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Die Wahrheit · 1931-04-24 · Heft 17 (24.4.1931) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1931
Issue
Heft 17 (24.4.1931)
Date
1931-04-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
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MB WAHRHEIT Seit«? gMM-MMMM 1 Eröffnungsanzeigel ( 1 •n^^Sßl^arenrßstaurant | S IlLr .^nr eieener Erzeugung s beste Qualitäten s S II., GLOCKENQMSE11 jg | M. BRÜKNER & C9 | =§ Unsere Fabrik steht unter der g| §j rituellen Aufsicht des s m .s'ian ded omnn nei || I KB^» ÜDT "n m MiSliüfliiiliiiiiliiiiMlIlifliilP WalktHelten vom ffage Gegen die Parole des Hasses. Jede Stimme, die sich heute gegen Verunglimpfung und Verhetzung wendet, findet ein aufmerksames Ohr; denn es ist reichlich still geworden im Bereiche des gegenseitigen Verstehens. Und darum ist der Aufruf, den der christliche Friedenskämpfer Alfred Peter im letzten Monatsblatt des Versöhnungsbundes, dem Organ einer bedeutsamen nichtjüdischen religiösen und aufrechten Vereinigung, der breiten Oeffent- -lichkeit übermittelt, besonders zu begrüßen. Dieser Aufruf hat folgenden Wortlaut: „Eins liegt mir auf der Seele: wieder einmal aufzurufen zur Achtung vor jedem Mitmenschen und jeder Menschenseele, in einem wie immer rassenmäßig geformten Körper sie sich auch befinden mag. Schwierige Fragen der Rassengegensätze und Völkerseschichte werden nicht gelöst durch Haßorgien und Fluchparolen, die nach einem unverbrüchlichen Gesetz wieder auf den zurückfallen, der sie ausspricht. Ich habe mit ehrlichen Menschen der äußersten Rechten gesprochen, und erfahren, daß das Wort „J u d a verrecke" eine Erkennungsparole ist, die aber von ihnen selbst nicht gebilligt wird. Ich richte daher an die betreffenden Verbände die Bitte, diese Parole möglichst rasch zurückzuziehen. Auch um unseres eigenen Volkes willen, das gerade in der Winternacht dieser Tage sonnenhafter Lichtimpulse und nicht Haßflüche dringender bedarf denn je. Nicht nur auf einem Volke, auf allen Völkern lastet heute eine furchtbare Schuldverkettung von Jahrhunderten und Jahrtausenden. Wir lösen sie nicht, indem wir uns als Richter übereinander erheben, sondern indem wir uns als Priester des lebendigen Gottes gegenseitig entsühnen; nicht durch menschenmordende HaQorgien, sondern durch die neuschaffende Kraft aus der Höhe." Das Blatt selber bringt dazu nachstehende redaktionelle Anmerkung: „Ein Losungswort, so menschenunwürdig und widerchristlich, daß wir es hier nicht wiedergeben möchten, wenn es nicht beinahe Tag für Tag in den Straßen unserer Städte tausendfach widerhallen würde — „Juda verrecke!" — ein Fluchwort, das nur Unsegen bringen kann . . ." Der Ueberfali bei Haifa. Von den bei dem Ueberfal bei Haifa verwundeten lüdfechen Arbeitern und Arbeiterinnen sind Israel Isaieowitz und Krerna Perszuk bereits soweit wieder hergestellt, daß sie aus dem Spital entlassen werden konnten. Audi der Zustand der beiden anderen Verwundeten, der Arbeiterinnen Braila Hellmann und Breina Halperin, bessert sich zusehends. Glaser und Gleispach. Vor kurzem wurde an der Wiener Universität •der lOO. Geburtstag des berühmten österreichischen Rechtsgelehrten und seinerzeitigen Justizniinisters Dr. Julius Glaser gefeiert. Die Wiege dieses Mannes stand in der Judengasse eines böhmischen Städtchens und in seiner Jugend hörte er auf den Namen J o s u a. Eine Ironie des Schicksals wollte es nun, daß die Gedenkrede für fliesen Sohn des Ghettos ausgerechnet der ehemalige Rektor der Wiener Universität, Graf Gleispach, hielt, der berühmte Schöpfer des berüchtigten „Studentenrechtes" an den Wiener Hochschulen, das alle Judenstämmlinge von der deutschen Nation ausschließt. Würde Dr. Glaser heute leben, so wäre Gleispach sicherlich der erste gewesen, der sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt hätte, diesem Judenstämmling einen Katheder an der Wiener Universität zu überlassen. Aber dem Toten verzieh