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Die Wahrheit · 1933-02-17 · Heft 7 (17.2.1933) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1933
Issue
Heft 7 (17.2.1933)
Date
1933-02-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Seite 5 Spezlalhaus fOr Wolle und Strickgarne Moritz Nagel Wien, 2. Bez., Taborsiraße Nr. 17 Fabriksniederlage. Wirku. Strickmoden. Telephon A 45-8-69 Gemeinde - thronik Die Kultusgemeinde Wiener- Neustadt ist — und bleibt konservativ. Die am 29. Jänner d. J. stattgefunden Neuwahl der Kultusvertretung hat der konservativen Partei abermals einen vollständigen Sieg gebracht. Seitdem Mattersburger sich in Wiener-Neustadt dauernd niedergelassen haben, ist die orthodoxe Richtung in dieser Gemeinde gewährleistet und der derzeitige Vorsteher Herr Hugo R e i n i n g e r und sein Mitarbeiter Redakteur Aron Weiß haben für den dauernden Fortbestand dieser Richtung schon vor Jahren eine so feste Grundlage geschaffen, daß alle gegnerischen Bestrebungen vergebens sind. Dies ergibt sich am deutlichsten aus dem Stimmenverhältnis. Von allen abgegebenen Stimmen entfielen bei dieser Wahl auf die konservative Partei 75 Prozent, auf die Gegner 25 Prozent. Letztere setzen sich zusammen aus Orthodoxen, Chassidim. Zionisten. Misrachisten und solchen Fortschrittlichen, die nicht einmal der Jom Kippur in den Tempel lockt. Diese gemischte Partei trat im Jahre 1927 als Wirtschaftspartei, im Jahre 1929 als oppositionelle Partei und heuer „ohne jede Bezeichnung" auf. indem sie ihren Wahlaufruf mit „Die Kandidaten" zeichnete. Das Erfreuliche an der Sache ist. daß die Wahl im Sinne des streng orthodoxen Herrn Oberrabbiner Dr. Heinrich Weiß ausgefallen ist. wiewohl Genannter ein Seelsorger ist. der über den Parteien steht und auch im fortschrittlichsten Lager die besten Freunde hat. Bei keiner der letzten drei Wahlen haben die Gegner der Konservativen einen Erfolg erzielt Nach jeder Wahl haben sie ihrem Unmute über die erlittene Niederlage durch Einbringung eines Wahlprotestes Luft gemacht, eigentümlicherweise haben sie heuer einen Wahlprotest unterlassen, so daß die Konstituierung der neugewählten Gemeindevertretung am 12. d. M. vorgenommen werden konnte. Bei dieser führte Herr Dr. Simon Karpfen als Alterspräsident den Vorsitz. Der bisherige verdienstvolle Vorsteher Herr Hugo R e i n i n g e r und der bisherige Stellvertreter Herr Samuel Mandl, beide Mattersburger. wurden einstimmig wiedergewählt. Zum ersten Beirat wurde ein alter Vorkämpfer der Konservativen, Herr Jakob Jaul, zum zweiten Beirat und Tempelvorsteher Herr Samuel F r a n k 1 gewählt. Herr Reininger dankte für seine Wiederwahl und bezeichnete das Wahlergebnis vom 29. Jänner als eine mächtige Vertrauenskundgebung für die konservative Partei. Er versprach, auch weiterhin positive Arbeit zu leisten und zu sparen, bat um die Mitarbeit der neugewählten Herren und erklärte, in aller Zukunft gegen jene, welche die Säulen untergraben, auf denen die konservative Gemeinde aufgebaut ist und feststeht, wie bisher unerschrocken entgegentreten zu wollen. Diesen Ausführungen folgte tosender Beifall der Versammelten. Spectator. i 70. Geburtstag. Dieser Tage feierte Ministe- /rialrat Dr. Artur Gold mann seinen 70. Geburtstag. Im Jahre 1896 trat er in den Dienst des Haus-, Hof- und Staatsarchivs. 