Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 48 (25.11.1932)
- Date
- 1932-11-25
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT Seite 7 Spezialhaus für Wolle und Strickgarne Moritz Nagel Wien, 2. Bez., Taborsiraße Nr. 17 Fabriksniederlage. Wirku. Strickmoden. Telephon A 45-8-69 Wählerversammlungen der Nidilnationalen Liste Montag, 28. November: Cafe Dank, IX., Währingergürtel 104 a. Referenten: Min.-Rat Fr. Schläfrig, Dr. M. Lenk, Dr. J. Löwy. Hietzinger Hof (riickw. Saal), XIII., Hietzinger Hauptstraße 22. Regenten: Präs. Dr. J. Ornsteta, Börserat . l-i?üy>.1licnc-x Dienstag, 29- U^.ember: Massenversammlung im „Auge Gottes" IX., Nußdorferstraße 73 Winzigs Gasthaus, X„ Favoritenstraße III. Referenten: Börserat I. Glück, Dr. M. Stiglitz, Sekr. L. Rath. Mittwoch, 30. November: Schützenhaus, VIII., Albertgasse 43. Referenten: Börserat I. Glück, Dr. M. Stiglitz, Dr. J. Löwy, Dir. A. Donnebaum. Mariensäle, XIV., Reindorfgasse 3. Referenten: Dr. J. Ticho, Sekr. L. Rath, Dr. J. Löwy. Donnerstag, 1. Dezember: Cafe Altes Rathaus, I, Wipplingerstraße 24/26. Referenten: Dr. J. Ticho, Dr. M. Stiglitz, Eduard Widrich. Restaurant Littmann, III., Radetzkystraße 21. Referenten: Min.-Rat Fr. Schläfrig, Sekretär L. Rath. Cafe Zögernitz, XIX., Döblinger Hauptstraße 76. Referenten: Präs. Dr. J. Ornstein, Baurat W. Kempler, Dr. E. Feldsberg. „Goldener Engel", XXL, Am Spitz 2. Referenten: Dr. E. Feldsberg, L. Kettner, Dr. J. Löwy. Alle Wählerversammlungen beginnen, wenn nicht anders angegeben, um 8 Uhr abends. * * * Die Betriebsgruppe der israel. Kultusgemeinde Wien (Bund der öffentlichen Angestellten Oesterreichs) ersucht uns um Aufnahme nachstehender Information: Um Mißverständnissen und Irreführungen vorzubeugen, sei festgestellt, daß die Angestelltenschaft der israelitischen Kultusgemeinde Wien — mit Ausnahme einiger Dissidenten — in der Betriebsgruppe Israel. Kultusgemeinde "Wien (Bund der öffentlichen Angestellten Oesterreichs) organisiert ist und nur von den gewählten Funktionären derselben vertreten werden kann. Zu dieser Feststellung sieht sich die Betriebsgruppenleitung unter anderem auch aus dem Grunde veranlaßt, weil in verschiedenen, anläßlich der bevorstehenden Kultuswahlen erschienenen Flugschriften „Angestelltenvertreter" figurieren, wiewohl sie von keiner Angestelltengruppe der Kultusgemeinde hiezu erwählt wurden und auch nicht, als Betriebsfremde, erwählt werden konnten. Zeitlebens Freude an Möbeln vom Großmöbelhaus Max Bergmann, Sien II., Praterstp. 33 Ausstellungsräume 2000 m1 •■ Telephon Nr. R 43-1-70 Cafe Meiler. VII.. Kaiserstraße 56. Tel. B 37-2-38. Restaurant Schlössel. VIII.. Langegasse 53. Cafe Sanettyhof, VIII., Blindengasse 17, Tel. A 27-0-13. Schneider'« Gasthaus, VIII., Laudong. 48. Tel. B 45-3-84. Cafe City, IX., Porzellang. 1, Tel. A 18-4-28, A 18-4-29. Restaurant Welssmann, IX., Seegasse 7. Restaurant Kornmehl, IX., Koling. 3. Tel. A 19-3-23. Cafe Klinik. IX., Spitalgasse 21a, Tel. A 27-3-37. Cafe Esplanade, IX., Alserbachstr. 41. Tel. A 18-5-45. Cafe Palast, IX., Nußdorferstraße 80. Tel. A 17-0-34. Probstiers Gasthaus, X„ Humboldtgasse 25. Gasthaus Patek. XII.. Ecke Pohlg. und Singrienerg. Hotel Weißer Engel, XIII., Hietzinger Hauptstraße 3, Tel. R 34-2-40. Cafe Breitensee, XIII., Hütteldorferstraße 117, Tel. U 33-0-40. Cafe Maschek. XiV„ Kardinal-Rauscher-Platz 7, Tel. U 33-1-22. Cafe Zentral. (Zellhofer), XV.. Mariahilferstraße 152, Tel. R 30-5-56. Gasthaus W. Wawra. XVI.. Hubergasse 10. Gasthaus Watzka, XVII., Hormayergasse 41. Restaurant Wieninger, XVIII., Schopenhauerstraße 41. Cafe Zögernitz, XIX.. Döbl. Hauptstr. 