Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 51 (18.12.1931)
- Date
- 1931-12-18
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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QIE WAHRHEIT Seite T Wien L, Seltenstettengasse 2, Tel» U 28-1-28 XL, Zentralfriedhot, utu Im I. tlf, TeL U 18-0-85 geben wurden, sangen die Kleinen beim Schein der Chanukalichter Lieder und trugen liebliche Gedichtchen vor. Belustigungen für die Kleinen schlössen sich an. In allen Abteilungen der Talmud-Thora-Schule fanden interne Klassenieiern statt, die dank dem lobenswerten Eifer der Lehrer Antscherl und G o 11 e rstepper wunderschön ausfielen. Dem Vorstand dieses trefflichen Vereines, der die von Dr. Feuchtwang geleitete Schule erhält, gebührt Dank und Anerkennung. Der Leiter der Schule hatte auch für besonders schöne und passende Gaben für die 105 Schüler und Schülerinnen Sorge getragen. Nicht unerwähnt soll bleiben, däß Herr Vorsteher Nossig auch in diesem Jahre wie in den vergangenen Jahren eine Kohlenaktion durchführt, durch die 60 Familien in den Wintermonaten wöchentlich ein entsprechendes Ouantum Kohle erhalten. Alle Bezirksvereine verdienen für das beispielgebende Wirkung Dank und Lob. FIoridsdorL Am 6. d. M. fand im festlich beleuchteten Tempel des 21. Bezirkes ein ' solenner Chanuka-Festgottesdienst statt. Anwesend war der gesamte Bethausvorstand des 21. Bezirkes und viele Gemeindemitglieder mit ihren Damen, ferner die Schuljugend. Unter anderen waren erschienen: In Vertretung des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Obermedizinalrat Dr. Haase. der Vizepräsident der „Union" Dr. Karl Steiner, der Frauenverein des 21. Bezirkes mit der Präsidentin Frau Henriette Grünwald und Vizepräsidentin Frau Babette Rosenmann, sowie die anderen Bezirksvereine mit ihren Obmännern: Dr. Max Ticho. Hugo Deutsch, iemer der Bundesstaatliche Fürsorgerat Adolf S o b e 1 und der ehemalige Kultusvorsteher Salomon W e i n i g e r. Herr Rabbiner Dr. Rosenmann hielt eine gedankenreiche Ansprache, in der er der segensreichen Wirksamkeit sämtlicher Wohltätigkeitsvercine des Bezirkes Anerkennung zollte. Herr I. Kantor Teig versah in Begleitung des Chormeisters Kurt Fuchsgelb den Gottesdienst in eindrucksvoller Weise. Die Schulkinder trugen Festgedichte vor. Nach dem Gottesdienste fand im Sitzungssaale in Anwesenheit des Obermedizinalrates Dr. Haase. Rabbiner Dr. Rosenmann. Dr. Max Ticho, B.-F.-R. Adolf Sobel und andere Persönlichkeiten die Verteilung der von der Kultusgemeinde zur Verfügung gestellten Geschenke statt. Der Frauenverein verabreichte den Kindern eine Jause beim ..Goldenen Engel". Im Frh. Max Sprineerschen Walsenhaus. XIV., Goldschlagstraße 84. in welchem sich auch die Heimstätte für verlassene jüdische Kinder befindet, fand am zweiten Abend Chanuka eine Feier statt. Herr Direktor Leopold Herz begrüßte die Gäste, insbesondere Herrn Präsident Prof. Dr. Pick. Herrn Direkter Komm.-Rat Theodor Lassner, die Kuratoren und Gönner beider Institutionen, worauf von einem Zögling die Chanuka- Lichter angezündet wurden und von allen Schützlingen das Moaus zur Jeschuossi gesungen wurde. Rabbiner Dr. Bach hielt eine sehr eindrucksvolle Ansprache an die Kinder. Sodann führten die Heimschützlinge unter der anerkennenswerten Regie ihres Direktors M a r g ulies und seiner Frau das Chanuka-Märchenspiel „Der Englein Erdenreise" in musterhafter Weise auf. Die lustigen und wehmütigen Szenen des Stückes erbrachten den Beweis der gediegenen Kunst der jungen Darsteller, denen am Schlüsse wohlverdienter Beifall gezollt wurde. R- K. Israelitische Versorgungs-Anstalt. Am 8. d. M. fand in der israelitischen Versorgungs-Anstalt. 