines. Nach Verrichtung der rituellen Gebete durch die Oberkantoren Weiß und Schidlo schloß die erhebende Feier. Bethausverein. HL. Obere Landstraße. Nun hat auch nach jahrelangen Bemühungen die Obere Landstraße ihr. wenn auch kleines, so doch sehr schönes Bethaus, das in einem Parterrelokal des Hauses der Jeiteles-Stiftung (III.. Steingasse 18> untergebracht ist. Seine Eröffnung, die am Samstag, den ngglenisdies KönigslicM 26. v. M., stattfand, ging in feierlicher Weise vor sich. Erschienen waren u. a. der Vizepräsident der Kultussemeinde Dr. J. O r n s t e i n. Kultusvorsteher Dr. Josef L ö w y. der Obmann der Bezirkskommission Dr. Ben d- 1 e r mit zahlreichen Mitgliedern dieser Körperschaft. Kommerzialrat Adolf Unser in Vertretung des Bethauses Erdbergstraße und lug. H. Koditschek für den Tempelverein Untere Viaduktgasse. Chefredakteur O. Hirschfeld u. v. a. In seiner Begrüßungsansprache dankte der Obmann des Bethansvoreines Kultusvorsteher Ignaz Roß mann der Kultusgemeindo für ihre werktätige Unterstützung und allen Mitarbeitern am schönen Werke, insbesc ndere den Herren Adolf F 1 a s i e r. Siegmund Kurfürst und Albert Baue r iür ihre eifrige Mithiitc. In den Reden der Herren Präsident Dr. J. O r n s t e i n. Dr. Hendl« r. Dr. Joset L ö w y und Ing. H. Koditschek wurde dJe hervorragende Tat gefeiert, die die opferwilligen Herren des Komitees in solch furchtbar schwerer Zeit gesetzt haben. Besonders gehaltvoll war die Festrede des Herrn Rabbiner Dr. K. Kupfer, der den Appell an die Gemeinde richtete, dem nun aufgebauten Werke die Treue zu bewahren. Vorstandsmitglied Adolf F last er sprach von den Schwierigke;ten. die sich dem Unternehmen entgegenstellten und die nur durch die Zusammenarbeit aller bewältigt werden konnte. Es wair eine erhebende Feier, die alle Teilnehmer mit Worten des Lobes für diejenigen verließen, die dieses schöne Werk vollbracht haben. Trauung. Sonntag, den 3. d. M.. fand im festlich beleuchteten und bis aufs letzte Plätzchen gefüllten Stadttcmpel d';e Trauung des Fräulein Helene Elbe lisch ü t z, Tochter des Herrn Amtsleiters Jonas Eibenschütz und Frau, mit dem Beamten der Kultusgemeinde. Herrn Jakob Oesterreicher, statt. Der schönen reiiar wohnten zahlreiche Gäste bei. u. a. bemerkte man den früheren Präsidenten der Gemeinde Prof. Dr. Alois Pick, den derzeitigen Präsidenten Dr. D. Friedmann mit mehreren Kultusvorstehern, den Präsidenten des Bethausverstandes I Dr. E. Münz und den Obmann des Bethausvorstandes XXI O. Dukes, viele Beamte der Kultusgemeinde mit Regierungsrat G. F u c h s g e 1 b an der Spitze, eine Abordnung des Kantorenverbandes unter Führung des Präsidenten L ö w i c und Vizepräsident Frankel. Oberrabbincr Dr, D. Feuchtwang richtete an das Brautpaar eine inn'ise Ansprache, die kantorale Funktion versah Oberka.itor H. Fischer mit großem Chor. Fünfzigjähriges Geschäftsjubiiäum. Dieser Tage feiert die hiesige Firma Max W e i n e r. Watta- und Wattelinerzeugung. das Fest ihres fünfzigjährigen Bestandes. Die im Jahre 1883 gegründete Firma, an deren Gedeihen Herr Max Weiner mit unermüdlichem Fleiß seit ihrem Bestände arbeitet, ist weit über die Grenze» Oesterreichs bekannt und erfreut sich bei Kunden und LWcranten größter Beliebtheit. Dem Gründer dar Firma w-irden anläßlich des Jubiläums aus dem großen Kreise seiner Freunde herzliche- Glückwünsche entgegengebracht Jüdischer Angestellten-Verband „Emunah". Wien U Salzgries 14. Samstag, den 9. d. M.. 8 Uhr abends, findet die Einweihung des neuen Verbandsheims statt (f., Salzgries 14. 1. Stock). Programm: 1. Ansprache des Verbandsobmannes. 2. Festrede Sr. Ehrw. Prof. Rabb. Dr. Karl Kupfer, 3. Vortrag jüdischer Dichtungen durch Koll. Jakob Taubes. Eintritt frei. Gäste willkommen. Prater-Bethausvereln „Telilath Jeschurun". Ah Freitag, den 8. September, wird bei den Abend-Gottesdiensten Vereinsrabbiner Dr. U. Zikier jeweilig eine Predigt und an den Sabbathtagen nach dem Nachmittagsgottesdienst einen exegetischen Vortrag in unserem Beethause, II., Sebastian Kneippgasse 14, abhalten. Unsere geschätzten Leser werden auf die jüdische Buchhandlung Hermann Tuchner (siehe Inserat) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher, auch antiquarisch, zu ermäßigten Preisen erhältlich sind. Leihbibliothek eröffnet. 10 Groschen täglich. Keine Nebengebühren. Für Anfragen Telephon R 41-4-20. Ein schönes Zimmer auch für Bureauzwecke geeignet, Telephon.-Klawier-und Badebenützung, preiswert zu vermieten Mähe« Ausktjnfte: II.. Helnestrafsc 13/12.