Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1933
- Issue
- Heft 18 (5.5.1933)
- Date
- 1933-05-05
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE WAHRHEIT Seite 7 Wien I., Seitenstettengasse 2, Tel. U 28-1-28 XI., Zentralfriedhof, »H» dtm I. Cor, Tel. U 18-0-85 Sabbathruhegeseiz in New York. Der Senat von New York hat ein ü es e t z beschlossen, demzufolge denjenigen, die die Sabbathruhe beobachten, die Ausübung ihrer Beschäftigung an Sonntagen gestattet wird. Dasselbe Gesetz wurde auch vom Stadtrat von Albaniy angenommen. Die Erlassung eines Sabbathruhegesetzes in New York ist auf die Initiative und die Bemühungen des amerkanischen Schomre Schabbos-Verbandes zurückzuführen. Budapest. Der Budapester Stadtrat hat der jüdischen Gemeinde Budapest einen jährlichen Beitrag von 177.000 Pengö für Zwecke des Religionsunterrichtes bewilligt. Jüdische Schulen ohne Religion. Zehn von der jüdischnationalen Schulorganisation „Zischo" erhaltene weltliche jüdische Schulen in Bialystok, Pinsk, Brest-Litowsk und Skerniewitz haben von den zuständigen Kreisschulkuratorien die Verständigung erhalten, daß die A nstalten geschlossen werden müssen, weil in ihnen entgegen dem obligatorischen Lehrplan kein Religionsunterricht erteilt werde. Die Leitung der Schulorganisation „Zischo" hat gegen diese Verfügung (die durchaus zu billigen ist, d. Red.) beim Unterrichtsministerium Berufung eingelegt. Budapest. Im Alter von 72 Jahren verstarb jüngst der Professor der Technischen Hochschule. Mitglied der ungarischen Akademie der Wisserschaften und Ehrendoktor der Universität Szeged Dr. Franz W i 11 m a n n. Er wurde auf dem Israelitischen Friedhof im Beisein zahlreicher Vertreter der ungarischen Gelehrtenwelt bestattet. Der Professorenkörper der Technik nahm an der Bestattungsfeier unter Führung der vier Dekane teil. Die Trauerrede hielt Großrabbiner Dr. Simon'H e v esi. Bukarest. Nach langjähriger Krankheit verstarb in Bukarest der Generalsekretär des Verbandes der jüdischen Gemeinden Altrumäniens und der jüdischen Gemeinde Bukarest, M. Schweig. Schweig, der nicht nur als Organisator und verwaltungstechnischer Leiter auf dem Gebiet jüdischen Gemeindewesens, sondern auch als Schriftsteller und Publizist sowie als Forscher auf dem Gebiet der rumänisch-jüdischen Geschichte weit über die Grenzen seiner engeren Heimat bekannt war, hat im Jahre 1908 die Wochenschrift „Curierul Israelit", die heute als Organ der Union rumänischer Juden verbreitetste jüdische Zeitung in rumänischer Sprache, gegründet. Er war der Verfasser einer Reihe sehr geschätzter Sammelwerke und publizistischer Schriften. Seine Bibliothek gehört zu den reichhaltigsten privaten judaistischen Büchersammlungen. Der Tod M.. Schweägs, einer der repräsentativsten Erscheinungen der Vorkriegsgeneration jüdischer Intellektueller in Rumänien, hat in den weitesten Kreisen des rumänischen Judentums Trauer hervorgerufen. — Die Beerdigung des vor eirtigen Tagen in Bukarest verstorbenen ehemaligen Präsidenten der dortigen jüdischen Gemeinde, Ely Berkovitz fand unter außerordentlich starker Beteiligung der jüdischen und nichtjüdischen Kreise Bukarests statt. Ansprachen wurden von Oberrabbiner Senator Dr. N i e m i r o w e r, dem Präsidenten der jüdischen Gemeinde Bukarest und des Verbandes d'er jüdischen Gemeinden Altrumäniens, Dr. W. F i 1 d e r m a n n, dem ehemaligen Ministerpräsidenten und Vorsitzenden der liberalen