Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 22 (29.5.1931)
- Date
- 1931-05-29
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT Sott» 7 GROSSFLEISCHHAUEREI flEGM. KORNMEHL WIEN IX., BERGGASSE NR. 19 FILIALE i XVIII., WAHRINGERSTRASSE 9T Telephon Nr. A 17-349 und A 16-3-34 Lieferant für Heilanstalten AbteilungenfürKoscherfleisch unter Aufsteht des ehrar. Rabbinates der Isr. Kallasgemeinde Wien. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen VonWodke zu Woche Der Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Männer israelitischer Konfession hielt am 18. Mai 1931 im Sitzungssaale der Kultusgemeinde seine Generalversammlung ab. Herr Präsident Dr. Elias Münz erstattet nach Begrüßung der Anwesenden den Tätigkeitsbericht. Bekanntlich hat der Verein, welcher im Vorjahre den 25jährigen Bestand begehen konnte, seit dieser Zeit sich bemüht, aus den ihm zur Verfügung stehenden Geldmitteln, sowie mit den ihm schenkungsweise übergebenen Kleidungsstücken würdige Greise mit Geld und Naturalien zu beteilen. Der unermüdliche Kassier des Vereines Herr Gustav Planer erstattete den Kassabericht. Im Jahre 1929 hat der Verein für Barunterstützungen und Bekleidungen S 7835.—, im Jahre 1930 S 8685.— verausgabt. Darunter für Spesen 1929 S 122.—, 1930 S 96.—, da die ganze Tätigkeit ausschließlich nur von Vorstandsmitgliedern erfolgt. Der Revisor Ernst Vogel konnte daher in einer eindringlichen Rede den Antrag auf ein Absolutorium stellen, was einstimmig angenommen wurde. In den Vorstand wurden wieder gewählt die Herren: Franz Denes, Josef Dohan, Siegmund Ernst, Edmund Hofmann, Rudolf Kraus, Salomon Meister, Dr. Elias Münz, Viktor Natansohn, Natan Neugasser, Gustav Planer, Gustav Pollak, Paul Schwarzstein, Alois Theumann. Neugewählt wurden die Herren: Michael Grünwald, Moriz Herlinger, Leopold Dicker und Emanuel Blumenthal. Anschließend an die Generalversammlung hielt Rabbiner Dr. Taglicht einen sehr interessanten Vortrag über Zedoko, welcher mit großem Beifall von den Versammelten aufgenommen wurde. Adas JisroeL Am 4. Juni d. J. findet die diesjährige ordentliche Generalversammlung der Adas Jisroel (Schiifschul) statt. Mit der Einladung zu derselben versendet der Vorstand auch den Bericht über die Tätigkeit im Vereinsjahre. Dieselbe erstreckt sich aui alle Gebiete des jüdischen Lebens. Es ist erstaunlich, daß in dieser Zeit der schweren wirtschaftlichen Not solche Beträge für jüdisch-religiöse Zwecke aufgebracht werden können. Nur die Begeisterung für die Ideale des Judentums und die unbedingte Treue zur angestammten Religion waren imstande, diese Opferwilligkeit zu erzeugen. Außer dem Haushalte des Vereines, der eine Einnahme von einer Viertelmillion Schilling aufweist wurde der Betrag von 52.000 Schilling für die Jesode Thorah (Religionsschule) und mehr als 100.000 Schilling für die Talmud-Thorahschule verausgabt Eine große Anzahl von Vereinen, die segensreich wirken, wurden namhaft unterstützt. Im ganzen betrugen die Ausgaben für Fürsorge 43.632 Schilling. Der Bericht ist ein ehrendes Zeugnis für die glaubenstreue Judenschaft Wiens. Zum Schlüsse hebt der Bericht hervor, daß die Adas Jisroel wohl bezüglich der Lösung der religiösen Fragen ihrem alten Grundsatze treu, die Unabhängigkeit und Selbständigkeit zum Ziele hat, bezüglich der politischen und humanitären Aufgaben im Rahmen der großen Kultussemeinde gerne ihre Pflicht erfüllt. Leopoldstädter Tempelverein „Aeschel Awrohom" (IL, Pazmanitengasse). In der Liste der in der letzten Generalversammlung gewählten Revisoren wurde in unserem vorwöchentlichen Bericht der Name des Herrn H. K a w e irrtümlich ausgelassen. Für die jüdischen Opfer der Ueberschwemmungskatastrophe in Lodz und Umgebung sind uns folgende Spenden zugegangen: Julius Markstein, Wien IV., S 10.