Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1932-02-05 · Heft 6 (5.2.1932) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1932
Issue
Heft 6 (5.2.1932)
Date
1932-02-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3062972-3064401-3064407--18718-3083777
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

om WAHRHEIT Seite 7 Wohin) am Q 13.rcDruari932 ■ Selbstfersiandlidi zum Gründungsfest der Jugend-Union ha Festsaale des Etablissements Volksgarten GroBe Künstler-Akademie Canada-Band SkhernSiesIch rechtzeitig Karten! gibt Türmchen, Vögel, Fische. Bienenkörbe, Kugeln, Früchte, Blüten und Blumen. Zum Schluß seien noch die meist datierten, prachtvoll gestickten Thoravorhänge (einer davon mit passender Chuppahdecke) erwähnt, die frühesten um 1700 entstanden, die meisten dem 18. oder frühen 19 Jahrhundert angehörend. Der illustrierte Katalog ist durch die Firma Hugo Helbing zu beziehen, die jede weitere, die Auktion betreffende Auskunft gerne erteilt. Israelitischer Tempelverein „Beth Aharon" für Wieden und Margareten. Sonntag, den 31. Jänner, fand die 57. Generalversammlung obigen Vereines im Tempelgebäude, V., Siebenbrunnengasse 1 a, statt. Obmann W o 11 n e r begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder, insbesondere aber den Vertreter der Kultusgemeinde, Dr. Landau, weiters Vertreter der Tempelvereine VI., IX., X. und Emunas Aves; in Vertretung des Margaretner Frauenvereines die Damen Schmiedek und Glaser, sowie den Obmann der Bezirkskommission IV.. V. und X.. Herrn Riss. Zu Beginn seiner Rede bedauerte Obmann Wollner, heuer keinen günstigen Bericht vorlegen zu können; die allgemeinen tristen Verhältnisse werfen auch ihre Schatten auf das finanzielle Ergebnis des Jahres. Der Redner appellierte eindringlichst an den Vertreter der Kultusgemeinde, den Verein vor dem sicheren Untergange zu retten. Nach Verlesung des Rechenschaftsberichtes durch Schriftführer Dr. David entstand eine sehr lebhafte Debatte, bei welcher Herr Dr. Landau erklärte, alles zu tun, um die Lage des Vereines zu verbessern. Aus diem Kassabericht ist zu entnehmen, daß der Verein mit einem Defizit von über S 10.000— in das neue Jahr eingeht. Die zur Auslosung gelangten sechs Vorstandsmitglieder: W o 11 n e r, Taussik, König Kommerzialrat Wiener, Nußbaum und Kohn wurden wieder- und Herr Wilhelm Löwy neugewählt. Zum Schlüsse dankte der Obmann allen Erschienenen für die bisherige Unterstützung und forderte, um den Bestand des Tempels zu sichern, alle Mitglieder und Freunde des Vereines auf, mitzuarbeiten zum Wohle der Judenschaft des vierten und fünften Bezirkes. Verein zur Versorgung hilfsbedürftiger israelitischer Waisen in Wien. Die Generalversammlung die- ' ses so segensreich wirkenden Vereines fand in Anwesenheit zahlreicher Vertreter verschiedener Vereine und Körperschaften, unter denen der Präsident der Kultusgemeinde Prof. Dr. A. Pick, die Vizepräsidenten der Bnai Brith Vereinigungen Dr. Knöpfmacher und Komm.-Rat K lern per er, der Vertreter der Patronatsloge „Wien" H. Lichten stein, der Vertreter der Loge „Eintracht" Komm.