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Die Wahrheit · 1933-01-20 · Heft 3 (20.1.1933) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1933
Issue
Heft 3 (20.1.1933)
Date
1933-01-20
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1 f***" DIE WAHRHEIT Seite?_ Spezlalhaus für Welle und Strickgarne Moritz Nagel Wien, Z. Bez., Taborslraße Nr. 17 Fabriksniederlage. Wirku. Strickmoden. Telephon A 45-8-69 1 Gemeinde - thwonik New'York.' Die American Academy for Jewish Research hat auf ihrer soeben im Jewish Theological Seminary abgehaltenen Jahrestagung beschlossen, mit den Vorbereitungen zur Feier des 800. Geburtstages des großen jüdischen Denkers Maimonides. der auf das Jahr 1935 fällt, sofort zu beginnen. Geplant wird die Veröffentlichung des Gesamtwerkes von Maimonides. Der Präsident der Academy, Dr. Alexander Marx, gab der Erwartung Ausdruck, daß die ersten beiden Bände des Gesamtwefkes von Maimonides von Mitgliedern der American Academy for Jewish Research bis zum 800 Geburtstag von Maimonides zur Veröffentlichung gebracht werden können; die Herausgabe des Gesamtwerkes würde 15 bis 20 Jahre in Anspruch nehmen müssen. Saloniki. Senator Achille Calevras. früherer Generalgouverneur von Saloniki, führt jn einer Artikelserie aus durch die Niederlassung von 120.000 griechischen Flüchtlingen aus Kleinasien in Saloniki sei die Stadt so überfüllt, daß sie ihre Bevölkerung nicht mehir ernähren kann. Insbesondere mache sich eine Abwanderung der alteingesessenen Juden Salonikis bemerkbar. Im Jahre 1932 haben 2000 Juden Salonäki verlassen und sich meist nach Palästina gewandt. Die Auswanderung werde 1933 voraussichtlich noch größeren Umfang annehmen. Die Krise in der Bukarester Gemeinde. Die Repräsentanz der Jüdischen Gemeinde Bukarest hat in ihrer löteten Sitzung einstimmig beschlossen, die vor kurziem vom Präsidenten der Gemeinde und des altrumänischen Gemeindebundes Dr. W. Filldlermann gegebene Demission nicht anzunehmen. An Dr. Fildermann, der gegenwärtig nicht in Bukarest weilt, -wurde ein Schreiben gerichtet, in dem er dringend gebeten wird, im Hinblick auf die schwierige Lage der Germeilndet, die geralJe in diesem Augenblick seine Erfahrung und organisatorische Fähigkeit nicht entbehren könne, seine Demission zurückzuziehen. Bethausvorstand für den XVI. und XVII. Bezirk. Der langjährige verdienstvolle Obmann Herr Siegmund Weiletr, welcher kürzlich seinen 80. Geburtstag gefeiert hatte, bei welchem Anlasse die Herren Rabbiner Dr. J. M. B a c h, Medizinalrat Dr. Jakob Deutsch und andere Redner seine großen Verdienste in mehr als 40jähriger Tätigkeit auf dem Gebtete des Kultus und dler Wohltätigkeit gewürdigt hatten, hat mit Rücksicht auf sein-Alter seine Stelle niedlergelegt. Gleichzeitig ist auch sein treuer Mitarbeiter, Herr Obmann-Stellvertreter Leopold Löwinger, welcher mehr als zwei Jahrzehnte im Bethausvorstande in hervorragender Weise tätig war, zurückgetreten. In der kürzlich stattgefundenen Sitzung des Bethausvorstamdies wurde Herr Leopold Sitz mann zum Obmann und Herr Franz Goltitstein zum Obmann-Stellvertreter gewählt. Frau Bundesstaat!. Fürsorgerat Ottilie Politzer spricht am Dienstag, den 24. d. M., 18 Uhr, im Radio Wien über Probleme der modernen Frau. Verlobung. Herr Ernst Rosen mann. Direktions-Sekretär der Viktoria zu Berlin, Sohn des Herrn Rabbiners Dr. M. Rosenmanu. hat sich mit Fräulein Anny, Tochter des Herrn Konunerziaärates S. Berndt, Fabrikant in Neuem, verlobt. Todesfall. Frau Mina Kreppel, Gattin des Reg.