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Die Wahrheit · 1932-01-29 · Heft 5 (29.1.1932) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1932
Issue
Heft 5 (29.1.1932)
Date
1932-01-29
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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DIE WAHRHEIT Seite 7 Wien L, Seitenstettengasse 2, Tel. U 28-1-28 XI., Zentraltriedhof, üb» im I. Im, Tel. U 18-0-85 Abschluß bildeten Vorführungen der Tanzgruppe und Operettenabteilung, sowie Piecen der Jazzkapelle des Neuen Wiener Konservatoriums. Es war ein wahrhaft gelungener Abend sowohl in gesellschaftlicher Hinsicht als auch mit Hinblick auf den edlen Zweck, der durch ihn so schön gefördert worden ist. Brünn. Der frühere Brünner Oberkantor und Chordirektor Herr Josef Heller, hat einen seltenen Gedenktag begangen: den vor 50 Jahren erfolgten Eintritt in den beruf als Sänger zu Ehren Gottes. Aus diesem Anlasse hat Herr Josef Heller am 17. v. M. im großen Brünner Tempel ein althebräisches Kouzert mit Orgelbegleitung (Prof. Eduard Tregler) gegeben. Die Veranstaltung fand an jener heiligen Stätte statt, an der Heller durch 38 Jahre sein Amt als Oberkantor und Chordirektor versehen hatte. Der dichtgefüllte Tempel legte beredtes Zeugnis ab von den Sympathien und der Verehrung, die die Mitglieder der Brünher Gemeinde auch heute noch Heller entgegenbringen. In gehobener Stimmung, ia mit Begeisterung lauschten die Anwesenden der vollendeten Gesangskunst Hellers, des hervorragenden Interpreten althebräischer Weisen. Der Musikreferent des Brünner „Tagesboten" -schreibt über Hellers Konzert u. a. folgendes: Mit der ganz ergreifenden Ausdruckskraft seines begnadeten Tenors vereinigte Oberkantor Josef Heller im sonntägigen Tempelkonzert Musik-Kultus und Musik-Kultur. Die Art seiner Singtechnik, die in glatten, von einem breiten Atem getragenen Mezzavoce-Läufen noch mehr in Erscheinung tritt als im offenen Forte, der freie Vortrag sowie die oft eigenwillige Phrasierung störten nicht im mindesten den Fluß der Kantilene und ein wundervolles hohes B, das er vor 50 Jahren kaum klingender gesungen haben dürfte, hätte dem mehr als Siebzigjährigen im Gotteshaus beinahe eine Ovation vermittelt. Er brachte ausschließlich althebräische geistliche Gesänge und Rezitative, die er seiner zweibändigen Sammlung „Kol T'hilloh" (Die Stimme des Gebetes) entnahm. Die aus reinster Quelle religiösen Empfindens schöpfenden, durchwegs von Josef Heller vertonten Gesänge dieser reichhaltigen Sammlung, die seih Lebenswerk darstellt, sind auf dem Grundfels ältester Ueberlieferungen in moderner ästhetischer Kunstform aufgebaut, zugleich der fortschreitenden Musikentwicklung Rechnung tragend. Todesfall. Am 22. Jänner ist im 17. Bezirke der in weiten Kreisen angesehene und beliebte Herr .Kommerzialrat Jakob Holzer, Goldkettenfabrikant, im 65. Lebensjahre plötzlich verschieden. Der Verblichene, welcher sich in seinem Berufe von kleinen Anfängen zu einer Achtung gebietenden Stellung emporgeschwungen hatte, hatte sich in angeborener Herzensgüte auch in den Dienst der Nächstenliebe gestellt und war durch mehr als drei Jahrzehnte im Verein der Kinderfreunde im Bekleidung armer Schulkinder in hervorragender Weise tätig. Die große Beliebtheit des Verstorbenen kam auch bei seinem Leichenbegängnisse, welches am 24. Jänner auf dem Zentralfriedhofe, I. Tor stattfand, zum Ausdrucke, indem sich eine sehr große Zahl von Trauergästen in der Zeremonienhalle eingefunden hatte. Unter den Anwesenden bemerkte man die Herren Kultusvorsteher Medizinalrat Dr. Jakob