9. Bez., Seegasse 9, so wie alljährlich eine Chanuka-Feier statt. Dank der besonderen Bemühungen des Obmannes Hern; Dr. I. H. K ö r n e r und aller Mitglieder der Kommission, ferner der Herren Josef Dohan, Julius Berger, S. Oesterreicher, des Oberverwalter Popper mit den Beamten der Anstalt, sowie zahlreicher Freunde and Spender war es auch heuer möglich, den Insassen durch Aufbringung zahlreicher wertvoller Geschenke eine besondere Freude zu bereiten. Nach einem sehr guten Festessen erfolgte die reichliche Bescherung der Pfleglinge. Hierauf fand im Betsaale ein ieierlicher Gottesdienst statt, bei dem Oberkantor Posto- I o w, begleitet von dem Chore des Leopoldstädter Tempels, in glänzender Weise die kantorale Funktion versah. Rabbiner Dr. Schwarz richtete an die fast vollzählig anwesenden Insassen und die zahlreich erschienenen Gäste eine andächtig angehörte Ansprache. Als Festgäste waren u. a. erschienen: Das gesamte Präsidium der israelitischen Kultusgemeinde und die Mitglieder der Versorgungskommission mit den Herren der Amtsdirektion Regierungsrat Fuchsgelb und Sekretär Meißner, ferner die Herren Julius Berger. Dr. Ernst Feldsberg, Redakteur 0. Hirschfeld. Cafetier J. Müller, Ing. H. Koditschek, Siegmund Kornmehl, S. Oesterreicher. Prim. Dr. Infe 1 d mit den Anstaltsärzten, Ing. L i n d n e r und viele andere. Anschließend an die Feier im Tempel erfolgte die Enthüllung einer Gedenktafel, welche aus Anlaß der Widmung von 15 neuen Betten samt Einrichtung durch eine edle Persönlichkeit vom Kultusvorstande errichtet wurde. Nach dem unter Leitung des Herrn Oberkantor Postolow vorgebrachten Chorgesang hielt Präsident Prof. Dr. Pick eine ergreifende Ansprache an den Wohltäter und dessen Gattin und übergab nach Besichtigung der neu eingerichteten 15 Plätze dieselben ihrer Bestimmung. Bei allen Insassen herrschte früheste Stimmung und einmütig Lob und Dank für das schöne Fest _ Verein zur Versorgung hillsbedürftiger israelitischer Waisen in Wien. Die diesjährige Chanukafeier für die Zöglinge des Mädchenwaisenhauses, 19. Bez., Ruthgasse 21, und die des Knabenwaisenhauses, 19. Bez^ Probusgasse 2. fand am 3. Chanukaabend im Speisesaale des Knabenwaisenhauses in Anwesenheit sämtlicher Schützlinge und der zahlreich erschienenen Festgäste statt, unter denen sich auch der Präsident der Kultusgemeinde Professor Dr. Alois Pick und Rabbiner Dr. F e u c h t w a n g, sowie die Mitglieder des Damenkomitees befanden. Nach dem feierlichen Entzünden der Chanukalichter und Absingen der Chanukalieder wurde die Bedeutung des Festes durch ein Chanukaspiel veranschaulicht, dem verschiedene Chorvorträge der Knaben folgten, die, einstudiert von Herrn Kapellmeister Dr. Kurt P a h 1 e n, der in uneigennütziger Weise die musikalische Ausbildung der Zöglinge leitet, sehr gefielen. Auch die turnerischen Produktionen fanden viel Beifall. Den Schluß bildeten die Darbietungen der Mädchen, die biblische Stoffe in Schattenspielen in ausgezeichneter Weise darstellten. Den Darbietungen folgte die Festjause und Beschenkung der Kinder; durch die aufopferungsvolle Tätigkeit des Damenkomitees, insbesondere der Präsidentin des Komitees des Mädchenwaisenhauses, Frau Baronin Irma v. Ketschendorf, ist es gelungen, fast alle Wünsche der Zöglinge zu erfüllen. Zu erwähnen wäre noch die Ausstellung der äußerst gelungenen Handfertigkeitsarbeiten der Knaben. Der Vorstand dankt allen jenen, die zum Gelingen des schönen Festes beigetragen haben, innigst. „Mathilde", Verein zur Bekleidung armer jüdischer Schul-, insbesondere Waisenkinder, hat am 8. d. M. in den Vereinsiokalitäten, Wien iL, Große Sperigasse 41, ein Kinderbekleidungstest. verbunden mit einer Chanuka- Feier, veranstaltet. In Anwesenheit der Ehrenprotektoren, Vertretungen der Israelitischen Kultusgememde, des Fürsorgeinstitutes der Gemeinde Wien, der humanitären jüdiscüen Vereine und der zahlreich erschienenen festgäste wurde nach begrübung' durch den rührigen Obmann Herrn Adolf Weiusiock die Feier durch die Festrede des Rabbiner Dr. M. Wund er mann erötmet. Es