Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 9 (26.2.1932)
- Date
- 1932-02-26
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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PtE WAHRHEIT Safte 7 Ist das Warenhaus auch größer, im £pesiafftaus kaufst Du bessern, Große JiusrvaM. ftfieine fFreise Vorteilhaft' in jeder Weise Ist der Einkauf nur bei mir, Denk daran, kaufst Du Gesdürr. 9ottfried, (Faborsiraßeöl Leitung der Herren Rabbiner Weiß und Kantor Schwarz zirka 100 Knaben und Mädchen völlig kostenlos umfassender Unterricht erteilt wurde; der Lehrerfolg war ein ganz besonderer. Auch die J u g e n dsektion hat erfolgreich gearbeitet und sich weiter entwickelt; ein ganz besonders segensreiches Wirken hat die unter der umsichtigen Leitung von Frau Schulz stehende Frauensektion zu verzeichnen. Ebenso hat auch der Hilfsverein „Gemilas Chesse d" unter dem Präsidium des stets hilfsbereiten Herrn Emanuel Schulz seinen Hauptzweck, die Unterstützung Bedürftiger, trotz aller Schwierigkeiten restlos erfüllt Die finanzielle Seite des Vereines dagegen ist eine ziemlich bedrohliche, da noch von dem Tempelumbau her recht drückende Schulden verblieben sind, deren Abstattung dem Verein arge Sorgen bereitet Nur durch Mithilfe aller Mitglieder, Freunde und Gönner kann hier Remedur geschaffen werden und der Obmann appellierte in diesem Sinne an die Versammlung, insbesondere an den anwesenden Vertreter der Kultusgemeinde. Komm.-Rat Samuel Bernhardt sprach dem Vereinsvorstande namens der Kultusgemeinde den Dank für seine opferwilligen Leistungen aus und versprach, sich für ihn bei der Gemeinde einzusetzen. Die geradezu gigantischen Anstrengungen des Vereinsvorstandes, insbesondere des tatkräftigen Präsidiums, der Herren Obmann Emanuel Weiß, Vizepräsident Emanuel Schulz und Schriftführer Dr. S. Unterberg fanden überhaupt in der Debatte, an der sich u. a. Med.-Rat Neuraann, Obmann D. Wollner, Rabbiner Dr. J. Pollak, Chefredakteur O. H i r s c h f e 1 d und das langjährige Mitglied Schwarz beteiligten, gebührende Anerkennung. Den größten Teil der Generalversammlung nahm die Besprechung der tristen finanziellen Situation in Anspruch, über die Schriftführer Dr. S. Unterberg aufschlußreiche rückhaltlose Auskünfte gab. Der von ihm erstattete Kassabericht wurde über Antrag des Revisors Isidor Weinberger genehmigt und dem Vorstand einstimmig das Absolutorium erteilt. Das bewährte Vorstandsmitglied Arnold Kohn entwickelte sodann einen von ihm sorgfältig ausgearbeiteten Sanierungsplan, wonach im Wege von Sammlungen und durch eine Rabatt- Aktion bei jüdischen Kaufleuten des Bezirkes ein Teil der für die Abstattung der Baukosten noch nötigen großen Beträge hereingebracht werden soll. Dieses Projekt wie auch eine außerordentliche Erhöhung des Mit gliedsbeitrages wurden angenommen, womit dokumentiert ist, daß die Mitglieder des Vereines Verständnis für seine schwere Lage besitzen und von dem Wunsche beseelt sind, ihr prächtiges Gotteshaus dem rührigen Vereine zu erhalten. Die durch das Los ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Arthur Kreiner, Ed. Kr einer, J. Schiffer, Emanuel Schulz wurden wieder- und die Herren Bardach, Karpf und Maier neu- .gewähtl. Chewra Kadischa XVI/XVIL Sonntag, den 21. Februar, fand die 23. ordentliche Generalversammlung des Vereines „Chewra Kadischa" für den XVI. und XVII. Bezirk statt Der Vorsitzende. Herr Medizinalrat Dr. Jakob Deutsch, begrüßte die Erschienenen, insbesondere den Vertreter der Israelitischen Kultusgemeinde Kommerzialrat Rudolf Berger. den Obmann des Bethausvorstandes Bundesfürsorgeraa Sigmund Weiler, den Obmann des Vereines ..Kinderfreunde" Oberveterinärrat Heinrich