-Rat L a s s n e r, ferner Frau Dozent Grünfeld, Frau Kadisch, Frau Dr. Stein, der Vertreter der Chewra Kadischa Herr Oesterreicher zu erwähnen sind, am 24. d. statt. Aus dem vom Sekretär des Vereines Dir. K u h n e r erstatteten Berichte entnehmen wir. daß die Bilanz des 71. Vereinsjahres trotz der eifrigen Tätigkeit des Vereinsvorstandes, trotz Verminderung der Ausgaben mit einem Defizit von 4000 S abschließt, so daß sich der Vorstand zu seinem Leidwesen gezwungen sieht, einen Teil seiner Fürsorgetätigkeit, die Unterstützung jener Waisen, die aus irgend einem Grunde keine Aufnahme im Waisenhause finden konnten, provisorisch einzustellen, um dadurch den Ausgabenstand um mehr als 6000 S zu verringern. Das Mädchenwaisenhaus, das im abgelaufenen Vereinsjahre von 56 bis 47 Schützlingen bevölkert war, hatte unter schwerem Mißgeschick zu leiden, der schwerste Schlag war das Ableben seiner ideal wirkenden Leiterin, des Frl. Paula Neumann. der Vorstand und Zöglinge stets ein ehrendes Andenken bewahren werden. Schwere Scharlach- und Diphterieerkrankungen behinderten die gedeihliche Arbeit, trotzdem waren, dank der aufopfernden Tätigkeit des Personals, die Erfolge nach jeder Richtung hin günstige zu nennen. Das Knabenwaisenhaus hat gegenwärtig 67 Zöglinge. Gesundheitszustand, Schuleriolge, körperliche Entwicklung waren sehr zufriedenstellend. Die Werkstätten für Buchbinderei, Schusterei und Handiertigkcitsunterricht leisten schöne Arbeit und machen den Kindern viel Freude, ebenso wie die Gartenarbeiten. Daß das religiöse Empfinden bei jeder sich bietenden Gelegenheit geweckt und gekräftigt wird, ist selbstverständlich. Ganz bsonders eindrucksvoll gestalten sich jene Veranstaltungen, die Knaben und Mädchen gemeinsam begehen, wie Chanuka, Purim und die Sederabende. Dank der eifrigen Tätigkeit des Damenkomitees, insbesondere der Präsidentin Frau Baronin Irma v. Ketschendorf und ihrer treuen Helferin Frau v. R o k h e i m gestaltete sich das heurige Chanukaiest besonders schön. Insbesondere gefielen den zahlreich erschienenen Gästen die von Herrn Kapeltmeister Kurt Pahlen, der in uneigennütziger Weise unseren Knaben Gesangunterricht erteilt, einstudierten Lieder. Das im Knabenwaisenhause befindliche zahnärztliche Ambulatorium wies ersprießliche Tätigkeit auf, es sei bemerkt, daß Herr Dr. Hacker das ganze erforderliche Material, ebenso wie an Maschinen und Instmmenten nötige Reparaturen gratis beistellt. Der Berichterstatter dankt allen Förderern und Gönnern für ihre werktätige Hilfe. Der Bericht schließt mit der Bitte, den Verein in diesen schweren Tagen in seiner Tätigkeit zu unterstützen, damit er in der Lage sei, getreu seinen nun schon 71 Jahre geübten Traditionen, jedes bedürftige Waisenkind in seine Hut zu nehmen. Der Brigittenauer Israelitische Frauen-Wohltätigkeitsverein veranstaltete am 17. v. M. im Festsaale des Hotel Continental wieder eine seiner so beliebten Akademien mit Tanz, die ausgezeichnet besucht war und einen glänzenden Verlauf nahm. Dieser schöne Erfolg, der dem humanitären Zwecke dienenden Veranstaltung ist ein neuerlicher Beweis für die außerordentliche Rührigkeit der Vereinsleitung, an deren Spitze Frau Präsidentin Olga Friedmann steht, die sich in Gemeinschaft mit anderen edlen Damen der Armen des 20. Bezirkes besonders hilfreich annimmt. Unter den Festgästen bemerkte man unter anderen