76. Tel. B 14-100. Gasthaus Kohn, XX., Heinzelmanngasse 1, Tel. R 47-2-80. Cafe Park, XX., Allerheiligenplatz 3, Tel. A 47-1-62. Restaurant „Goldener Engel", XXI., Am Spitz 2/3, Tel. A 60-5-95. Keine anderen Sorgen? Das Schächtverbotsgesetz vor dem thüringischen Landtag. Der thüringische Landtag, der nach mehrmonatiger Unterbrechung am 17. November wieder zusammengetreten ist, behandelte als einen der ersten Punkte das von der neuen nationalsozialistischen Regierung eingebrachte „Tierschutzgesetz", das ein Schächtverbot für Schlachttiere wie für Geflügel vorsieht. In der Begründung wies der Minister darauf hin, daß dieses Gesetz in früheren Jahren bereits sämtliche Instanzen des Landtages beschäftigt habe und im Oktober vorigen Jahres vom Plenum abgelehnt wurde. Es sei deshalb nicht nötig, in eine ausführliche sachliche Debatte einzutreten; er bittet den Landtag, das Gesetz anzunehmen. In der Debatte erklärte ein Vertreter der Sozialdemokratischen Partei,-es sei seltsam, daß die nationalsozialistische Regierung mit so großem Eifer bemüht sei, das Schächtverbot unter Dach und Fach zu bringen. Läge wirklich, wie der Minister behauptete, ein dringendes Bedürfnis vor, so hätten die nationalsozialistischen Abgeordneten bereits im vorigen Jahre die Möglichkeit gehabt, die Annahme des Gesetzes herbeizuführen, sie blieben aber der betreffenden Sitzung fern. Es sei auffällig, daß die Regierung als erstes Gesetz der Bevölkerung nichts anderes zu bieten habe als ein Tierschutzgesetz. Das Volk erwarte Erfüllung der ihm gegebenen Versprechen; hierzu scheine die Regierung aber außerstande zu sein. Die sozialdemokratische Fraktion beantrage Ueberweisung der Gesetzesvorlage an den Rechtsausschuß, in welchem die gesamte Rechtslage und die wissenschaftlichen Unterlagen eingehend geprüft werden müßten. Insbesondere weise er dar:i.if hin. daß das Reichsgesundheitsamt neuerdings entgegen der Behauptung des thüringischen Staatsministeriums ausdrücklich erklärt habe, daß in d-.-m Gesamtschächtakt, also auch in allen seinen Vorbereitungen, keine Tierquälerei zu erblicken AgitatBonslokale der NICnTNATIONALEN LISTE Cafe Ankerhof, I., Lichtensteg 4, Tel. U 28-5-10. Cafe Excelsior, I., Rotenturmstraße 24, Tel. R 29-2-19. Cafe Frauenhuber, I., Himmelpfortgasse 6, Tel. R 27-2-12. Cafe National. II., Taborstraße 18, Tel. R 42-5-14. Cafe Guth, II., Hollandstraße 14, Tel. A 43-2-35. Cafe Sperl. IL, Große Sperlgasse 35. Tel. A 43-2-36. MHchhalle Deutsch, IL, Hermineng. 10. Tel. A 43-8-42. Privatlokal. IL, Unt. Augartenstr. 15, Tel. A 49-002. Cafe Nizza. IL. Heinestraße 2. Tel. R 43-0-12. R 48-1-50. Cafe Carltheater, IL, Praterstraße 29, Tel. R 46-3-50. Cafe Orient, IL, Praterstraße 66, Tel. R 40-4-50. Grand-Cafe Wien, IL, Stuwerstraße 1, Tel. R 44-0-11. Cafe Schüttelhof. IL, Schüttelstraße 67. Tel. B 51-5-57. Cafe Hion. III.. Löwengasse 39, Tel. U17-4-15. Johann Hogl's Restaurant, III., Boerhaveg. 19, (Ecke Klimschgasse 16). Tel. U 18-0-14. Cafe Theresianum. IV, Favoritenstr. 28, Tel. U 40-4-40. Gasthaus Gunsam. V., Siebenbrunneng. 5a. Gasthaus Bocan, VI., Kasernengasse 9. Nagels SeM&waren-Resfanrant Streng. E|S€„ 4 nön,fis||er Streagonh unter Aufsicht der Adas Jisroel (Schüfschul) Wien IL, Praterstraße 33 Telephon R 47-4-49 GROSSFLEISCHHAUEREI «EGM. KORNMEHl MaaaaaaaMaBaaiaaBaaaMBBaaaaMaaaMaaBaaaaBaaaB* WIEN IX., BBRQGASSE NR. 1» PlUALBi XVIII.» WAHRINOERSTRASSB »7 Tslephon Nr. A 17-*» and A 15-9-34 Ltetarant für Hallanstaltm Abteilungenf&rKoscherfteisch wnter Aufsicht da» thm. Rabbinataa dar l»r. Kultuagemainda VJIaa» Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen Ich gebe hiermit dem