Partei Rumäniens, zu deren Leitungsmitgliedern Berkowitz gehört hatte, I. G. Duca, Stadtrat Friedmann, Rabbiner Dr. Halperin u. a. gehalten. Spezialhaus für Wolle und Strickgarne Moritz Nagel Wien, 2- Bez., Taborslraße Nr-17 Fabriksniederlage. Wirku. Strickmoden. Telephon A 45-8-69 Todesfall, in der Vorwoche verstarb nach kurzem schweren Leiden im 73. Lebensjahre Herr Leo Brill und wurde am Freitag, den 28. v. M. auf dem Zentralfriedhot (I. Tor) unter außerordentlich großer Beteiligung bestattet. Der Verblichene genoß in der Wiener Kaufmannschaft wegen seiner Redlichkeit und Tüchtig-, keit, mit der er sein Unternehmen aus kleinsten Anfängen zu der heutigen achtunggebietenden Höhe emporgebracht, berechtigte Beliebtheit und Wertschätzung. Insbesondere aber war er wegen seines hervorragenden Wohltätigkeitssinnes bekannt, der ihn zu Hilfeleistungen gegenüber allen Bedrängten und Bedrückten veranlaßte. Namentlich für jüdische Arme hatte er stets eine offene Hand und deshalb war das Ansehen, das er in weitesten jüdischen Kreisen besaß, besonders groß. Eine hohe Auszeichnung wurde ihm vor allem seitens der Chewra Kadischa zuteil, in der er viele Jahre lang verdienstvoll wirkte und die ihn in Anerkennung dieser Verdienste zum Vizepräsidenten wählte. Die Zeremonienhalle konnte kaum die große Schar der Trauergäste fassen, die sich um den Sarg des Heimgegangenen wie um den eines guten Freundes drängte. Man bemerkte ti. a. den Vizepräsidenten der Kultusgemeinde. Herrn Dr. J. O r n s t e i n in Begleitung des Amtsleiters W. F r e i s t a d t, Herrn Kultusvorsteher Börserat I. Glück, den Gesamtvorstand der Chewra Kadischa mit dem Präsidenten Dr. Wilhelm Pappenheim an der Spitze, eine starke Abordnung der B. B., Vertreter vieler jüdischer Wohlfahrtsvereine und kaufmännischer Organisationen. Die Trauergesänge rezitierte in ergreifender Weise Oberkantor H. Fischer. Rabbiner Dr. J. M. Bach würdigte in seiner gehaltvollen Ansprache die restlose Güte als den charakteristischen Wesenszug des Heimgegangenen, dessen Andenken bei allen, die ihn gekannt, unvergänglich bleiben wird. Aus vollstem Herzen kommende Abschiedsreden hielten ferner Vizepräsident Dr. J. O r n s t e i n für die Kultusgemeinde. Dr. W. Pappenheim für die Chewra Kadischa, Komm.-Rat Th. Lassner für die B. B. und Herr Max K o h n für den Verein reisender Kaufleute. Auch auf dem offenen Grabe wurden dem Dahingeschiedenen noch warme Dankesworte von Freunden und Angestellten nachgesandt. Die Teilnahme der großen Zahl jener, die Leo Brill hochgeschätzt haben, wendet sich der Witwe und ihren beiden Kindern zu. „Bikur Chaulim" IX. Sonntag, den 23. v. M., fand im Cafe J o s e p h i n u m die 65. Generalversammlung unter Vorsitz des Obmannes Hayek statt. Obmannstellvertreter S. Oesterreich er begrüßte u. a. die Aerzte Med.-Rat Dr. Beck und Med.-Rat Dr. Färber. Herrn Komm.-Rat M. M. Weiß und den Vertreter des befreundeten Tempelvereines IX., Herrn Max E i s n e r. Schriftführer Bergmann erstattete den Tätigkeitsbericht. Kassier Hendl den Kassabericht, aus welchen beiden Referaten die ersprießliche Wirksamkeit des Vereines zum Ausdruck kam. In der Debatte sprach u. a. Herr Max E i s n e r. der lobend die gute Führung des Vereines anerkannte und seiner Genugtuung über das schöne Zusammenarbeiten der beiden jüdischen Organisationen des Bezirkes bekundete. Der Vorstand wurde schließlich wiedergewählt. Mjgicnisdies Könlgsltcht