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Die Wahrheit · 1933-05-26 · Heft 21 (26.5.1933) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1933
Issue
Heft 21 (26.5.1933)
Date
1933-05-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Seite 7 Tapezierermeister ZERKOWITZ SPEZIALIST in Tapetenarbeiten Werkstätte für moderne Möbel sowie alle Reparaturen in bester Ausführung I, Neutorgasse 18 Telephon U 23-8-28 Werkstätle: I., Seitenstettengasse 2 Telephon U 22-7-31 zu Reinheit der Gesinnung wie der Sprache, zu Güte und Religiosität herangebildet werden. Derzeit befinden sich täglich etwa 150 Kinder im Schutze der Anstalt, deren mustergültige Führung bei ihrer Gründun? dem Direktor und Pädagogen Albert S. Fischer anvertraut wurde; ihm folgte dessen ebenbürtiger Sohn Max und nach dessen frühem Ableben leitet bis heute im Sinne ihrer Vorgänger dessen Witwe Frau Olga Fischer die Anstalt. Im Weltkriege litt die Anstalt wie jedes Institut und mußte ihren Betrieb sogar für einige Zeit einstellen; dank der Mithilfe der edeldenkenden und jederzeit hilfsbereiten Vorstandsmitglieder des Vereines „Wohlfahrt" unter Führung des Philantropen Rabbiner Dr. Grunwald besteht die Anstalt und wird mit Gottes Beistand ihre segensreiche Tätigkeit noch viele Jahrzehnte zum Wohle ihrer Schützlinge und zum Ruhme der Wiener Judenschaft entfalten. „Kommet und sehet" ruft Dr. Grunwald mit Begeisterung. „Kommet mit menschlich fühlendem Herzen und sehet mit jüdischen Augen." Fördert diese eminent wichtige Kinderbewahranstalt, „dann wird gesegnet sein Euer Kommen und Gehen, wie gesegnet war der Anfang und der Aufstieg der Anstalt bis heute und ihr Fortbestand es bleiben möge für alle Zeiten." Als Einleitung der Festschrift bringt dieselbe drei sehr beachtenswerte Zuschriften, welche die hochbetagten, mit vollstem Seelenadel erfüllten Damen Frau Marianne Hainisch und Regine Ullmann sowie der Präsident der Kultusgemeinde Herr Dr. Desider Friedmann dem Vereine zur Feier des 90jährigen Bestandes gewidmet haben. Rudolf Kraus. Amtsleiter i. R. Gemeinde ~ "Chronik Prag. Die Präger deutsche Universität hat beschlossen, zur Erinnerung an den vor kurzem verstorbenen jüdischen Millionär Julius Petschek, der der juristischen und medizinischen Fakultät der Universität eine bedeutende Summe hinterlassen hat, eine Petschek-Ehrenplakette anfertigen zu lassen. Der Beschluß <ies im allgemeinen nicht judenfreundlichen Senats wurde der Familie durch den Rektor und die Dekane der beiden bedachten Fakultäten persönlich mitgeteilt. Amsterdam. König Carol II. von Rumänien hat den bekannten Amsterdamer jüdischen Bankier L. B. van Nierop zum Kommandeur des Ordens der Rumänischen Krone ernannt und dem Amsterdamer Notar S. T e i x e i r a de Mattos den Orden für Verdienste um Industrie und Handel 1. Klasse verliehen. Paris. Im Alter von 64 Jahren verstarb in Paris der politische Hauptkorrespondent der Agence Havas Simon Hersch. Der Verstorbene, einer der hervorragendsten politischem Publizisten Frankreichs, war Kommandeur der Ehrenlegion. Die Einschreibungen an der einzigen jüdischen Volks¬ und Hauptschule für Knaben und Mädchen mit Oeffent- Uchkeitsrecht. Wien IL, Malzgasse 16. für das kommende Schuljahr werden in den Kanzleistunden von 8 bis 4 Uhr vorgenommen. Telephon A 47-6-43. Todesfälle. Der plötzlich im Alter von 48 Jahren verstorbene Rechtsanwalt Dr. Robert Klein wurde Sonntag, den 21. Mai, am Neuen Friedhof zu Grabe getragen. Die große Beliebtheit welcher sich der Verstorbene wegen seines vornehmen und edlen Charakters in den weitesten Kreisen erfreute, kam auf seinem letzten Wege zum Ausdruck, indem eine sehr große Zahl von Freunden und