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Die Wahrheit · 1933-02-18 · Heft 8 (18.2.1933) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1933
Issue
Heft 8 (18.2.1933)
Date
1933-02-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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DIE WAHRHEIT Seite 7 Wien L, Seitenstettengasse 2, Tel. ü 28-1-23 XI., Zentrallriedhof, ItStl <» I. tw, Tel. U 18-0-15 Spezialhaus lOr Well* und Strickgarne Moritz Nagel Wien, 2- Bez., Tadborstraße Nr. 17 Fabriksniederlage. Wirku. Strickmoden. Telephon A 45-8-69 zuholen war. Die indische Regierung aber hat in-Fällen von Unruhe unter der Zivilbevölkerung keine Verpflichtung zum Schadenersatz. Metealte fügte hinzu, seit Mai vorigen Jahres seien weitere Unruhen in Alien nicht vorgekommen; Verhaftungen, Gefängnisstrafen, Ausweisungen haben eine abschreckende Wirkung ausgeübt. Zum 100. Geburtstage Dt. Maximilian Steiners s. A. Am 11- Februar waren es hundert Jahre, daß Doktor Maximilian Steiner in Wien als Sohn eines Fabrikanten geboren wurde. Durch mehrere Jahrzehnte hatte er in vielseitiger Tätigkeit zum Segen des Wiener Judentums viel Gutes geleistet und sich dadurch einen dauernden guten Namen in der israelitischen Kultusgemeinde sowie in der Gesellschaft seiner Zeit erworben. Gibt es doch kein Gebiet in den Agenden der Kultusgemeinde, in welchem sich Dr. Steiner nicht mit tie em Verständnis und unermüdlicher Hingebung an allen Arbeiten in Wort und Schrift beteiligt hätte. Bei ihm kann ganz besonders auf den oft zitierten Satz aus den Pirke owaus hingewiesen werden, da er — wie kaum ein zweiter — die drei Grundsäulen des Judentums — Thauro, Awaudo, Gemilus Chassodim — jederzeit zu erhalten bestrebt war und in diesem tatkräftigen ehrlichen Streben allein sein Lebenselement fand. Am 2. März d. J. werden es aber auch zwanzig Jahre, daß infolge eines Straßenbahnunfalles, als er auf dem Wege zu seinem erkrankten Bruder war, Doktor Steiner verschieden ist. Wer diesen würdigen, einfachen, bescheidenen, jedoch vielfach hochgebildeten Mann kannte, wer ihn in seinem Büro aufsuchte oder bei den verschiedensten Sitzungen der Kultusgemeinde in seinem ehrlichen Wirken für die Wiener Judenschaft sah, der mußte mit wahrer Bewunderung zu ihm aufblicken. Als Jüngling trat er in die Fabriken seines Vaters ein, wurde später Journalist, war Mitbegründer der „Wiener Allgemeinen Zeitung" (1880) und schrieb unter dem Pseudonym „Omega" politische und wirtschaftliche Berichte und Artikel für die „Augsburger Zeitung". Er verfaßte auch mehrere Broschüren zur Einführung der Haftpflicht und war Chef eines Unternehmens, das sich mit Versicherungsvertretungen befaßte und dem er als anerkannt sehr tüchtiger Versicherungs-Mathematiker vorstand. Was Dr. Steiner aber besonders auszeichnete, war sein unerschütterliches Festhalten am Judentum, seine organisierende Arbeit als Vorstandsmitglied (Vertreterl der israelitischen Kultusgemeinde. In beispielgebender Weise, mit unnachahmlicher Energie arbeitete er als Initiator durch etwa 30 Jahre an allen Agenden, schaffte ununterbrochen an dem Ausbau und an der Ausgestaltung derselben und war bemüht, dem Wiener Judentum stets Nützliches zu leisten. In diesem Aufsatze muß ich es mir versagen, die vollständige Tätigkeit Dr. Steiners in den einzelnen Gebieten seiner