den Publikums Rechnung tragend, wird unter der Bezeichnung „Hygienisches Königslicht" Nummer 2 ein kleines Jahrzeitlicht in den Verkehr gebracht, das garantiert 24 Stunden brennt und sich im Preise bedeutend billiger als das bisherige Nr. 1 stellt. k GROSSFLEISCHHAUEREI «EGM, KORNMEHl ummmmmammmmmmm^ama^^mmmmmmmm^mmmmmm WIEN IX* BIROOASSC NR. 1» ilUAUi XVIII., wAhrmohrstrassb ff* Telephon Nr. A 17-3-99and A 18-9-34 IMhuI für ItellanataltM» AbteilungenfürKoscherfleisch wrtar Aufsieht des ebrw. RabMaatos tfer tor. KaHMaeateind» Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen Tlmtfidje Verfautdarungen der Jsraefitiscflen Xuftosgemeinöe Wien Israelitischer Jugendgottesdienst. Samstag, den 6. Mai 1933, findet in allen Gemeinde- und Vereins-Synagogen der Jugendgotresd'tenst um 3 Uhr nachmittags statt. :i* Die Kleider-Stelle der Fürsorge-Zentrale bittet dringendst um Zuweisung von brauchbaren Bekleidungsgegenständen jeder Art. Wäsche. Schuhe usw. für Männer. Frauen und Kinder. Telephonische oder schriftliche Benachrichtigung erbeten an die Fürsorge-Zentrale der israelitischen Kultusgemeinde Wien U Seitenstettengasse 2. Telephon U 25-5-85. welche die Abholung veranlaßt. Margarethe Bach hält am 7. Mai d. J., um 17 Uhr, zugunsten des Merores-Waisenhaus es (Präsidentin Baronin Ciarisse Rothschild) im genannten Heime eine Bibelvorlesung unter gütiger Mitwirkung der Virtuosen Kurt Fuchsgelb (Violine) und Kurt Engel (Klavier). Karten bei den Vorstandsdamen und im Waisenhaus, XIX., Bauernieldgasse 40, Tel. B14-3-86. Jiunst und. JEitewatm Violinabend Alfred Lunger. Am 26. v. M. debütierte im Kammerkonzertsaale der junge Violinvirtuose Alfred Lunker. Das sehr abwechslungsreiche Programm meisterte er mit Elan und zartem Gefühl, wobei das Konzert in Fis-moll von Ernst sowie der Hexentanz von Paganini besonders hervorzuheben wären. Ein auserwähltes Publikum, das den Saal bis aut das letzte Plätzchen füllte, wurde von den Darbietungen direkt hingerissen und spendete dementsprechend seinen Beifall. Es handelt sich hier um ein junges Talent, dem noch viele und größere Erfolge beschieden sein werden. M. Verein zur Förderung jüdischer Musik — Wiener jüdischer Gesangverein. Mittwoch, den 10. d. M.. 'S 8 Uhr abends, findet im Kleinen Musikvereinssaal ein Konzert mit großem künstlerischen Programm statt. Jüdischer Lieder- und Volksliederabend. Konzertsänger J. Segal-Rosenbach, der eben von einer ungemein erfolgreichen Konzerttournee durch Palästina und Rumänien zurückgekehrt ist, tritt am Samstag, den 13. d. M., um X>9 Uhr abends, im Konzertsaal des Hotel Post, I.. Fleischmarkt, wieder vor das Wiener Publikum. Der Künstler, der in der Zeit seiner Abwesenheit von Wien sich ein großes Repertoire neuer jüdischer Werke in emsiger Arbeit zu eigen gemacht hat, wird an diesem Abend ein neues künstlerisches Programm bieten. Eine neue Schrift von Philo entdeckt. Vor einiger Zeit ist es einem jungen Berliner Gelehrten, Dr. Hans Lewy, der im vergangenen Jahre aut einer von der (damals noch nicht „gleichgeschalteten") Isdüas, Rheuma, Gidit Htägige Ischias - Schnellkuren (Italienische Methode) Fango-, Schlammpackungen, Moor-, Schwefel-, Sool-, Fichten-, Koblensäurebäder, Diathermie Heißluft, Höhensonne Paraffin-Entfettungskuren und alle sonstigen modernen physikalischen Heilmethoden täglich von 8-6 Uhr HellansiaU „TherailoM I., Franz Josefakai 1 — Telephon R 29-1-37 Leiter: Dr. Wolf Somer