Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 25 (19.6.1931)
- Date
- 1931-06-19
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT Seite 7 k- Fräulein KÄTHE SCHENK Tochter des Herrn Rabb. H. Schenk, Wien II und Herr Ing. ARNOLD FRIEDMANN empfehlen sich als Verlobte. Kommentar zum Ausdruck, der, ganz seiner Benennung «ntsprechend, eine „Leuchte des Auges" darstelle. Friedmann, ein Kind der Not, ist dank der glücklichen Fügung, daß damals der unvergeßliche Adolf Jellinek die führende Rolle im Wiener Judentum spielte, zu der ihm .gebührenden Bedeutung gelangt. Der Redner skizzierte in formvollendeter Weise auch die Lehrtätigkeit Friedmanns am Wiener Beth-ha-Midrasch, wo er mit seinem engeren Kollegen J. H. Weiß eine Renaissance dieses Institutes einleitete. Prof. Dr. K r a u s s, der im Namen der israeL-theoL Lehranstalt die Bedeutung Friedmanns als Dozent am Wiener Rabbinerseminar würdigte, schilderte in eindrucksvoller, geistreicher Rede dessen wechselvollen Werdegang, bis dieser 1893 endlich seine wahre Befriedigung durch die Berufung an die neugegründete israel.- theol. Lehranstalt erlebte. Weit mehr als äußerer Erfolg begeisterte ihn die Möglichkeit, sein ewig sprudelndes Wissen nunmehr hier entfalten zu können. Mit dem Eintritt ins Rabbinerseminar begann für Friedmann eine Epoche besonders fruchtbarer Veröffentlichungen in verschiedenen europäischen, ja auch amerikanischen Zeitschriften. Prof. Krauss überbrachte auch die Grüße des Neubauer-Komitees in Oxford an die Feierversammlung. Präsident Dr. O r n s t e i n dankte den beiden Rednern für ihre glänzenden, auf wissenschaftlicher Höhe stehenden Ausführungen, ebenso Direktor Friedmann im Namen der Familie. Die Reden hinterließen einen nachhaltigen Eindruck und in gehobener Stimmung singen die Gäste mit der Ueberzeugung fort, daß Lektor Meir Friedmanns Erinnerungen in treuer Obhut gehalten werden. ib. Trauung. Sonntag, den 14. d. M., fand im festlich beleuchteten und mit herrlichen Blumen reich geschmückten Seitenstettentempel die Trauung des Fräuleins Hedy Kempler, Tochter des Herrn Kultusvorsteher Oberbaurat Wilhelm Kempler und seiner Gattin Klara, mit Herrn Dr. S. U n t e rb e r g, Sohnm des Ehepaares J. Unterberg, statt. Die überaus große Beliebtheit, deren sich die Eltern des Brautpaares, insbesondere aber die Eltern der anmutigen Braut in weitesten Kreisen erfreuen, kam bei diesem freudigen Anlasse in überwältigender Weise zum Ausdruck. Das schöne Gotteshaus war bis auf das letzte Plätzchen von einem vornehmen Publikum besetzt, man bemerkte neben den Verwandten und Freunden der beiden Familien beinahe den gesamten Kultusvorstand, m dessen Mitte Oberbaurat W. Kempler seit vielen Jahren, früher als verdienstvoller Vizepräsident, jetzt als eifriger Obmann der Spitalskommission, segensreich wirkt, zahlreiche Vertreter der B.B.-Logen, eine starke Delegation der „Union österreichischer Juden", mehrere Damen desSchutzdamen-Komitees des Merores-Waisenhauses, in welchem Frau Klara Kempler werktätig mitarbeitet, u. v. a. Unter den feierlichen Klängen des Kochzeitsmarsches zog das Brautpaar mit seinen Angehörigen zum Traualtar, wo Rabbiner Doktor D. Feuchtwang an die Neuvermählten eine lierzerhebende Ansprache hielt. Ausgehend von dem Zug der Kundschafter ins gelobte Land, zog er einen hübschen Vergleich mit der menschlichen Zukunft, deren