Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 18 (1.5.1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE WAHRHEIT Seit»? (■■■■■■■■■■■■■^ H EröfEnungsanzeigel j| §g II., GLOCKENGASSE 11 m | M. BRÜKNER & C9 | =H Unsere Fabrik steht unter der IpS 5rituellen Aufsicht des =| B ♦sr-nn w» wwm nen ♦2f"» jj jj Kfi,i?^ 13X3 pjdv "n ■ ^^^■■»■■■■■■■■■B rauschenden Beifall. Hanni Hoeserich brachte Gedichte von Rilke und Morgenstern. Mit stürmischem Beifall wurden die Meisterleisrungen des Harfenvirtuosen Prof. Alfred Holy bedankt, der eigene Kompositionen brachte. Zum Schluß steigerte Paul Hartmann mit seiner vollendeten Kunst den Vortrag einiger Gedichte von Mörike zum Erlebnis. Die Begleitung der Gesänge besorgte mit gewohnter Meisterschaft Professor Erich .Meiler. Trauerfeier, Mittwoch, den 22. April d. J. veranstaltete der Bethausvorstand für den XVI. und XVII. Be- 2irk im Tempel XVI., Hubergasse 8 zur Ehrung des Andenkens an seinen verdienstvollen Obmann-Stellvertreter Ottomar Katz eine Trauerfeier, zu der sich eine zahlreiche Trauergemeinde eingefunden hatte. Unter den Anwesenden bemerkte man nebst den Familienangehörigen den Vize-Präsidenteh der Israelitischen Kultussemeinde Dr. Jakob O r n s t e i n, die Mitglieder des Bethausvorstandes mit dem Obmann Bundesfürsorgerat Sigmund Weiler, die Mitglieder der Bezirkskommission mit dem Obmann Leopold Sitzmann an der Spitze^ den Gesamtvorstand der Chewra Kadischa unter Führung ihres Präsidenten Medizinalrat Dr. Jakob Deutsch, viele Vorstandsmitglieder der Wohltätigkeitsvereine und zahlreiche Freunde und Anhänger des Verstorbenen. Nachdem Oberkantor Kogan den Psalm 49 mit Chor- und Harmoniumbegleitung wirkungsvoll zum Vortrag gebracht hatte, hielt Rabbiner Doktor Bach, den eine jahrzehntelange persönliche Freundschaft mit dem Heimgegangenen verband, die Gedenkrede, in welcher Sr. Ehrwürden ein treffliches Bild der Persönlichkeit des Verblichenen entwarf und seine .großen Verdienste um das Judentum würdigte. Zum Schlüsse sprachen Rabbiner Dr. Bach, die Mitglieder des Bethausvorstandes und die Vorstandsmitglieder der Chewra Kadischa gemeinsam das Kadischgebet. Sein Andenken wird in der Gemeinde stets ein gesegnetes bleiben. Goldene Hochzeit Samstag, den 25. April d. J. feierten im Ottakringer Gemeindetempel Herr Markus Glücksmann und seine Gattin Amalie, Inhaber der bekannten Kartonnagefirma A. Glücksmann & Söhne, das schöne Fest der goldenen Hochzeit In dem festlich beleuchteten Gotteshause hatten sich zahlreiche Verwandte und Freunde der Familie Glücksmann eingefunden. Der Jubilar wurde in feierlicher Weise zur Thora aufgerufen, und nachdem Oberkantor Kogan einen festlichen Segensspruch vorgetragen hatte, hielt Rabbiner Professor Dr. B a c h an das Jubelpaar eine sehr herzliche Ansprache und erwähnte besonders, ,daß sich dasselbe stets durch Arbeitsfreude, Glaubenstreue und Wohltätigkeit ausgezeichnet habe. Herr Kultusvorsteher Medizinalrat Dr. Deutsch überbrachte die Glückwünsche des Präsidiums der Israelitischen Kultusgemeinde und verlas die diesbezügliche Gratulationsadresse. Mit dem stimmungsvollen Vortrag des Hallelujah durch den Tempelchor, geleitet vom Chördirigenten Perl, fand die "erhebende Feier ihren Abschluß. Während der Sefira-Tage hält Rabbiner Doktor Zwi Taubes beim Abendgebet zwischen Mincha und Maariw täglich mit Ausnahme von Mittwoch im Pazmanitentempel, II., Pazmanitengasse 6, einen Vortrag. Jeden Samstag zwischen 4 und 5 Uhr Bibelvortrag. Der Wiener Jüdische Gesangverein gibt am Dienstag, den 5. Mai, im