Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1933
- Issue
- Heft 30 (28.7.1933)
- Date
- 1933-07-28
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek*, Omer- und Haftorah-Taffel {MMtstnnden Aw 6693 Joli-August 1933 frOb T-00 Aw 5. / Dewonm (5. B. U.) Schabos f^taffH^fl t30 ,. 6.t Haftonb, Cbasaun Jescbajobu l 3. Perek J 7.00 . 7. 7.00 , 8. 700 . 9. Tiscbo be aw (Fasten 7.00 . bis II. abu 7-20 8.20 7.00 7.45 ) 7.15 7.00 abds. Freitag, 28. Jnli 7-20 Samstag, 29. Juli 8.30 Sonntag, 30. Juli 7-00 Montag, 31. Juli 7.45 Dienst., 1. Augast 7.15 Mittwoch, 2. und Donnerst., 3. Aug. 7.00 Gemeinde - 'Chronik Die Bielitzer „Union demokratischer Juden Poliu-Schlesiens" hat einen schweren Schlag erlitten: der Mann, der an der Wiege dieser Organisation stand und sie wie sein Schloßkind zärtlich pflegte, hat, dreiundsechzig Jahre alt, für immer Abschied genommen von dem Kreis seiner vielen Freunde und Verehrer, die sich um diesen Verband scharen. Wir erinnern uns noch lebhaft der Tage, da Heinrich Braun, gequält von der Sorge um die Erhaltung der Position des Judentums mit Bielitzer Traditionen alter Prägung, die energische Initiative zu einem Zusammenschluß aller demokratischliberalen Elemente ergriff und im Herumdrehen eine Vereinigung aus dem Boden stampfte, die aus dem hiesigen jüdisch-öffentlichen Leben heute nicht mehr weggedacht werden kann. Bei aller Wahrung seines weltanschaulichen Erbgutes, das er mit einer beispiellosen Hingabe verteidigte, begegnete er auch seinen Gegnern voll Achtung, Verständnis und Güte und war immer auf einen Ausgleich der Gegensätze unter den jüdischen Parteien bedacht Seine Nachfolger, die dazu berufen sind, das Erbe des Verblichenen anzutreten, können ihm nicht wirkungsvoller den tiefstemprundenen Dank abstatten, als daß sie feierlich geloben, das Werk, das Heinrich Braun fünf Jahre hindurch als erster Vorsitzender so glücklich geleitet, zu erhalten und weiter auszubauen. Durch die unentwegte und unbeirrte Pflege liberal-demokratischer und altjüdischer Art gerade in einer Zeit, da diese ewig richtige Weltanschauung durch andere Richtungen vorübergehend ins Hintertreffen gedrängt erscheint, wollen sie das Andenken des Verstorbenen ehren, dem die große Gemeinde seiner Anhänger, bis ins Innerste ergriffen, in einem riesenhaften Leichenzug am Dienstag das letzte Geleite gegeben hat Dr. F. S., Bielitz. Vaterländische und jüdische Treue. Zu dem in unserer letzten Nummer enthaltenen Bericht über die Gründung der Landesgruppe Burgenland mit der Ortsgruppe Eisenstadt als Vorort des „Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs" (BIF) erhalten wir folgende Ergänzung: In Ihrem Berichte wird wohl erwähnt daß sich an die Heldengedenkfeier beim Denkmal vor der Kaserne ein gemeinsames Mittagessen schloß, nicht erwähnt daß an dieses gemeinsame Mittagessen sich ein gemeinsames Benschen anschloß. Hierzu trug in erster Linie der gediegene Vortrag des Mesuman- Vorbeters, Kam. Oberkantor Weiß (Wien X.), bei. Der in Ihrem Berichte rühmlichst erwähnte Vizebürgermeister von Eisenstadt Schulrat und Hauptschuldirektor Derfler, der auch diesem Akte religiöser Treue beiwohnte, fand in seiner Ansprache bei Tische Töne, die an die besten Zeiten des österreichischen Freisinns gemahnten und darauf hinwiesen, daß die Heilzukunft für Oesterreich nur im Zusammenwirken aller positiv Gesinnten, in der gegenseitigen Achtung und Wertschätzung aller Berufsstände ohne konfessionelle und nationale Unterschiede liege: Vizebürgermeister Derfler unterließ es aber auch nicht zu erwähnen, daß so wie überall auch in der Freien Stadt Eisenstadt — sogar im Beamtentum der Landesregierung selbst—zugewanderte Elemente sich breitzumachen suchen, die zum Schaden Oesterreichs das bisher friedliche Zusammenleben der jüdischen und nichtjüdischen Einwohnerschaft der Freien Stadt Eisentadt zu untergraben und die österreichisch-vaterländische Politik zu sabotieren bestrebt sind; er gab der Hoffnung Ausdruck, daß solche