Rosenzweig und den Vertreter der „Union österreichischer Junden" Doktor Ernst Feldsberg. Der vom Vorsitzenden erstattete Tätigkeitsbericht, sowie der vom Kassier Leopold Löwinger vorgelesene Kassabericht fanden ungeteilten Beifall und über Antrag des Revisors Dr. Adolf W ö i f 1 e r wurde dem Vorstande einstimmig das Absolutorium erteilt. Herr Kultusvorsteher Kommerzialrat Berger sprach der Vereinsleitung im Namen des Präsidiums der Kultusgemeinde für ihr ersprießliches Wirken den Dank und die besondere Anerkennung aus. Bei den hierauf vorgenommenen Wahlen wurden die ausscheidenden Herren Samuel Deutsch, Hermann Leichtner und Chaim Reibel wieder- und Herr Adolf Binder neugewählt. ferner als Revisoren die Herren Dr. Adolf Wölfl er und Markus Wegler gewählt. Für die jüdische Winterhilfe wurde am Sonntag, den 21. d. M., im Saale „Goldener Engel" von einem Komitee edler Floridsdorfer Glaubensgenossen eine Akademie veranstaltet, die so recht ein Spiegelbild des harmonischen Gemeindelebens bot, das in diesem äußersten Wiener Bezirksteile immer wieder zu konstatieren ist Der große Saal war überfüllt und nur mit Mühe konnten alle Eintritt Heischenden untergebracht werden. Man bemerkte u. a.: Rabbiner Dr. M. Rosenmann, den Obmann des Bethausvorstandes und der Bezirkskommission G. Dukes mit zahlreichen Mitgliedern dieser Körperschaften, die Vizepräsidenten der „Union" Kultusvorsteher Dr. J. Ticho und Dr. K. Steiner, den Präsidenten der „Wiener Allgemeinen Zeitung" Verwaltungsrat A. Deutsch, den Obmann der Bezirksorganisation XXI. der „Union", Dr. J. Grünwald, Bundesstaatlichen Fürsorgerat Sobel, eine stattliche Abordnung der Jugend-Union unter Führung des Obmannes Oskar Hirschfeld u. v. a. Das rührige Komitee, in dem die Herren Dr. Max Ticho, Ludwig K e 11 n e r, Ing. Oskar Glaser. Dir. Leopold Gläser und Walter C z u c z k a, insbesondere aber die auf diesem Gebiete unermüdliche und allseits beliebte Frau Therese Schnabel gediegene Vorarbeit für das erfolgreiche Gelingen des Abends geleistet hatten, war bei seinem Arrangement von einem durchaus richtigen und auch für andere Vereine beispielgebenden Prinzip ausgegangen: Statt „prominenter" Künstler traten fast durchwegs begabte Amateure und Amaieurinnen des Bezirkes auf, die ausgezeichnet gefielen und sofort den Kontakt mit dem animierten Publikum herzustellen verstanden. Und so kam ein gutes, abwechslungsreiches Programm zustande, das von Herrn Ludwig K e 11 n e r sehr geistreich konferiert wurde. Insbesondere steigerte sich der Beifall, mit dem jede einzelne Nummer des gediegenen Abends aufgenommen wurde, zu einem wahren Sturme bei der unter der Spielleitung von Walter Czuczka stehenden Darbietung des Schwankes „Othellos Erfolg", bei der die Geschwister Ticho, die Damen Gerti Grün und Fritzi Heuduska, sowie Hans D u 1 d n e r Proben wirklicher Begabung lieferten. Starken Eindruck machten auch die Rezitationen von Dr. Karl Steiner, die Gesangsvorträge der ungemein talentierten Ilonka Mar ton, begleitet von Frl. Mizzi W e i n e r, sowie die von Frau Ing. Lizzi Freund; sehr erheiternd wirkten die Karrikaturenzeichnungen von Leo Winter und die akuellen FloridsdorfeT Glossen des Herrn Dir. Leopold Glaser, vorgetragen von Adolf Leinkram. Ganz entzückend tanzten die kleinen Liesl Popper, Lilly K e 11 n e r und Geschwister Zlozcower. Es war ein im wahrsten Sinne des Wortes prächtiger Abend, der seinen Veranstaltern auch die Genugtuung bot daß sein Zweck vollauf erreicht wurde und der Winterhilie ein namhafter Betrag zufloß. Der jüdisch-humanitäre Hilfsverein „Treue Brüder" veranstaltete am 17. d. M. in dem Jüd. Theater A s t o r, II., Praterstraße 60, eine Vorstellung, die