Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 20 (15.5.1931)
- Date
- 1931-05-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3062972-3064453-3064472--18376-3083399- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
DBS WAHRHEIT Sdto 7 --k GROSSFLEISCHHAUEREI SliGM, KORNMEHL ■«■■■■■■■■■■■■■■■■■■■m WIEN IX., BERGGASSE NR. 1» FILIALE i XVIII., WAHRINOERSTRASSE 97 Telephon Nr. A 17-3-99 and A 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten AbteilungenmrKoscherfleisch Hüter Aufsteht ries ehrw. Rabbinate« der l*r. KultusaemeiiMle Wen. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen brachte es mit sich, daß man ihn allenthalben zu Hilfeleistungen heranzog. Manches Kunstdenkmal, das die Stadt Wien ziert, entsprang nicht nur seiner Initiative, sondern er ruhte auch nicht, bis er das Werk vollendet sah. Siegfried Löwy, der als Journalist über ein Vierteljahrhundert der „Oesterreichischen Volks-Zeitung" angehörte und für die größten deutschen Zeitungen korrespondierte, blieb, als er sich sozusagen von der beruflichen Tätigkeit zurückzog, noch immer Journalist und auch bei ihm trifft es zu, daß er in den Sielen starb. Selbst ein Freund aller, hatte er keinen Feind und so vereinigt sich mit der Trauer seiner Familie auch das Mitgefühl aller, die mit ihm in Verbindung standen und die diesen wertvollen, liebenswürdigen Menschen, der auch ein guter Jude gewesen ist, ein warmes Gedenken bewahren werden. 70. Geburtstag. Dieser Tage feierte Herr Kommerzialrat Gustav S t ö ß 1 e r, Vorstandsmitglied der „Union deutschösterreichischer Juden", seinen 70. Geburtstag. Der Werdegang dieses Mannes, der sein ganzes Leben lang fleißiger, ehrlicher Arbeit ergeben war, ist so interessant, daß er in kurzen Umrissen skizziert zu werden verdient. Geboren im Juli 1861 in der Marktgemeinde Poleschowitz, übernahm der Jubilar im Jahre 1884 von seinem Vater eine bescheidene Gemichtwarenhandlung, die er so wie die von ihm betriebene Landwirtschaft auf solch respektable Höhe zu bringen verstand, daß er sich allseits großer Beliebtheit und Wertschätzung erfreute. Er wurde denn auch Vorstandsmitglied der Kultusgemetade Bisenz, und Vorstandsmitglied der klerikalen Ortsgemeinde Poleschowitz. Im Jahre 1913 ist Kommerzialrat Stoßler als kommerzieller Leiter in die Veretasmolkerei G. m. b. H. eingetreten. Im Jahre 19115 wurde er Direktor der Reg. Genossenschaft der Butterhändler Oesterreichs und besorgte in dieser Eigenschaft die Fettverteilung des Ernährungsamtes und die Versorgung der Rayonierungsstellen der Gemeinde Wien. Er war Präsident des Eierhändlervereines und Vizepräsident des Eierhändlerverbandes und hatte für die Regierung die Konservierung der Eier durchzuführen. Es entsprach der guten jüdischen Gesinnung des Jubilars, daß er in erster .Linie die kleinen jüdischen Händler mit der Konservierung von Eiern reichlich bedachte. Auch hatte er während des Krieges und nach demselben die jüdischen Spitäler und Versorgungsanstalten ausgiebig mit Fett und Milch versorgt. Seine Ernennung zum Kommerzialrat war eine durchaus wohlverdiente Auszeichnung. Im Jahre 1921 begründete er mit noch einigen Herren die deutschösterreichische Milch- und Molkereiprodukten-Einfuhrgesellschaft A.