Deutsch, den Obmann der Bezirkskommission für den 16. und 17. Bezirk Leopold Sitzmann, die Vorstandsmitglieder des Vereines „Chewra Kadischa" im 16. Bezirk mit dem Vize-Präses Samuel Fischer an der Spitze, den Obmann der Kinderfreunde Oberveterinärrat Heinrich Rosenzweig und viele Vertreter der anderen karitativen Vereine. Nachdem Herr Oberkantor Kogan die Trauergesänge in ergreifender Weise vorgetragen hatte, hielt Herr Rabbiner Dr. Bach einen tiefempfundenen Nachruf, in welchem er den Lebenslauf dieses braven Juden schilderte und seine hervorragende Betätigung in seinem Berufe, in der Gemeinde und in den Wohltätigkeitsvereinen besonders würdigte. Hierauf Wurden die irdischen Ueberreste dieses wahrhaft feinen Menschen im Familiengrabe beigesetzt. Prag. Sonntag, den 31. d. M. jährt sich ihm zehnten Male der Sterbetag des Musikdirektors und berühmten Synagogenkomponisten David Rubin, welcher in der großen Synagoge in Prag Jahrzehnte hindurch als Chordirektor in meisterhafter Weise den Chor leitete. Die musikalischen Arbeiten, insbesondere seine synagogalen Gesänge, haben nicht nur in Prag, sondern in fast allen Weltteilen, wo Chorsynagogen existieren, Eingang gefunden. David Rubin war auch ein hervorragender Charakter und liebenswürdiger Mensch, der allseits geliebt und verehrt wurde. Er wurde vor 10 Jahren in Baden bei Wien zur letzten Ruhestätte gebettet An der Stätte seiner langjährigen Wirksamkeit, in Prag, wird der kommende Freitag- und Sabbathgottesdienst als Gedächtnisfeier bestimmt, wo seinem Wirken die besondere Würdigung zuteil werden wird. David Rubin lebt in seinen Werken fort J. L. Der „Jüdische Wohltätigkeitsverein „Brüderlichkeit", Wien II., hielt kürzlich unter Vorsitz des Obmannes M. Qrünwald die VI. Jahres-Generalversammlung ab. welche sehr gut besucht war. Der durch den Schriftführer A. Nerz erstattete Rechenschaftsbericht und der durch den Kassier S. Haber erstellte Kassabericht beleuchteten die wirklich segensreiche Tätigkeit des Vereines im Augarten-Sprengel der Leopoldstadt, indem in der letzten Berichtsperiode mehr als S 4600.— für jüdische Wohlfahrtszwecke verwendet wurden. Nach Erteilung des Absolutoriums folgten die Neuwahlen mit folgendem Ergebnis: Obmann: Malkiel Grünwald, Obmann-Stellvertreter: Samuel Fritz Duckesz, Chef der Firma Gebrüder Duckesz, Schriftführer: Adolf Herz und Jakob Morgenstern, Kassiere: Samuel Haber und Jakob Weisz, KontroUore: Adolf Kolben und Leopold Andermann. Nach der Wahl der 15 Beiräte wurde auch die Etablierung eines Sparvereines bestätigt, dessen Reinerträgnis an Zinsen u dgi. alljährlich der Pessachaktion der „Brüderlichkeit" zugewendet werden soll. VexemsnadhxitMen. „Beth Aharon", Israelitischer Tempelverein für die Bezirke Wieden-Margareten, V., Siebenbrunnengasse 1 a. Sonntag, den 31. d. M., um ^10 Uhr vormittags (im Falle der Nichtbeschlußfähigkeit um 10 Uhr vormittags), findet die 57. Ordentliche Generalversammlung des Vereines im Tempelgebäude statt. Jüdische Toynbeebalie. XX., Denisgasse 33 (Haltestelle Gerhardusgasse der Elektrischen Straßenbahn N und Nk). Samstag, den 30. d. M.. 7 Uhr abends, findet ein Kammermusikabend, zugleich Haydn-Feier, statt Einleitende Worte: Herr Kurt Singer. Josef Haydn: Divertimento in D-Dur, Violine: Kurt Fuchsgelb, Bratsche: Gustav Gruber, Cello: Wilhelm Winkler. Cello-Konzert D-Dur, Wilhelm Winkler. Am Klavier: Walter Bricht 3 schottische Lieder, Gesang: Anna Jomek, Klavier: Walter Bricht. Geige: Kurt Fuchsgelb. Cello: Wilhelm Winkler. Rinaldini: 2 Lieder, Gesang: Anna Jomek, Klavier: Walter Bricht