Wirksamkeit für die Wiener Judenschaft ausführlicher zu berichten, nur in gedrängter Kürze will ich besonders erwähnen, was er in rationeller Weise für das große Gebiet der Fürsorge in der Wiener Kultusgemeinde geleistet hat. Im Jahre 1892 errichtete er gemeinsam mit Prot. Dr. Adam Pollitzer und Dr. Heinrich Steger ein besonderes Büro für die Behandlung der Armenfälle. Er verfaßte selbst zur Einführung alle erforderlichen speziellen Bestimmungen und Organisationsstatuten, nach welchen dieses Amt seine Tätigkeit entfalten sollte und bekundete von da ab bis zu seinem Ableben für alle beachtenswerten Vorkommnisse reges Interesse. Achtzehn Jahre hatte ich das Glück, mit diesem fachkundigen, edel gesinnten jüdischen Manne zu arbeiten, und gerne befolgte ich seine klug überdachten Anregungen. Im Laufe dieser Zeit war Dr. Steiner aber auch bei anderen Fürsorgeinstitutionen für allgemeine und Jugendfürsorge tätig und bekümmerte sich persönlich in rastloser Weise um die durch diese Korporationen auszuführenden Arbeiten. Er war Vorstandsmitglied der Israelitischen Armenanstalt, des Philanthropischen Vereines, des von ihm gegründeten interkonfessionellen ersten Asyles für Obdachlose (III.. Blattgasse 4), der ebenfalls von ihm gegründeten Institution zur Errichtung von Arbeiterhäusern im 10. Bezirke sowie der von ihm und seinen Freunden unter meiner Mitwirkung im Jahre 1909 errichteten Heimstätte für verlassene jüdische Kinder. UeberaU war er mit voller Herzlichkeit und ungebeugter Tatkraft mittätig. Dabei versäumte er es nur selten, an den vielen Sitzungen in der Gemeindestube sowie bei den genannten Institutionen teilzunehmen, beteiligte sich als gewiegter, sachlicher Redner an den Debatten und setzte sich, wenn es galt, eine beachtenswerte Angelegenheit zu; fördern oder eine wichtige Anregung zu geben, für deren Bewilligung mit seinem ganzen Können ein. Als Mitglied des Bethausvorstandes war er an jedem Sabbat oder Festtag im Stadttempel anwesend und nahm dort regen Anteil an der würdigen Abhaltung und dem traditionellen Verlauf des Gottesdienstes. Auch in der Schulsektion der Kultusgemeinde hat Dr. Steiner viel Anerkennenswertes und Nützliches ge- Jugendgottesdienste. für Vorträge für Mittelschüler, leistet und die verschiedensten Einrichtungen für die besonders der höheren Klassen, sowie für die durch mehrere Jahre von prominenten Gelehrten durch die Kultusgeineinde veranstalteten Vorträge über jüdische Geschichte. Dr. Steiner war mit der ebenfalls hochgebildeten Frau Rosa, geb. B e n z i o n, verheiratet, welche als Vorstandsdame des israelitischen Frauenwohltätigkeitsvereines im 1. Bezirke viele Jahre wirkte. Zwei Töchter, die Frauen Burckhardt und Münk, wohnen in Wien als Witwen mit ihren Angehörigen. Das Andenken an Dr. Steiner in der Wiener Kultusgemeinde wird dadurch gewahrt, daß sein Name in die Haskara aufgenommen wurde, sein Bild ziert den Sitzungssaal der Kultusgemeinde wie auch den der Heimstätte. Das segensreiche Wirken Dr. Maximilian Steiners wird allen, die diese bedeutende Persönlichkeit kannten, unvergeßlich bleiben. „Secher Zadik hwroclio"._ Rudolf Kraus, Amtsleiter i. R . Veteinsnadkwidkten. Tempel- und Schulverein, VI., Stumpergasse 42. Sonntag, den 26. d. M.. J'-IO Uhr vormittags, findet im Vereinslokale die 36. ordentliche Generalversammlung