er selbst seine Abstammung, um in einer Glorifizierung der Wiener Universität schwelgen zu können. Wo in Palästina gespart wird. Auf Verlangen der amerikanischen Frauenorganisation „Hadassah" ernannte das Komitee für Gesundheitswesen der Jewish Agency eine dreigliedrige Kommission zur Ausarbeitung dringlicher Vorschläge für Ersparnisse im Gesundheitswesen. Diese Kommission arbeitet jetzt für das am 1. Oktober 1931 beginnende neue Budgetjahr einen Voranschlag aus, der erhebliche Kürzungen gegenüber dem laufenden Jahre aufweisen wird. Auf Grund dieses Vorschlages werden dann auch für das Budget des laufenden Jahres weitere Kürzungen vorgenommen werden. Beunruhigung erregt die Tatsache, daß gleichzeitig mit den erheblichen Eänschränkungsmaßnahmen im Gesundheitswesen der Jewish Agency auch im Regierungsbudget für Gesundheitsängelegenhetten große Einschränkungen zu befürchten sind, die gerade solche Arbeitszweige treffen werden, an denen die jüdische Bevölkerung besonders interessiert ist und über die vor kurzem mit der Regierung Abmachungen getroffen wurden. VonWodie zu Wodte Ausbau des Frankfurter Rothschild-Museums. Das alte Bankhaus der Rothschild i n F r a n k f u r t ist vor kurzem in ein M u s e u m für jüdische Altertümer umgewandelt worden. Frau Baronin Edmond de R o t fesch i 1 d hat eine bedeutende Summe zur Erhaltung des Hauses und zur Erweiterung des Museums gestiftet. Neben den eigentlichen Ausstellungsräumen im Erdgeschoß wird im Hause eine Bibliothek, ein Vortragssaal und ein Lesesaal eingerichtet werden. New York. Der kürzlich verstorbene Chef des großen Altmann-Warenhauses in New York, Colonel Michael Friedsam, hat für jüdische und nichtjüdische Wohlfahrtszwecke je 60.000 Dollar hinterlassen. Das Erträgnis seines restlichen Nachlasses, der auf etwa 25 Millionen Dollar geschätzt wird, soll von den Testamentsvollstreckern für Jugend- und Altersfürsorge und zur Unterstützung von Lehranstalten verwendet werden. Seine berühmte Kunstsammlung, die auf 10 Millionen Dollar geschätzt wird, hat Friedsam dem Metropolitan Museum vermacht. Berlin. Der Rechtsanwalt und Notar Dr. Alfred Wiener- Berlin, Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung des Ueberheferten Judentums und künftiger Vertreter der Konservativen im Gemeindevorstande, ist zum Sachverständigen für jüdische Religionsgesetze (Ritual-, Ehe- und Zivilrecht) für das Kammergericht und die Bezirke der Berliner Landgerichte bestellt und ein für alle Mal beeidigt worden. Diese Bestellung ist in Preußen ohne Vorbild und bedeutet eine erhebliche Vereinfachung in der häufiger als allgemein bekannt notwendigen Feststellung religionsgesetzlicher Tatbestände in Rechtsstreitigkeiten aller Art Todesfall. Am 6. d. M. starb in tlörersdorf nach kurzem Leiden Frau Lotte Toch im 63. Lebensjahre und wurde am israelitischen Friedhofe in Misteibach beerdigt Als gebürtige Hörersdorferin gaben der Verstorbenen sehr viele Ortsbewohner unter Führung des Pfarrers Viktor Klinger das letzte Geleite. Was Hörersdorf an Frau Lotte Toch verloren hat erfuhr man aus dem ergreifenden Nachruf des Pfarrers Klinger, bei dessen Worten kein Auge tränenleer blieb. Unter anderem sagte der Pfarrer: „So wie die Hörersdorfer, die Dir das letzte Geleite heute geben, hier am offenen Grabe trauern und weinen, so bin ich überzeugt, daß jedes Haus daheim das gleiche tut Du standest trotz Deiner bescheidenen Mittel Deinen Nebenmenschen jederzeit nicht nur mit Rat sondern auch mit Tat helfend zur Seite. Ich verspreche Dir, und dies möge Deinen Hinterbliebenen zum Tröste sein, daß wir, so wie wir es schon gestern in der Kirche getan haben, alljährlich an diesem Tage Deiner gedenken werden. Lebe wohl, auf Wiedersehen über den Sternen!" Sodann vollendete Herr Kantor Gelbart von der Kultusgemeinde Mistelbach das Zermoniell. Die Verstorbene war eine seelensgute Frau, welcher alle, die sie kannten, ein ehrendes Gedenken bewahren werden. Israelitischer Tempel- und Schulverein, VI., Stumpergasse 42. Die Prüfung an der Talmud-Thora-Schule findet Sonntag, den 26. d. M., um 10 Uhr vormittags, statt. Seebad Crikvenica der beste und billigste klimatische Korort. Streng orth. TOS Pension bei M. Josip Engel. Bensionspreis samt Zimmer 70 Dinar von Zugunsten der armen Schützlinge des jüdischen Frauenvereines Leopoidstadt Badet Sonntag, den 3. Mai, um 11 Uhr vormittags eine FestvorsteUung im Rotenturm-Kino statt Im Interesse der armen jüdische* Bevölkerung der Leopoldstadt bitten wir um zahlreichen Besuch. Karten zum Einheitspreise von S 2.