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Die Wahrheit · 1932-05-27 · Heft 22 (27.5.1932) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1932
Issue
Heft 22 (27.5.1932)
Date
1932-05-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Seite 7 Lebensversicherungs - Gesellschaff „PHÖNIX Gegründet 1882 Gegründet 1882 Versicherungsbestand per Ende 1931 .... 2800 Millionen Schilling Prämien- und Zinseneinnahme im Jahre 1930 150 Millionen Schilling Garantiemiltel per Ende 1930 .... 378 Millionen Schilling Auszahlung an die Versicherten im Jahre 1930 . . . 35 K- Millionen Schilling Filialen in allen Bezirken Wiens sowie in den Landeshauptstädten und allen größeren Städten Oesterreichs. Tätigkeitsgebiet außerhalb Oesterreichs: Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich. Spanien, Italien, Ungarn. Polen, Jugoslawien, Bulgarien. Griechenland. Rumänien, Palästina, Syrien. Türkei, Aegypten. Gemeinde - "Chronik Eine Erklärung des Berliner Gemeindevorstandes. Das Mai-Heft des Qemeindeblattes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin bringt an der Spitze die folgende Erklärung: „Die Vorgänge in der Repräsentantenversammlung vom 7. April geben uns Anlaß, folgendes zu erklären: In einer Zeit, wie der heutigen, in einem Augenblicke, in dem die Existenz der deutschen Juden aufs schwerste bedroht ist, bedarf unsere Gemeinde mehr denn je der Zusammenfassung aller Kräfte. Politische Auseinandersetzungen innerhalb der Gemeinde müssen vermieder werden. Unsere Gemeinde trägt als Einheitsgemeinde den Bedürfnissen der verschiedenen religiösen Richtungen Rechnung. Es liegt ihr ob, neben ihrer Tätigkeit auf dem Gebiete des Kultus jüdische, soziale und kulturelle Bestrebungen zu fördern, deren Unterstützung den gemeinsamen Wünschen ihrer Mitglieder entspricht. Sie sorgt daher für die Verbreitung jüdischen Wissens und entfaltet eine umfassende Wirksamkeit für die mannigfaltigsten Zweige des Wohlfahrtswesens. Ihr Aufgabengebiet, zumal in einer Zeit der Not wie der jetzigen, ist ein so vielfältiges, daß jedes Mitglied, unbeschadet seiner persönlichen Ueberzeugung in strittigen Fragen des Gemeindelebens, die Möglichkeit finden kann, gleichberechtigt an dem von ihm frei gewählten Platze Helfer beim Werke der Gemeinde zu sein. Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde." 60. Geburtstag. Dieser Tage feierte der in weitesten Kreisen bekannte und überall hochgeschätzte Kaufmann Friedrich Wechsler seinen 60. Geburtstag. Der Jubilar bekundete stets für jüdische Angelegenheiten besonders großes Interesse; er ist Mitglied der Bezirkskommission II der Kultusgemeinde. Delegierter der Chewra Kadischa und gehört dem Vorstande des Tempelvereines „Beth Israel", der Kinderbewahranstalt und sonstiger Vereine an. Den sicher zahlreichen Gratulanten schließt sich auch unsere Redaktion an. Bielitz. Kürzlich fand im großen Kultusgemeindesaal die diesjährige Generalversammlung der „Union demokratischer Juden Polnisch- Schi es i e n s" statt. Der Abend vereinigte breite Kreise der hiesigen Judenschaft, die sich zahlreich eingefunden hatte, um einen Einblick in die Tätigkeit der „Union" zu gewinnen. In Vertretung des ersten Vorsitzenden Herrn Heinrich Braun eröffnete der zweite Präsident, Herr Dr. Ludwig H e i 1 p e r n. die Versammlung und gab eine kurze, dabei'aber sehr instruktive Uebersicht