1920 ging er als Ministerialrat in Pension. Gleichzeitig bekleidete er im Nebenamte die Stelle eines Universitätsarchivars. Goldmann hat eine Reihe von Arbeiten veröffentlicht, die von seinem großen Wissen Zeugenschaft ablegen. Von den größeren Arbeiten seien hervorgehoben: „Die Wiener Universität 1519—1740" (Bd. VI, der vom Wiener Altertumsverein herausgegebenen Geschichte der Stadt Wien), „Das Judenbuch der Scheffstraße zu Wien, 1389—1420" (Bd. I der Quellen und Forschungen zur Geschichte der Juden in Deutschösterreich) und vieles andere. Möge es dem liebenswürdigen und humorvollen Menschen beschieden sein, noch weiter wertvolle Arbeit zu leisten. Todesfall. Das Leichenbegängnis des im 88. Lebensjahre verstorbenen, langjährigen Obmannes des Leopoldstädter Krankenunterstützungsvereines „Nächstenliebe" Moritz Rosenblatt erbrachte den Beweis, welchen Ansehens sich der Verstorbene in allen Kreisen der Bevölkerung erfreut hatte. Der Zeremoniensaal beim I.;Tor konnte kaum die Trauergäste fassen. Erschienen wären der Gesamtvorstand des Vereines „Nächstenl_iebe'!, eine große Anzahl der Treuen Brüder unter Führung des Herrn Regierungsrates G. Fuchsgelb, eine Deputation des Pazmaniten-Tempelvereines unter Führung des Obmannes Herrn Oskar S c h r aniek, eine große Anzahl von Vertretern des Giro- und Kässenvereines, bei dem der Verblichene in hoher Stellung gestanden war, unter Führung des Herrn Dr. E. Feldsberg, Vertreter des Vereines der Holleschauer u. v. a. Die Trauerrede hielt in meisterhafter W^ise^ Rabbiner Dr. Feuchtwang, ein persönlicher Bekannter 'des"''VerMorbenefff der dessenvorzügliche'; Eigenschaften, insbesondere aber die Treue und Liebe zu seinen Mitmenschen und zu unserer Religionsgemeinschaft charakterisierte. Dr. Feuchtwang schilderte, wie der Verstorbene als mittelloser, junger Mensch nach Wien kam und im Bankwesen sich eine hohe Position schuf und danach strebte, sich jenen Kreisen anzuschließen, in welchen die Treue am höchsten gewertet wird. Im Namen des Vereines „Nächstenliebe" hielt Vorstandsmitglied Joser Klein einen ergreifenden Nachruf, in dem er u. a. sagte: Moritz Rosenblatt, langjähriger Obmann und Ehrenobmann des Leopoldstädter Krankenunterstützungsvereines „Nächstenliebe", war ein Großer nicht nur durch sein vornehmes, konziliantes und kollegiales Wesen, sondern auch in seiner Liebe und Pflichterfüllung der Aufgaben unseres Vereines, denen er sich voll und ganz gewidmet hatte. In meinem Geiste sehe ich vor mir die patriarchalische und Ehrfurcht gebietende Gestalt, wie sie anläßlich der Gottesdienste, die unser Verein im Bayrischen Hof zu den hohen Feiertagen veranstaltet, zur offenen Bundeslade hinaufstieg und dort das Wort der Liebe, der Versöhnlichkeit und der Brüderlichkeit verkündete und ein Gebet für das Wohl der Mitgliedschaft verrichtete. Nun stehen wir, deine engsten Freunde und Vorstandskollegen, trauernd an deiner Bahre und danken dir für alles, das du uns gegeben hast Behalten wollen wir in uns all das Schöne und Gute, das du uns gelehrt hast und wollen in deinem Sinne wirken, im Sinne der Nächstenliebe. Im Namen der „Treuen Brüder" widmete Herr Regierungsrat G. Fuchsgelb herzliche Worte des Gedenkens und des Abschiedes. Am oifenen Grab sprach noch das älteste Mitglied der Holleschauer einige Worte des Dankes, worauf die Trauerfeier ihr würdiges Ende fand. Verein zur Versorgung hilfsbedürftiger israelitischer Waisen in Wien. Am 29. v. M. fand die 72. Generalversammlung dieses so segensreich wirkenden Vereines statt. Aus dem Jahresberichte ist zu entnehmen, daß das Knabenwaisenhaus, XIX., Probusgasse 2—4, derzeit 65, das Mädchenwaisenhaus 45 Schützlinge beherbergt, der Kostenaufwand für diese Heime betrug S 117.500, die Einnahmen dagegen