— sind zu haben: Sanitätshaus Fischer. IL Taborstrafte 24. Möbelhans Oppenheim. IL. Praterstraße 38t und an der Tages, kassa hn Schweden-Kino. Der Mädchen- und Frauen-Verein „Krankenbesuch" (Bikur Chaullm). I., Seitenstettengasse 4, veranstaltet Sonntag, den 26. April, 4 Uhr nachmittags, im Hotel Continental, eine Wohltätigkeits- Akademie mit Jause. Mitwirkende: Herrinann Leopoldi und Betja Milszkaja sowie hervorragende Kunstkräfte. Karten an der Kassa und bei allen Vorstandsdamen. Telephon A19-7-54. Der Wiener Talmud-Thora-Scbutvereia hält Sonntag, den 26. d. M., im Turnsaale der Schule. II.. Marzgasse 16. um 11 Uhr vormittags, seine ordentliche Generalversammlung ab. Anschließend Vortrag des Herrn Direktor Dr. Deutschländer: „Das jüdische Bildungsideal in moderner Be~ 1 e u c h t u n g." Gelegenheitskäufe. Benätzen Sie den derzeit billigen Silberpreis zur Ergänzung oder Anschaffung Ihres Tafelsilbers bei Oester reicher. (Siehe Ankündigung auf Seite 3.) Alle Haus- und Realitätenbesitzer (Landwirtschaften, Hotels, Fabriken, Kaffeehäuser. Restaurationen usw.) werden auf das auf Seite 8 benndttche Inserat des erstklassigen Realitäten- und Verwaltuugsbureaus Rudolf Szilagyi. Wien IX.. Rotentöwengasse 3/8, aufmerksam gemacht Die beste Radioübertragung, sowie Selbstübertragung von Schallplatten verbürgen die modernsten Apparate des Radiohauses „Elphora", Wien I., Dominikanerbastei 22, Ecke Franz Joseiskai 7/9, Telephon R 24-4-16. Wiener Bank-Verein. Die 61. ordentliche Generalversammlung des Wiener Bank-Vereins findet am 7. Mai 1931, um 11 Uhr vormittags, im Anstaltsgebäude, statt. Gegenstände der Tagesordnung: Jahresbericht des Administrationsrates, Bericht der Zensoren, Beschlußfassung über die Verwendung des Reinerträgnisses des Jahres 1930, statutenmäßige Wahlen. Je fünf Aktien ä Nominale S 20.— geben das Recht auf eine Stimme. Die Deponierung der Aktien hat bis spätestens 30. April 1931 zu erfolgen. Ttmtßdte Verfautßamngen der Jsneßtisctfen Xuftasgemeinbe Wim Israelitischer Jugendgottesdienst Am Samstag, den 25. April d. J., findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen statt. * Kundmachung. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde hat in Gemäßheit . der §§91 und: 16 des Kultusgemeindestatuts die Voranschläge der Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde, sowie sämtlicher unter der Verwaltung der Kultusgemeinde stehenden Fonds und Anstalten für das Verwaltungsjahr 1931 in alten Einnahmen- und Ausgabeposten geprüft und festgestellt Gemäß § 91 des Statuts liegt dieser Voranschlag durch 14 Tage vom Tage der Kundmachung gerechnet, zur Einsichtnahme der Gemeindemitglieder in der Amtsdirektion, Wien f., Seitenstettengasse 4, III. Stock, auf. Die Gemeindemitglieder sind berechtigt, innerhalb dieser Frist Erinnerungen bezüglich des Voranschlages bei dem Kultusvorstande schriftlich zu überreichen, welcher dieselben in Erwägung zu ziehen hat Diese Kundmachung wurde unter einem im amtlichen Teile der „Wiener Zeitung" verlautbart * Telephon-Nachtschaltung der Kultusgemeinde. Ab 17. April d. J. wird die Telephonsprechstelle der Israelitischen Kultusgemein d e ab 3 Uhr nachmittags aus betriebstechnischen Gründen folgendermaßen geschaltet sein: Portier: U 25-5-85. Amtsdirektion: U 25-5-86. Präsidium-Sitzungssaal: U25-5-87, U25-5-88.

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