außerordentlich gut besucht war. Präsident-Stellvertreter Cafetier S. Buchsbaum hielt im Namen des Vereines eine Begrüßungsansprache, dankte herzlichst allen Anwesenden für das zahlreiche Erscheinen und teilte u. a. mit, daß das Reinerträgnis dieser Veranstaltung zur Osteraktion iür verschämte arme jüdische Familien verwendet wird. Bund ehemaliger Zöglinge des Badener Waisenhauses in Wien. Am 17. d. M. fand die Gründungsversammlung des Bundes statt. Es wurde ein fünfgliedriges Präsidium gewählt. Der Präsident des Waisenhauses, Herr I. Thumim. hielt eine sehr eindrucksvolle Ansprache. Zusammenkünfte jeden Mittwoch, 8 Uhr im Verein Or Thora, IL, Czerninplatz 4, Schriftliches an Leo Gelles. II.. Volkswehrplatz 15/6. Ab 1. März „Scbomra"-Konsumrabatt Wir haben in unserer Zeitung über das Preisausschreiben berichtet, das der Verband der Sabbathfreunde „Schomra Schabbos" für eine Bezeichnung für die von ihm ins Leben gerufene Rabattaktion veranstaltet hat. Am 20. Februar hat nun die Jury die Entscheidung gefällt. Die Jury hat festgestellt, daß keine der mehr als hundert eingesandten Lösungen den Intentionen und Erwartungen des Preisausschreibens voll entsprochen hat. Die Jury hat deshalb die ersten zwei Preise zusammengelegt und in zwei gleiche zweite Preise geteilt. Es wurden zuerkannt dem Worte „Schomra" ein zweiter Preis in der Höhe von S 40.— (Einsender: Siegfried Spitzer) und dem Worte „Es-ra-bat" (Einsenderin Frau Bella Schlesinger) ein zweiter Preis in der Höhe von S 40.—. Der dritte und vierte Preis wurde ebenfalls zusammengelegt und in drei gleiche Teile aufgeteilt auf die Wörter „Rast" (Einsender: Heinrich Schlesinger) und „Schomrabatt" (zweimal eingesendet von Fräulein Käthe Tauber und Herrn Arnold Herbst). Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in Karlsbad gibt bekannt, daß die Küche im israelitischen Kurhospital in Karlsbad von der heurigen Saison ab in eigener Regie der israelitischen Kultusgemeinde geführt wird. Zuschriften wegen Zuweisung von Plätzen für einen vierwöchentlichen Aufenthalt in Karlsbad im israelitischen Kurhospital (Regiebeitrag für Wohnung, Verpflegung und Arzt Kö 1000.—) sind an den Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in Karlsbad zu richten. Polnisches Verkebrsbüro in Wien. Das sowohl in Polen, als auch in Frankreich rühmlichst bekannte Reiseunternehmen „Francopol" hat seine Tätigkeit auf Oesterreich ausgedehnt und im Gebäude des Polnischen Konsulates, Wien III., Rennweg I, ein Polnisches Verkehrsbüro eröffnet Die zahlreichen nach Polen reisenden Geschäftsleute, wie auch andere Personen, werden zweifellos diese Neueröffnung begrüßen, zumal sie nicht mehr wie früher ihre kostbare Zeit vor der Abreise zur Besorgung der Paßvisen und Fahrkarten verwenden werden müssen. Das Verkehrsbüro „Francopol" erledigt promptest alle Reisetormalitäten. Dadurch wird der Verkehr zwischen Oesterreich und Polen nicht nur erleichtert, sondern auch gefördert werden. Das Unternehmen hat sich zur Aufgabe gestellt den Fremdenverkehr zwischen Oesterreich und Polen zu heben, zahlreiche Gesellschaftsreisen von Frankreich und Amerika nach Polen über Oesterreich zu leiten, sowie Gesellschaftsreisen von Polen nach Oesterreich zu organisieren. Das Verkehrsbüro „Francopol" steht dem reisenden Publikum in Reise-, Paßvisen-, Messe- und sonstigen mit einer Reise verbundenen Angelegenheiten gerne zur Verfügung. Es erteilt vollkommen kostenlos alle gewünschten Auskünfte. Fahrkarten für alle in- und ausländischen Bahnen sind dort zu Originalpreisen erhältlich. VexeinsnadkwiAten Israelitischer Humanitätsverein für den X. Bezirk. Die 54. ordentliche Generalversammlung findet Sonntag, den 