Bekannten dem so jäh aus dem Leben Abberufenen die letzte Ehre erwiesen hat Unter den zahlreichen Trauergästen sah man viele Rechtsanwälte und Vertreter verschiedener jüdischer Korporationen und humanitärer Vereine. Nachdem Oberkantor Kogan, assistiert von den Kantoren Harendorf und Bai ab an, die Trauergesänge in ergreifender Weise vorgetragen hatte, schilderte Rabbiner Dr. Taglicht in einer tiefempfundenen Gedenkrede die vorzüglichen Eigenschaften des Verstorbenen, der nicht nur eine Zierde seines Standes war. sondern auch als Mensch und als Jude besonders geschätzt wurde. Zum Schlüsse sprach der Präsident der Rechtsanwaltskammer, Dr. Siegfried Kantor, herzliche Worte des Dankes und Abschiedes. — Am 22: d. M. wurde die im 93. Lebensjahre dahingeschiedene Mutter des Herrn Generals Emil Sommer, des lersten Bundesführers des „Bundes jüdischer Frontsoldaten". Frau Fanny Sommer, unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Die Kultusgemeinde hatte den Vizepräsidenten Dr. J. Ornstein irr Begleitung des Amtsdirektors Reg.-Rat G. Fuchsgelb und des Amtsleiters V. Freistadt entsandt, die Leitung des „Frontsoldaten-Blindes" war vollzählig erschienen, ebenso wanen von den Ortsgruppen zahlreiche Dele- Spezialhaaa für Wolle und Strickgarne Moritz Nagel Wien, 2. Bez., Tatoorsöraße Nr. 17 Fabriksniederlage. Wirku. Strickmoden. Telephon A 45-8-69 gierte gekommen, ferner sah man die höchsten Spitzen der Gesellschaft und der Armee angehörende Freunde und Bekannte der trauernden Familie Sommer, so Sektionschef Kupka, Hofrat Wein mann und Oberst Berr. Rabbiner Dr. Bauer skizzierte in seiner ergreifenden Gedenkrede das schöne jüdische Heim, dem das Teuerste entrissen wurde. Oberkantor Fischer versah mit innigem Gefühl die kantoralen Funktionen. Die allgemeine Teilnahme wendet sich der beliebten Familie des Herrn Generals Sommer zu, der den „Frontsoldaten-Bund" tatkräftig in diesen schwierigen Zeiten führt. — Im 63. Lebensjahre verschied hier nach langem und schweren Leiden der bekannte Philanthrop Oskar Rosner. Das Leichenbegängnis fand am 23. d. M. unter großer Beteiligung der jüdischen Gemeinde statt Mit dem Präsidium der israel. Kultusgemeinde waren auch viele Kultusvorsteher, u. a. Börsenrat Glück, erschienen. Dem Trauerzuge schlössen sich die Rabbiner N. M. und Ber Friedmann. Rabbiner Dr. Taubes, Hofrat Frankfurter, M. B. Morgenstern, Direktor Nestel u. v. a. an. Die rabbinischen Funktionen versah Rabbiner Rosenmann, ein Schwager des Verblichenen. In seiner Trauerrede hob er die konservative, nahezu chassidische Einstellung und Lebensweise des Dahingeschiedenen hervor, während Hoirat Fuchs für die Bnei-Brith, Dr. Elias Münz für den Bethausvorstand I und Börsenrat Glück für die Kreditkasse die philanthropischen Eigenschaften des Heimgegangenen rühmten. In bewegten Worten nahm der Nefie, Rechtsanwalt Dr." Emil R o s n e r, Abschied von dem Toten. Die allgemeine Teilnahme wendet sich der Witwe Ciaire Rosner, einer Nichted es Oberrabbiners C h a j e s s. A. zu. Gerechtigkeit gegen — die koschere Küche. Wie die Familie Hitler der koscheren Küche Gerechtigkeit widerfahren ließ, als sie Hitlers Schwester dort berufstätig werden ließ, so fehlt es nicht an ähnlichen Beweisen der Vorurteilslosigkeit gegenüber — den Juden? Bewahre — gegenüber der koscheren Küche! Ein christlicher Gast der jüngst in dem bekannten rituellen Hotel Bell Aria, Meran, gespeist hatte, sandte der Köchin mit einem Geldgeschenk folgenden poetischen Gruß: Jedes Wort ist überflüssig. Das man noch darüber spricht Deine kosch'ren Hände küß' ich: Diese Gans war ein Gedicht Ein Vorurteilsfreier. Die Kurbad Tatzmannsdorf A. G. ersucht uns um die Feststellung, daß die in unserem vor- Avöchentlichen Artikel veröffentlichten Preise unrichtig waren. Der Pensionspreis (einschließlich Wohnung, Verpflegung und Heilbäder) beträgt in der Vor- und Nachsaison S 14.