-G. unter der Patronanz der Regierung und war bis Ende 1925 geschäftsführender Verwaltungsrat dieser Gesellschaft Die Vereinsmolkerei G. m. b. H. wurde im Jahre 1925 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und Kommerzialrat Stößler zum Leiter und Direktor ernannt, welche Stellen er bis zum Jahre 1928 bekleidete. Besonders interessant sind die beiden letzten Posten des Jubilars. Seit dem Jahre 1923 bewirtschaftet er nämlich mit seinem Sohn das Gut des Souveränen Maltheser-Ritter-Ordens in Mailberg und <jroß-Harras und seit dem 1. März 1931 hat er die Leitung des Gutes Thalheim übernommen. So sehen wir den Jubilar seit seiner Jugend unermüdlich tätig und auch heute noch zeichnet ihn Geistesfrische und Agilität aus. Alle jene, die ihn kennen, verehren und schätzen ihn, insbesondere genießt er in den Kreisen der „Union" überaus große Beliebtheit. — Eines der ältesten Mitglieder und verdienstvollsten VorstaxidsmitgKeder des Leopoldstädter Kranken-Unterstützungsvereines „Nächstenliebe", Herr Alexander Guttmann, feierte vor kurzem seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlasse fand am 12. d. M. eine Festausschußsitzung statt, bei welcher Gelegenheit Herrn Alexander Guttmann, der lange Jahre die Funktion des ersten Schriftführers versehen hat und jetzt erster Vizepräsident des Vereines ist, in Anbetracht seiner großen Verdienste um den Verein eine Tierzliche Adresse vom Präsidenten I. Schönherz überreicht wurde. Tief gerührt dankte der Jubilar. Personalnachricht. Der Bundesminister für Justiz bat im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Handel und Verkehr den Prokuristen der Firma B. Spiegier -& Söhne,. Josef Lemberger, zum fachmännischen Laienrichter bei dem Handelsgericht Wien mit dem Titel eines Kommerzialrates ernannt Propaganda der „Einheit" im Auslande. Die „E i tili e i t", Verein zur Errichtung und Erhaltung von Volksspeisehallen, Wien IL Malzgasse 12, diese seit 25 Jahren bestehende Anstalt, ermöglicht es, durch äußerst billige, gute, dabei streng koschere Kost und die Sorgfalt welche sie ihren Besuchern widmet, jedem, insbesondere den nach Wien kommenden Fremden, sich hier gut und billig zu verköstigen. Der große jüdische Landesbildungsverein Ungarns („Omike" Budapest) veranstaltete vor kurzem mit einer 60 Personen starken Gruppe Hochschüler eine Studienreise nach Wien, deren Teilnehmer acht Tage in der „Einheit" verköstigt wurden. Der Vorstand der „Einheit" erhielt folgendes, vom Generalsekretär der „Omike", Herrn Dr. Julius Friedmann gezeichnetes Schreiben: „Unter dem Eindrucke der Meldungen des Herrn Amsel, der unsere Studienreise nach Wien leitete, danken wir Ihnen herzlichst für die gute Verpilegung, die unseren Reisenden zuteil wurde und versichern Sie unserer Verehrung mit aller Hochachtung." Der Vorstand des Jüdischen Frauenvereines Landstraße (Präsidentin Frau Erna Schwarz-Hiller) versendet in diesem Jahre, da eine Generalversammlung nicht stattfindet einen Rechenschaftsbericht für das abgelaufene Vereinsjahr. Aus diesem Bericht kann man ersehen, in welch intensiver Weise der Verein bestrebt war, für seine Schützlinge — alte, kranke und erwerbsunfähige Frauen und Männer — zu sorgen und ihr trauriges Los zu erleichtern. Außer regelmäßigen monatlichen Geldunterstützungen war er in der Lage, Wäsche, warme Kleidungsstücke und Lebensmittel im reichsten Maße zu verteilen. Für dringende Fälle aus anderen Bezirken wurden Unterstützungen in Geld und Naturalien geleistet. Auch die Armen im Versorgungshaus Seegasse wurden nicht vergessen. Während der Dauer der kalten Jahreszeit wurden 12.000 Kilogramm Kohle verteilt. Anläßlich des Chanukafestes konnten 40 Kinder mit Wäsche und Kleidern neu ausgestattet werden, ebenso erhielten dieselben, wie auch alle anderen Schützlinge, eine reichliche Jause. Der Verein bittet herzlichst, ihn