über das Wirken der „Union", deren Aufgaben im Berichtsjahre angesichts der Verschiebung der jüdisch-politischen Lage als Ergebnis der letzten Kultusgemeindewahlen besonders mannigfaltig und schwierig waren. Nach dem Bericht des Kassiers Leo Kornhaber über den erfreulicherweise günstigen Kassastand erhielt der Hauptreferent, Herr Dr. Sigmund Robinsohn, das Wort zu seinem Vortrag über das Thema „Die Tätigkeit der Union-Mandatare in der Kultusgemeinde seit ihrer Neugestaltung". Es würde hier zu weit führen, die Einzelheiten dieses geradezu spannenden Referates anzuführen. "Der Redner verstand es. einen tiefen Einblick in die schwere und überaus verantwortungsvolle Stellung zu bieten, die den Union-Vertretern in der neugearteten Gemeindestube zufällt, er entwarf ein anschauliches Bild von den tiefgreifenden grundsätzlichen und taktischen Gegensätzen, die zwischen der zionistischen und der unionistischen Auffassung von der Führung der Gemeinde herrschen, schilderte den ungestümen, vorwiegend parteipolitischen und Agitationszwecken dienenden Reformierungsdrang der zionistischen Majorität, der mehr als Geschäftigkeit denn als wirkliche konstruktive Tätigkeit anzusehen ist. besprach das heikle Kapitel der „Jüdischen Schule", die immer tiefer ins nationalistische und parteipolitische Fahrwasser hineingerate, und kam zu dem Ergebnis, daß die „Union" nur bedingt die Zusammenarbeit mit der neuen Gemeindeleitung aufrechterhalten könne und jederzeit bereit sein müsse, Entschlüsse von weittragender Bedeutung zu fassen. Stürmischer Beifall lohnte die interessanten, von schwerer Sorge um das Schicksal der Gemeinde getragenen Ausführungen des Redners. Als nächster ergriff Herr Prof. Feuerstein das Wort, der einen Ueberblick über den Hergang und den gegenwärtigen Stand des Kampfes um die Einführung des nationalen Hebräisch-Unterrichtes in der Schule (sephardische Ausspiache) gab. Hierauf wurde zur Wahl des Vorstandes, des Ausschusses und des Beirates geschritten. Per Akklamation wurde die gesamte alte Leitung wieder gewählt, was die Anwesenden mit großem Beifall quittierten. Ein anschließendes gesellschaftliches Beisammensein der Versammlungsteilnehmer in den Lokalitäten der „Union" schloß diesen eindrucksvollen Abend, der wieder einmal bewies, daß der „Union" gerade in dieser schweren Zeit, da alles aus den Fugen gerät, die verantwortungsvolle Auigabe zufällt. Hüterin der Interessen der hiesigen Judenschait zu sein und die ruhmreichen Traditionen unserer Gemeinde vor dem Ansturm fragwürdiger Neuerungen und bedenklicher Experimente zu bewahren. —ft— Der Jüdische Frauenwohltätigkeitsverein Favoriten hält seine diesjährige Generalversammlung am Montag, den 30. d. M.. X-8 Uhr abends, im Jüdischen Heim. X., Humboldtgasse 25. ab. Barmizwahieier. Samstag, den 28. d. M., 10 Uhr vormittags, findet im Paztnanitentempel die Barmizwah des Hans Politzer, Sohn des in weitesten Kreisen bekanten und geschätzten Ehepaares Siegfried und Ottilie Politzer, statt. Jubiläumsfeier. Am Samstag, den 14. d. M. feierte Oberkantor Heinrich Fischer im Stadttempel das Fest seiner Silbernen Hochzeit und sein 25jähriges Berufsjubiläum. Es waren u. a. erschienen: Der Präsident der Kultusgemeinde Professor Dr. Alois Pick, der Vizepräsident Dr. Jakob Ornstein, der I. Sekretär Regierungsrat Fuchsgelb, der Bethausvorstand unter Führung seines