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Die Wahrheit · 1931-06-12 · Heft 24 (12.6.1931) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1931
Issue
Heft 24 (12.6.1931)
Date
1931-06-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
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^efte t> DHL WAHRHEIT wer smi rasa um $iaddic& verehelichen will, wende sich vertrauensvoll an die MSSfJailCOlKfe jüdische Ehevermittlung 99 HA-ESCR Wien II-, Förstergasse 10/18 Auf Wunsch Gratisprospekt! « « Radikale (Dr. Plaschkes), 350 Stimmen, kein Mandat; Misracbi, 220 Stimmen, kein Mandat. Die oppositionellen Parteien halten also den regierungs-, lies Weizmanntreuen Parteien ungefähr die Waagschale, obwohl in diese Waagschale eigentlich nur die Stimmen der Revisionisten fallen, während der langjährige politische Weggenosse Strickers, Dr. Plaschkes, der diesmal seine eigenen Wege gegangen war, mit seiner Trutzkandidatur schmählich durchfiel. (Ein Glück, daß er das schon aus seiner bisherigen politischen Tätigkeit einigermaßen gewöhnt ist.) Wenn nun bei diesen Wahlen trotz aller Wahlmanöver, über die wir durch verschiedene Zeitschriften aus Wien und der Provinz informiert wurden, die offiziellen Zionisten nur weniger als ein Drittel aller abgegebenen Stimmen auf ihre Liste vereinigen konnten, so ergibt sich, daß diese Partei eigentlich zu Unrecht in der Wiener Kultusgemeinde allein den Zionismus vertritt. Noch krasser aber ist dieses Mißverhältnis bei den Misrachisten. die mit zwei Vertretern in der Gemeinde sitzen, während sie bei diesen wichtigen Kongreßwahlen nur ganze 220 Stimmen „erobern" konnten. Ja, die Zionisten haben es sich herrlich eingerichtet, die Offiziellen wollen die Gemeinde, die Opposition den Kongreß beherrschen. Viel Glück, ihr Herren, zu diesem Spiel mit verteilten Rollen, das früher oder später die Judenschaft durchschauen wird. Die Zwangsregistrierung der Ausländer in Michigan. Gouverneur Brucker hat das vom Parlament .von Michigan beschlossene Gesetz zur Zwangsregistrierung der Ausländer sanktioniert Die Opposition beabsichtigt, eine gerichtliche Verfügung zu erwirken, durch die die Verfassungswidrigkeit des Gesetzes dargetan und den Verwaltungsbehörden untersagt wird, das Gesetz in Kraft treten zu lassen. Einige patriotische (lies: antisemitische) Organisationen, die im Hinblick darauf, daß über 20 andere Staaten ähnliche Gesetze erlassen wollen, an der Schaffung eines Präzedenzfalls interessiert sind, haben darauf bestanden, daß der Gouverneur ungeachtet des beim Bundesgericht anhängigen Rechtsstreits das Gesetz unterzeichne. Der Bundesgerichtshof der Vereinigten Staaten hat aber eine einstweilige Verf ü g u n g erlassen, durch die der Gouver- UNION- PRÜMLINGSPEST SAMSTAG, DEN 20. JUNI 1931 IM RESERVIERTEN GARTEN DES CAFE-RESTAURANT XONSTflNTIN HÜGEL" (AKADEMIE, TANZ IM FREIEN, TOMBOLA, JUXZELTE ETC.) ENTREE S 3.