Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 35 (26.8.1932)
- Date
- 1932-08-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 DIEJWAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-Tafel Gebotstunden Aw 6892 | Aug.-Sept. 1932 Irflh 7-- Aw24. 8-30 -{ 25. Ree (5. B. M.) Hafiorab, Qulbo seoio Mewercblm Hacbaudescb 5. Perek abd». C-40 . 26. bis . 29. Jaum Idpnr kotann , SO. l.TagRoschCtaodescb 730 6-45 Freitag, 26. August 6*40 Samstag, 27. August 7'30 Sonntag, 28. Augast bis Donneret., 1. Sept. 6 45 Mlncha am Sabbat um 3 Unr nacbmitugs hausvereine und Korporationen. Der verdienstvolle Obmann des Vereines, Herr Josef Stapler, begrüßte im Namen des Vorstandes alle erschienenen Gäste und beglückwünschte den neugewählten Herrn Rabbiner mit schönen Worten. Dann las der Schriftführer, Herr fisch er. das von ihm in klassischer hebräischer Sprache verfaßte Aufnahmsdekret (Rabbinerkonsens) vor. Nachdem Herr Rabbiner Benedikt eine mit schönen talmudischen Zitaten gewürzte Ansprache gehalten und dem neugewählten Rabbiner, der bei ihm wohnt, den Segen erteilt hatte, bestieg Herr Rabbiner Gerstel die Kanzel und hielt seine von echt jüdischem Geiste erfüllte Antrittsrede, in der er sein Programm und seine zukünftige Tätigkeit entwickelte. Die Rede, welche rhetorisch und inhaltlich mustergültig war, hinterließ bei den Zuhörern einen überwältigenden Eindruck. Dann sang Herr Kantor Feier ein zu diesem Zwecke verfaßtes hebräisches Gedicht in schöner Weise. Nach dem Maariw-Gebet wurde ein Festbankett in den geschmückten Kanzleiräumen veranstaltet, bei dem viele Rabbiner und Gäste anwesend waren. An der Tafel haben folgende Herren Begrüßungsreden und Ansprachen gehalten: Herr Großrabbiner S. Friedmann, Rabbiner Blech. Rabbiner Benedikt, Herr Gerstel, ein Onkel des Rabbiners, Herr A. Kohn, Herr Präsident Stapler, Schriftführer Herr Fischer, Herr Benedikt jun. Im Namen der Kollegen. Freunde und des akademischen Vereines „Theologia" hielt der Absolvent des hiesigen Rabbinerseminars und der philosophischen Fakultät Herr Frostig, eine innige, rhetorisch musterhafte Ansprache, in der er den Werdegang des Herrn Rabbiners Gerstel schilderte und ihn ermahnte, im Geiste seiner großen Lehrer, die so viel Ersprießliches für unsere Thora, jüdische Wissenschaft und für unsere verfolgten Brüder geleistet haben, zu lehren und zu wirken. Schriftliche Begrüßungen langten von Professor Ap<owitzer, Rabbiner Babad und Doktor *sfcj*J«iifcld ein. Tür das Zustandekommen dieser schönen Feier bemühten sich insbesondere die Herren: Obmann Josef Stapler, Schriftführer S. Fischer, S. Buchsbaum, J. Frankel, H. Werner. H. Zoller, O. Krumbein und M. Bernstein. Einem jungen Juden, der an einer schweren Netzhautentzfindung erkrankt ist, kann — nach Aussage hervorragender Fachärzte — das Augenlicht gerettet werden, wenn edle Glaubensgenossen ihm bei der Aufbringens der Kosten der Operation, die er infolge Armut selbst nicht tragen kann, behilflich sind, Spenden an die Redaktion der „Wahrheit" erbeten. Großrabbiner Moses Langner in Wien. Auf der Durchreise nach einem Kurorte weilt jetzt der Großrabbiner von Kniehenicze Moses Langner. der Schwiegersohn des berühmten Großrabbiners Mendel Eichenstein aus Oleska, in Wien. Einer seiner Anhänger stellte ihm im Hause II., Adambergergasse 2, ein Appartement zur Verfügung, wo er von den zahlreichen Olesker und Stretyner Anhängern besucht wird. Wiener Bank-Verein. In der am 19. August 1932 stattgefundenen 62. ordentlichen Generalversammlung wurden der vorgelegte Rechnungsabschluß und die Herabsetzung und Wiedererhöhung des Aktienkapitals ebenso wie die damit zusammenhängende Statutenänderung zum Beschlüsse erhoben. Die ausscheidenden Administrationsräte Dr. Ernst Kraus und Walter S t r o s s wurden wieder- und die Herren Baurat Ing. Arno Demmer, Kommerzialrat Gustav Heller und Paul Ram- 1 o t neugewählt In der darauffolgenden Administrationsrats-Sitzung gab Herr Präsident Hugo Marcus mit Rücksicht auf sein vorgerücktes Alter seine Demission und wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt; zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Vizepräsident, Herr Alexander Wein