Festsaal des Hotels Bayrischer Hof, \L, Taborstraße, ein Konzert das speziell für die Jugend gedacht ist Das Programm besteht zum größten Teil aus jiddischen, sefardischen, hebräischen und palästinensischen Liedern und anderen musikalischen Vorträgen. Sämtliche Jugendverbände werden höflichst eingeladen, sich an diesem Konzert vollzählig zu beteiligen. Die Eintrittspreise sind zwischen S —.50 und S 2.50 gehalten. NIEDERÖSTERREICHISCHE ESCOMPTE- GESELLSCHAFT. Zufolge Beschlusses der achtundsiebstigsten ordentlichen Generalversammlung der Aktionäre der Niederösterreichischen Escompte-Gesellschaft wird der Kupon Nr. 2 pro 1930 der Aktien ä Nominale S 100.— mit S 10.50 vom 28. April 1931 an 'bei der Liquidator der Gesellschaft eingelöst. Wien. 27. April 1931. Niederösterreichische Escompte-Gesellschaft. (Nachdruck wird nicht honoriert) Veveinsnadkwiifiten „Chewra Beth HatBlah". Wien IX., Müllnergasse 21 (Müllnertempel). In der am 23. April 1. J. stattgehabten konstituierenden Vorstandssitzung hat sich der Vorstand des Vereines wie folgt konstituiert: Obmann: Börscrat Ignaz Glück. Obmannstellvertreter: Hofrat Prof. Dr. S. Frankfurter. Schriftführer: Max E i s n e r. Kassier: Friedrich Kraus. Zugunsten der armen Schützlinge des i ii d 1 s c h e n Frauenvereines Leopoldstadt findet Sonntag, den 3. Mai, um 11 Uhr vormittags, eine Fest Vorstellung im Rotenturm-Kino „Der Herr Kammersänger" mit Richard Tauber statt Im Interesse der armen jüdischen Bevölkerung der Leopoldstadt bitten wir um zahlreichen Besuch. Karten zum Einheitspreise von S 2.— sind zu haben: bei den Vorstandsdamen, Sanitätshaus Fischer, Wien IL, Taborstraße 24, Möbelhaus Oppenhelm, Wien IL, Praterstraße 30, Redaktion „Die Wahrheit", Wien IL, Heinestraße 13/12, Telephon R 46-2-16 und an der Tageskassa im Rotenturm-Krao. Jüdischer Witwen- und Waisenhilfsverein Wien IX, Dieser seit 25 Jahren außerordentlich human wirkende Verein gestattet sich hierdurch, die p. t. Glaubensgenossen und -genossinnen zum Beitritte einzuladen. Beitrittserklärungen sowie alle Auskünfte beim Obmanp, Herrn Isidor Trebitsch, IX., Servitengasse 20, Telephon A10-6-90, beim geschäftsführenden Obmann.- stellvertreter, Herrn M. Weiner, IX.. Servitengasse 13, Telephon A 14-408, sowie bei allen Vorstandsmitgliedern. Der Wiener Talmud-Thora-Schulverein hielt Sonntag, den 26. v. M. unter Vorsitz des Obmannes Komm.- Rat Sigmund Bondi die Hauptversammlung der Mitglieder unter sehr guter Beteiligung ab. Am Vorstandstisch bemerkte man neben dem Obmann u. a. den Obmannstellvertreter Amtsleiter Wilhelm Freistadt, den Generalsekretär Rabb. Dr. Joel Pollak, die Vorstandsmitglieder Karl Altmann, Universitätsprofessor Dr. Max Eisler, Rabb. Dr. P. Kohn, Oskar Neurath, Kultusvorsteher Wolf Pappenheim, Kultusvorsteher Moses Rath, Kultusvorsteher Michael Sternfeld und den Vertreter der Israelitischen Kultusgemeinde Dr. Josef Ticho, ferner sah man Herrn Obermedizinalrat Doktor S. Krüger, Komm.-Rat Buchwald, Komm.-Rat Klemperer u. v. a. Nach Eröffnung der Generalversammlung hält der Vorsitzende den verstorbenen Vorstandsmitgliedern Bernhard Hotbauer und Komm.