glückliche Voraussetzung eine ruhmvolle Vergangenheit ist. Diese Vergangenheit des Brautpaares ist in der Wirksamkeit seiner Eltern begründet, in der aufopfernden Arbeit des Brautvaters für* die jüdische Gemeinde, in der karitativen Tätigkeit seiner Gattin und in der jüdischen Gesinnung der Eltern des Bräutigams. Dr. Feuchtw a n g ermahnte schließlich das junge Paar, diese erhabenen Beispiele nachzuahmen, damit die innigen Segenswünsche der unendlich vielen Freunde der beiden Familien in Erfüllung gehen. Das Brautpaar und die Brauteltern waren Gegenstand herzlicher Ovationen. Die kantorale Funktion versah Oberkantor H. Fischer mit verstärktem Chor in meisterhafter Weise. Bei dem Festbankett sprach Präsident Dr. J. Ornstein in rühmender Weise von den hervorragenden Verdiensten des Ehepaares Oberbaurat W.Kfempler für die jüdische Gemeinschaft, Börserat I. Glück hielt eine recht launige Ansprache an das junge Paar. Bethausvorstand Wien XXI. Sonntag, den 21. Juni 1931, findet um K12 Uhr im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde, Wien XXI., Holzmeistergasse 12, die feierliche Enthüllung des Bildes des Rabbiner Dr. Josef S. B1 o c h s. A. statt. London. Der Jewish Board o i Deputies hat in seiner am 7. Juni abgehaltenen Sitzung seinen bisherigen Präsidenten d'Avigdor G o 1 d s m i d neuerdings zum Präsidenten gewählt. Weiters nahm der Board die Wahl der nichtzionistischen Vertreter Englands im Council der Jewish Agency vor. Gewählt wurden Lord James Rothschild, Sir Meyer Spielm a n. Major Nathan, Nathan L a s k y, d'Avigdor G o I d s m i d und Miß Netty Adler. Auf der Sitzung wurde ein Bericht über die Lage der Juden in M e x i k o erstattet. Es wurde darauf hingewiesen, daß die maßgebenden jüdischen Organisationen Amerikas die Situation in Mexiko mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgen. Adas JisroeL Am 4. Juni 1. J. fand im Turnsaal der Tahnud-Thorah-^chuJe die diesjährige Generalversammlung der Adas Jisroel statt. Trotz der vorgerückten Jahreszeit und obwohl der Tag für diemeisten Mitglieder ein gewöhnlicher Geschäfts- und Arbeitstag war, haltte sich eine stattliche Zahl von Mitgliedern eingefunden, so daß die Versammlung zur festgesetzten Stunde eröffnet werden konnte. In seiner Ansprache gedachte der Obmann Herr Siegmund Bondi zunächst der seit der vorigen Generalversammlung heimgegangenen Mitglieder. Insbesondere hob er die bleibenden Verdienste des langjährigen Vorkämpfers der Wiener Orthodoxie, des sei. Herrn Bernhard Hofbauer hervor. Zum Zeichen der Teilnahme hatten sich die Erschienenen von ihren Sitzen erhoben. Der Vorsitzende begrüßte den Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde. Herrn Kultusvorsteher Hof mann, die Vertreter der Bethausvereine und der Jüdischen WobrtätSgkeitsvereine, die Vertreter der Presse. Sodann erteilte er Herrn Wolf Pappenheim das Wort zur Erstattung des Rechenschaftsberichtes. Mit jugendlichem Feuer entwarf dieser in seinem großangelegten. Referate ein anschauliches Bad der umfassenden, vielseitigen Tätigkeit der Adas Jisroel und der mit ihr verbundenen und gesinnungsverwandten Körperschaften auf allen Gebieten des jüdischen Lebens, deren Ergebnis nicht nur der Adas Jisroel, sondern allen Juden Wiens und vielfach auch der gesamten Judenschaft zustatten kommt, Leistungen, die große materielle Opfer erfordern und die