durch Anwerbung von neuen Mitgliedern zu unterstützen, ebenso seine Kleideraktion durch Spenden gut erhaltener Kleider und Wäschestücke zu fördern. Um gesellige Zusammenkünfte der Mitglieder und deren Freunde zu ermöglichen, wurde im Cafe" Krystall, L, Aspernplatz, eine Bridge- und Runumystube errichtet, deren Erträgnis vollständig den Armen zugute kommt. Gespielt wird jeden Donnerstag Nachmittag und Abend, sowie Samstag Abend. Der Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Männer Israelitischer Konfession (IL, Ferdinandstraße 19). hält Montag, den 18. Mai 1931. um Vxl Uhr abends, im Sitzungssaale der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien L, Seltenstettengasse 4. 2. Stock, seine Generalversammlung ab. Anschließend Vortrag über „Zedokoh". gehalten von Rabbiner Dr. L Taglicht. Die Mitglieder und Gönner des Vereines werden höflichst ersucht; dieser Generalversammlung beizuwohnen. „Theologla". Verein jüd. Hochschüler an der isr. theol. Lehranstalt IL. Tempelgasse 3. Coli. cand. phiL cand. theol. Israel Zwi Rannet hält am Samstag, den 16. Mai, bei dem um 8 Uhr stattfindenden Gottesdienste eine Predigt im „Kleinen Tempel", IL, Tempelgasse. Chordirigent Leo Low. Zur Begrüßung und zu Ehren des weitberühmten, gegenwärtig in Amerika tätigen Chordirigenten Leo Low, der auf seiner Europareise vor einigen Tagen auch Wien berührte, lud der Vorstand des Oesterreichischen Kantoren-Vereines die Wiener Kollegen und die Mitglieder des Verbandes der Dirigenten und Chorsänger „Hasimrah" für den Abend des 22. April zu einem Bankette im Festsaale des Restaurants Barschak ein. Diesem Rufe waren die Geladenen mit ihren Frauen in so stattlicher Zahl gefolgt, daß der große, blumengeschmückte Raum die Erschienenen kaum zu fassen vermochte. Der Präsident des Oesterreichischen Kantoren-Vereines, Oberkantor I. L. Müller, begrüßte den illustren Gast und dessen Gemahlin auf das herzlichste, schilderte hierauf in längerer Rede die Bedeutung Löws für den Synagogengesang im allgemeinen, speziell seine Leistungen als Chordirigent die es rechtfertigen, daß er heute den Ruf genießt der größte jüdische Chordirigent der Gegenwart zu sein, der durch seine organisatorischen Leistungen bei der Bildung jüdisch-musikalischer Vereine in Amerika Unvergängliches geleistet hat. Der Ehrenpräsident des Vereines, Oberkantor Isidor Löwit wies hierauf besonders auf Löws Kompositionen von Synagogengesängen hin und Professor Artur Wolf rühmte die Konsequenz des Gefeierten, der bei seiner Tätigkeit immer und überall „das jüdische Element" prinzipiell an die Spitze stelle. Redakteur Dr. Josef Löwy und Prof. Dimitrowsky hoben seine hervorragenden und erfolreichen Bemühungen zur Hebung des Synagogengesanges und seine Bedeutung als Komponist auf diesem Gebiete hervor. Sichtlich gerührt dankte der Gast allen Erschienenen für die überaus herzliche Begrüßung und die Ehren, die ihm und seiner Gattin zuteil wurden; dieser warme Empfang werde ihnen für immer unvergeßlich bleiben. Er schilderte hierauf in großen Zügen die schwere und umfangreiche Arbeit die auf dem Gebiete der jüdischen Musik in Amerika geleistet wurde, und wies auf die großen Erfolge hin; die durch solch unablässige Tätigkeit im Interesse der Erforschung und Weiterbildung der jüdischen Musik in Amerika erzielt wurden. In meiner Frau, sagte Low Für einen Intelligenten zehnßhrigen Knaben aus Ungarn wird für 4 bis 6 Wochen bei besserer österreichischer Familie, in der auch 1 bis 2 glelcbalterlge Knaben sind, Pension, auswärts von Wien, gesucht, Antworten