—, B. N., Berlin, S 10.—, ZeisI, Wien XX., S 3.—. Wir danken den edlen Spendern herzlichst. Auszeichnung. Der Bundespräsident hat Herrn Prof. Karl Moll in Wien das' Große silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Oesterreich verliehen. Verlobung. Fräulein Zita Krupnik, Tochter des Herrn Julius und der Frau Olga Krupnik, hat sich mit dem Großindustriellen Harry Lax verlobt. Trauungen. Joachim und Kamilla Zarnowitz und Restaurateur Josef und Henriette Guth (IL, Hollandstraße) erlauben sich, auch auf diesem Wege zur Vermählung ihrer Kinder Trude und M a x, welche Sonntag, den 31. . Mai 1931, um 4 Uhr nachmittags, im großen Tempel, IL, Tempelgasse, stattfindet, höflichst einzuladen. — Dienstag, den 2. Juni, findet die Trauung der Tochter des Trierer Oberrabbiners Dr. A. A11m a n n Hilde mit Herrn Max van Mentz, Sohn des Herrn B. van Mentz aus dem Haag (Holland) in der Synagoge zu Trier statt. Salzburg. Der hiesige langjährige Tempelvorsteher Herr Daniel Bonyhadi ist durch den Heimgang seiner irommen und wohltätigen Gattin Frau Sarah Bonyhadi hart getroffen worden. Innige Frömmigkeit, lautere Herzensgüte wie gediegene Bildung waren ihre hervorstechenden Charaktereigenschaften. Sie genoß bei ihrem talmudisch hochgebildeten Gemahl, wie bei ihren Söhnen, Schwiegertöchern und den übrigen Familienangehörigen eine unbeschreibliche Liebe und zärtliche Hingebung. Mit einer staunenswerten Klugheit schaltete und waltete sie in dem patriarchalischen Heiin. von Gott mit einer ansehnlichen Zahl wohl geratener Söhne gesegnet, denen sie eine verständnisvolle Geisteswie Herzensbildung angedeihen ließ. Vom Vaterhause hat sie ihr liebenswürdiges Naturell auf den Lebensweg mitbekommen. Es herrschte stets eine ungetrübte Eintracht, eine völlige Harmonie wie eine gottergebene Zufriedenheit in diesem echt'jüdischen Familienhause. Allein über die häuslichen Pflichten vergaß die Verstorbene niemals die altruistischen Menschenpflichten gegenüber Hilfsbedürftigen, Kranken und Sterbenden. So stellte sie schon von Anbeginn ihrer Anwesenheit in Salzburg an ihre überaus wertvollen Kräfte in den Dienst des Israel. Frauen-Vereines. Von kleinen Anfängen heraus entwickelte sich unter ihrer Aegide als Präsidentin dieser religiös-humanitäre Verein zu einer segensreich wirkenden Institution in der Salzburger Glaubensgemeiude. Sie bekundete ein rühmenswertes Taktgefühl bei arm und reich, jung und alt, klein und groß. Nur recht und billig war es daher, einer solchen Präsidentin die wohlverdiente Ehrenmitgliedschaft zu verleihen. Während des Weltkrieges besuchte sie' nicht nur selber die jüdischen Soldaten in den Spitälern und Lazaretten der Stadt, sondern bekümmerte sich auch um die armen Flüchtlinge in den einzelnen Lagern, um ihre materiellen wie religiösen Bedürfnisse zu .befriedigen, immer und überall mit der selbstlosesten Hilfsbereitschaft und der taktvollsten Fürsorglichkeit Gerade wegen dieser unbeschreiblichen Humanität war sie sowohl in der ganzen jüdischen Gemeinde als auch bei den vorurteilsfreien Schichten der christlichen Bevölkerung äußerst geschätzt und sehr beliebt. Das zeigte sich am Sonntag, den 10. ds., bei ihrem ehrenvollen Begräbnis. Denn nach den zahlreichen hmterbliebenen Mitgliedern der weitverzweigten