zweifelhafte Importware durch die Kraft und den festen Willen der Regierung, die alle Staatsbürger um die Fahne Oesterreichs scharen wolle, bald verschwinden und unschädlich gemacht werde. Prof. Dr. Ph. Goldberger. »y Zeltungsn vom Verleger versendet, Jonm*l expedÜ per Vedltenr. Falls Adressat verzogen, nicht nachsenden: mit neuer Adresse zurück an Verlag „Die Wahrheit", Wien Ii., HalnestraBe 13/12 leopoldsf&ilter Tempclverein Aeschel Awrohom n„ Pannaniteiigaise 6, Tel. R 47-8-63 Anmeldungen r. Aaigeooien, Trauungen (andinnl. freiem nimraeUa. Darmlzwans Partelanverkehr an Werktages von 2 bii »/t* Uhr nachmittags, an Sonntagen von 10 bis 12 Uhr vonnittlfä frth 6-30 6 30 n. 9-00 6-30 6.30 6.30 Gebetatundea Aw SG93 Aw 5. Deworim (5. B M.) Schabos Chasaun Haftora, Cbasaun Jeschajcnu 3. Perek 7. bis 8 9. Tiscbo be aw (Fasten) bis 11. aw 3. •*t «bds. 7-3-3 820 7.15 7.15 7.15 &ewsonatnadktidkten. Allen, die mir ihre freundlichsten Wünsche entboten, sage ich hiermit herzlichsten Dank. Oberrabbiner Dr. Israel Taglicht * Unser Chefredakteur Oskar Hirschfeld befindet sich auf einem Mtägigen Urlaub. Promotion. Der Sohn des verstorbenein ehemaligen Kultusrates Dr. Ernst Friedjung, Georg Friedjung, wurde zum Doktor der Philosophie (Pharmazie) promoviert. „Ein Lied geht um die Welt." Berlin. Es ist noch gar nicht lange her, da hieß der berühmteste Funktenor nicht nur Deutschlands, sondern ganz Europas Joseph Schmidt Trotz seines unverfänglichen Namens und trotzdem das Publikum ihn persönlich ja selten genug zn sehen bekam, machte Schmidt niemals ein Hehl darausT Jade -zu sein. Das rächte sich bitter. Denn seit einigen Wochen ist Joseph Schmidt aus dem Rundfunkprogramm radikal ausgemerzt Aber vorher hatte eine Filmgesellschaft die Popularität Joseph Schmidts dazu benutzt, ihn in einem Tonfilm, betitelt „Ein Lied geht um die Welt", herauszustellen, einem Film, der unter großen Kosten von der ..Terro"-FiImgesellschaft gedreht wurde. Wie das bei Filmen so geht, — die Fertigstellung dauerte einige Wochen und nun kommt der Film heraus. Ohne Reklame ist kein Film verkäuflich, und deshalb muß die fetteste Schrift dazu dienen, um dem deutschen Publikum mitzuteilen, daß der Hauptdarsteller dieses Films „der deutsche Caruso" Joseph Schmidt äst. Als Jude fliegt er zum Rundfunktempel hinaus, als Deutscher kehrt er auf dem Filmpiedestal wieder. * Verein „Oesterreichisches Seehospiz" (Präsidentin Sofie Grünfeld). Für die am 8. August nach Grado (Italien) abgehende zweite Serie, sind noch einige ermäßigte Plätze abzugeben für Kinder von 6 bis 13 Jahren. Anmeldungen im Büro, IX., Türkenstraße 17, von 10 bis 1 Uhr. Telephon A 11-1-63. Urlaubszeit ist die beste Gelegenheit, die beschädig, ten Talare wieder wie neu herrichten zu lassen in der altbekannten Spezialfirma Uniformierung und Maßschneiderei Rudolf Goldstein, Wien IL, Taborstraße 54. Gegr. 1866. Telephon R 49-0-48. Billigste Preise. In Wien kostenlose Abholung und Zustellung. Postversand nach allen Ländern. Beerdigungen. 18. Juli 1933: Franziska Sprecher, 87 Jahre, 7. Bez. (I. Tor). — Malvine Ambor. 61 Jahre. 19. Bez. (I. Tor). — Fenie Hermia Kreynovicz-Landmann, 75 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Jean Bernhard Glückmann, 88 Jahre. 20. Bez. (IV. Tor). — Rosa Nußbaum, 76 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Berisch Bergmann, 53 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Walter Kobsa, 41 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). 19. Juli 1933: Sigmund Schwarz. 76 Jahre, 6. Bez. (I. Tor). — Adolf Taub, 73 Jahre, 6. Bez. (I. Tor). — Moriz Drab, 67 Jahre, 16. Bez. (IV. Tor). — Antonie Brach, 58 Jahre, 10. Bez. (IV. Tor). — Adolf Weisse, 78 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). — Dr. Friedrich Pollak, 60 Jahre, Mistelbach (IV. Tor). — Karl Bloch. 18 Jahre, 1. Bez. (IV. Tor). — Gittel Griffel, 74 Jahre, 5. Bez. (IV. Tor). — Klara Schwarz. 30 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). 20. Juli 1933: Otto JeUinek, 21 Jahre. 