—, in der Hochsaison S 16.—. Der Großsender sendet und .selbst die optimistischesten Erwartungen sind durch die Empfangsergebnisse übertroffen worden. Die große Zahl der Besitzer von Hornyphon-Apparaten konnte mit Vergnügen feststellen, daß die ihnen gegebenen Garantien vollinhaltlich eingehalten werden. Die Hornyphon- Super-Apparate trennen während der Bisambergsendung einwandfrei selbst die in nächster Nähe der Wiener Welle liegenden Stationen Florenz und München und bringen, wie auch die Volkstype Hornyphon 202, reinen Auslandsempfang bei höchster Selektivität. Das Radiohaus Horny, das in diesem Jahre, als ältestes Unternehmen seiner Branche, den 10jährigen Bestand feiert, hat somit einen neuen Beweis für die hohe Qualität seiner Erzeugnisse erbracht Ferienkolonie Vöslau. Der Humanitäts-Verein für die westlichen Bezirke Wiens eröffnet wie alljährlich seine Ferienkolonie in Vöslau. Florastraße 15. Aufnahme finden schulpflichtige Mädchen und Knaben von 6 bis 14 Jahren. 1. Turnus vom 4. Juli bis 3. August. 2. Turnus vom 8. August bis 7. September. Auskünfte und Anmeldungen im Sekretariat VI., Mollardgasse 85 (Fritz Kramer), von 9—12 Uhr, Telephon B 29-1-65. TtmtficQe Verfautöarungen der Jsraefitisdjen TLuftusgemeinbe Wier, Aus dem Verwaltungsberichte für das Jahr 1932. D. Das Fürsorgewesen. (Schluß.) Die Gesamtausgaben des Kapitels „Fürsorgewesen" haben im Jahre 1932 S 2,494.86 (2,223.844) betragen. Ueberdies wurden aus Sammlungen und an Spenden für Vereine und wohltätige Zwecke durch die Israelitische Kultusgemeinde S 108.721 (139.159) ihrer Bestimmung Im Fürsorgewesen zugeführt — Die Gesamteinnahmen dieses Kapitels (Spenden, Stiftungszinsen, Verpflegskostenrückersätze) einschließlich der durchlaufenden Posten, beliefen sich auf S 1,490.801 (1,326.511). In der Versorgungsanstalt der Kultusgemeinde waren 375 (367) Betten belegt femer stand dieser Anstalt ein Saal im Sprtale der Kultusgemeinde mit 24 (23) Betten für chronisch Kranke zur Verfügung. Von den Insassen waren am 31. Dez. 1932 130 (130 Männer und 269 (259) Frauen. 141 (145) Pflegfinge wäre» fct GROSSFLEISCHHAUEREI tIEGM, KORNMEHL %Mmmmmmmmmmmmm^mmmmmmmmmm^mmmmi^^m WUN IX., BMMMASM NR. 1» hujiui xviii.f wAHRmousnus» «* Telephon Nc. A 17-3-99aad A 1S-9-34 Uelwut tUr HIUMtlHM AbteilungenmrKoscherfleisch mmtmr Aufsieht «es ehrw. Rabblaatea dar lar. Kaltaaaemeiarfa Wlea. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prhua-Qualität zu des billigsten Marktpreise» ohne jedes Entgelt untergebracht. Die Zahl der Verpflegstage hat 164.762 (156.079) betragen. Die Gesamtkosten der unentgeltlich Verpflegten allein befief sich auf S 180.109 (181.985). Insgesamt wurden für die Anstalt im Jahre 1932 S 490.247 (487.635) aufgewendet. Die Einnahmen beliefen sich auf S 3iai04 (337.001). so daß der Zuschuß S 172.143 (150.634) betragen hat Der Lebensmittelkonsum weist in den wichtigsten Verpflegsartikeln folgende Quantitäten auf: Rindfleisch 9087 kg, Kalbfleisch 3765 kg, Wurstzeug 846 kg, Butter 1366 kg, Pflanzenfett 3642 kg. Schmalz 676 kg, Milch 52.049 1, Mehl 10.760 kg, Zucker 7545 kg, 1025 kg Kaffee, 74436 Stück Eier, Kartoffel 28.300 kg. Reis 1592 kg. Infolge Ablebens schieden aus der Anstalt 107 (90) und durch freiwilligen Austritt 22 (23) Pfleglinge aus. Im Spitale der Israelitischen Kultusgemeinde Wien hat der durchschnittliche Belag im Jahre 1932 242 (179) Betten betragen. Hiervon entfallen auf die I. und II. Klasse 60 (20) Betten. Die Zahl der Verpflegstage belief sich insgesamt auf 110.734 (111.474), wovon auf Kranke 68.307 (65.651) und auf Personal (42.427 (45.823) entfielen. In diesen Ziifern sind die Betten des der Versorgungsanstalt zur Verfügung gestellten Krankensaales einbezogen. Auf unentgeltlich verpflegte Kranke entfielen im Jahre 1932 18.169 (17.166) Verpflegstage. Die durchschnittliche Verpflegsdauer eines Kranken betrug im Jahre 1932 25,3 (25,7) Tage. Die durchschnittlichen Eigenkosten für einen Kranken stellen sich auf S 13.