Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 47 (20.11.1931)
- Date
- 1931-11-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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ME WAHRHEIT Seite 7 Wien L, Seitenstettengasse 2, Tel. U 28-1-28 XL, Zentralfriedhof, ittu dm I. In, Tel. U18-0-85 Zur Nachahmung empfohlen! Veranlaßt durch den in unserer letzten Nummer erschienenen Aufruf für die Notstandsaktion 1931/32 der Israelitischen Kultusgemeinde und der jüdischen Organisationen in Wien hat Herr Hugo Miko 1 asch, Chef der Firma Brüder Miko- 1asch, IL, Taborstraße 22, dem Fürsorg eamt der Israelitischen Kultusgemeinde Krankenpflegeartikel und Bandagen für die Aktion zur Verfügung gestellt. Unter den von der Firma gespendeten Artikeln befinden sich ein Dutzend Metalleibwärmer, ein Dutzend Rheumakatzenfelle, ein Dutzend Flanelleibchen usw. Es wäre sehr begrüßenswert, wenn auch andere jüdische Firmen Bedarfsartikel für die notleidenden Glaubensgenossen dem Fürsorgeamt widmen würden. »Die Entwicklung des Thoralernens". Montag, den 16. d. M. hielt der bekannte Arzt Dr. S. Lieben aus Prag im großen Vortragssaal des Wiener Dr. Krügerheimes einen überaus instruktiven Vortrag über die Entwicklung des Thoralernens. Der Vortragende zeigte diese Entwicklung an dem biblischen Satz: „Ehre Vater und Mutter". Mit geschickt gewählten Bildern bewies der Referent, wie dieser Satz in Mischna und Talmud, in Midrasch und bei den späteren Dezensoren ausgelegt, gedeutet, erläutert und als Norm des praktischen Lebens gelehrt wurde. — Das zahlreiche Publikum, unter welchem man Rabbiner Dr. R osenmann, Präsident Obermed.-Rat Dr. Krüger, Amtsleiter Freistadt, Direktor Doktor Deutschländer, Rabbiner Dr. Po 11 ak, Inspektor 0 e h 1 e r und zahlreiche Religionslehrer bemerken konnte, spendete den interessanten Ausführungen reichen Beifall. Hollabrunn. Die Neuwahl der Israelitischen Kultusgemeinde Hollabrunn hatte folgendes Ergebnis: Präses Herr Alfred Fischer. Bahnbeamter i. R., Hollabrunn. Präsesstellvertreter Kurz Ignaz, Kaufmann, Retz. I. Beirai und Kassier Wolf Emanuel. Ingenieur. Hollabrunn. II. Beirat Hatiser Wilhelm. Kaufmann. Hollabrunn. Ausschußmitglieder: König Theodor, Kaufmann. Retz, Ehrlich Rudolf. Kaufmann. Retz, Meiler David. Betriebsleiter. Hetzmannsdori. Seid! Alois, Kaufmann. Alberndorf, Wallisch Leo. Geschäftsleiter, Hollabrunn. Trauungen. Sonntag, den 15. d. M., iand im festlich beleuchteten Seitenstettenternpel die Trauung des Fräulein Grete K1 i n g e r, Tochter des in weitesten Kreisen rühmlichst bekannten und geschätzten Herrn Josef Kling er und setner Gattin Berta, mit Herrn Norbert D u 1 d n e r statt. Die Beliebtheit, deren sich beide Familien erfreuen, kam durch die überaus zahlreiche Beteiligung von Freunden und Bekannten zum Ausdrucke, welche das schöne Gotteshaus bis auf das letzte Plätzchen füllten. Unter den Anwesenden bemerkte man die Bethausvorstchcr Julius Berger und Gabriel Dukes, in Vertretung der „Union" Sekretär Oskar H i r s c h f e 1 d u. v. a. Rabbiner Dr. D. F e u c h twang hielt an das Brautpaar eine innige Ansprache, in der er insbesondere das schöne Verhältnis zwischen Eltern und Kindern betonte und das Brautpaar ermahnte, auf dem festen Grunde dieser echt jüdischen Tugenden das neue Haus aufzubauen. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor M. Matyas, begleitet vom ausgezeichneten Tempelchor. Brautpaar und Brautelteru waren Gegenstand herzlichster Gratulationen. — Am Sonntag, den 15. d. M.. fand im Leopoldstädter Tempel die Trauung des Herrn Erich L ö w y. Beamter der Kultusgemeinde. mit Fräulein Luise Pfeffer statt. 70. Geburtstag. Herr Theodor L a m p e 1, welcher durch 36 Jahre als Beamter der renommierten Firma Mautner-Markhof tätig war, feiert in voller geistiger und körperlicher Frische im Kreise seiner Familie am 20. d. M. seinen 70. Geburtstag. Goldene Hochzeitsfeier. Wie bereits in unserer letzten Nummer angekündigt, begingen am Samstag, den 14. d. M.. Herr Alois und Frau Therese S t i a ß n y ein seltenes Doppeljubiläum: das Fest ihrer goldenen Hochzeit und zugleich des 51jährigen Bestandes ihres Buclidruckereiunternehmens. Die religiöse Festesfeier vollzog sich im Tempel in der Leopoldsgasse im Rahmen des Morgengottesdienstes, bei dem Oberkantor Frankel, begleitet von dem bekannt glänzenden Chore, in gewohnt hervorragender Form die kantoralen Funktionen versah. Das hellerleuchtete Gotteshaus