er, und zum Vizepräsidenten Herr Auguste Ca11 ens, Diiektor der Societe Generale de Belgique gewählt *m KMe «Verkäufe von Häusern Realitäten - Kanzlei RUDOLF SZELÄGYI, WIEN IX. Bofeniöwengasse 3 TELEPHON A 10-5-69 Beste Referenzen Im Inand Auslände Zeitungen vom Vorleger versendet. Journal azpedie psr l'odltonr. Falls Adressat verzogen, nicht nachsenden; mit neuer Adresse zurück an Verlag „Die Wahrheit", Wien llM HelnestraBe 13/12 Leopoldsfädfer Tempeifereln Aescnel Awrouom ll„ PazmüBlicmjassc 6, Tel. B 47-5-63 Anmeldungen w. Atugeboten.Trannngen Caadinnf. freiem nimnieOn. Barmlzwans Partelen varfcehr an Werktagen von 2 bis «M Uhr nach, mittags, an Sonntagen ven 10 bis 12 Uni vormittags Gebetstnnden früh Aw S6S2 abds. 6'30 Aw 24. 6-40 (Ree (5. B. M.) 1 Haftorah, Qniho seoro MI AHIA**ktM TJ^ al. ... Jh 630 n. 9 - 6'30 1 Meworcblm Hacbaudescb 15. Perek 26. bis 29. Jaum klpur kotaun 30. 1. Tag Roscb Chodesch 7-30 »6-45 .Teder Jfeser hat dasWortl Zuscfkriften aus dem (Subtift mm Sanatorium Dr. Kolb In Sauerbrnnn (Burgenland). Viele unsere Leser werden wohl erst im September imstande sein, ihren Urlaub anzutreten, und um so mehr die Qual der Wahl haben, als die Zahl der Orte unseres schönen Oesterreich, in denen unsere Glaubensgenossen willkommen sind, leider immer kleiner wird. Da kommt uns zur guten Stunde der begeisterte Brief eines geschätzten Mitarbeiters in die Hand, der sich zur Kur im Sanatorium Dr. Kolb in Sauerbrunn befindet. Die idyllische Lage des Ortes, die Schönheit seiner Eichen- und Buchenforste, die Liebenswürdigkeit seiner Einwohner, die große Heilkraft seiner Quellen, die — wie immer in Oesterreich — schon lange Auslandsgäste angezogen hatten, bevor sie in der Heimat Anerkennung fanden, alles trägt dazu bei. Gesunden und Kranken einen herrlichen Erholungsaufenthalt zu sichern. Die großen Erfolge, die ein Teicher Belgier bei einer Magen- und Nierenkur in Sauerbrmm hatte, veranlaßten ihn, sich jrr.it der .erhdhten. V/täub* £&&fcs Wöstens in J5au*rbrunn jenes Haus zu-bauen, das heute das" Sanatorium Kolb beherbergt. Daß es mit seinem schönen Park dann der Sitz der Landesregierung war. spricht auch für das Haus, in dem jetzt Dr. Kolb als langjähriger Forscher von physikalischen und diätetischen modernen Heilmethoden im Verein mit einer vorzüglichen und besonders hervorragend ausgebildeten Diätschwester aus der Schule des bekannten Wiener Internisten Professor Dr. Wilhelm Schlesinger waltet. Die ganze umfassende Bildung des als Kunstsammler geschätzten Arztes macht den Aufenthalt namentlich für geistige Arbeiter genußreich, so daß sich auch schon einige Gäste von europäischem Format, wie z. B. Hofrat Haberlandt. im Sanatorium eingefunden haben. In liebenswürdigster Weise unterstützt die in bester Schule hersngewschsene Hausfrau. Frau Dr. Kolb, die Tochter Rabbiner Dr. Max Grunwalds. die Bemühungen ihres Gatten um Erheiterung und Gesundung der Gäste, so daß der Schreiber des Briefes überzeugt ist. reichen Dank zu ernten, wenn er Kranke und Gesunde auf das außerordentlich preiswürdige Sanatorium, das von Wien in zwei Stunden (via Wiener-Neustadt) z'i erreichen ist. aufmerksam macht. I9BBVBRBI9B9 Bollinger-Eiskasten sind seit 1870 die besten Fabrik: Wien XV., Staglgasse 10 Telephon R 30-5-38 laBBBBBBaBBBaaBaaBBBBBBaaBBBBBBflBBBB (ßeerdigun&en. 16. August 1932: Dr. Adolf Bratmann. 53 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Katharina Hatschek. 87 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Jose! Winter. 62 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Irma Szamek, 47 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Michael Raab, 66 Jahre, 10. Bez. (IV. Tor). 17. August: Emma Eisner, 82 Jahre. 9. Bez. (I. Tor). — Agnes Perles, 83 Jahre, 1. Bez. (I. Tor). — PauUne Krlss, 84 Jahre, 10. Bez. (I. Tor). — Isidor Reiciunann, 60 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Dora Prihadny, 43 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Felix Löwenburg. 70 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Dora Freier, 53 Jahre. 