Familie folgte dem Sarge eine große Menge von Trauergästen, unter denen Nationalrat W i n t e r n i g g mit Frau, einige Vertreter der Stadtgemeinde. Delegierte anderer Körperschaften, der nahezu vollständige Kultusvorstand, der gesamte Ausschuß des israelitischen Frauen-Vereines zu sehen waren. Nach der meisterhaften Rezitation der Trauergebete vom Herren Kantor H. Kohn entwarf Herr Rabbiner Dr. Margules ein lebenstreues Bild der Verklärten, rühmte ihre Religiosität, Intelligenz und Humanität. Hieraui ergriff der Gatte das Wort zum Dank und Abschied von seiner getreuen Lebensgefährtin, welche er mit der Stammutter Sarah verglich, wobei er mit einem altfrommen Gebet seinen zu Tränen rührenden Nachruf beschloß. Alf ISO. Zugunsten des Merores Waisenhauses für israelitische Mädchen findet am 4. Juni 1931, von 16 bis 22 Uhr, in den Räumen des Hauses, Wien XIX„ Bauernieldgasse 40, ein Tee mit musikalischen Darbietungen (bei jeder Witterung) statt. Für Mitglieder der „Union" ist in deren Sekretariat eine beschränkte Anzahl von Eintrittskarten erhältlich. (Telephon A19-2-77.) Alle Haus- und Realitätenbesitzer (Landwirtschaften, Hotels. Fabriken. Kaffeehäuser, Restaurationen usw.) werden auf das auf Seite 8 befindliche Inserat des erstklassigen Realitäten- und Verwaltungsbureaus Rudolf Szilagyi, Wien IX.. Rotenlöwengasse 3/8, aufmerksam gemacht. Wir verweisen auf das Inserat auf Seite 6, auf die eissparende Marke „Frigofor", die zu den billigsten Preisen, von S 110.— aufwärts, bei „Elphora" ' Dominikanerbastei 22, zu haben sind. L. £**M«MaMS> Judischer Familienvater b! I Seldiworenlabrlk streng Eisen&HönlgslMx.WiCD n., Baidgassc s Selchwaren und Restauration Vorzüglicher Mittag- und Abendtisch zu bürgerlichen Preisen II.. Praterstrafle 33 (Neben dem Carltheater) 40 Jahre alt, in jeder erwünschten Höhe kautionsfähig, sucht Stelle als Ttmptl» 3 diener oder sonstiger beliebiger : Art. Unter ^Vertrauenswürdig" an! die Administration dieses Blattes. Xvmst und £iteratur Kizzur Schulchan aruch. Das Interesse für das jüdische Schrifttum hat sich in den letzten Jahren mächtig verstärkt Auch der Schulchan aruch, das Werk, nach welchem der Jude sein religiöses Tun und Lassen richtet wird gegenwärtig eifriger studiert als noch vor Jahrzehnten. Insbesondere hat der Auszug aus dem vierbändigen, großen und umfassenden Schulchan aruch, der Kizzur schulchan aruch, das populäre Werk des Rabb. Sch'lomo Ganzfried, eine ungeheure Verbreitung und allgemeine Anerkennung bei der gesamten Judenheit der Welt erlangt. Darum ist es ein Verdienst der Buch- und Kunstdruckorei Samson Weiß in Frankfurt am Main, daß sie eine Uebersetzung dieses volkstümlichen Werkes im Anschluß an den Text herausgibt, um es auch denen zugänglich zu machen, welche des Hebräischen nicht ganz oder gar nicht mächtig sind. Sie können sich an der Hand dieser klaren, leicht verständlichen und volkstümlichen Uebersetzung, welche in einem guten deutschen Stile abgefaßt ist. mit wenig Mühe in das Verständnis und Uebersetzen des Kizzur schulchan aruch einarbeiten, so daß sie bald selbständig dieses Werk in der Ursprache studieren können. Die Buch- und Kunstdruckerei Samson Weiß in Frankfurt a. M. hat somit gerade denjenigen Personen, alt und jung, welche etwas abseits von den Mittelpunkten jüdischen Lebens und Lernens wohnen, ein vorzügliches Hilfsmittel geliefert sich in das Studium der Ritualwerke einzuarbeiten. Die Uebersetzung ist von dem durch seine populäre Schreibweise bekannten Dr Kahn. Rabbiner in Bad