wurde üen Kindern eine Jause mit Liebesgaben verabreicht. Nacnher begann die Beschenkung von 130 Kindern, die voller Freude die Kleider, Schuhe, Wäsche entgegennahmen. Mit dem Dank eines Kindes schloß der eiste '1 eil der Feier. Nach einer inhaltsreichen Ansprache aes Veraustaltungsreterenten Herrn Josef b t a p l e r begann der gemütliche Teil mit Gesangs¬ und humoristischen Vortragen prominenter Künstler. Der unermüdlichen latigkeit ues gesamten Vorstandes, vor ahem den Spenden unserer Förderer und Gönner ist es zu danken, daß der Verein „Mathilde" trotz der wirtschaftlichen Krise eine so große Anzahl von notleidenden Kindern vollständig bekleiden konnte. Baden bei Wien. Am 29. Kislew fand im großen Lehrsaale des jüdischen Waisenhauses eine Chanuka- Feier statt, zu welcher der ganze Vorstand des Waisenhauses, an der Spitze der »Präsident Herr Isaak J. T h u m i m, gekommen war. Nach dem Chanukalichtzünden durch einen Waisenknaben mit Chor, begrüßte Herr Direktor Philipp Friedmann die Gäste, ein Zögling des Waisenhauses hielt dann einen Charifusvortrag, worauf Herr Oberrabbiner Dr. Carlebach in einer schönen Festrede die Bedeutung des Chanuka und die große Leistung des Waisenhauses klarlegte. Herr Anton Stern, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Baden, hielt eine innige Ansprache an die Waisenkinder. Herr Präsident Isaak J. Thumim appellierte an die Festversammlung, das schöne Kinderheim zu erhalten, Herr Dr. L. Deutschländer erfreute die Gäste mit einem sehr geistreichen Vortrag. Herr Karl Beer, Wien, beschenkte die Waisenkinder mit Schuhen; zum Schluß sangen die Kinder unter Leitung des Oberkantors Abraham Reich das „Adan Olam", worauf sie ein ausgiebiges Festessen erhielten. Gemeinde ~ 'Chronik Wahlen in das Gremium der Wiener Kaufmannschaft Für den 9. Dezember d. J. hatte das Gremium der Wiener Kaufmannschaft die Wahlen ausgeschrieben. Den Verhandlungen, die die im Verband der Sabbathfreunde organisierten Gremialfirmen mit der Leitung des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft geführt haben, ist es gelungen, vier Mandatare in die Leitung des Gremiums zu entsenden. Es sind dies die Herren Julius Bischofswerder, Hugo B o n d i, Friedrich F ischer und Moritz Nasch. Der Verein der Kinderfreuade zur Bekleidung armer israelitischer Schulkinder für den XVI. und XVII. Bezirk beging am 6. d. M. das Fest seines 50jährigen Bestandes im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes im Tempel in der Hubergasse. Im festlich beleuchteten Gotteshaus hatte sich eine überaus große Zahl von Mitgliedern und Freunden des so überaus erfolgreichen Vereines eingefunden. Unter der großen Schar der Festgäste seien besonders der Stadthauptmann von Ottakring Reg.-Rat Dr. Nemetz, der Stadthauptmann von Hernais, Dr. P e r u t k a, der Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Dr. J. Ornstein, Kultusvorstehen V. Bauminger, in Vertretung des Bethausvorstandes I/II Julius B e r g e r und eine Abordnung der „Union österreichischer Juden" unter der Führung der Vorstandsmitglieder Dr. Feldsberg und Dr. Lenk erwähnt Das Ehrenmitglied des Vereines Rabbiner Professor Dr. Bach konnte in seiner eindrucksvollen Festrede mit Recht darauf hinweisen, daß der Verein Um sdrenlceM» Sie praktisch .pnParzelian u. Glas Service.Cttlna- QySllDer oder Cörom Besiedle, su» bekommen die schönsten Artikel um SCil. wenig Geld nur bei O f»TYf*ie ICD. n.. Taborsfr. 01 sein Motto, es dürfe in Ottakring und Hernais kein frierendes jüdisches Schulkind geben, all die vielen Jahre hindurch in die Tat umgesetzt hat. Besonders beglückwünscht zu dem seltenen Vereinsjubiläum wurden Ehrenpräsident Med.