-Rat Max Markus einen warmen Nachruf. Hierauf folgte das großangelegte Referat des Generalsekretärs Rabb. Dr. Joel Pollak, der in klarer, anschaulicher Weise das große Tätigkeitsgebiet des Vereines beleuchtet Die für dieses Jahr geplante 80-Jahrfeier der Schule konnte infolge der immer schärfer werdenden Wirtschaftskrise nicht abgehalten werden. Trotz der Wirtschaftskrise und obwohl die Lehrerschaft ihre kärglichen Bezüge nicht pünktlich und nicht auf einmal ausgezahlt erhält, waren die pädagogischen Leistungen nach Feststellungen der Schulaufsichtsbehörde immer zufriedenstellend. Die Hauptschule erhielt neuerlich das Oeffentlichkeitsrecht für weitere fünf Jahre. Ein Teil der jüngeren Lehrer wurde mit Stipendien der Kultusgemeinde, des Keren Hathora und einzelner Schulfreunde bedacht um an der im orthodoxen Geiste geleiteten Würzburger Lehrerbildungsanstalt ihre Lehrbefähigung zu erlangen. Ausführlich beschäftigt sich der Referent mit dem Uebereinkommeu der Talmud-Thora mit dem Dr. Krügerheim. Die großzügige Zusammenarbeit dieser zwei großen sowohl räumlich wie gesinnungsmäßig benachbarten jüdischen Schulvereine ist geradezu mustergültig. Das Dr. Krüger- Heim stellt der Talmud-Thora Räumlichkeiten zur Unterbringung ihrer Mädchenschule zur Verfügung; die Talmud-Thora bietet dem Dr. Krüger-Heim nicht nur ein finanzielles Aequivalent sondern auch wertvolle pädagogische Mitarbeit so daß aus dem Dr. Krüger- Heim in kürzester Zeit eine Zentralstelle für jüdische Mädchenerziehung und Fortbildung geworden ist Nebst der Mädchen-Volks- und -Hauptschule befinden sich im Dr. Krüger-Heim eine Frauengewerbeschule, eine moderne Sprachschule, Koch- und Haushaltungskurse und ein Beth-Jakob-Lehrerinnen-Bildungskurs, der sich besonders aus den Nachfolgestaaten einer regen Beteiligung erfreut Herr Dr. Pollak beklagt sich in bewegten Worten darüber, daß bei der Einrichtung dieser neuen Klassenzimmer der bekannte Opfersinn der Wiener Juden und Jüdinnen ganz versagt habe. Alle Einrichtungsegenstände der neuen Schulzimmer, die fast in allen jüdischen Gemeinden aus Spenden und Widmungen Zustandekommen, mußten hier seitens der Verwaltung zur Verfügung gestellt werden. Dann beschäftigt sich der Referent mit den sozialen Problemen der Schule. Dank der Widmung der Familie Altmann können an der Karoline-Altmann-Schülerausspeisung mehr als 80 Kinder verköstigt werden. Milch, Bekleidung und Ferienaktionen des Elternvereines ergänzen diese sozialhygienisch so bedeutsame Tätigkeit des Schulvereines. Einen breiten Raum des Referates nimmt das Gespenst des Abbaus ein; man denkt nämlich an den Abbau der Knabenhauptschule, welche die meisten Zuschüsse erfordert In flammenden Worten zog der Referent gegen diesen Plan zu Felde. Die Auflassung der Hauptschule würde eine Schande für uns alle bedeuten und wir werden zur Abwehr dieser Schande all unsere Kräfte mobilisieren müssen. Die unerträgliche religiöse Not unserer Großstadtjuden verpflichtet uns zu diesem heiligen Kampfe. Aus dem nunmehr zur Erörterung gelangenden Finanzbericht ist zu entnehmen, daß für die ordentlichen Ausgaben der Schule mehr als 100.000 S nötig sind. Es kostet demnach ein Schulkind etwa 30O S für das Schuljahr. Die Wiener Kultusgemeinde hat der Tahnud-Thora- Schule im Jahre 1930 an ordentlichen und an außerordentlichen Subventionen insgesamt 30.000 S zur Ver- Seidnraraifahriii streng Eiscn&BönigslHX.Wieii IL, Daldgasse 5 Selchwaren und Restauration Vorzüglicher Mittag- und Abendtisch zu bürgerlichen Preisen IL. Praterstrafle 33 (Neben dem Carltheater) fügung gestellt Der Referent dankt in herzlichen Worten für diese bedeutende Subvention. Die Wiener Kultusgemeinde macht auch eine schwere Finanzkrise mit sie kann nur nach ihren Mitteln geben. Die jüdischen Schulparteien anderseits sehen nur das große Bedürfnis nach einer jüdischen Schule und die großen Bedürfnisse einer jüdischen Schute. Zwischen diesen zwei Standpunkten den goldenen Mittelweg zu finden, ist eine schwere Aufgabe. Wir können uns diesbezüglich auf den Schulreferenten der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Josef Ticho und auf den Finanzreferenten derselben Reg.