28. d. M., 10 Uhr vormittags, im Wintertempel, X., Humboldtgasse 25, statt. Vereine Toynbeehalle-Kinderhort Sonntag, den 28. d. M., um 11 Uhr vormittags im Vereinslokale (IX„ Universitätsstraße 4) ordentliche Generalversammlung. ßtttltAtjtMJ — MMtllR ^*{fü!S Wien I., Seitenstettengasse 2, Tel. U 28-1-28 XI., Zentraltriedhof, ittn im I. C«, Tel. U 18-0-85 Jüdischer Frauenverein Leopoldstadt (Präsidentin Frau Dr. Margarete Q r u n w a 1 d). Sonntag, den 28. d. M., lM Uhr nachmittags, iindet im Festsaale des Hotel Continental, IL, Taborstraße 4, eine Künstler-Akademie mit Tanz statt, deren Reinerträgnis zur Unterstützung der Armen des so notleidenden Bezirkes verwendet wird. Es wirken unter anderen mit: Galimir-Quartett, Konzertsängerin Nora Jawetz- Kranner, Pianist Emil Bardach, Bob und Berty, Viktor Steinau und Dario Medina. Regie Viktor Sternau, am Flügel Heinz Lothar, Conference Walter Steiner. Erstklassige Jazz. Karten im Vorverkauf zu S 1.50 bei allen Vorstandsdamen, an der Kassa S 2.—. „Dr. Krüger-Heim". Zugunsten der Institution iindet am Sonntag, den 6. März, um 11 Uhr vormittags, im Rotenturm-Kino eine überaus interessante Vorstellung statt, deren reichhaltiges Programm als Ueberraschung für das Publikum gedacht ist. Karten im Heime, IL, Malzgasse 7,; Telephon A 48-0-77 und bei allen Vorstandsdamen. flmtfieße VerfauWarungen der Jsraefitisdjen Kufatsiemeinde Wien Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen: Freitag, den 26. Februar 1932, werden bei dem um 5 Ubr 30 Minuten beginnenden Abendgottesdienst in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: 1. Seitenstettengasse 4 (Rabb. Dr. D. Feuchtwaag); 2. Pazmanitengasse 6 (Rabb. Dr. Z. Taubes); 3. Unt. Viaduktgasse 13 (Rabb. Prof. Dr. K. Kupier); 5. Siebenbrunnengasse 1 a (Rabb. Dr. M. G. Mehrer); 6. Schmalzhofgasse 3 (Rabb. Dr. I. Drobinsky); 8. Neudeggergasse 12 (Rabb. Dr. M. Bauer); 9. Müllnergasse 21 (Rabb. Dr. A. Z. Schwarz); 20. Kluckygasse 11 (Rabb. Dr. B. Murmelstein). Exegetische Vorträge: Samstag, den 27. Februar 1932. beim Vormittagsgottesdienst: 20. Kluckygasse 11 (Rabb. Dr. B. Murmelstein); 21. Schloßhoferstraße 12 (Rabb. Dr. M. Rosenmann): Beim Nachmittagsgottesdienst: 13. Eitelbergergasse 22 (Prediger Dr. M. Lewin); 19. Dollinergasse 3 (Prediger Dr. A. Frankfurter). Midraschvortrag: 2. Pazmanitengasse 6, J-S4 Uhr nachmittags (Rabb. Dr. Z. Taubes). * Israelitischer Jugendgottesdienst. Samstag, den 27. Februar 1932, findet in allen Gemeinde- und Bezirks-Synagogen der Jugendgottesdienst um 3 Uhr nachmittags statt. * Notstandsaktion 1931/32 der Israelitischen Kultusgemeinde und der jüdischen Organisationen in Wien. Für Bedürftige werden Kleider, Schuhe, Wäsche usw. dringend benötigt. Es werden brauchbare Gegenstände erbeten, die über schrifdiche oder telephonische Anzeige (U 25-5-85 Serie, Klappe 22) die Fürsorge-Zentrale der Israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 2, durch legitimierte Organe abholen läßt. * Warnung. In letzter Zeit versuchten wiederholt Personen unter fälschlicher Berufung auf die Kultusgemeinde oder Funktionäre derselben in Privathäusern Bekleidungsgegenstände herauszulocken. Es wird nachdrücklichst davor gewarnt, solchen Personen, die nur für eigene selbstsüchtige Zwecke den Wohltärigkeitssinn der jüdischen Bevölkerung mißbrauchen. Gehör zu schenken. Für die Bekleidungsaktion der Fürsorge-Zentrale der Israelitischen Kultusgememde Wien sind nur die mit speziellen Ausweispapieren ausgestatteten Organe zur Entgegennahme von Kleiderspenden bevollmächtigt, wobei noch bemerkt wird, daß die Abholung nur nach telephonischer oder schriftlicher Anzeige der Spenden und nicht etwa spontan erfolgt.