— KASTEN IM SEKRETARIAT DER .UNION'. WIEN IX., BERGGASSE 4, TEL. A 19-2-77, ERHÄLTLICH DAS FEST WIRD BEI UNGÜNSTIGER WITTERUNG IM SAALE ABGEHALTEN Merkt es, Juden! Walter Riehl, der Führer unserer Narionalsozalisten, schreibt: ,Jetzt oder nie hatten unsere bürgerlichen Parteien die Möglichkeit, die großen jüdischen Kapitalistenführer bei der Gurgel zu packen und die Masse der mittleren und kleineren jüdischen Existenzen aus dem Wirtschaftsleben hinauszuwerfen! ...Oesterreich hätte jetzt wahrlich das Recht, durch ein Notgesetz seine Fremden zu beseitigen." neur von Michigan angewiesen wird, das vom Parlament dieses Staates beschlossene Fremd en r e gistrierungsgesetz vorläufig nicht in Kraft treten zu lassen. Nunmehr werden die Gegner des Gesetzes vor dem Bundesgericht am 9. Juni seine Annullierung wegen Verfassungswidrigka'it anstreben. Die einstweilige Verfügung des Bundesgerichtshofs hat in den Kreisen der in Detroit und den übrigen Städten Michigans ansäßigen Ausländer, deren sich angesichts der bereits getroffenen Vorbereitungen zur Registrierung sämtlicher Ausländer innerhalb von zwei Monaten größte Aufregung bemächtigt hatte, ungemein beruhigend gewirkt. Eine Registrierung würde für zahlreiche jüdische und nichtjüdische Ausländer, die nicht im Besitze einer gültigen Aufenthaltsbewililgung sind, die Gefahr der Verhaftung und Deportation bedeuten. Die jüdischen Gemeindewahlen in Polen. Die Hauptwahlkommission für die jüdischen Gemeindewahlen in Warschau hat nach durchgeführter endgültiger Prüfung des Abstimmungsergebnisses entschieden, daß auf die Liste der Agudas Jisroel 20 (statt wie letzthin festgestellt 19) Mandate entfallen, während auf die Liste der Polen mosaischer Konfession nur ein Mandat (statt 2) entfällt Die Wahlen zur jüdischen Gemeinde in Lodz haben folgendes Ergebnis gebracht: Agudas Jisroel und die mit ihr verbundenen Gruppen errangen 15, die Zionisten 4, die Jüdische Volkspartei (Folkisten) 2, die Alexandrer Chassidim 2 Mandate, Misrachi und Handwerker 1, Polen mosaischer Konfession 1 Mandat Die mexikanische Regierung lenkt ein. In der Haltung der mexikanischen Regierungskreise gegenüber den Juden scheint ein Umschwung eingetreten zu sein. Wie der JTA-Vertreter in Mexico erfährt,, setzt sich nunmehr Präsident Rubio für den Plan der Errichtung eines kooperativen Basarladens für die vertriebenen jüdischen Markthändler ein. Die führenden Zeitungen haben die antisemitische Propaganda eingestellt. Wie der polnische Geschäftsträger Merdinger dem JTA- Vertreter mitteilt, ist dies auf eine auf Grund der Intervention des polnischen Geschäftsträgers - erteilte Weisung der mexikanischen Regierung zurückzuführen. Der polnische Geschäftsträger hatte auch die Möglichkeit eines gemeinsamen Schrittes des diplomatischen Korps gegen die Zulassung der übrigens ruhig verlaufenen antijüdischen Massendemonstration in Erwägung gezogen, ist jedoch von seinem Plan im Hinblick darauf, daß die Kundgebung offiziell keinen antisemitischen, sondern einen allgemein fremdenfeindlichen Charakter getragen hat sowie wegen der reservierten Haltung der übrigen Diplomaten von seinem Plane abgekommen. Repatriierung der Sephardim. Der Präsident der provisorischen republikanischen Regierung Spaniens, Herr Z am ora, empfing am 4. Juni, den argentinisch-jüdischen Rechtsanwalt Kibrick mit dem er die Frage der Repatriierung von sephardischen Juden nach Spanien besprach. Alle republikanischen politischen Parteien Spaniens, erklärte Präsident Zamora, treten für die Wiedereinverleibung der sephardischen Juden in die spanische Nation ein. •Die spanischen Konsuln im Auslande werden Instruktionen zur Erleichterung der Repatriierung der sephardischen Juden erhalten. Das spanische Parlament wird das Edikt vom Jahre 1492, durch das die Juden aus Spanien vertrieben wurden, feierlich widerrufen. Das indische Warschauer Blatt „Novl slovo" liegt in der Tabak-Trafik, Wien II., Praterstaafie II, auf. Stent Karlen! Wien, im Juni 1931 Herr u. Frau Otto WeiB laden Herr Leopold Löwy ladet alle Verwandten und Bekannten zur zu seiner TRAUUNG ihrer Tochter Malvine mit Herrn Leopold L'öwy Fräulein Malvine WeiB welche s. G. w. Dienstag, den 16, Juni I. J. (2. R. Ch.Tamus) um 3 Uhr nachm, in Sauerbrunn, Rest. WeiB, stattfindet, höfl.ein Sauerbrunn Badgasse A4 Wien, H/1. Gr. Schiffgasse 8/4 VonWodu zu Woche Merores-Waisenhaus, XIX., Bauernfeldgasse 40. Die Veranstaltungen des Merores-Waisenhauses erfreuen sich, wie in diesen Blättern schon oft ausgeführt, großer Beliebtheit und Zugkraft. Dennoch kann gesagt werden, daß das diesjährige Frühlingsfest am 4. Juni in einer Weise gelungen ist, wie man sie auch Veranstaltungen anderer jüdischer Wohlfahrtsinstitutionen nur aus vollstem Herzen wünschen kann. Es waren aber auch schon viele Wochen vorher seitens des rührigen Schutzdamen- Komitees des Heimes alle Vorbereitungen für ein restloses Gelingen dieser Feier getroffen worden, und der schöne Erfolg des Festes am 4. Juni, das auch von einem guten Wetter begünstigt war, krönte diese tatkräftigen Bemühungen. In dem herrlichen Anstaltsgebäude und in dem prächtigen Garten wurde ungemein viel für Auge und Ohr geboten. Eine hübsche Akademie, von der der künstlerische Prolog des Fräulein H. Schwarzbart, die hervorragenden Darbietungen des jungen Violinvirtuosen Kurt Fuchsgelb und der kleinen Klavierkünstlerin Fischer, eine gelungene Aufführung von Glucks „Maienkönigin", wie auch die Tanz- und Chorvorträge der anmutigen Zöglinge hervorgehoben seien, die Musik zweier erstklassiger Tanzkapellen, ferner zahlreiche Ueberraschungen sorgten für die Unterhaltung von Alt und Jung. Das Fest war, wie nicht anders zu erwarten, ausgezeichnet besucht, unter anderen war auch die Präsidentin des Schutzdamen-Komitees, Frau Baronin Ciarisse R o t hschild erschienen, die von dem Obmann des Kuratoriums, Herrn Vizepräsidenten Dr. J. Ornstein, herzlichst begrüßt wurde. Ferner sah man den Vizepräsidenten Dr. J. Löwenherz und Gemahlin, wie auch mehrere Kultusvorsteher. In besonders rühriger Weise hatten die Damen des „Union"- Frauen-Klubs zum Gelingen des Festes beigetragen, auch die „U n i o n" - J u g e n dg r u p p e war bei der Veranstaltung zahlreich vertreten. So bot sich dem Beschauer ein schönes gesellschaftliches Bild und es ist zu erwarten, daß auch der materielle Erfolg dieser hübschen Veranstaltung, die bis in die Abendstunden währte, ein recht schöner sein wird. Frauenwohltätigkeitsverein Brigittenäu - Zwischenbrücken. Seit dem Ableben der unvergeßlichen Präsidentin dieses Vereines, Frau Emilie Weiß,, war ein mehrmonatiger Stillstand in der Vereinstätigkeit eingetreten. Den Bemühungen der Damen der Leitung ist es nun gelungen, Frau Olga Friedmann, deren verdienstliches Wirken in einer Reihe jüdischer humanitärer Vereinigungen rümlichst bekannt ist zur Uebernahme der verwaisten Präsidentinstelle zu bewegen. Mit Ernst und Eifer wird nun wieder an die neue Arbeit geschritten, denn' wohl in keinem Wiener Bezirke ist die Not unserer jüdischen Bevölkerung so groß, die Hilfeleistung so dringend, wie gerade in der GROSSFLEISCHHAUEREI IIIGM. KORNMEHL IMMMMMMMHHHHMHHHV WIEN IX., BCROOASSI NR. 1* FILIALE ■ XVIII., WJtaftlNCMRSTRASSt •? 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