16. Bez. (I. Tor). — Flora Halpert 71 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Ester Rotter, 78 Jahre, 8. Bez. (IV. Tor). — Wilhelm Müller, 46 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Gisela Friedmann, 49 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Julius Pulltzer, 71 Jahre, 18. Bez. (IV. Tor). — Rudoüine Neuer, 36 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Anna Schwarz, 38 Jahre. 16. Bez. (IV. Tor). 21. Juli 1933: Helene Lederer. 74 Jahre. 9. Bez. (I. Tor). — Lora Rosner. 32 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Julius Steiner. 61 Jahre. 17. Bez. (IV. Tor). — Fanny Kovacs. 69 Jahre. 9. Bez. (IV. Tor). — Abraham Weiss. 81 Jahre. 13. Bez. (IV. Tor). 23. Juli: Moriz Hirschenhauser. 70 Jahre. 6. Bez. (L Tor). — Anna Hudes. 93 Jahre. 9. Bez. (I. Tor). — Katharina Spitzer. 83 Jahre. 13. Bez. (I. Tor). — Leopold Weiniger. 74 Jahre. 13. Bez. (IV. Tor). — Leopold Feuer. 32 Jahre. 7. Bez. (IV. Tor). — Rosa Neuer, 74 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Samuel Wendlinger, 58 Jahre. 1. Bez. (IV. Tor). — Josef Redlich. 30 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Sarah Katz. 78 Jahre. 10. Bez. (IV. Tor). — Helene Mansfeld. 66 Jahre. 9. Bez. (IV. Tor). — Rudolf Aschner. 3 Tage. 1. Bez. (IV. Tor). 24. Juli: Johann Plaschkes. 76 Jahre. 13. Bez. (I. Tor). — Norbert Stierler. 71 Jahre, 6. Bez. (I. Tor). — Dr. Michael Sokal. 51 Jahre. Czernowitz, (I. Tor). — Freide Koller. 67 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Jakob Schor. 61 Jahre. Czernowitz (IV. Tor). — Hermann Ehrlich. 73 Jähre. 13. Bez. (IV. Tor).__—•----- S. O. S. Das einzig wirksame Mittel, um das Judentum über alle Gefahren und Stürme der Zeit hinwegzuleiten, ist Thorapflege. Die Thoralehranstalten sind das Arsenal, in dem diese Waffen geschmiedet werden. Die älteste und bedeutendste dieser Lehranstalten, unsere Jesoda Hathora, ist in Gefahr. In Frage gestellt ist der Bestand des Kindergartens, in welchen Kinder im zartesten Alter die zärtliche Fürsorge genießen. Die Not der Zeit hat ihre materiellen Grundlagen erschüttert. Viele arme Kinder, die nach der erquickenden Labe der Thora lechzen, müßten darben, wenn nicht rasch Hilfe käme. Jeder, der Interesse an Judentum und jüdischem Leben hat, jeder, der nicht Mitschuld tragen will, daß die jüdische Seele Not leide, beeile sich, zu helfen. Er leiste Beiträge und treibe Freunde an, an dem Aufbau und der Festigung dieser Glanzstätte der Thora mitzuarbeiten. Wir ersuchen, Spenden an die Adresse „Jesod H a t h o r a"des Schulvereines der Adas Jisroel, Wien IL, Nestroygasse 11, zu senden. Postsparkassenkonte A 177.855. KLEINER ANZEIGER BÜCHER Hermann Tadraer, Wien II. Ecke Taborstrafle 52. Lieferang jeder Art Bücher, auch antiquarisch. Billigste Preise. Zusendung überallhin. Herrensdinelder Karl Kann. Wien Ii. Tandelmarktgasse 11, Berren-HaQichneiderei und Reparaturanstalt. Samstag geschlossen. Es gibt nichts Unappetitlicheres als die Union-Juden". Diese Worte sind für jeden, der es nachlesen mag, in der letzten Nummer des Organs des Herrn Kultusvorstehers Robert Stricker zu finden. Es ist uns zu unappetitlich, darauf zu reagieren. Ganz abgesehen davon, daß dieser Ausspruch gar nicht weiter begründet wird. Es sei denn durch die drucktechnische Hervorhebung folgender Stelle aus dem unlängst veröffentlichten Aufrufe der „Union": Wir stehen fest, fester denn je auf dem Boden dieses Staates! (D. Red.) Talare und Barette von S €»©--- an in den mannigfaltigsten Stilarten vorrätig und nach Maß in der altbekannten Uniformierung und Maßschneiderei Rndoir Goldslein Wien II., Taborstraße 54 ftÄSme?) — Tel. R 49-0-48 Gegründet 1866 . . Versand nach allen Ländern Feine Hencniiarderabe nadi l*laA Qualitätsware — Elegante Ausführung — Billige Preise! Eigentümer. Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Schriftleiter: Oskar Hirschleid Wien II., Prateratrafie 29- — Druck Isiki Spitz & sehne. Wien II.. Robertsasse 2.