Bratsche: Gustav Gruber. Brahms: Klavierquartett G-Moll, Klavier: Walter Bricht. Geige: Kurt Fuchsgelb, Bratsche: Gustav Gruber, Cello: Wilhelm Winkler. Die Veranstaltungen der. Toynbeehalle sind allgemein frei zugänglich. Der Israelitische Frauenverein Leopoldstadt veranstaltet jeden Mittwoch ab 4 Uhr nachmittags im Cafe Kristall, I., Aspernplatz, Bridge- und Rummy-Spiele, deren Erlös den in dieser Krisenzeit besonders fördernswerten Vereinszwecken zufließt. Der jüdische Hilfsverein Prater veranstaltet am Samstag, den 6. Februar, präzise 9 Uhr abends, im Festsaal des Hotel Continental, Wien IL, Taborstraße 4, sein 13. Jahresfest verbunden mit Tanz und verschiedenen Belustigungen. Entree S 2.—, an der Abendkassä S 2.50. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. — Die Vorstandsdamen des jüdischen Hilfsvereines Prater mit ihrer Präsidentin Frau Gisela Nato w i c bekleideten kürzlich wie alljährlich 55 Kinder mit vollständiger Winterkleidung. Bei dieser Gelegenheit bekamen die Kinder auch eine gute Jause und Liebespakete. Der Verein Krankenbesuch Biknr ChauIIm. L, Seitenstettengasse 4, veranstaltet Sonntag, den 7. Februar, 4 Uhr nachm.. im Hotel Continental. II.. Taborstraße 8, eine Künstler-Akademie zugunsten schwerkranker und armer Glaubensgenossen. Mitwirkende: Hermann Leopoldi, Betja Milskaja. Adelheid Bergmari, Frau Direktor Steffi Steiner, Kurt Karsten, Viktor Sternau, Herr Oberkantor Weiß, Frl. Loria. Trade' Goldschmied samt Tanzgruppe. Fritz Löwy, Klavier. Conference: Emmy Wallner. Entree S 2.60 inkl. Jause an der Kassa. Telephon A 19-7-54. Der Chorverband „Hasimrah" der Wiener Vereinstempelsänger veranstaltet Ende Februar gemeinsam mit der Wiener jüd. Konzertvereinigung (zusammen hundert Chorsängerinnen und Chorsänger) ein groß angelegtes Konzert unter freundlicher Mitwirkung bedeutender ausländischer Kantoren. Zur Aufführung gelangen in Wien noch nicht gehörte Werke berühmter jüdischer Komponisten. Das Reinerträgnis soll zur Gänze zugunsten einer Winterhilfe für die durch die außergewöhnlichen Sparmaßnahmen am schwersten betroffenen Vereinstempelsänger verwendet werden. Tlmtddje Verfautßarungen der Jsraefitiscflen TCuftusaemeinbe Wien Zur Frage der Gruft, und Gräberschmückungen auf den israelitischen Friedhöfen. In einer entgeltlichen Veröffentlichung wird in einem Montagsblatte gegen die Israelitische Kultusgemeinde Wien wegen Bestellung eines neuen Kontrahentenverhältnisses für die Gruft- und Gräberschmückungen eine Polemik versucht, die einer Klarstellung bedarf. Zunächst ist es unwahr, daß der Titel eines „Kontrahenten der Kultusgemeinde" nicht mehr bedeute als das Benützungsrecht eines Raumes in der Friedhofskanzlei. Die Kultusgemeinde ist vielmehr durch die Bestellung von Kontrahenten in der Lage: 1. vertraglich Preise festzulegen, durch welche eine Benachteiligung des Publikums hintangehalten wird, 2. die den Preisen angemessene Ausführung zu überwachen. Es konnte aber auch durch die Vereinbarungen mit dem neuen Kontrahentenkonsortium, dessen Bleikristalle u. Porzellan sind die schönsten Ziergegenstande; für Geschenkzwecke am besten geeignet bei GOTTFRIED laboisliofie Mr. Oft Mitglieder allerdings nicht dem jüdischen Glauben angehören, — der Kontrahent, mit welchem die bisherigen Beziehungen gelöst wurden, ist der einzige dem Judentum angehörende Friedhofgärtner — sichergestellt werden, daß für die Herstellungen der Gräber und im Dienste der Gruft- und Gräberschmückungen, soweit irgendwie möglich, jüdisches Personal beschäftigt wird, ein Bemühen des Kultusvorstandes, das