Präsidenten Dr. Elias Münz, das Festkomitee unter Führung des Kommerzialrates Theodor Lassner, Präsident der B. B., in Vertretung der Beamtensektion der Kultusgemeinde Schulinspektor O e h 1 e r, Amtsleiter Förster, Ing. L i n d n e r und Dr. F r e u d m a n n. der Ehrenpräsident des Kantorenvereines J. Löwit, der gegenwärtig in Wien weilende Oberkantor Dr. R i v i 1 i s aus London und mehrere Kollegen des Jubilars, eine Deputation des Pazmanitentempels mit dem Obmanne Oslcar Schramek u. v. a. Die Führung des Gottesdienstes oblag dem Jubilar. Als Oberkantor Matyas diesen als Maftir zur Thora gerufen hatte, trug der verstärkte Chor das Sumerische „H a 11 e 1 u j a h" sehr wirkungsvoll vor. Oberkantor M. Matyas rezitierte hierauf namens des Bethausvorstandes mit Herzenswärme einen von ihm aus diesem Anlasse verfaßten inhaltsreichen „Mi scheberach", auf den der Jubilar in tiefer Ergriffenheit hebräisch antwortete. Er dankte dem Allmächtigen, daß er es ihm verliehen habe, diesen doppelten Jubeltag in voller geistiger und körperlicher Frische zu begehen, er dankte der Führung der Gemeinde für die ihm erwiesene Ehrung und flehte Gottes Segen auf das Haupt der ganzen Gemeinde. Nach beendigtem Gottesdienste wurden der Jubilar und seine Gattin in den Zeremoniensaal geleitet, der die Zahl der Besucher kaum fassen konnte. Der vereinigte Männerchor trug den 19. Psalm, „Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes" von Beethoven stimmungsvoll vor. Hierauf ergriff der Obmann des Festkomitees, Herr Kommerzialrat Lassner, das Wort und rühmte in einer sehr herzlichen Ansprache die bisherigen Leistungen und Verdienste des Jubilars. Der Obmann des Bethausvorstandes, Dr. Münz, schilderte den Jubilar als einen vorbildlichen „Scheliach Zibur" und hob in seiner Rede besonders die Verdienste der Frau des Jubilars hervor, die als wahre „Esches Chajil" neben ihrem Gatten wirkt. Es sprachen ferner Schulinspektor O e h 1 e r herzliche Worte namens der Gemeindebeamten, im Namen der Chorherren des Stadttempels der Obmann der Synagogensänger Striks und einer der Knaben im Namen des Knabenchores. Tief bewegt dankte der Jubilar für alle diese Ehrungen und Anerkennungen. Die Feier fand ihre Fortsetzung in der Wohnung des Jubilars. Es waren eine große Zahl von Adressen, Briefen und Telegrammen, viele kostbare Geschenke, Blumen etc. eingelangt In Vertretung der Kantorensektion der Wiener Kultusgemeinde erschienen am Nachmittag die Kollegen Matyas, Margolies und Balaban. Oberkantor Matyas hielt eine formvollendete Ansprach^ an den Jubilar und seine Gattin und überreichte eine „Menorah" mit Widmung. Herr Prof. Dr. Samuel K r a u s s beglückwünschte sodann den Jubilar. Vom Präsidium der Wiener Kultusgemeinde und vom Bethausvorstande für den 1. Bezirk waren Adressen, von Hofrat Ludwig K a r p a t h und Univ.-Dozent Dr. Hugo Stern Gratulationsschreiben eingelangt und das aus Anlaß der Jubiläumsfeier gebildete Festkomitee überbrachte eine von allen Mitgliedern gefertigte prachtvolle Adresse. Aus der großen Zahl der eingelangten Briefe und Telegramme aus dem In- und Auslande sind besonders erwähnenswert die Adressen jener Gemeinden, in denen Oberkantor Fischer in früheren Jahren gewirkt hatte und die mit ihren Glückwünschen auch die Anerkennung der Leistungen des Jubilars verbanden. So die Gemeinde B a j a, in der er als Chorknabe tätig war, die Statusquogemeinde Debrecen, in der er 14 Jahre als Oberkantor gewirkt hatte, und die Kultusgemeinde Neupest. Auch das Budapester GROSSFLEISCHHAUEREI (»GM. KORNMEHL WMMB^BMMMHMBMIBBMIM WIEN IX., BBRQOASSE NR. 1» riUUli XVIII., WAHRINOCRSTRASSS VT Telephon Nr. A 17-349and A 184-34 Llatarant für Hallanatalton AbteilungenforKoscherfleisch Mater Aufsieht rfeat al lar. Kultuagamaiad« W!