an die Administration des Blattes anter „Deutschsprachig". SeldurarenlaHiik streng Eisen AlfönigsbcrJVieii n., Holmgasse s Selchwaren und Restauration Vorzüglicher Mittag- und Abendtisch zu bürgerlichen Preisen II.. PraferstTafie 33 (Neben dem Carltheater) schließlich, habe ich eine Begleiterin für das ganze Leben gefunden, die gewiß Teil daran hat wenn ich meine Arbeiten zu einem guten Ende führen konnte. Diese aus der Seele kommenden, allen Anwesenden zu Herzen gehenden Worte entfesselten nicht enden wollenden Beifall der Versammlung. Lange noch, bis" in vorgerückte Stunde, blieb die Gesellschaft in anregenden Gesprächen, Erinnerungen austauschend, in animierter Stimmung beisammen. Wiener Bankverein. Zufolge Beschlusses der am 7. Mai d. J. abgehaltenen einundsechzigsten ordentlichen Generalversammlung der Aktionäre des Wiener Bank- Verein wird die Dividende für das Jahr 1930 mit Schilling 1.— vom 8. Mai I. J. ab gegen Rückstellung des die Erträgnisse des Jahres 1930 betreffenden Kupons Nr. 5 der Aktien ä Nom. S 20.— ausbezahlt. Alle Haus- und Realitätenbesitzer (Landwirtschaften, Hotels, Fabriken, Kaffeehäuser, Restaurationen usw.) werden auf das auf Seite 8 befindliche Inserat des erstklassigen Realitäten- und Verwaltungsbureaus Rudolf Szilagyl. Wien DL Rotenlöwengasse 3/8, aufmerksam gemacht. Wir verweisen auf das Inserat auf Seite 6, auf die eissparende Marke „Frigofor", die zu den billigsten Preisen, von S 110.— aufwärts, bei „Elphora", I.. Dominikanerbastei 22, zu haben sind. TImtfidfe VerfauWarungen der Jsraefitisdjen Xuftusgemeinde Wen Predigten und exegetische Vorträge In dm israelitischen Gemeinde- und Bezjrksynagogen. Samstag, den 16. Mai 1931, werden in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten, bzw. exegetische Vorträge beim Morgengottesdienste abgehalten: Predigt: IL, Pazmanitengasse 6, Beginn 9 Uhr 30 Minuten (Rabbiner Dr. Z. Taubes); Exegetische Vorträge: XVIII., Schopenhauerstraße 39, Beginn 8 Uhr 30 Minuten (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang); XXL, Holzmeistergasse 12, Beginn 9 Uhr 15 Minuten (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 16. Mai 1931, findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen statt * Lieferungs- Vergebung. Seitens der Israelitischen Kultusgemeinde Wien gelangen im Laufe der nächsten Zeit die nachstehend genannten baulichen Arbeiten zur Durchführung: 1. IL, Floßgasse 14 (Mücwab): Instandsetzung der Fenster und Türen und Ausmalung von Räumlichkeiten (Tischler-, Schlosser-, Anstreicher-, Glaser- und Malerarbeiten). 2. XL, Zentralfriedhof, I. Tor: 4 Grüfte (Baumeister- und Steinmetzarbeiten). 3. IL, Rauscherstraße 16 (Kuiderambulatorhim): Instandsetzung der Fenster und Türen (Tischler-, Schlosser-, Anstreicher- und Glaserarbeiten). Jene Firmen, welche zur Offertstellung herangezogen werden wollen, werden eingeladen, dies bis längstens Montag, den 18. Mal 1931, dem Technischen Amte der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 2, IV. Stock, bei welchem auch während der gewöhnlichen Amtsstunden (Samstage ausgenommen) alle näheren Auskünfte erteilt werden, schriftlich bekanntzugeben. Die freie Auswahl unter den sich meldenden Firmen zwecks Heranziehung zur Offertstellung für die einzelnen Arbeiten behält der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde ausdrücklich seinem alleinigen Ermessen vor. Konkurs. Der Vorstand der israelitischen Kuhiegernernde Wien, beabsichtigt, anläßlich der diesjährigen hohen Feiertage Funktionäre (Kantoren, Vorbeter, die