- Rat Dr. Oppenheim vollkommen verlassen. Sie stehen der Schule mit großer Sympathie gegenüber und der Referent dankt den beiden für ihre stete Hilfsbereitschaft Der Finanzbericht wurde nach einem Referat des Revisors - Leopold Hirsch zur Kenntnis genommen und dem Vorstand die Entlastung geeben. Hierauf ergriff im Namen des Vorstandes der Wiener Kultusgemeinde Vertreter Dr. Josef Ticho das Wort. In bemerkenswerten Ausführungen beschäftigt er sich mit dem Problem der konfessionellen Schule, das in Oesterreich wieder aktuell geworden ist Der religiös eingestellte Teil der Bevölkerung erkennt in wachsendem Maße den Wert einer vom religiösen Geist durchfluteten Bildungsstätte an. Die religiösen Schichten der Wiener jüdischen Bevölkerung besitzen an der Talmud-Thora-Schule solch eine wertvolle Bildungsstätte. Am Schluß seiner mit großer Aufmerksamkeit entgegengenommenen Ausführungen gibt Dr. Ticho die Erklärung ab daß er mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln dahin wirken wird, daß ein Abbau dieser Schule vermieden werden könne. Mit lebhaftem Applaus dankte ihm die Versammlung iür diese Mitteilung. Nach den vorgenommenen Wahlen gelangte Herr Dir. Dr. Deutschländer zum Wort, der ein hochinteressantes Referat über „Das jüdische Bildungsideal in moderner Beleuchtung" erstattete, das wir in unserer nächsten Nummer nachtragen. flmtfidje Verfautöarungen der Jsraefitisdjen Xuftusgemeinöe Wien Konkurs. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien beabsichtigt, anläßlich der diesjährigen hohen Feiertage Funktionäre (Kantoren, Vorbeter, die auch als Kaure wirken können, Chorsänger und Schofarbläser) für die temporären gottesdienstlichen Veranstaltungen zu bestellen. Nähere Auskünfte werden im Schulamte der israelitischen Kultusgemeinde Wien!., Seitenstettengasse 4, HI. Stock, während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr vormittags erteilt. Wien, 27. April 1931. Der Vorstand. * Predigten und exegetische Vorträge in des israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Samstag, den 2. Mai 1931 werden in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten, bzw. exegetische Vorträge beim Morgengottesdienste abgehalten: Predigt: IL, Pazmanitengasse 6, Beginn 9 Uhr 30 Minuten (Rabbiner Dr. Z. T a u b e s). Exegetische Vorträge: XVHI., Schopenhauerstraße 39, Beginn 8 Uhr 30 Minuten (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang); XXI., Holzmeistergasse 12, Beginn 9 Uhr 15 Minuten (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). Israelitischer Jtigendgottesdienst. Am Samstag, den 2. Mai 1931, findet um 3 Uhr nachm. der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Oe-neinde- und Bc?irkssynagogen statt. JCunst *md£itetatm Dr. Simon Rubin: Biblische Probleme. I. Die Josephsgeschichte in neuer Beleuchtung. Wien 1931. 63 S. Der Text des Pentateuchs bietet manche Schwierigkeiten. Die neuere Bibelkritik überwindet sie oder glaubt sie durch die Quellenscheidung zu beseitigen, indem sie die einzelnen Stücke, oft die einzelnen Teile eines Verses verschiedenen Quellen zuschreibt dem Elohjsten, dem Jehovisten, dem Priesterkodex. Selbstverständlich kommen da die gewagtesten Hypothesen zutage. Der -gelehrte Verfasser der uns vorliegenden Schrift hat sich die Aufgabe gestellt, die als reich an Widersprüchen dargestellte und von vielen Konjekture*