«n. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreis«.» Rabbinat, der führende Oberrabbiner Dr. Hevesi, der Vorstand der P e s t e r Kultusgemeinde. Oberrabbiner Low, Szegedin, Prot. Dr. Schorr, Warschau, die Repräsentanz der dortigen großen Tlomackie-Synagoge, Prof. Kirchner, München, der deutsche, tschechische, ungarischorthodoxe und jugoslawische Kantoren-Verband hatten sich mit Glückwünschen eingefunden. — Das Fest bewies, daß es Oberkantor Heinrich Fischer in der Zeit seiner Wirksamkeit durch seine Ambition für sein heiliges Amt. durch seine tadellose Lebensführung und durch sein vielseitiges Können gelungen ist. sich hier einen großen Kreis von Freunden und Verehrern zu erwerben, die dieses schöne Jubiläumsfest aus ihrer Erinnerung nicht verlieren werden. Richtigstellung. In dem Berichte über das Leichenbegängnis des Herrn Isidor Blatt ist ein Irrtum unterlauten. Die kantorale Funktion hatte Oberkantor David Groß vom Währinger Tempel (und nicht Herr Oberkantor D. Bohomilny) inne. flmt{id)e VerfauWarungen der Jsraefitisdjen TCuftosgemeinde Wien Predigten in den israelitischen Gemeinde, und Bezirkssynagogen. Freitag, den 27. Mai 1932 wird bei dem um 7 Uhr 45 Minuten beginnenden Abendgottesdienst in der Bezirkssynagoge, Iii., Untere Viaduktgasse 13, Herr Rabbiner Professor Dr. K. Kupfer einen exegetischen Vortrag abhalten. Samstag, den 28. Mai 1932 (beim Vormittagsgottesdienst): Droschoh: II., Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Or. Z. Taubes). Exegetische Vorträge: XX. , Kluckygasse' 11 (Rabbiner Dr. B. Murmetstein); XXI. , Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). Israelitischer Jugendgottesdienst Am Samstag, den 28. Mai 1932, findet um 3 Uhr nachmittags, der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen statt. * KONKURS. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien beabsichtigt anläßlich der diesjährigen hohen Feiertage Funktionäre (Kantoren, Vorbeter, die auch als Kaure wirken können, Chorsänger und Schofarbläser) für die temporären gottesdienstlichen Veranstaltungen zu bestellen. Es werden ferner geeignete Bewerber um Chorsängerstellen für die Gemeindetempel in Vormerkung genommen. In Betracht kommen solche stimmbegabte, musikalische Personen (Tenöre und Bässe), die des Blattlesens kundig sind und die erforderlichen Kenntnisse im Hebräischlesen besitzen. Nähere Auskünfte werden im Schulamte der israelitischen Kultusgemeinde Wien I., Seitenstettengasse 2, I. Stock, während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr vormittags erteilt. Der Vorstand. Wien, 23. Mai 1932. W erbet üDonnentco ffir „Die Wahrheit" I Bezugsbi Halbjährig: für Oesterreich S 11.—, Ungarn Pengö 10.—, Deutschland Goldm. 8.—. Tschechoslowakei Kc 60.—. Polen ZI. 15.—, Schweiz Fr. 7.—, Amerika 1% Doli, Italien Lire 50.—, England Schilling 15.—, Rumänien Lei 500.—, Jugoslawien Dinar 120.—.

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