Vizepräsidenten Dr. J. O r n s t e i n, Rabbiner Dr. M. Rosenmann, Kommerzialrat H. Smetana und Frau Bundesstaatlicher Fürsorgerat Doktor K r i s s. Die gelungenen Vorträge von Suse Michalek und Max Zelniker seien besonders hervorgehoben. Verlobung. Fräulein Pauly Felln er. Tochter d'es Ehepaares Max F e 11 n e r, Wien V., hat sich mit Herrn Erich Wechsler, Sohn des in weitesten Kreisen, insbesondere in vielen jüdischen Vereinen, wegen ihres gut jüdischen Empfindens bekannten und geschätzten Ehepaares Samuel und Josefine Wechsler, verlobt. Den zahlreichen Gratulanten schließen auch wir uns an. Trauung. Am 17. v. M. fand im Seitensteitentempel die Trauung des Fräulein Edith Klugmann. Tochter des Ehepaares Bernhard K I u g m a n n und Frau, geb. Weisz. mit Herrn Alexander Goldstaub. Sohn des Ehepaares Josef Goldstaub und Frau, statt. Die Beteiligung war angesichts der Beliebtheit der Elternpaare eine außerordentlich große. Bei dem Diner im Hotel Metropol wurde auch für wohltätige Zwecke viel gespendet, worauf insbesondere Frau Henriette Fuchs bedacht war. Todesfälle. Dieser Tage ist nach langem schweren Leiden Herr Restaurateur Gustav Neugröschl im 55. Lehensjahre gestorben. Neugröschl — das war ein Mann mit hervorragenden menschlichen und jüdischen Qualitäten, aber auch ein Begriff, der Begriff des jüdischen Restaurants, das Juden und Christen beste jüdische Küche bot und deshalb auch dank der umsichtigen Leitung Gustav Neugröschls aus kleinen Anfängen zu einer der beliebtesten Wiener Gaststätten wurde. Gustav Neugröschl hat in seiner Heimatstadt Neutitschein maturiert und ist als Buchhalter nach Wien gekommen. Später etablierte er sich als Cafetier in der Leopoldstadt und erst nach manchen Schicksalsschlägen kam es zu der Gründung seines Etablissements in der Lilienbrunngasse, das ursprünglich ganz klein war. Ein schweres Nierenleiden hat ihn im letzten Jahre stark hergenommen und ihm ist er auch erlegen. Er hinterließ eine Witwe, Mathilde, und zwei Kinder, Fritz und Mizzi Neugröschl. die nun sein angesehenes Unternehmen weiterführen. — Am 31. Jänner ist nach schwerem Leiden Herr Oberlehrer i. R. Isidor Faltitschek im 75. Lebensjahre verschieden. Ein ausgezeichneter Mensch und Lehrer ist mit ihm dahingegangen. Geschenke wirken Oft nicht wie sie sollen. TaCel^e^eTttsfe? erwecken große Freade. Trachten Sie praktisch zu geben. sFroh ist man nur über das Richtige Geschenk In großer Auswahl Erhalten Sie diese gut und billig Doch nur TatoorsircmA« 4M Vor Jahresfrist konnte Faltitschek, der sich ia weiten jüdischen Kreisen lebhafter Wertschätzung erfreute, in vollster Frische das Fest der goldenen Hochzeit begehen. An seiner Bahre trauert neben seiner Witwe Amalie Faltitschek seine Tochter Frieda Pick, die mit Herrn Lehrer Pick vermählt ist. Preisausschreiben. Der „Schomre Schabbos" hat eine Rabattaktion ins Leben gerufen, die in der Weise durchgeführt wird, daß eine Anzahl jüdischer Firmen, bei jedem Einkauf für je einen Schilling in ein Büchlein eine Marke einklebt. Für dieses vollgeklebte Büchlein (100 Marken) erhält dann der Kunde vom „Schomre Schabbos" S 5.— in> barem ausgezahlt. Zwecks Findigmachung einer Bezeichnung für diese Rabattaktion. wird ein Preisausschreiben veranstaltet, das für die besten Lösungen einen 1. Preis von S 50.