Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 8 (19.2.1932)
- Date
- 1932-02-19
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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01E WAHRHEIT Seite 7 TOKAIER Spezial per Liter S 4*— alt, kräftig, nicht süß, und sonst reichsortiertes Weinlager für jeden Geschmack — in allen Freislagen D. STEINHOF, WIEN II.,HÄIDGÄSSE 5 immer ein dankbares Andenken bewahren. Nach diesen Worten des Gedenkens luberreichte der Vorsitzende der Leiterin der Kinderbewahranstalt, Frau Direktor Olga Fischer, die ihr vom Bundespräsdenten verliehene Goldeno Medaille für Verdienste um die Republik. Frau Olga Fischer, düe jahrzehntelang die Kinderbewahranstalt leitet, ist für die Kinder nicht die Vorsteherin und Leiterin, sondern die treue Mutter, die mit der ganzen Liebe ihres Herzens sich der Erziehung der armen Kinder widmet Ihrer Tatkraft und ihrem Eifer ist es zu danken, daß die Kinderbewahranstalt als ein Muster der Erziehungsstätten in Wien gilt und daß jeder, der diese Anstalt besichtigt, nur Worte des Lobes und des Dankes finden kann. Durch die Verleihung der hohen Auszeichnung wurde nicht nur Frau Direktor Fischer, sondern auch die Leitung der Kinderbewahranstalt selbst ausgezeichnet. Gerade in diesen Zeiten wirtschaftlichen Niederganges ist diese Anstalt zu einem Lebensbedürfnis der armen jüdischen Bevölkerung geworden und trotz aller Schwierigkeiten, die gerade heute in finanzieller Beziehung der Leitung dieser Anstalt erwachsen, gelingt es, diese Anstalt zum Wohle der Menschheit zu erhalten. Frau Direktor Fischer, die in herzlichen Worten für die Ueberreichung der Medaille dankte, versicherte, auch weiterhin mit ihrer ganzen Kraft eine treue Dienerin der Liebe zu den Kindern zu bleiben, und sprach den Wunsch aus, daß es noch vielen Generationen von Kindern gegönnt sein möge, in aller Zukunft in einer solchen Anstalt erzogen zu werden. Nachdem im Namen der Kinder zwei kleine Mädchen Frau Direktor Fischer den Dank der Kinder entboten hatten, schloß der Vorsitzende mit den besten Wünschen für das Wohlergehen der Frau Direktor Fischer und für das Gedeihen der Kinderbewahranstalt die feierliche Sitzung, düe von vielen Freunden aus dem In- und Auslande besucht war, Floridsdorf. Sonntag, den 14. ds., fand im Tempel des 21. Bezirkes ein solenner Trauergottesdienst für die am Jahre 1931 verstorbenen Mitglieder des Bezirkes statt Diese Trauerandacht, veranstaltet vom Vorstande der Chewra-Kadischa 21, unter Leitung seines überaus verdienstvollen und segensreicn wirkenden Obmannes Herrn Gabriel Dukes, nahm einen würdigen Verlauf. Außer dem Verbände Je: Chewra 21 war fast der ganze Bethausvorstand anwesend sowie Herr S. Qrimminger, Delegierter der Chewra-Kadischa Währing, und viele Gemeindemitglieder des 21. Bezirkes. Herr Rabbiner Dr. Rosen mann hielt eine eindrucksvolle Trauerrede, die auf alle Awesenden einen tiefen Eindruck ausübte. Die kantoralen Funktionen versah I. Kantor Teig mit Chor in erhebender Weise. Nachher fand unter dem Vorsitze des Obmannes der Chewra Herrn Gabriel Dukes im Sitzungssaale die Generalversammlung des Vereines statt, bei der der Rechenschaftsbericht einstimmig und befriedigend zur Kenntnis genommen wurde. Hierauf wurde die Neuwahl des Vorstandes vorgenommen, der unter dem Beifall aller Anwesenden per Akklamation wiedergewählt wurde. Der Vorstand beschloß, an die Fürsorge-Zentrale der Isr. Kultusgemeinde Wien S 200.