-Rates J. K r e p p e I, ist am 13. d. M. nach kurzem, schweren Leiden im 34. Lebensjahr gestorben und in aller StfrHe bestattet worden. — An seinem 78. Geburtstag, am 15. d. M., ist der durch seine hervorragenden Charaktereigenschaften ausgezeichnete Lehrer der Wiener israelitischen Kultusgemeimde d. R. Herr Siegmund Steiner in seinen Wohnheim Baden bei Wien, plötzlich gestorben. Ehre seinem Andenken! Graz. Wir haben einen unserer Besten. Herrn Ignatz Adler, der am 11. d. M. im 77. Lebensjahre verschieden ist, verloren. Seit über einem halben Jahrhundert in unserer Gemeinde angesiedelt, wurde er vermöge seiner gediegenen hebräischen Kenntnisse, er besuchte in seiner Jugend mehrere Jeschiboth, und seiner ausgezeichneten Eigenschaften schon frühzeitig in die verschiedenen Ehrenämter berufen. So war er Mitglied des Vorstandes, Tempelvorsteher, dann Säckelwart, zuletzt durch fast zwei Jahrzehnte hindurch der Präses unserer ehrwürdigen „Chewra Kadischa". Was dieser Mann in allen diesen ehrenamtlich geführten Stellungen Der jüdische Frauenverein Leopoldstadt (Präsidentin Frau Margarethe Grunwald). setzt seine gemütlichen Zusammenkünfte (Bridge und Rummy) im Caf6 Krystall, I.. Aspernplatz 2. in gewohnter Weise jeden Mittwoch ab 17 Uhr fort, zu denen er seine Gönner und Freunde höflichst einladet. Der erste Nachmittag findet am Mittwoch, den 25. d. M. statt. Regiebeitrag nach Belieben._ geleistet hat, hat die beste Würdigung darin gefunden, daß der Kultusvorstand bereits vor Jahren die höchste und von ihm nur äußerst selten verliehene Auszeichnung ihm zuteil hat werden lassen, indem er zum Ehrenmitglied der Gemeinde ernannt wurde. Seine Haupttätigkeit entfaltete er in der „Chewra Kadischa", die einen gesonderten Zweig in unserer Gemeinde bildet und zu ihren angesehensten Vereinen zählt Seine unsagbare Güte, sein hohes sittliches Verantwortlichkeitsgefühl, seine ethisch verwurzelte jüdische Lebensführung und seine glühende Menschenliebe boten ihm da das geeignete Arbeitsgebiet, auf welchem er seine segensreiche Tätigkeit entfalten konnte und buchstäblich Hunderten und Hunderten der bewährteste Helfer geworden ist Wenn die „Chewra Kadischa" und unsere Gemeinde in streng konservativem Sinne geführt werden, wenn ihre Institutionen als mustergültig gelten können, ist dies mit ein Verdienst des Verstorbenen, der selbst ein Mann wahrer Frömmigkeit war. der sein Haus in strengster religiöser Observanz geführt hat und mit dieser Sinngebung seines Lebens auch die Gemeinde zu beeinflussen verstanden hat. Diese seine tiefverankerte Frömmigkeit, die sich auch auf seine zahlreichen Kinder übertrug, seine selbstlose Hingabe an den Glauben und seine hervorragenden Tugenden verschafften ihm aber auch außerhalb der Gemeinde in den weitesten Kreisen Verehrung und Wertschätzung, die sich so recht bei seinem am 13. d. M., nachmittags stattgefundenen Leichenbegängnisse zeigten. Lange vor Beginn der Trauerfeier war die große und schöne Leichenhalle des Friedhofes auch von Nichtjuden dicht besetzt. Nachdem Herr Kantor Josef Benedikt in Vertretung des Herrn Oberkantors Katz-Jerech in würdiger Weise das Mikhtam le-David rezitiert hatte, hielt Herr Landesrabbiner Universitätsprofessor Dr. Herzog dem Verstorbenen einen ergreifenden Nachrur, in welchem er den großen, fast unersetzlichen Verlust, den die Gemeinde und ihre Institutionen durch das Hinscheiden Ignatz Adlers erlitten haben, würdigte. Mit dem Wunsche, daß der gläubige Sinn, den der Verstorbene in der Gemeinde zur Geltung gebracht habe, auch fernerhin ihr erhalten bleiben möge, schloß er gerührt seine großangelegte Rede. Weitere tiefempfundene Ansprachen hielten dann im Namen des Vorstandes der Präsident der Gemeinde Herr Rechtsanwalt Dr. Sonnenwaid, für die „Chewra Kadischa" eine mit geistvollen Thoraworten erfüllte Rede Herr Adolf R e n d i und für den „Israelitischen Humanitätsverein Bnai Brith" Herr Rat Bernhard B i 11 e r, die alle in schmerzbewegten Worten auf den großen Verlust in der Gemeinde hingewiesen haben. Hierauf wurde der Sarg von den Söhnen und den Vorstandsmitgliedern der „Chewra Kadischa" zum Grabe geleitet Das Andenken Ignatz Adlers wird lange in unserer Gemeinde unvergessen bleiben. Warschau. In dem Städtchen Mord bei Sjcdlec verstarb im Alter ven 107 Jahren der jüdische Bürger Jizchak Kaplan. Kaplan wußte noch Erlebnisse aus dem polnischen Aufstand im Jahre 1831. den er als Kind miterlebte, zu erzählen. Der Frauenverein JEmunas Awes". 