konnte kaum die Besucher und Festgäste fassen, die in überaus großer Zahl sich eingefunden hatten. Außer den Verwandten des Jubelpaares, die von fern und nah gekommen waren, wohnte eine nicht leicht übersehbare Schar von Freunden des Hauses Stiaßny und insbesondere von Mitgliedern der ..Union Österreichischer Juden" dem Festgottesdienste bei; die Mitglieder des Bezirksausschusses Leopoldstadt der „Union", dem Herr Alois Stiaßny seit langem angehört, hatten sich fast vollzählig eingefunden. Auch die Damengalerieu waren dicht besetzt, und hier waren es wieder die Damen des „Union'-Frauenklubs. die sich um die gefeierte Jubilarin scharten. Nachdem Herr Stiaßny zur Thora aufgerufen worden war. hielten im Namen des Vorstandes des Tempelvereines Herr Eisenklamm, im Namen des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde Herr..Vizepräsident Dr. Jakob 0 r n s t e i n, der dem Jubilar die Glückwunschadresse des Vorstandes überreichte, im Namen der „Union österreichischer Juden" Herr Börserat Ignaz Glück und schließlich im Auftrage der Gemeinde Wien Herr Fürsorgerat Rudolf Hlawatsch an den Jubilar herzliche Ansprachen, in denen das Wirken desselben gerühmt und wiederholt darauf hingewiesen wurde, daß er sich um die „Union" besonders auch dadurch verdient gemacht habe, daß er seinen Schwiegersohn, den leider allzu früh dahingenur Hochielfe-Oesclteiilie Porzellan -Katfee- und Mokkaservice •Ejfl 1 Kompottu. 1 Kuchengarnitur zusammen Sandwichsgarnitur, Kakes und Brotdosea; UM Keramik- Blumentöpfe und Vasen _ Figuren mit Uhren und andere Artikel im OGu CToBer Auswahl kaufen Sie am besten tntf * billigsten nur bei •aonraiu». n.. Toftomr. «t schiedenen Hofrat L ö w y, iür die „Union" gewonnen hatte. Dem Jubelpaare sind eine Unzahl von Glückwunschschreiben und Telegrammen zugekommen. Der Bundesminister für Handel und Gewerbe Heini übersandte im Namen des Handelsministeriums zugleich mit einem Diplom desselben ein in herzlichen Worten abgefaßtes Glückwunschschreiben zu dem seltenen Berufsiubiläum. das den Jubilar „in Hinblick auf das unentwegt der Arbeil gewidmete Leben mit berechtigtem Stolze erfüllen darf"; unter den Gratulanten sind noch hervorzuheben Bundeskanzler a. D. Streer u w i t z im Namen der Handels- und Gewerbekammer, Präsident L i u h a r t im Namen des Gewerbeförderungsinstitutes, der Hauptverband der Graphischen Unternehmungen Oesterreichs, das Gremium der Buchdrucker und Schriftgießer, die Vereinigung der Bucfidrucker des 2. Bezirkes, das Patentamt, der Zentralvorstand der „Union österreichischer Juden", die Redaktion der „Wahrheit", die Konzertdirektion Josef Koller und unter den zahlreichen gratulierenden Vereinen der gegenseitige Israelitische Hilfsverein für Handwerker und Kleingewerbetreibende, zu dessen Ehrenmitglied der Jubilar ernannt wurde, die Israelitische Kinderbewahranstalt und der Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer älterer Männer israelitischer Konfession. Im Hause des Jubelpaares hatten sich mehrere Deputationen von Vereinen und wirtschaftlichen Verbänden eingefunden. Im Namen der Stadt Wien erschien Stadtrat Linder, um die Glückwünsche des Bürgermeisters zu überbringen und das Ehrengeschenk der Gemeinde Wien zu überreichen. Der ganze Verlauf des Festes gab Zeugnis von der allgemeinen Beliebtheit des jttsendfrischen Jubelpaares. Oer Vorstand des Leopoldstädter Krankenunterstützungsvereiu „Nächstenliebe" hielt Sonntag, den 15. d. M.. vormittags, eine Trauersitzung für seinen kürzlich verstorbenen I. Schriftführer Herrn S. B o j n i t z e r ab. Vorstandsmitglied Dr. Felix Tänzer würdigte in einer gehaltvollen Trauerrede Wesen und Wirken des edlen Heimgegangenen, der stets für arme Glattbensgenossen Herz und Sinn hatte. Todesfall. Karl Farkas. der populäre Dichter, Direktor und Schauspieler, hat einen schweren Verlast erlitten. Am 15. d. M. ist sein Vater, Gremialrat Moriz Farkas, nach kurzer Krankheit im Alter von vierundsiebzig Jahren gestorben. Gremialrat Farkas erfreute sich dank seiner Geistes-, Herzens- und Charaktereigenschaften in den weitesten Kreisen der allergrößten Wertschätzung und Beliebtheit. Als selbständiger Kaufmann hat der Verstorbene auch in der Geschäftswelt hohes Ansehen genossen. An seiner Bahre trauern neben Kart Farkas noch seine beiden Schwestern um den Dahingeschiedenen. Das Leichenbegängnis iand am 18. d. M. vom Zentralfriedhof (1. Tor) unter sehr starker Beteiligung statt.