— (13.60), Die Gesamtausgaben haben im Jahre 1932 S 888.235 (898.235), die Gesamteinnahmen, einschließlich der Dotierung von S 200.000 aus dem Kapitel „Fürsorgewesen" S 850.490 (624.111) betragen. Der Verbrauch in den wichtigsten Lebensmitteln stellt sich wie folgt: Rindfleisch 6011 kg. Kalbfleisch 7570 kg, Hühner 475 St., Butter 1960 kg, Pflanzenfett 2629 kg, Schmalz 684 kg, Milch 60.171 I, Mehl 6816 kg. Eier 158.328 St., Kartoffel 32.045 kg, Reis 1450 kg. Wein 879 Liter. In der Kinderspitals-Ambulanz der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, im Augarten wurden im Jahre 1932 an 2613 Patienten insgesamt 9301 (8951) Ordinationen unentgeltlich vorgenommen. Ueberdies wurden in der der Ambulanz angeschlossenen „Sonnentagesheimstätte" 305 (308). darunter 96 vorschulpflichtige, tuberkulös disponierte Kinder zu je vierwöchentlichem Erholungsaufenthalte untergebracht. Die Zahl der Verpflegstage hat 6983 (7692) betragen. Der Aufwand der Kultusgemeinde für diese Institution beiief sich auf S 34.118 (34.843). Im Unterstützungswesen hat der Aufwand S 671.587 (400.855) betragen. Hiervon entfielen auf die „Jugendfürsorge der Israelitischen Kultusgemeinde Wien" S 201.206 (196.112). Die Intervention des Jugendfürsorge-Amtes hat in 24.845 (19.181) Fällen stattgefunden. Hiervon entfallen auf Jugendgerichtsfälle 1594 (1547) und auf Vonrointfschaftsfälle 679 (1002). Mit Ende des Jahres 1932 standen 394 (429) Parteien im Bezüge regelmäßiger monatlicher Beihilfe. Für die Verpflegung solcher jüdischer Insassen im Lalnzer Versorgungshause, welche auf Koscherkost reflektieren, wurden S 14.556 (12.901) verausgabt E. Kultussteuer. Zur Zeit der Verfassung des Rechnungsabschlusses für das Verwaltungsjahr 1932 standen insgesamt 53.962 (53.878> Zensiten mit einem Gesamtbetrage von S 2,696.345 (2,515.940) in Vorschreibung. Im Jahre 1932 hat die Zahl der Kontolöschungen 3738 gegen 5336 im Jahre 1931 betragen, während der Zuwachs durch Neubemessungen sich im Jahre 1932 auf 1653 Fälle und im Jahre 1931 auf 1550 Fälle belaufen hat. Infolge des Austrittes aus dem Judentume ist die faktische Kontolöschung im Jahre 1932 in 247 (236) Fällen erfolgt Die Zahl der aus dem Judentum ausgetretenen Steuerträger belief sich im Jahre 1932 auf 247 und es waren diesen Kontribuenten an Kultussteuern insgesamt S 12.061 vorgeschrieben. Von diesen Ausgetretenen waren bemessen mit einer Kulrussteuer von S 1 bis S 10 75 Personen, von S 10 bis 50 118 Personen. S 50 bis 100 27 Personen, S 100 bis 150 10 Personen. S 200 bis 300 8 Personen. S 300 bis 400 2 Personen. S 400 bis 500 3 Personen, je eine Person mit S 1000 uro! S 1200. Die Knultussteuerquote pro Kopf hat im Jahre 1932 S 49.99 (47.54) errbeicht Insgesamt hat der Eingang an Kultussteuern im Jahre 1932 613% (659%) der Summe der Jahressteuer betragen. Die Anzahl der zur politischen Exekution überreichten Fälle belief sich im Jahre 1932 auf insgesamt 8518 (8854). Im Wege des Exekutionsamtes sind im Jahre 1932 S 81.611.39 (106,896) eindringlich gemacht worden. Die Zahl der gerichtlichen Exeutionen betrat im Jahre 1932 922 (1.078) Fälle.

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