statt. Gedäclitnisieier der Hörerschaft der israeiitiscutheologiscben Lehranstalt. Anläßlich der Wiederkehr des zweiten Todestages des verewigten Hofrates Rektor Adolf Schwarz s. A. findet Sonntag, den 26. d. M., in den Räumen der theologischen Lehranstalt. II.. Tempelgasse 3. pünktlich J412 Uhr vormittags, eine Trauerfeier statt. Es sprechen: Präses cand. theol. et phil. David Ochs. Dr. Israel S c h e e r und Dr. Josef B a b a d. Huko Zuckermann-Gedenkabend. Der Bund jüdischer Frontsoldaten. Bezirksgruppe II. veranstaltet am 28. d. M.. 8 Uhr abends, in seinem Lokal«. II.. Untere Augartenstraße 26. einen Gedenkabend für Dr. Hugo Zuckermann, bei welcher Herr Doktor S. Finkelstein sprechen wird. Gäste willkommen. „Hachnusas Kaie". Brautausstattungsverein iür Töchter jüdischer Kleingewerbetreibender und Waisenmädchen. Wien II.. Negerlegasse 10 (Obmann S. B u c h sbaum). veranstaltet unter der bewährten Festkdtung des Herrn Jakcb Morgenstern zugunsten des Brautausstattungsfoiids Dienstag, den 28. d. M.. um 8 Uhr abends, im Festsaale des Hotel Bayrischer Hof. II., Taborstraße 39. eine Wohltätigkeitsvorstellung unter Mitwirkung der Künstlertruppe J u n g w i r t h. Im Interesse des humanitären Zweckes bittet die Vereinsleitune um zahlreichen Zuspruch. Der Verein der Kinderfreunde zur Bekleidung armer israelitischer Schulkinder für den 16. und 17. Bezirk veranstaltet Mittwoch, den 1. März 1933. in Gschwandners Saallokalitäten. XVII.. Hernalser Hauptstraße 41. eine Masken-Redoute ohne Maskenzwang. Musik: Ferry Zelwecker. der ilüsternde Bariton, und sein Jazz-Orchester. Beginn 9 Uhr abends. Im Hinblick auf den eminent wohltätigen Zweck — es wurden seit dem 52jährigen Vereinsbestande mehr als 7200 Kinder mit warmen Kleidern, Schuhen und Wäsche beteilt — ergeht die herzliche Bitte, das karitative Werk des Vereines durch zahlreichen Besuch der Redoute zu fördern. Karten sind bei sämtlichen Vorstandsmitgliedern erhältlich. Jüdischer Frauen - Wohltätigkeitsverein X. Am Samstag, den 4. März. 9 Uhr abends, veranstaltet der ..Jüdische Frauen - Wohltätigkeitsverein X" zugunsten seiner Schützlinge im Gartensaal des Cafe-Restaurants Volksgarten. I.. Burgring, einen Maskenball unter der Devise: Eine Nacht ohne Sorgen. Kostüme oder Sommerkleidung erwünscht. Die Musik besorgt eine erstklassige Jazzband, so daß die Gewähr dafür gegeben scheint daß auch dieses Fest wie alle bisherigen Veranstaltungen des rührigen Vereines aufs beste gelingen wird. Karten ä S 3.— sind bei allen Vorstandsdamen und an der Kassa zu haben. Gäste sind herzlichst willkommen. Gruppenanmeldungen bei Herrn Erich Weinstein. X.. OueUenstraße 66. Der Brigittenauer Israelitische Frauen-Wohltätigkeitsverein (Präsidentin Frau Olga Friedmann), veranstaltet Sonntag, den 5. März. 4 Uhr nachmittags, im Festsaal des Hotel Continental. IL Taborstraße 2. eine Akademie mit anschließendem Tanz unter Mitwirkung prominenter Künstler und einer erstklassigen Jazz. Karten für diese Veranstaltung, deren Reinerträgnis den Armen in diesem besonders verelendeten jüdischen Bezirk Hilfe bringen soll, sind zum Preise von S 1.50 bei allen Vorstandsdamen erhältlich. Liederabend Dr. Max Honig. Am Donnerstag, den 9. März, singt Dr. Max H ö n i g im Ingenieur- und Architektenverein, I., Eschenbachgasse 9, internationale Volkslieder. Mitwirkend: Käthe Gut