— 2. Preis von S 30.— 3. Preis von S 10.— 4. Preis von S 10.— und einige Trostpreise, also insgesamt Preise in der Höhe von S 100.— vorsieht. Bedingungen: 1. Die Bezeichnung soll möglichst kurz (jedenfalls nur ein Wort), leicht aussprechbar und sehr werbekräftig sein. Die Bezeichnung soll in irgend einer Form einen Hinweis auf den Veranstalter, den „Schomre Schabbos". entharten. 2. Einsendungen sind bis spätestens Freitag, den 19. Februar d. J.. an den Verband der Sabbathfreunde „Schomre Schabbos". II.. Leopoldsgasse 16. zu richten. (Auskünfte dortselbst. telephonisch A 48-4-15.) 3. Die unanfechtbare Zuerkennung der Preise liegt in den Händen einer Jury, bestehend aus den Herren David Bondy. Isidor Forst, Dozent Wilhelm Strebinger, Arthur Weiß. David TürkL Levante-Messe Tel-Aviv. Die diesjährige Levante- Messe in Tel-Aviv findet in der Zeit vom 7. bis 30. April 1932 statt. Folgende Artikel werden gesucht: Lacke und Farben. Radio und Elekrromaterialien alter Art Gummischürzen, Regenmäntel und Schirme, Holzkisten aHer Art. Papier für Orangenpackungen. Zeitungspapiere, Buchbindergewerbeartikel. Malerschablonen. Werkzeuge aller Art. Strickwaren. Dauerbrandöfen, Zentralheizungsanlagen mit Oelfeuerung. Landwirtschaftliche Maschinen und Traktore, Küchenmöbel. Tonwaren. Bodenbelag aller Art. Linoleum, Schultaschen, Samen aller Art. Zigarettenpapier. Käsereien. Ledergürrel. Bücher aller Art. Dreirad-Moncs. Motorräder. Fahrräder, Baumaterialien aller Art. Textilien und Manufakturwaren. Rohmaterialien und Halbfabrikate usw. Auskünfte aller Art werden täglich von 2 bis 3 Uhr beim Levante-Messe-Komitee, I., Deutschmeisterplatz 4. Telephon A 18-5-80 Serie, erteilt Veveinsnadkrichten „Jutaa" (Jugendgruppe des Tempelvereines ..Aeschel Awrohom"), Wien II., Pazmanitengasse 6, veranstaltet Samstag, den 6. d. M., 9 Uhr abends, im Spiegelsaale des Hotel Continental (Eingang Praterstraße), eine Gesellschafts-Akademie mit Tanz. Das Reinerträgnis fließt wohltätigen Zwecken zu. Beginn präzise 9 Uhr. Jüdische Toynbeehalle. XX.. Denisgasse 33. Samstag, den 6. Februar 1932. 19 Uhr. Konzert der Schule Viktor Heim. Mitwirkend: Bronislaw Hankowski (IIjähr.) Klavier. Regiebeitrag 20 g. Der Verein Krankenbesuch Bikur Chaulün, I., Seitenstettengasse 4, veranstaltet Sonntag, den 7. Februar, 4 Uhr nachmittags, im Hotel Continental, II., Taborstraße 8, eine Künstler- Akademie zugunsten schwerkranker und armer Glaubensgenossen. Mitwirkende: Hermann Leopoldi. Betja Milskaja. Adelheid Bergman. Frau Direktor Steffi Steiner, Kurt Karsten. Viktor Sternau, Herr Oberkantor Weiß, Fräulein Loria, Trude Goldschmied samt Tanzgruppe, Fritz Löwy, Klavier. Conference: Emmy Wollner. Entree S 2.60 inklusive Jause an der Kassa. Telephon Nr. A 19-7-54. Verein iiir jüdische Geschichte und Literatur in Wien. Montag, den 8. Februar, halb acht Uhr abends, findet im Klubsaale der „H a k o a h". I., Wiesingerstraße 11 (Cafe Atlashof, eigener Eingang, Souterrain), ein Vortrag des Herrn Rabbiner Prof. Dr. Julius Max Bach: „Die jüdischen Gelehrten am Hofe Friedrich II." statt. Eintritt frei. Gäste willkommen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.