verehrten Publikum bekannt, daß ich am 15. November das bestbekannte Selchwaren - Restaurant Eisen & Hönigsber, Wien II.. Praterstraße 33, übernommen habe. Ich werde Selchwaren ausschließlich von der Feinwurstwarenfabrik Eisen & Hönigsber führen. Erstklassiger Restaurationsbetrieb bei guter Bedienung und zivilen Preisen. Hochzeiten und Banketts werden in und außer Hans bestens arrangiert. Meine langjährige Praxis als Restaurateur im Hotel New York sowie in Marienbad und Franzensbad bürgt dafür, daß ich meine geschätzten Gäste in jeder Weise befriedigen werde. Um zahlreichen Zuspruch bittet Nondor Nagel, Pächter. Für Studenten und Angestellte besondere Ermäßigung, frrrrrrrlrrr^^ sei. Der Vertreter der Kommunisten warf ebenfalls der Regierung vor. daß sie in einer Zeit, in der die Masse hungert und die Arbeitslosigkeit in erschreckendem Maße sich mehrt, nichts anderes dem Landtag vorzulegen habe als ein Gesetz, das sich mit Tieren, nicht den Menschen, befaßt und geeignet sei. dem Lande wirtschaftlichen Schaden zu bringen. Nach einer weiteren Debatte, in welcher es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Nationalsozialisten und Demokraten kam, wurde schließlich der Gesetzentwurf dem zuständigen Rechtsausschuß zur Weiterberatung überwiesen. (falästinensisdke JTmfivitiifeii. Endlich wieder Unterricht in Palästina. Die Gehaltsauszahlungsdifferenzen zwischen den hebräischen Lehrern und der Exekutive der Jewish Agency sind durch einen Vergleich beigelegt worden; die hebräischen Schulen der Jewish Agency wurden am 16. November in ganz Palästina wieder eröffnet. Das Kompromiß besagt, daß die Exekutive die für vier Monate rückständigen Gehälter schon im Verlauf von drei Jahren, statt — wie die Exekutive früher beschlossen hatte — im Verlauf von fünf Jahren, auszahlen lassen werde. (Sehr nobel!) Auf dieser Grundlage wird auch der Waad Leumi das bisher von der Exekutive der Jewish Agency verwaltete Schulnetz in seine Verwaltung übernehmen, vielleicht geht's dann besser. Haß ohne Ende. Im Zusammenhang mit den) Schlägereien zwischen Mitgliedern der Histadruth Haowdim (Poale-Zion) und solchen der revisionistischen Gewerkschaft bei der Biskuit-Fabrik Frumkin in Jerusalem, hatten sich 23 jüdische Arbeiter vor Gericht zu verantworten. Das Gericht verurteilte zwei Arbeiter zu je drei Monaten, zehn zu je einem Monat Gefängnis oder einer Geldbuße von je 10 Pfund. Die übrigen elf Angeklagten wurden freigesprochen. _ *^"MM^,^Ml^MB^^^^>^»^«f^M»»^»»^»aaaaW»aamiaa»a]£,V , Jtus alter Weit ~ Warschau. Aus Anlaß des polnischen Nationalfeiertages hat der polnische Staatspräsident Professor M o s z i c k i einer Reihe um das Land verdienter Personen, unter ihnen dem jüdischen Dichter Schalom Asch, für seine Verdienste auf dem Gebiete der Literatur das Kommandeur- Kreuz des Ordens „Polonia Restituta" (wiedererstandenes Polen) verliehen. Das Kavalierskreuz dieses Ordens erhielten der jüdische Gelehrte Dr. Jakob Feitlowitz und einige andere jüdische Persönlichkeiten. Eine Reform der Reform. Die Berliner Jüdische Reform-Gemein d e, die in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts den Sabbath-mitdem Sonntagsgottesdienst vertauscht hat, hat jüngst beschlossen, in einer ihrer Betstätten wieder einen Freitagabend-Gottesdienst einzuführen. Es braucht nicht besonders betont zu werden, daß die Form der Andacht, welche die Reform-Gemeinde für ihre gottesdienstlichen Veranstaltungen wählt, natürlich entschieden abgelehnt werden muß, aber es darf dessenungeachtet ein zager Schritt auf dem Wege der Rückkehr zum Sabbath festgestellt werden. r«3 ■•> ..'■<? tolöMüfeitlölEWftHirtPin