bei dem bisherigenKontrahentennichtdurchzusetzen war. Die Erträgnisse der Gruft- und Gräberschmückungen werden von der Kultusgemeinde für die Herstellung und Instandhaltung von Armengräbern verwendet. Die Gemeinde Wien läßt im Friedhofe des Krematoriums überhaupt keine Ausschmückungen durch private Gärtner zu. Die Kultusgemeinde hat bezüglich ihres Friedhofes bisher von einer solchen Maßnahme abgesehen, um die Existenzen der vielen kleinen, wenn auch andersgläubigen Friedhofsgärtner zu schonen. Sie war aber auch aus wesentlichen Gründen nicht in der Lage, das Kontrahentenverhältnis mit der Gärtnerfirma Leopold Deutsch aufrecht zu erhalten. Die Israelitische Kultusgemeinde wiederholt auch bei diesem Anlasse ihren Appell an die Gemeindemitglieder,, die Gruft- und Gräberschmükkungen im Wege der Friedhofskanzleien der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien I., Seitenstettengasse 4, Telephon Nr. U 24-4-45 und U 27-1-64, oder der Verwaltungskanzleien der israelitischen Abteilung des Zentralfriedhofes, Wien XL, Zentralfriedhof, I. Tor, Telephon Nr. U 15-5-83, oder der Verwaltungskanzlei des Neuen israelitischen Friedhofes, Wien XL, Zentralfriedhof, IV. Tor, Telephon Nr. U 15-2-14, zu vergeben. Israelitischer Jugendgottesdienst Samstag, den 30. Jänner 1932, findet in allen Gemeinde- und Bezirks-Synagogen der Jugendgottesdienst um 3 Uhr nachm. statt. Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirks-Synagogen: Freitag, den 29. Jänner 1932, werden bei dem um 4 Uhr 45 Minuten beginnenden Aberttfgottesdienst in nachbenannten Gemeinde- und Bezirks- Synagogen Predigten abgehalten, und zwar: I., Seitenstetteng. 4 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang) IL, Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes) III., Unt. Viaduktg. 13 (Rabb. Prof. Dr. K. Kupfer) V. , Siebenbrunneng. 10 (Rabb. Dr. M. G. Mehrer> VI. , Schmalzhofg. 3 (Rabbiner Dr. I. Drobinsky) VII. , Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer) IX., Müllnergasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz) XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. I. M. Bach) XIX. , DoIIinergasse 3 (Prediger Dr. A. Frankfurter) XX. , Kluckygasse 11 (Rabb. Dr. B. Murmelstein) Samstag, den 30. Jänner 1932, beim Vormittagsgottesdienst: (Bibelvorträge) XX., Kluckygasse 11 (Rabb. Dr. B. MunnelsteinV Beim Nachmittagsgottesdienst: XIII., Eitelbergerg. 22 (Rabbiner Dr. M. Lewin) Kundmachung. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien gibt hiermit bekannt, daß die Privatistenprüiungen aus israelitischer Religion für Mittelschüler(innen) und Präparandinnen im I. Halbjahre des Schuljahres 1931/32 Mittwoch, den 3. Februar 1932. von 4 bis 5 Uhr nachm. im Schulamte, I., Seitenstettengasse 2. I. Stock, durch Herrn Studienrat Inspektor Prof. Dr. Heinrich R e d i s c h vorgenommen werden. Die Prüfungstaxe beträgt S 5.— pro Halbjahr und ist im vorhinein an der Kassa der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, oder bei den zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu entrichten. Die Quittung ist dem Examinator vorzulegen. Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde. Wien. » Kundmachung. Die Privatfstenprüfungen aus israelitischer Religion für Schüler und Schülerinnen an Volks- und Hauptschulen für das I. Halbjahr des Schuljahres 1931/32 finden durch die zuständigen Religionslehrer in den Sammelstationen statt Die Termine für die Prüfungen können bei" den Schulleitungen oder im Schulamte der israelitischen

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