trotz der wirtschaftlichen Not im eigenen Kreise aufgebracht werden müssen, da die Adas Jisroel von der Kultusgemeinde keine Subvention in Anspruch nimmt. Sie hält unentwegt an dem Grundsatze fest, die religiösen Angelegenheiten unabhängig zu regeln. Reicher Beifall lohnte diese Ausführungen, Herr Richter referierte über die Kassagebarung, im der die wirtschaftliche Krise sich deutlich spiegelt Es wird die größte Opferwilligkeit auf der einen, die strengste Sparsamkeit auf der anderen Seite notwendig sein, um das Gleichgewicht zu erhalten. Namens der Revisoren berichtet Herr Figdor, daß die Bücher und Belege sorgfältig geprüft und in musterhafter Ordnung beiunden wurden. Er beantragt, den Bericht zu genehmigen und dem Vorstande Dank und Anerkennung auszusprechen. In der folgenden Aussprache nimmt Herr Moritz Felsen b u r g das Wort. Er riühmt die Adas Jisroet als führende orthodoxe Körperschaft Wiens, der die anderen gerne Gefolgschaft leisten. Weiters fragt er nach dem Stande der Refundierung der Schacbtgebührea An der Hand der Daten gibt Dr. Reiniger die Auskunft. Die Kultusgemeinde hebt für die Schachtungen von den von der Adas Jisroel bestellten und bezahlten Schächtern die Schachtgebühr ein; ursprüglich wurden die eingehobenen Gebühren im Ganzen an die Adas Jisroel zurückgegeben. Das winde später abgeändert; es wurde bloß ein Pauschale refundiert Die Kultusgemeinde hebt von den eingegangenen Beträgen eine Inkassogebühr von 5% ein und bat einen Schlüssel bestimmt, nach dem wir in den letzten drei Jahren um etwa S 28.000.— weniger erhalten haben, als von uns eingezahlt wurde. Wir haben eine Richtigstellung dieses Schlüssels vor einem halben Jahre verlangt und hoffen von der Billigkeit und Rechtlichkeit des Vorstandes, daß unserem gerechten Verlangen ehest entsprochen wird. In sehr herzlichen Worten bringt Herr Hof mann die Grüße des Kultusvorstandes und rühmt begeistert die großen, meisterhaften Leistungen der Adas Jisroels, die von allen Seiten große Anerkennung verdienen. Er versichert, daß er persönlich die Bestrebungen kräftigst zu unterstützen bereit ist und auch in der Frage der Refundierung an unserer Seite stehen wird. (Lebhafter Beifall.) Der. Antrag Figdor wird angenommen und hierauf zur Wahl geschritten. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Sandor Adler. Jakob Fuchs, Josef Herzog, Komm.-R. Moritz Leitner, Wolf Pappenheim, Leopold Richter, Josef Schick, Nathan Schiff und Joachim Wosner werden für sechs und Nathan Herzka für drei Jahre (neu) gewählt. Zu einer Anfrage nimmt Herr F r u n e r das Wort. Er bemängelt, daß vom Leiter der Kultusgemeinde die WohJtän'gkaitsanstalte der Orthodoxen nicht genügend berücksichtigt werden. Obwohl der Vorsitzende das als nicht hiehergehörig bezeichnet, gibt der KuLtusvorsteher Hof mann entsprechende Aufklärungen. n\ Die Leistungen der Krankenkassen für jüdische Angestellte. Der Verband der Sabbatfreunde macht darauf aufmerksam, daß die Angestelltenkrankenkassen einen bewilligten Aufenthalt in einem ihrer Heime in einen baren Geldzuschuß zu einem freien Aufenthalt umwandeln, wenn triftige Gründe vorliegen, die das Aufsuchen eines Krankenkassenheimes seitens des betreffenden Mitgliedes unmöglich machen. Auf Grund von Verhandlungen, die mit den Krankenkassen geführt wurden, wurde erreicht, daß bei jenen Krankenkassenmitgliedern, die den Nachweis religiöser Lebensführung erbringen, die Tatsache, daß sie auf rituelle Kost reflektieren, als k GROSSFLEISCHHAUEREI IIEGM, KORNMEHL UMMHMMMHMM^MB WHN IX* BMOOASSB NR. 1» FlUAUi XVIII., WAHRIMOIRSTIIASSS VT Telephon Nr. A 17-3-99and A 18-9-34 Lieferant für HallaaataltM AbteilungenfQrKoscherfleisch Katar Aafaleht «•» ahrw. RabbhntM dar top. KaHiua«a>alada Wlw. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen solcher triftiger Grund angesehen wird. Nähere Auskünfte erteilt das Sekretariat des „Schomre Schabbos", Wien II., Leopoldsgasse 16, Telephon A 48-4-15. Studienfahrt zu den jüdischen Kultur, statten des Ostens. Die Keren Hathora-Zentrale veranstaltet in der Zeit vom 25. Juli (11. Aw) bis 10. August (27. Aw) 1931 eine Exkursion zu den berühmten Jüdischen Kulturstätten des Ostens (Bratislava, Hunsdorf, Krakau, Lublin, Warschau, Gora-Katwarya, Mir. Radin, Wolozin. Wttna usw.). Die Reise ist vornehmlich bestimmt für Rabbiner. Lebrer. für die Vorstände und Mitglieder der Keren-Hathora-Landesverwaitungen und Kommissariate und für Freunde des Keren Hathora. Durch das Entgegenkommen der Bahnverwaltungen einerseits und unserer Freunde in Polen anderseits wird die ganze Exkursion inklusive Rückfahrt Wien pro Person 40 Dollar kosten. Auf Wunsch können einzelne Teilnehmer auch nur Teilstrecken dieser Gemeinschaftstour mitmachen. Anmeldelrist bis spätestens 10. Juli. Nähere Auskünfte erteilt: Keren Hathora-Zentrale, Wien IL. Leopoldsgasse 26. Beth Jakob-Ferienkurs in Sobor bei Nitra (C.S.R.). Der Beth Jakob-Ferienkurs in Sobor bei Nitra wird am Montag, den 6. Juli 1931 (21. Tamus 5691), 5 Uhr nahmittags eröffnet. Der Unterricht beginnt am Dienstag, den 7. Juli (22. Tamus), 9 Uhr morgens. Mit Rücksicht auf die zahlreich vorliegenden Anmeldungen wird hiermit ausdrücklich darauf verwiesen, daß Plätze nur den Teilnehmerinnen vorbehalten bleiben, die die Hälfte des Monatsbeitrages bei der Anmeldung eingezahlt haben. Der Rest auf die Gesamtsumme ist beim Eintritt in den Kurs zu erlegen. Die Adresse des Ferienheimes ist: Beth Jakob-Kolonie, Sobor bei Nitra, Villa Jucy. Nähere Auskünfte erteilt Beth Jakob-Zentrale, Wien U.. Leopoldsgasse 26. ■Tlmtridje Verfautöarungen der Jsraefitisdjen Xuftosgemeinde Wien Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 20. Juni 1931, findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen statt.? Predigt im Leopoldstädter Tempel. Freitag, den 19. Juni 1931, wird im Gemeindetempel, IL, Tempelgasse, beim Abendgottesdienst, Beginn 19.30 Uhr, eine Predigt (Rabbiner Doktor I. Taglicht) abgehalten, bei welcher des 100. Geburtstages des um die -jüdische Wissenschaft hochverdienten Lektors Meir Friedmann gedacht werden wird. Kundmachung. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien gibt hiermit bekannt, daß die Privatistenprüfungen aus israelitischer Religion für Mittelschüler(innen) und Präparandinnen im zweiten Halbjahre des Schuljahres 1930/31 Donnerstag, den 25. Juni 1931, von 3 bis 4 Uhr nachmittags, Wien L, Seitenstettengasse 4, III. Stock (Schulamt) durch Herrn Studienrat Inspektor Prof. Dr. H. Redisch vorgenommen werden. Die Prüfungstaxe beträgt S 5.— pro Halbjahr und ist im vorhinein an der Kassa der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu entrichten. Die Quittung ist dem Examinator vorzulegen. L9sglundvGrtjrejtet,DlE WAHRBEIT*'!