Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1933
- Issue
- Heft 20 (19.5.1933)
- Date
- 1933-05-19
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT Seite 7 Danksagung. Anläßlich des Todes meiner innigstgeliebten Tochter Rosa sind mir so viele Beweise der Anteilnahme bekundet worden, daß ich außerstande bin, jedem Einzelnen zu danken. Ich spreche nun auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank allen Freunden und Bekannten, besonders dem Vorstand des Tempelvereines XIX., dem Vorstand der Chewra Kadischa XIX., Herrn Rabb. Prof. Dr. Frankfurter und Herrn Oberkantor Groß, dem Vorstand des Kantorenverbandes unddem Vorstande deraHasimrahu aus David Behemilny Oberkantor des Döblinger Tempelvereines XIX., Barawttzkagasse 8/4 ärztlichen Kunst trotzte, zu weichen. Aber es gibt auch erquickende kontrastierende Szenen, namentlich jene, in denen ein kleiner Spielgefährte der unglücklichen Mildred, namens Tommy erscheint, der mit seiner Klugheit und Frische viel Humor verbreitet. Und durch das Ganze zieht ein rührendes jüdisches Volkslied, wie es im amerikanischen Ghetto, dem Schauplatz der Handlung, gesungen wird. Die Darstellung ist meisterhaft. Alexander C a r r als Onkel Sidney bietet eine Prachtfeistung, die Kinder Tickie Moore und Betty Jane Graham sind ausgesprochene Talente. Der Film muß, wie gesagt, gerade heute seine besondere Wirkung erzielen. In ihm wird ein Einzelschicksal gezeigt, aber es ist dennoch ein Massenschicksal, das Schicksal des Judentums, dessen Herzensgüte so schlecht gelohnt wird. In ■düesem Werke findet der Jude schließlich doch den Lohn durch die Liebe der Kinder. In Deutschland, wo heute schon der Jugend der Haß eingeimpft wird, kann dieser Film wohl kaum gezeigt werden, in Oesterreich soll er willkommen sein. Der letzte Abend des Vereines zur Förderung jüdischer Musik, der von diesem gemeinsam mit dem Jüdischen Gesangverein im Kleinen Musikvereinssaal kürzlich veranstaltet wurde, konnte trotz eines sehr interessanten und künstlerisch hochwertigen Programmes nur eine kleine Zahl von Interessenten jüdischer Musik in den Saal locken Der zu Beginn der Saison von fast allen jüdischen Organisationen gefaßte Beschluß, den Verein zur Förderung jüdischer Musik in seiner Wirksamkeit zu unterstützen, iät also nur Beschluß geblieben. Eine Tatsache, die wahrlich befremdend ist für das jüdische Wien. Um einige Erfahrungen reicher, wird nun der Verein im nächsten Jahr neue Wege betreten müssen, neue Mittel zur Intensivierung seiner Arbeit, seiner Zusammenarbeit mit dem jüdischen Wien versuchen und größere, auf breiter Basis ange- Jegte Propaganda-Arbeit leisten müssen, um seinen Bestand zu sichern und seine Aufgaben erfüllen zu können. Aus dem Programm des Abends seien die ganz reizenden drei palästinensischen Hirtenweisen für Chor von Israel Brandmann und seine Variationen für Klarinette und Kflavier hervorgehoben. Dieser junge Musiker, dessen künstlerische Zukunft und Bedeutung weitaus mehr auf kompositorischem, als reproduktivem öebiet Hegt, verdient eine weitestgehende Unterstützung -seiner Werke. Schulamith Silber, eine routinierte, sehr musikalische Geigerin, erspielte sich mit Werken von Achron. dessen „Stempenjn" besonders gefiel, Wolf söhn und Bloch einen großen Erfolg. Endlich sei noch des jungen, als Solist und Begleiter gleich begabten W. R. Spitz gedacht, der Klavierwerke (Bagatellen) von J. Stutschewsky mit feinem, ausgeglichenen Vortrag brachte». (Allerdings, es sei dies abschließend bemerkt, ist der solistische Vortrag von Kompositionen aus Noten bei öffenltlichen Konzerten nicht üblich und stört deren künstlerischen Eindruck.) hön. „Heimweh nach Wien". Ein Roman von Leopold H i c h 1 e r ist soeben im R. Löwit-Verlag, Wien, erschienen. Das heitere und zugleich tragische Buch schildert das Leben einer Wiener jüdischen Familie. Der Roman ist wegen seiner