14. Bez., Storchengasse (Präsidentin Frau Cäcilie Schul z), veranstaltete kürzlich eine Chanukafeier. bei der 22 Kinder vollständig bekleidet wurden, zu welcher besonderere Leistung Frau Olga Krupnik viel beigetragen hat. Eine Dilettantenvorstellung, bei der die Talmud-Thoraschule einen Dreiakter und drei kleine Mädchen einen Schmetterlingtanz aufführten, war sehr gelungen. Die rührigen Vorstandsdamen des Vereines haben sich um das Gelingen des schönen Festes große Verdienste erworben, besonders die Schriftführerin Frau Gisela Winkler, die auch einen Einakter mit den Kindern der Vorstandsdamen einstudierte. Jüdischer Witwen- und Walsenhilfs-Verein, Wien IX. Dieser seit 25 Jahren überaus human wirkende Verein, der seinen Sitz im Caf6 Promenaden, IX.. Roüauerlände 27, hat. hielt vor einigen Tagen seine Generalversammlung ab, die einen sehr guten Besuch aufwies und überaus würdig verlief. Aus dem zur Verlesung gelangten Rechenschaftsberichte ist zu entnehmen, daß der Verein trotz der großen Wirtschaftskrise auch im abgelaufenen Vereinsjahre seine menschenfreundliche und von wahrhaft jüdischem Geiste beseelte Tätigkeit voll und ganz entwickeln konnte. Der langjährige verdienstvolle Obmann. Herr Isidor T r eb i t s c h, sowie der gesamte bisherige Vorstand wurden wiedergewählt und demselben Dank und Anerkennung ausgesprochen. Im Anschlüsse an die Generalversammlung hielt Herr Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz einen hochinteressanten Vortrag über „Jüdische Witwen- und Waisenbilfe in früherer Zeit", der von den zahlreich Erschienenen äußerst beifällig aufgenommen wurde. Der israelitische Frauenverein Wien XXI. veranstaltete Samstag, den 14. d. M. im Hotel Goldener Engel eine Akademie, die einen glänzenden Verlauf nahm und sehr gut besucht war; ein Erfolg, der das Resultat der fleißig arbeitenden Vereinsleitung unter Führung ihrer Präsidentin Frau Babette Rosenmann war. Die Conference wurde von Herrn K c 11 n e r in sehr humorvoller Weise gehalten. Nach drei Tanznummern, die von Kindern der Mitglieder getanzt wurden, folgte ein Sketch und ein Theaterstück, welches von Herrn Benno Koppelmann inszeniert wurde und starken Beifall fand. Außerdem fanden die beiden Straßensänger großen Anklang. Frau Lizzi Freund und Herr I. Kantor S. Teig brachten Lieder zum Vortrag, die mit sehr großem Beifall aufgenommen wurden. Als Abschluß des Festes erschien der bekannte Rjdfeliebtfng Herr Dario Medina. der sehr großen GROSSFLEISCHHAUEREI HEGM. KORNMEHl WIEN IX* BCMOASSE NR. 1» muaui xviii., wAhrinoirstrasss n Telephon Nr. A 17 3-99und A H5-9-34 Lteterant für Hallanctaltoa AbteilungenfürKoscherfleisch ■Bter Aufsieht rfas ehrar. Rabblnate« tf«t> Imt. KaltaagoiMiadt» Vl«a. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreise» Applaus erntete. Der finanzielle Erfolg entspricht den Erwartungen. Die „Hasimrah" (Chorverband der Vereinstempelsänger) veranstaltete am 15. d. M. im Bayrischen Hof eine sehr gelungene Akademie zugunsten der Wint&rhilfe. Das reichhaltige Programm fand den ungeteilten Beifall des zahlreich erschienenen Publikums. Eingeleitet wurde der Abend mit einem liturgischen Gesang, u. zw. „Bezes Jisroel" von J. Grün ball. Der Komponist, der selbst dirigierte, brachte diesen gemischten Chor mit seltener Präzision zum Vortrag (am Klavier Organist Kundegraber). Anschließend ein launiger Prolog