bloß S 112.350. Das abgelaufene Vereinsjahr ist das zehnte, in welchem der Waisenverein unter Patronanz der Loge Wien B'nai-Brith steht, es ist ein Jahrzehnt verflossen, in dem der tatkräftige Präsident des Vereines, Herr Richard P e t s c h e k, unterstützt von einer Anzahl wackerer, edeldenkender Männer und Frauen, seine segensreiche Tätigkeit entfaltete und den schon dem Untergang geweihten Verein wieder auf seine alte Höhe brachte. Der Gesundheitszustand der Kinder ist ein sehr guter zu nennen, die Unterrichtserfolge sind ausgezeichnete. Großes Gewicht wird auf die religiöse Erziehung gelegt nach Möglichkeit besuchen die Zöglinge die Bibelschule, am Freitagabend findet im Tempel des Knabenwaisenhauses ein feierlicher Gottesdienst statt, ebenso an Feiertagen, an den Sabbaten gehen die Kinder zum Jugendgottesdienste. Chanuka, Purim und die Sederabcnde sind Marksteine im Leben der Zöglinge. Die Verbindung mit den .heimentlassenen Zöglingen wird möglichst rege aufrecht gehalten. Im Mädchenwaisenhause finden zahlreich besuchte Versammlungen einstiger Schützlinge statt dort holen sie sich Rat und Hilfe in kritischen Lagen. Dank dem Schutzdamenkomitee wurde eine neue Aktion begonnen, seit Anfang November 1932 erhalten bedürftige, arbeitslos gewordene ehemalige Zöglinge ein ausgiebiges Mittagessen. Am Ende der Tagung wurde, nachdem der Kassabericht genehmigt worden war, die Wahl des Vorstandes pro 1933 vorgenommen, worauf der Präsident namens des Vorstandes den Antrag stellte, dem aus dem Vorstande scheidenden Herrn Generalstabsarzt Professor Dr. Alois Pick die Ehrenmitgliedschaftzuverleihen und seinen Namen auf der Marmortafel im Waisenhause zu verewigen. Dieser Antrag wurde mit stürnqgienlsdies KönlßslicM Seitvielenjahren dasa~erkannt beste toVratM Man achte auf die gas. gasen. Mark« „Hyglen. Königslicht" und Name Schulz Fabrik und Büro: Wien XIV., Braunhlrschangasssa 3 Telephon R J3-1-87 Den allgemeinen Wünschen des konsumierenden Publikums Rechnung tragend, wird unter der Bezeichnung „Hygienisches Königslicht" Nummer 2 ein kleines Jährzeitlicht in den Verkehr gebracht, das garantiert 24 Stunden brennt und sich Im Preise bedeutend billiger als das bisherige Nr. I stellt irischem Beifall angenommen. Mit einem Appell an die. Versammlung, die Zwecke und Ziele des Vereines nach Kräften zu fördern, ihm neue Freunde und Gönner zuzuführen, damit er in der glücklichen Lage sei, seine Wirksamkeit nicht bloß ungeschmälert weiterzuiühren, sondern auch den iast aufgelassenen Zweig seiner Fürserge, die Unterstützung solcher Waisen, die nicht in Heimen untergebracht werden können, wieder voll und ganz aufzunehmen, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Vor Eingang in die Tagesordnung hielt er dem kürzlich verstorbenen Ehrenpräsidenten des Vereines, Herrn Rechtsanwalt Dr. Arthur Kuranda, einen tief empfundenen Nachruf, in welchem er die Verdienste des Verstorbenen in warmen Worten würdigte. K. Verein der Zurawner In Wien. Am 4. d. M. fand im Cafe Franzensbrücke die Generalversammlung des Vereins der Zurawner in Wien inner dem Vorsitz des Ehrenobmannes Rabbiners Dr. Rosenmann und unter 7ah'reicher Beteiligung der Mitglieder statt. Bei dieser Versammlung wurde der ausscheidende Obmann des Vereines Herr Dr. Meier H o r c w i t z einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Vevemsnadkcidkten. Tempelverelns-Generalversammlungen. Am Sonntag, den 19. d. M., finden folgende Generalversammlungen von Wiener Tempelvereinen statt: Favoritner Tempelverein im Zimmer 8 des Favoritner Arbeiterheims, X.. Laxenburgerstr. 