spannenden Handlung und natürlichen Sprache berufen, ein Volksbuch zu werden. Eine neue Grammophonplatte jüdischer Kunstmusik. Nach Ernest Blochs „NBgun" in der Wiedergabe Jehudi Menuhin erschien dieser Tage die zweite Platte jüdischer weltlicher Kunstmusik: zwei der bekanntesten und beliebtesten „Paraphrasen über jüd. Volksweisen", ...Alphabet" (Äff dem Pripetschek) und „Licbeslied" (Oj Awrum) von Prof. Julius W o 1 f s o h n, und zwar auf Semmeringer Kinderheim ab Schwuaus wieder geöffnet mit sep. Familienpension. Geschulte Kräfte. Ärztliche Aufsicht. Großer Park — Planschbecken —Spielwiesen. Stark reduzierte Preise, padflg- Leitung: Staatl. geprüfter Lehrer J. Eisenberg, Wien II.» Gr- Pfarrgasse 8. Tel. A 45-4-92 Ganz!, streng rit. mod. eingerichtetes Wiener Sdiülerheim für Knaben u. Mädchen. Vorbereitung und Nachhilfe für sämtl. Schultypen. Religiöse Erziehung. Spezialhaus für Wolle und Strickgarne Moritz Nagel Wien, z. Bez., Tataorslraße Nr. 17 Fabriksniederlage. Wirku. Strickmoden. Telephon A 45-S-69 „Odeon". Wien. Die Platte besitzt um so größeren Wert, als der Komponist, der uns allen und der gesamten Musikwelt als hervorragender Pianist längst bekannt ist. seine Werke selbst eingespielt hat. Diese Platte ist in Wien aufgenommen und dürfte in Anbetracht der Popularität sowohl dieser Werke als auch ihres Schöpfers und Interpreten für das jüdische Publikum großes Interesse erwecken. flmtfidje Verlautbarungen der Jsraefitisdjen Juftusgemeinöe Wien Aus dem Verwaltungsberichte für das Jahr 1932. Anläßlich der Beratung über den Rechnungsabschluß iür das Verwaltungsjahr 1932 lagen dem Vorstande der Israelitischen Kultusgemeinde Wien nebst den Ergebnisziifern des Verwaltungsjahres 1932 die Detailberichte der Rechnungskontrolle und der einzelnen Aemter und Anstalten vor. Im folgenden werden auszugsweise eine Reihe von Daten, welche allgemeines Interesse finden dürften, zur Veröffentlichung gebracht. Den auf das Jahr 1932 bezughabenden Ziffern ist jeweilig in Klammern die Vergleichszifter des Jahres 1931 beigefügt* A. Kultus- und rituelle Angelegenheiten. Die Gesamt-Einnahmen dieses Kapitels haben im Jahre 1932 S 588.527.48 (600.628) betragen. Dem standen an Ausgaben gegenüber S 1,066.069.57 (1,022.371). In den Gemeindebethäusern und in den von der Kultusgemeinde veranstalteten temporären Bethäustrn standen insgesamt 9763 Betsitze zur Verfügung, für welche die tarifmäßige Benützungsgebühr S 224.002 (231.157) beträgt. Der faktische Erlös im Jahre 1932 hat S 166.815 (165.349) betragen. Unentgeltlich wurden Tempelsitze im Werte von S 16.393 (14.689) abgegeben, die gewährten Ermäßigungen haben S 15.212 (16.248) betrauen, unverkauft blieben Sitze iür S 42.403 (34.282). In den Gemeindetempeln wurden insgesamt 690 (626) Trauungen vorgenommen. Die Einnahmen an Trauungstaxen haben S 45.540 (48.530) betragen. Nach Klassen verteilen sich die Trauungen wie folgt: Ehrenklassen 5 (2). Luxustrauungen 1 (4). Haustrauungen 2 (3), I. Klasse 25 (15), II. Klasse 63 (51), III. Klasse 95 (102), IV. Klasse 84 (90). Zeremoniensaal 281 (244), Konvalidierungen 10 (14), Gratistrauungen 124 (101). Die Sammlungen für arme Bräute, welche gelegentlich der Trauungen vorgenommen werden, haben im Jahre 1932 S 9336.53 (10.259) ergeben. Ehetrennungen haben vor dem Rabbinate der Kultusgemeinde im Jahre 1932 318 (320) stattgefunden. Hiervon wurde in 244 (254) Fällen eine Taxe entrichtet, in 74 (66) Fällen eriolgte die Amtshandlung taxirei. Die Einnahmen für Scheidungstaxen haben im Jahre 1932 S 25.771 (27.233) betragen. Rituelles Bad. Die rituelle Badeanstalt der Kultusgemeinde war im Jahre 1932 von 49.258 (48.581) Personen frequentiert. Hiervon waren 11.072 (11.773) Frauen und 38.186 (36.808) Männer. Unentgeltlich wurden 13.124 (11.172) Badekarten abgegeben. Die Einnahmen des rituellen Bades haben im Jahre 1932 S 31.562 (32.058) betragen, welchen an Ausgaben S 41.339 (64.678) gegenüberstanden. üOlHcnlschcs Königsitcht Seit vielenjahren dasa_erkannt beste s:>sirnötw Man achte auf die gas. gesch. Marke „Hyglan. KSalgsllcht" und Name Schub Fabrik und Büro: Wien XIV., Braunhirichengause S Telephon R 33-1-87 GROSSFLEISCHHAUEREI flEGM. KORNMEHl %tmmmmmmmmmmmmmmmmm^mmmmmm^^mmmmmmmmm WfEM IX., BIMOASSI NR. 1» nuuii xviii., wAmmoMBsmjisn w TdtpbooNr. A 17-349 and A 18-9-34 AbteilungenttrKoscherfleisch anter aufsieht nee ahm. Ranbinate» dar ler. Knltaagemehnf Whm. Sämtliche Fleischsoden von ausschHcßUcb Prima-Qualität zo den billigsten Marktpreis«» Rituelle Schlachtungen. Im Jahre 1932 wurden insgesamt 12.147 (14.005) Stück Großvieh, 14.346 (15.662) Stück Kleinvieh und 114 (81) Stück Schale rituell geschlachtet. Die Gesamteinnahmen an Schlachtgebühren haben S 200.141 (223.746) betragen. Koscherfleischwesen. Unter Aufsicht des Rabbinates der Kultusgemeinde beianden sich 36 (37) Fleischbänke, von welchen an Auisichtsgebühren S 25.327 (26.378) entrichtet wurden. Die Gesamteinnahmen haben im Jahre 1932 S 285.258 (292.450), die Gesamtausgaben des Koschertleischwesens haben im Jahre 1932 S 300.198 (269.652) betragen. Subventionen an Bethausvereine. Für Subventionen an Bethausvereine wurden im Jahre 1932 S 145.030 (156.450) verausgabt. B. Unterrichts- und Bibllotheksangelegenheiten. Im Jahre 1932 haben die Gesamtausgaben des genannten Kapitels S 541.337 (421.995) betragen. Dem standen Gesamteinnahmen von S 24.578 (27.137) gegenüber. Für Subventionen für Unterrlchtszwecke sind S 130.393 (139.372) verausgabt worden. Die Zahl der Schüler an Volks-, Haupt- und Mittelschulen hat I8.y66 (19.377). die der Bibelschulen und hebräischen Kurse der Israelitischen Kultusgemeinde 1348 (1184) und die der Privatbibelschulen und privaten hebräischen Kurse 2459 (2391) betragen. Der Jugendgottesdienst findet derzeit in 16 Gemeinde- und Vereinssynagogen statt und war im Schuljahre 1931/32 von 88.698 (73.400) Schülern und Schülerinnen besucht. Im Jahre 1932 waren dem Jugendreierate angeschlossen: Jugendbünde und Studentenvereine 33 (33). Sport- und Turnvereine 9 (7), Kindergärten 10 (10). Im Sommer 1932 wurden Ferialaktionen für die reifere Jugend mit Beihilfe der Kultusgemeinde veranstaltet 12 (13) Jugendbünde errichteten an 14 (17) Orten Ferienkolonien mit einer Teilnehmerzahl von 1150 (1121), 2 Jugendheime wurden von der Kultusgemeinde erhalten und 4 (5) verschiedene Jugendgruppen zur Abhaltung von Kursen Uberlassen. Spiel- und Turnplatz im Ausarten. 95 Zöglinge des Kindergartens erhielten dreimonatigen Sommeraufenthalt mit voller Verpflegung im Augarten. Der Spiel- und Turnplatz wurde in den Nachmittags- und Abendstunden drei verschiedenen Jugendorganisationen zur Verfügung gestellt Der Lesesaal der Bibliothek der Israel. Kultusgemeinde wurde im Berichtsjahre 1932 von 8320 (9576) Lesern besucht, die 19.787 (22.117) Werke mit 36.065 (34.635) Bänden benützten. Entlehnt wurden an 1767 (1638) Personen 2301' (2115) Werke in 2734 (2472) Bänden. Zurückgestellt wurden 2390 (2330) Werke in 3196 (3114) Bänden. Der Zuwachs betrug 662 (751) Bände, von denen 351 (570) durch Kauf erworben wurden. Von den restlichen 311 (181) Bänden sind 273 (149) geschenkweise in unseren Besitz gelangt, 11 (9) Bände sind Werke, deren Herausgabe durch Subventionierung seitens der Kultusgemeinde ermöglicht wurde, 27 (15) Bände erhielt die Bibliothek durch Tausch mit ihren Publikationen. C. Friedhof- und Beerdigungswesen. Die Gesamteinnahmen des Kapitels „Friedhof- und Beerdigungswesen" haben im Jahre 1932 S 1,406.478 (1,291.374), die Gesamtausgaben S 902.108 (1,030.603) betragen. Insgesamt wurden seitens der Kultusgemeinde 2475 (2566) Beerdigungen. 35 (54) Ueberführungen. 19 (9) Exhumierungen und 66 (146) Kremationstransporte durchgeführt. 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