-Rat Dr. Jakob Deutsch und der Vereinsobmann Oberveterinärrat der Stadt Wien Heinrich Rosenzweig; die sich in unermüdlicher und aufopfernder Weise für die Erreichung der Vereinsziele allezeit bemüht und auch heuer zu Chanuka, unterstützt von einer großen Schar edler Menschen, eine große Kinderbekleidungsaktion durchgeführt haben. Die kantorale Funktion bei der schönen Feier versah Oberkantor R. Kogan in ganz hervorragender Weise. Humanitärer Verein „Kurffirsorge" (Unterstützung armer kurbedürftiger Lungenkranker). Die alljährlich im Kursalon stattfindende Festakademie mit Tanz des im Titel genannten ersprießlich wirkenden Humanitätsvereines erfreut sich seit vielen Jahren schon großer Beliebtheit Auch heuer war das Interesse für diese am 12. d. M. stattgehabte Veranstaltung-ein ungemein großes und so konnte selbst der geräumige Kursalon kaum die stattliche Anzahl der Erschienenen fassen, unter denen man insbesondere den Vizepräsidenten der Kultusgemeinde, Herrn Doktor J. Ornstein, den Amtsvorstand Emil Engel, die Rabbiner Prof. Dr. K. Kupfer und Prot Dr. B. M u r m e 1 s t e i n sowie mehrere Mitglieder des Zentralvorstandes der „Union" bemerkte. Der gewaltige Zuspruch ist ein Erfolg der unermüdlichen Bemühungen des unter der umsichtigen Leitung des Herrn Med.-Rat Dr. J. L. B r a u n stehenden Vereinsvorstandes; vornehmlich sind in dieser Beziehung die hervorragenden Leistungen der Präsidentin Frau Bundesstaatlichen Fürsorgerat Regine K r i ß hervorzuheben, die mit besonderer Hingabe für den Verein tätig ist; auch die Wirksamkeit des Ehepaares Samuel Wechsler und der Herren Fürsorgerat Heller und Scheps sind lobend anzuerkennen. Das Programm der Akademie, die unter der guten künstlerischen Leitung des Herrn Regisseurs Herbert Kramer stand und von diesem auch konferiert wurde, war ein recht hübsches; speziell die Vorträge von Richard Eybner, Kammersänger Josef Kalenberg, Josefine Stransky, Konzertsänger Dr. Marcel Rottwien, Viktor Flemming, Louise Kartousch, des Duettes Walter Huber und Emmerich Reimers gefielen sehr und fanden viel Beifall. Die Gesangsvorträge begleitete in feinsinniger Weise Prof. Frühling. Zu den Klängen einer guten Tanzmusk unterhielt sich das Publikum noch sehr lange ganz ausgezeichnet, so daß die Veranstaicung auch heuer wieder als eine gelun» gene bezeichnet werden darf. Die Jugend- Union hatte sich in uneigennütziger Weise dem Vereine „Kurfürsorge" an seinem Festabend zur Verfügung gestellt und ein Jugend-Komitee gebildet, das, wie allseits anerkannt wurde, mit besonderem Pflichteifer seines Amtes waltete. 92. Geburtstag. Am 2. Dezember feierte die in weiten Kreisen bekannte Frau Charlotte Spitzer ihren 92. Geburtstag im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenkel. Der Jubilarin wurden von einer großen Schar von Freunden zahlreiche Gratulationen zuteil, welchen auch die Redaktion sich mit herzlichsten Glückwünschen anschließt TodesfalL Donnerstag, den 10. ds., fand die Beerdigung des Herrn Rudolf Fasse!, Gesellschafier der Papierv/arenfabrik Adolf Reiß, Wien X.. von dessen am Montag, den 7. ds., erfolgten Ableben wir bereits in unserer letzten Nummer berichteten, unter stärkster Beteiligung statt An der Bahre des Verblichenen nahm zunächst Herr Dr. Kantor im Namen der „Old Fellows", deren eifriges Mitglied Herr Fasse! war, ergreifenden Abschied. Dann würdigte Herr Kommerzialr?.t Rudolf Kraus namens der Fachorganisation des Verstorbenen dessen Verdienste als Vizepräsident und beklagte den Verlust, den die Branche durch das jähe Hinscheiden dieses wertvollen Menschen erlitten hat Schließlich sprach für die Beamten und Arbeiter der Firma deren ältester Beamter, Herr Bauer, kurze ergreifende Abschiedsworte. Die überwältigende Teilnahme an der Beerdigung zeigte so recht, welch großer Sympathien sich der Verstorbene, außer bei seinen nächsten Freunden, nicht nur in der eigenen, sondern auch in den verwandten Branchen erfreute. Das in so reichem Maß» bewiesene Mitgefühl möge die schwer geprüfte Familie den großen Schmerz leichter ertragen lassen.