— zu senden. Jüdischer Wohltätigkeitsverein für die Bezirksteile Stadlau. Kagran und Aspern. Dank der rührigen Tätigkeit des Herrn Afred Löwy konnte der ersten Versammlung des zu gründenden Vereines am 8. d. M. zustimmende Erklärungen von 40 Glaubensgenossen aller Kreise dieser Bezirksteile vorgelegt werden. Dem neuen Vereine wird allseits großes Interesse entgegengebracht Der Initiator dieser Neugründung, Herr Rabbiner Doktor Rosenmann, am persönlichen Erscheinen verhindert, sandte eine Zuschrift, deren Venlesung mit Beifall aufgenommen wurde. Von den Foridsdorfer jüdischen Korporationen erschienen als Delgierte: Herr Obmann Gabriel Dukes, Hugo Deutsch, Emil F a n t o und Dr. Max T i c h o. An der Diskussion beteiligten sich alle anwesenden Herren. Für den Vorstand wurden nominiert: Alfred Löwy als Obmann. Markus Rothstein und Ignatz Priester als Stellvertreter, und Arthur Schwarz und N. Mayer als Beisitzer. Es wird eifrig dahin gewirkt, mit der Vereinstätigkeit ehestens beginnen zu können. Emil Fanto. Verein Kinderfreunde XVI/XV1I. Vergangene Woche fand das gut besuchte Maskenfest der jüdischen „Kinderfreunde" Hernals-Ottakring statt. Das unter der Führung des Herrn Oberveterinärarztes Rosenzweig stehende Komitee hatte alles getan, um ihren Freunden einen angenehmen Abend zu bieten. Unter anderem bemerkte man Herrn Bezirksvorsteher Heidel. Herrn Kultusvorsteher Medizinalrat Doktor Deutsch, als Vertreter der „Union" Herrn Doktor Feldsberg. Dem humanitären Zwecke des Vereines konnte durch das gelungene Fest ein größerer Betrag zugewiesen werden. Todesfall. Mittwoch, den 10 d. M.. verschied nach kurzem schweren Leiden der bekannte Fabrikant und Philanthrop Eduard K a n n im 66. Lebensjahre. Damit ist ein Mann dahingegangen, der sein ganzes Leben lang stets bestrebt war, armen Glaubensgenossen zu helfen und der sich durch sein rechtschaffenes Wesen und seine Tüchtigkeit das Ansehen und die Verehrung all jener zu gewinnen wußte, die diesen prächtigen Menschen kannten. Seine letzte Tat aber, die vielleicht seine edelste war, wird ihm nicht nur ein stetes ehrendes Gedenken bei allen Mitmenschen sichern, sie wird ihn auf Generationen hinaus unvergeßlich machen; hat er doch für die Aermsten der Armen, für die jüdischen Waisenkinder Wiens gesorgt, die er zu Universalerben seines sehr beträchtlichen Vermögens einsetzte. Eduard Kann konnte den Verlust seiner vor einigen Jahren verstorbenen Gattin nicht überwinden und lebte lange Zeit ganz zurückgezogen. Erst vor zwei Jahren, als er in die Leitung des F. C. Hakoah eintrat und hier im K'ublcben neue Gesellschaft und neue Freunde fand, wo er seinen Idealen dienen konnte, die jüdische Jugend, wo es nur geht, zu fördern, da lebte auch er wieder auf und fühlte sich mit den Jungen, für die er mitsorgte, wieder jung. Er wurde im F. C. Hakoah nie anders als „Onkel" gerufen, ein Beweis, wie ihn auch in seiner neuen Umgebung jung und alt lieb hatten. Sonntag, den 14. d. M., fand das Leichenbegängnis dieses edlen Juden statt; die Beteiligung war. wie er es nicht anders verdient hat. eine ganz gewaltige. Namens der israelitischen Kultusgemeinde erschien der Präsident Prof. Dr. Alois Pick und Regierungsrat G. Fuchsgelb, ferner sah man Delegierte der Chewra Kadischa und Herrn P e t s c h e k vom Waisenhaus, die gesamte Klubleitung des F. C. Hakoah mit Vizepräsidenten Babat und Barchellis an der Spitze, sämtliche Spieler der ersten und zweiten Kampfmannschaft, sowie zahlreiche Anhänger und Freunde. Die Verdienste Eduard Kanns wurden in einer gehaltvollen und tiefempfundenen Rede von Rabbiner Prof. Dr. Bach gewürdigt, die kantorale Funktion versah in würdevoller Weise Oberkantor H. Fischer unter Chcrassistenz. An der Bahre sprach