von 5. Mark verfaßt und vom künstlerischen Leiter des Abends. Kamiot. meisterhaft gesprochen. Die wundervollen Violinpiecen der Virtuos;» Magda Hajos (am Flügel Ulanowsky). das Kammersextett von Brun geführt sowie das „Socharti loch" von Lewandowsky unter Leitung von H. Oester reicher (kantor. Part. I. Kantor Funke) fanden ungeteilten Beifall. Prachtvoll waren die beiden jüdischen Lieder, die I. Kantor Funke gediegen zum Vortrag brachte (am Flügel Dr. Max nönig). Der Humorist Jacques Rott er (am Flügel Prof. Zilzer) errang mSt seinen Chansons großen Erfolg. Die Vorträge der reizenden kleinen Gerda Watt, von ihrer nach dem verstorbenen Kammersänger Watt verwitweten Mutter am Flügel begleitet, entzückten das Publikum. Zum Abschluß ein gelungener drastischer Sketch, von P. K a m 1 o t zusammengestellt, der sich um das Gelingen des Abends große Verdienste erworben hat, brachte wahre Lachstürme. Nicht zu vergessen die Conference des Herrini Weiser sowie die „Florida Boys". Der rührigen Vereinsleitung mit ihrem Obmann Fröhlich gebührt Dank für den schönen Abend. Humanitärer Verein JKurfürsorge" zur Unterstützung armer Kurbedürftiger. Mit Bezug auf die in unserer letzten Nummer erschienene Notiz über die schöne Akademie dieses Vereines wird uns mitgeteilt, daß das Arrangement derselben in den Händen der Herren Emil Sehens. Dr. Leo Deutsch und Fürsorgerat Rudolf Reiß lag. «„ R?5 Rabbinat der israelitischen Kultusgemeinde Wien hat lolgenden Urteilsspruch gefällt: Ueber Ansuchen des Herrn Israel Leib Brecher aus Palästina. Vertreters der Institutionen „Jeschibat bar Jecnoi und Altersversorgungsheim in Miron Palästina", luden wir zu Recht Herrn Abraham Gittler aus Czenstochau, derzeit Wien, vor, in Sachen der Vollmacht die er seit 1931 von den obgenannten Institutionen erhalten haben soll, betreffs Propaganda und Geldsammlungen iür die obgenannten Institutionen Nach eingehender Auseinandersetzung erklärte Herr Abraham Gittler, daß er sich mit dem heutigen Tage der Vollmacht und des Rechtes. Gelder für die obgenannten Institutionen zu sammeln, begibt und hat Herr Israel Leib Brecher die Erlaubnis, dies auch in den Zeitungen zu veröffentlichen. Sollte daher Herr Abraham Gittler dennoch auch weiterhin Gelder für die obgenannten Institutionen sammeln, so ist es heilige Pflicht eines Jeden, ihn daran zu hindern und ihm die noch in seiner Hand verblichenen Papiere der obgenannten Institutionen abzunehmen. Wien, 4. Thebet 5693. (2. Jänner 1933.) Josef Babad m. p.__Dr. Peuchtwang m. p. Vereinsnachvidkten. -Theolostla". Verein jüdischer Hochschüler an der israelitisch-theologischen Lehranstalt, teilt mit: Samstag den 21. d. M., findet im kleinen Tempel, II., Tempeigasse 3. eine Predigt des cand. theol. Dr. Adolf Keßler statt. Beginn des Gottesdienstes um 8 Uhr früh. — Mittwoch, den 25. d. M.. um 11.30 Uhr vormittags, findet im Hörsaale der israelitisch-theologischen Lehranstalt ein Vortrag des Kollegen Dr. Israel Sc he er über das Thema »Einführung in die Geschichte der hebräischen Literatur" statt. -.lutäa". Jugendgruppe des Temoelvereines ..Aeschel Awrchom". II.. Pazmanitengasse 6. Samstag, den 21. d. M.. präzise 8 Uhr abends, findet im Konzertsaal des Palais Ratibor. 1.. Singerstraße 16, ein Arien- und Liederabend des Herrn Karl Glaser statt. Am Flügel: Josef Steinhardt. Mitwirkend: Manzi Simon (Klavier). Der Tempelverein des VIII. Bezirkes hält seine diesjährige Generalversammlung Sonntag, i'ien 22. d. M., 10 Uhr vormittags, im Tempelgebäude VIII.. Neudieggergasse 12, ab. Das Damenkomitee des Aussoelsungsvereines „Obel Rachel" (Präsidentin Frau Henriette Fuchs) veranstaltet am Sonntag, den 22. d. M.. %A Uhr nachmittags, im Festsaal des Hotels Continental. II.. Tabor- \

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