10. Bez. (IV. Tor). — Kalmann Kaufer, 86 Jahre, 9. Bez. (IV Tor). — Fanny Steiner, 75 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor); 18. August: Heinrich Bacfaracb, 70 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Morlz Radinger. 87 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Rosa Grauberg, 80 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Marie Steiner, 90 Jahre, 10. Bez. (I. Tor). — Max Friedmann. 74 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor). — Bernhard Schwarz, 63 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Max Hahn, 62 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Adolf Sonnenschein, 67 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Thaje Schulsinger, 32 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Rosa Grünwald, 74 Jahre, 19. Bez. Döblinger Friedhof. 19. August: Helene Großheim. 21 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Malv. Adler, 52 Jahre, 2.Bez. (IV. Tor).— Ben. Hirsch, 77 Jahre, 15. Bez. (IV. Tor). - AmaL Vielen«, 79 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Ludwig Schneider, 64 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Rifke Torker. 71 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Trisch Albert. 66 Jahre 14. Bez. (IV. Tor). — Scheindl Beile Heiner, 70 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Marie Kreissler. 97 Jahre, 12. Bez. (L Tor). 21. August: Edmund Königstein, 64 Jahre, 5. Bez. (I. Tor). — Jonas Leop. Weiß, 78 Jahre, 17. Bezi (I. Tor). — Josef Lustig, 66 Jahre, 8. Bez. (I. Tor). — Julius Feldmann, 69 Jahre, 4. Bez. (I. Tor). — Karl Brunner, 49 Jahre. 19. Bez. (IV. Tor). — Regine Großmann, 78 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Hermann Rattner, 65 Jahre. 3. Bez. (IV. Tor). — Mayer Rosenblüb, 65 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Bezek Fogel, 60 Jahre, Pabianica (IV. Tor). — Fryme Schwertfinger. 74 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Jacques Fröschel, 6. Bez. (IV. Tor). 22. August: Otto Reimann, 53 Jahre, 19. Bez. (I. Tor). — Berta Siegel, 79 Jahre, 8. Bez. (I. Tor). — Regine Geirisger, 84- Jahre,- 4. Bez <L Tor). Umist undXitewatm Das Lied der Lieder, übertragen mit Einführung und Kommentar von Carl Gebhardt, Philo-Verlag, Berlin. Die Frage nach der Entstehung und nach dem Sinn des „Liedes der Lieder", des Hohenlieds der Bibel, hat seit einundeinhalb Jahrhunderten die Forschung beschäftigt Zunächst suchte man die Dichtung als Drama zu verstehen, indem man alle möglichen dramatischen Verwicklungen hineindeutete, hat aber zuletzt ganz darauf verzichtet, einen einheitlichen Plan im „Lied der Lieder" zu finden und es bloß als eine Sammlung von Liederbruchsrücken (nach der Deutung von Wetzstein und Budde vor allem aus Hochzeitsliedern) genommen. Eine eingehende Arbeit von Carl Gebhardt, die von der Erklärung des „Lieds" durch Heinrich Grätz ihren Ausgang genommen hat, gibt nun überraschende neue Gesichtspunkte für das Verständnis der Dichtung. Gebhardt verlegt das Lied in die hellenistische Zeit und weist den Einfluß der bukolischen Dichtung Theokrits nach, nicht nur in vielfachen Entlehnungen aus der Dichtersprache Theokrits, sondern vor allem dadurch, daß er die Kunstform, die den großen Idyllen Theokrits zugrunde liegt, den antiken Mimos, auch als die Kunstform des „Liedes der Lieder" erweist. So gelingt es ihm, die künstlerische Einheit der Dichtung aufzuweisen und ohne jede Textänderung ihren Aufbau in die in strenger Parallele gegliederten Sätzen darzustellen. Der Fachmann findet in der Arbeit, insbesondere im Kommentar, vielfach neues Material, der Liebhaber wird in der gemeinverständlichen Einführung und in der neuen Uebersetzung den reinen Genuß der herrlichen Dichtung finden. Weiße und schwane Ornate und Barette ffflr dl« hohen Feiertag« in den mannigfaltigsten Stilarten vorrätig und nach Maß in der altbekannten Uniformierung und Maßschneiderei ßudoli tjoldsteln Wien II., Taborsträße 54 — Tel. R 49-0-48 Gegründet :i&6 Versarid nacb allen Ländern Feine HenensTtarderöbe natü Hda Qualitätsware — Elegante Ausführung — Billige Preise 1 Cigeritflmer. Herarisgelier.Virireer ond verantwortlicher Schriftleiter: Oskar Hirschteld, Wien II., PratenitraBe 29 — i>*ek- Inui Satt* ft RAiin. Wie» n Robert»»««* t