mann (Rezitation). Karten an der Tageskasse „Elite" (Graben 28) und im Ingenieur- und Architektenverein. Purim-Fest-Akademie mit Tanz. Der Israelitische Frauen-Wohltätigkeitsverein des 18. Bezirkes veranstaltet am 11. März d. J. im Hotel Continental eine Fest-Akademie unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte und einer vorzüglichen Jazzband. GROSSFLEISCHHAUEREI HEGM. KORNMEHl UVnMMHNMBMflHMnMMHHMHHMMHIHMl warn uc, BERaaAssE mr. i» FlUAUi xvm., wAhrinqbrstrassk »t Telephon Ni. A 17-349 jnd A Lieferant fOr ttellanatelte» Abtei tungenfür Koscherfleisch iMrtar Aufsicht de» ahrwt. Rabbinate» «ter l«r. Kulluaa«'"«ind» Wi«n. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich .Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen Sämtliche Wurstwareoprelse bei Peryan reduziert. Die streng orthodoxe Koscher-Wurst- und Selchwarenfabrik Pe t y an & Co. hat die Preise sämtlicher Sorten ihrer als vorzüglich bekannten Erzeugnisse sehr stark herabgesetzt. Sie verkauft in ihren Filialen: Wien II.. Praterstraße 38. XX.. Wallensteinstraße 45. und Gausplatz 6. sowie in allen durch Schilder gekennzeichneten Verkaufsstellen, zu folgenden Kleinverkaufspreisen pro 10 dkg. Raaber und Dürre........S —.40 Wiener. Polnische. Krakauer. Pariser . S —.70 Debreziner oder Frankfurter . . . 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Bez.: Humbokitftasse 27 (Rabb. Prof. Dr. A. Weiner). 13. Bez.: Eitelbergergasse 22 (Rabbiner Dr. M, Lewin). 19. Bez.: Dollinergasse 3 (Rabbiner Prof. Dr. A. Frankfurter). 20. Bez.: Kluckygasse 11 (Rabb. Dr. B. Murmetetein). Exegetische Vorträge: Samstag, den 25. Februar, beim Vormittagsgottesdlenst: 20. Bez.: Kluckygasse 11 (Rabb. Dr. B. MurmelsteJn). 21. Bez.: Holzmeistergassc 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). nach dem Nachmittagsgottesdienst: 13. Bez.: Eitelbergergasse 22 (Rabbiner Dr. M. Lewin). Israelitischer .lugendgottesdlenst. Samstag, den 25. Februar, findet in allen Gemeinde- und Vereins-Synagogen der lugendgottesdienst um 3 Uhr nachmittags statt. * Die Kleiderstelle der Fürsorge-Zentrale bittet dringendst um Zuweisung von brauchbaren Bekleidungsgegeuständen jeder Art. Wäsche. Schuhe usw. für Männer. Frauen und Kinder. Telephonische oder schriftliche Benachrichtigung erbeten an die Fürsorge-Zentrale der israelitischen Kultusgemeinde Wien. I.. Seitenstettengasse 2. TeL U 25-5-88, welche die Abholung veranlaßt. * Brautausstattungs-Stiitungen. (Bewerbungsausschreibung.) Es gelangen mehrere Stiftplätze im Gesamtbeträge von S 2100. zur Verleihung. Iiievon 1. S 1750.— ans der Julius E n g e 1 b c r g - Ausstattungs-Stiftung. 2. S 350.— aus anderen Brautausstattungs- Stiftungen. Bewerbungsberechtigt sind: 1. Für die Julius Engelberg-Ausstattungsstiftung: Arme, würdige, im Brautstande befindliche Mädchen, die in Wien oder in Lezaysk (Galizien) geboren sind. 2. Für die anderen Brautausstattungs- Stiftungen: Arme, würdige, im Brautstande befindliche jüdische Mädchen. Gesuchsbeilagen: Geburtsschein. Armutszeugnis, Sittenzeugnis, Brautstandsnachweis. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 10. April 1933. Einreichstelle: Wien I., Seitenstettengasse 2. 1. Stock (Fürsorge-Zentrale). Bewerberinnen, welche sich vor der Verleihung des Stiftnngsbetrages ver-

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