8/10. Beginn präzise halb 10 Uhr vorm. Tempelverein „Emunas Awes", XIV., Storchengasse 21, im Vereinshause, Beginn 9 Uhr vorm. Döblinger Tempelverein, XIX., Dollinergasse, im Sitzungssaale. Beginn präzise 9 Uhr 30. „Einheit". Sonntag, den 19. Februar, findet die XIX. ordentliche Generalversammlung in den Vereinslokaiitäten II., Malzgasse 12 (im ersten Stock, Mittelstandsspeisesaal) um 5410 Uhr vormittags statt. „Chewra Kadlscba" für den XVI. und XVII. Bezirk. Sonntag, den 19. Februar, um 10 Uhr vormittags, findet im Sitzungssaale des Kultusbezirksamtes, XVI.. Hubergasse 8, die 24. ordentliche Generalversammlung dieses Vereines statt Verein zur Errichtung und Erhaltung von Horten für schulpflichtige Kinder — Verein Jüdische Toynbeehalle. Sonntag, den 19. Februar, 11 Uhr vormittags, findet im Vereinslokale, IX., Universitätsstraße 4, die Ordentliche Generalversammlung statt. Die Mitglieder sind dringend gebeten, zu erscheinen. Verein für jüdische Geschichte und Literatur In Wien. Montag, den 20. d. M., Uhr abends, spricht im Klubsaale, L, Wiesingerstraße II (Cafe Atlashof, eigener Eingang, Souterrain), Professor Dr. Jakob Bronner über „Kulturhistorisches aus den Responsen des Prager Oberrabbiners David Oppenheimer (1664—1736)." Eintritt frei. Gäste willkommen. Der Jüdische Frauenverein Landstraße (Präsidentin Frau Erna Schwarz-Hiller) veranstaltet Dienstag, den 21. d. M., 8 Uhr abends, im Kursalon eine Akademie mit Tanz unter Mitwirkung erstklassiger Kunstkräfte. Jazzkapelle J. Geiger. Karten bei allen Vorstandsdamen. Der Verein Bikur Ghaulim. I.. Seitenstettengasse 4. veranstaltet am Sonntag, den 26. d. M.. 4 Uhr nachmittags, im Hotel Continental. IL. Taborstraße 8. eine Wohltätigkeits-Akademie. Mitwirkende: Oberkantor Postolow: Eugen Strehn. Oberregisseur der Volksoper; Viktor Sternau vom Radio Wien: Herbert Weisz. erster Bassist der Volksoper: Harry Neufeld und Hans Hatscher, Meisterpianisten: Margot Müller; Ernst Feiner. Violinkünstler; Stella Mann; Leo Förster. Conferencier, und viele andere prominente Kunstkräfte. Entree inklusive Jause S 2.60. Telephon A 19-7-54. Reiseeindrücke aus Palästina. Im Rahmen des humanitären Geselligkeitsvereines der Straßnitzer in Wien hält Sonntag, den 18. Februar, um 8 Uhr abends, im Theatersaal des Caf£ Landtmann (I.. Ring des 12. November). Herr Theodor Monteser einen Vortrag: ..Reiseeindrücke aus dem heiligen Lande" mit Vorführung von Oriejnaä-Lichtbildaufnahmen. Am Projektionsapparat Herr Dr. Ing. Hubert F. T. Wenzl. Gäste willkommen. Konzert Der bekannte jüdische Musiker Hermann G w i 11 m a n n, gewesener Oberkantor der Kischinewer Hauptsynagoge und des Margarethen-Tempels. Wien, gibt Sonntag, den 19. März, 8 Uhr abends, im Kammerkonzertsaal, Palais Ratibor, I., Singerstraße 16. seinen 1. Vokal-Abend liturgischer, weltlicher und hebräischer Volksmusik unter Mitwirkung der Konzertpianistin Cäcilie G w i 11 m a n n. Das Programm umfaßt Arien aus den Opern „Afrikanerin", „Werther", ..Boheme", „Turandot". „Eugen Onegin". „Zauberflöte", ferner liturgische Gesänge: „Birchot Kohanim", „Tal wsowa male asumenu". „Akawju benMhalalel oimer" (komponiert von H. Gwillmann), ferner eine Reihe hebräischer Volkslieder. Konzartpianistin Cäcilie Gwillmann spielt Werke von Chopin, Liszt. Korngold. Kartenvorvetkauf: Cafe Carltheater, II., Praterstraße, Bücherstube Rath, IL. Taborstraße,. Lebensmittelgeschäft Kurzweil, II., Heinestraße 14.

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