Prof. Dr. Alois Pick namens der israelitischen Kultusgemeinde und versicherte, daß auch die israelitische Kultusgemeinde und die gesamte Judenschaft Wiens dem Heimgegangenen ein ewiges Gedenken bewahren werden. Dann nahm Amtsleiter Julius Rosenfeld namens des F. C. Hakoah von dem Freunde Abschied und wußte in wenigen Worten trefflich zu schildern, was Eduard Kann in der Hakoah gesucht und gefunden hat. Eine besondere öffentliche Ehrung ließ der F. C. Hakoah seinem verstorbenen Leitungsmitglied dadurch zu teil werden, daß er seine Mannschaft beim Sonntagsspiele auf der Hohe Warte mit Trauerflor antreten ließ und überdies den Schiedsrichter veranlaßte, eine Trauerminute während des Spieles einzuschalten. Der Synagogenverein „Beth Israel" nach poln. jüd. Ritus, veranstaltet Sonntag, den 21. Februar 1932, 7 Uhr abends, in der Synagoge, IL, Leopoldsgasse 29, zugunsten der „TalmuUthora" ein Kleinpurim-Fest. Mitwirkende: die Oberkantoren Bohomilny (Döbling), Einhorn (Hietzing), Fränkl (Poln. Tempel), Funke (Leopoldstadt), Groß (Währing), Rosenberg (Brigittenau), Taschlitzky (Fünihaus) und Weiß (Favoriten). Außerdem ein aus 20 hervorragenden Kantoren und Sängern bestehender Chor. Zur Aufführung gelangen Kompositionen von Lewandowsky, Dunajewsky. Margowsky, Baruch Schorr und Milet. Dirigenten: Kapellmeister Honig und Oberkantor Fränkl. Karten sind im Sekretariat des Tempels, IL, Leopoldsgasse 29, und zwar täglich von 5—7 Uhr und bei den Vorstehern erf&iiüch. — — - 99 Sparsamkeit ist eine Zier H lferemsnacfii'icftteiE Israelitischer Tempel- und Schulverein, VI., Stumpergasse 42. Die 35. ordentliche Generalversammlung findet am Sonntag, den 21. d. M., um halb 10 Uhr vorm. im Vereinslokal statt. Isr.-orth. Tempel-Verein „Emunas Awes", XIV., Storchengasse 21. Sonntag, den 21. d. M., 9 Uhr vormittags, findet im Vereinshause die ordentliche Generalversammlung statt. „Chewra Kadischa" für den XVI. und XVII. Bezirk in Wien. Sonntag, dens21. Februar 1932, um 10 Uhr vormittags, findet im Sitzungssaale des Kultusbezirksamtes, XVI., Hubergasse 8, die 23. ordentliche Generalversammlung dieses Vereines statt. Jüdischer Frauenverein Leopoldstadt. Sonntag, den 28. Februar 1932, findet im Festsaal des H o t e I Continental, IL, Taborstraße 4, eine Künstler-Akademie mit Tanz statt. Anfang präzise 544 Uhr. Da das Reinerträgnis zur Unterstützung der Aermsten der Armen des so notleidenden Bezirkes verwendet wird, ersucht die Vereinsleitung um recht zahlreichen Zuspruch. Karten im Vorverkauf S 1.50 (an der Kassa S 2.—) sind bei allen Vorstandsdamen, in der Redaktion der „Wahrheit", II., Heinestraße 13/12, bei Frau Oppenheim, IL, Praterstraße 28, und im Sanitätshaus Fischer, II., Taborstraße 24 a, erhältlich. „Die Zuflucht" veranstaltet am 21. d. M. um 'AU Uhr vormittags im Ufa-Kino, Taborstraße 8, eine Wohltätigkeitsvorstellung „Emil und die Detektiv e", wozu alle Mitglieder, Freunde und Gönner eingeladen werden. Karten erhältlich bei allen Vorstandsdamen, Tel. A 47-6-46 und an der Kassa. Der Jüdische Frauenverein Brigittenau (Präsidentin Frau Olga Friedmann) veranstaltet jeden Dienstag ab 4 Uhr nachmittags im Cafe Kry stall, I., Aspernplatz, Bridge- und Rummyspiele zur Förderung der wohltätigen Vereinszwecke. Der Exzentrikklub veranstaltet Samstag, den 20. d. M., in den Künstlerspielen, Wien I.. Riemergasse 11, eine Red oute unter der Devise: „Die Nacht gehört uns." Ein Teil des Reinerträgnisses fließt der Winterhilfe zu. Das gilt bestimmt auch fürs GQSChlrr, Drum willst Du wirklich sparsam sein, Dann kauf Geschirr bei Gottfried ein. Taborstraße 61. Tlmtttdfe Verfäutöarungen der JsraedtiscQen 'Xuftusoemeinöe Wien Sabbathfeier für die reifere Jrgend. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien veranstaltet am Freitag, den 19. Februar, um 7 Uhr abends, im Stadttempel, I., Seitenstetteng. 4, eine Sabbathfeier für die reifere Jugend. Bei dieser Feier hält Herr Rabbiner Doktor Benjamin Murmelstein einen Vortrag über das Thema: „Angriffe auf das Judentum und ihre Widerlegung". * Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirks. Synagogen. Freitag, den 19. Februar 1932, werden bei dem um 5 Uhr 25 Minuten beginnenden Abendgottesdienst in nachbenannten Gemeinde- und Bezirks-Synagogen Predigten abgehalten, und zwar: 2. Bez.. Tempelgasse 5 (Rabbiner Dr. I. Taglicht); 3. Bez., Untere Viaduktgasso 13 (Rabbiner Prof. Dr. K. Kupfer); 10. Bez., Humboldtg. 27 (Rabbiner Dr. Albert Weiner): 16. Bez., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach). Samstag, den 20. Februar 1932: (Beim Vormittags, gottesdienst) Droschoh: 2. Bez., Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes). Exegetische Vorträge: 20. Bez., Kluckygasse 11 (Rabbiner Dr. B. Munnelsteln); 21. Bez., Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). (Beim Nachmittagsgottesdienst.) 13. Bez., Eitelbergergasse 22 (Rabbiner Dr. M. Lewin). Midraschvortrag: 2. Bez., Pazmanitengasse 6, 4 Uhr nachmittags (Rabbiner Dr. Z. Taubes). j U8cuu»u uesdlenst für Volks-. Haupt- und Mittelschüler im zweiten Halbjahr des Schullahres 1931/32. 1. Bez., Seitenstettengasse 4 2. Bez., Tempelgasse 5 2. Bez., Sebastian Kneippgasse 14 3. Bez., Untere Viaduktgasse 13 5. Bez., Siebenbrunnengasse 1 a 6. Bez., Schmalzhofgasse 3 8. Bez., Neudeggergasse 12 9. Bez., Müllnergasse 21 10. Bez., Humboldtgasse 27 13. Bez., Eitelbergergasse 22 15. Bez., TuTnergasse 22 16. Bez., Hubergasse 8 18. Bez., Schopenhauerstraße 39 19. Bez., Dollinergasse 3 20. Bez., Kluckygasse 11 21. Bez., Holzmeistergasse 12 O Ntt s C^:S-^ •0^StJ*5 firo ..22 - ■ _ ' 1 o «>0 - Q—i t^fv»o;< — s <a .. oV?' tu £ er« c ä£5 r fO.— SS _ CS oo "3^2 _ ä •- ' Ss«^"? 3 : -*> fc- 7 —» JSS D CQ Konkursausschreibung. Im Spitale der israelitischen Kultusgemeinde Wien, XVIII.. Währinger Gürtel 97, gelangt am Röntgeninstitute eine Sekundararztstelle zur Besetzung. Zur Anstetlung sind erforderlich: die österreichische Staatsbürgerschaft, lediger Stand, die Berechtigung zur Ausübung der Heilkunde in der österreichischen Republik, die körperliche Eignung (nachgewiesen durch ein von einem der Vorstände der medizinischen Abteilung des eigenen Spitales ausgestellten Zeugnis) und ein Alter von unter 35 Jahren. Mit der Stelle ist nebst dem in der Besoldungsordnung für die Abteilungsärzte des SpitaJes der israelitischen Kultnsgemeinde Wien fixierten Barbezug die Benützung einer möblierten Naturalwohming samt Beleuchtung, Beheizung und Bedienung, sowie die volle Verköstigung verbunden. Für die letztere werden die Eigenkosten von dem Monatsbezuge in Abzug gebracht, wobei der Abzug ein Viertel der Bezüge nicht überschreitet. Mit den Personaldokumenten (Geburtsschein. Heimatschein. Dinlom. Nachweis der Zugehörigkeit zum Judenrume, Zeugnisse über die bisherige fachliche Verwendung) belegte Gesuche sind an den Vorstand Notschrei! Zwei Glaubensgenossen, die ehemals besten jüdischen Kreisen angehörten und selbst eminent wohltätig waren, sind durch die Zeitverhältnisse in bitterste Not geraten. Sie wenden sich nun. da sie dringendster Hilfe bedürfen, an edle Wohltäter mit der inständigen Bitte, ihnen in ihrer bedrängten Lage zu helfen. Die Adresse ist der Redaktion bekannt