Mergentheim, geschaffen und von der Kritik sehr günstig beurteilt und empfohlen worden. Der Uebersetzung ist der Urtext in tadelloser Vollständigkeit und schönem, großen Drucke beigegeben, die Uebersetzung selbst in deutschen Lettern gedruckt und dem Auge, das im Urtexte liest, leicht erreichbar. Das Werk, erscheint in Lieferungen, je 2 Druckbogen enthaltend. Die Lieferung kostet 80 Pfg. Das Gesamtwerk, welches zirka 50 Lieferungen umfaßt, wird in 3 Bänden (eleganten Leinwandband mit Goldprägung und Etuis) erscheinen und ist gegen einen im Voraus zu bezahlenden Subskriptionspreis von RM. 30.— nach Fertigstellung zu haben. Sämtliche jüdische Buchhandlungen, sowie der Verlag nehmen Bestellungen entgegen, dagegen für das Gesamtwerk vorläufig nur der Verlag. „Das neue Europa" (Wien-Zürich-Paris-Berlin). Einzelne Episoden im jüngsten Weltgeschehen haben nicht dazu beigetragen, den internationalenpolitischen Horizont zu klären; die_Weltwirtschaftskrise schaift auch Probleme mit politischen Rückwirkungen und immer noch türmen sich aui dem Wege zur Kräftigung des Weltfriedensgedankens Hindernisse auf, die einstweilen noch keine Atmosphäre der absoluten Beruhigung aufkommen lassen. Mit um so größerer Genugtuung muß man in diesen ernsten Zeitläuften die ehrlichen, überzeugenden Bekenntnisse zum Frieden und die starke Zuversicht verzeichnen, die aus Aeußerungen von Persönlichkeiten sprechen, die imstande sind, vermöge ihrer Stellung und Bedeutung den Glauben der Völker und Nationen an die Weltbefriedung zu stärken. Wieder einmal ist es die von Dr. Paul Hohenau herausgegebene und redigierte internationale Zeitschrift „Das neue Europa", seit 17 Jahren Tribüne für Völkerverständigung und Wirtschaftswiederaufbau, die in ihrer eben herausgekommenen Mai-Juni-Ausgabe an ihrer Spitze hochbedeutsame Ausführungen des Präsidenten Hoover und des Prinzen von Wales enthält, die den Klang reiner Friedensglocken haben und wohl universell tiefgründige Wirkung auslösen werden. Die vom Prinzen von Wales geprägten Worte „Vom Kreuzzug für den Weltfrieden" müssen fortab zum Feldzeichen im Kampf gegen den Krieg gelten. Der Artikel Paul Painlevö's und jener von Henry Derenger sind im gleichen Geiste gehalten. Ueber die ..Zivilisation im Zeichen des Laboratoriums" spricht in ungemein geistvoller Weise Ray Lyman Wilbur. vormals Präsident der Stanford-Universität und gegenwärtige Staatssekretär der U. S. A. Ueber die innerpolitischen Gestaltungsmöglichkeiten in England finden wir einen interessanten Aufsatz von Neville Chamber 1 a i n. weitere Artikel vom amerikanischen Staatssekretär- J. R. Castle, der über die Aufgaben der Jugend bei der internationalen Verständigung und den Fortschritt der Zivilisation spricht, und vom Direktor im Handelsdepartement der V. St. Julius Klein über die „Maschine als sozialer Wohltäter" zeugen von einer profunden Kenntnis der einschlägigen Verhältnisse und sind von hohem aufklärenden Werte. Weitere Aufsätze und die reiche Bücherschau beschließen das Heft. Auslieferung der internationalen Revue „Das neue Europa" für Oesterreich, Deutschland und die Nachfolgestaaten: Wien IX., Türkenstraße 9; für die Schweiz: Bergland-Verlag, Bern-Chur; für Frankreich: Maison de la Presse Etrangere, Paris, 15, Blvd. des Italiens. Jos. Schacht, Der Islam, Tübingen 1931, J. C. B. Mohr. Mit' Ausschluß des Korans sind hier aus der religiösen wie auch religionsphilosophischen Literatur des Islams gut gewählte Proben in mustergültiger deutscher Uebersetzung zusammengestellt Selbst diese knapp be-