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Die Wahrheit · 1931-04-17 · Heft 16 (17.4.1931) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1931
Issue
Heft 16 (17.4.1931)
Date
1931-04-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 DIE WAHRHEIT WonWodke zu Wodke Gemeindewahlen in Danzig. Am 29. März fanden in Danzig die Wahlen für die Repräsentantenversammlung statt Die Danziger Gemeindevertretung zahlt 15 Repräsentanten, die in zwei Fraktionen . zusammengeschlossen sind, in dem liberal-orthodoxen Block, der über zehn Vertreter verfügt, und in der jüdischen Volkspartei, der die fünf zionistischen Vertreter angehören. Die liberal-orthodoxe Fraktion, die im Gegensatz zu der im Deutschen Reich im allgemeinen üblichen Konstellation, wo Zionisten mit Konservativen und den anderen Splitterparteien zusammengehen, in Danzig die Liberalen und Orthodoxen vereinigt, verfügt somit über eine starke Mehrheit. Dennoch schien in diesem Jahre diese Mehrheit gefährdet; von den ausscheidenden und neu zu wählenden sieben Repräsentanten waren fünf Liberale und zwei Volksparteiler. Nun glaubte die Volkspartei, gestützt auf den starken Zuzug ostjüdischer Glaubensgenossen, bei diesem Wahlgang die bestehende Majorität zu erschüttern und zu brechen. In dieser Hoffnung auf einen Wahlsieg stellte sie bei den voraufgehenden Kompromißverhandlungen in bezug auf die Sitzverteilung, auf eine zu errichtende jüdische Volksschule und auf den Keren Hajessod Forderungen, die die Liberalen aus weltanschaulichen und finanziellen Gründen ablehnen mußten. So wurde der Wahlkampf notwendig. Sein Ergebnis mit 4:3 ist in Anbetracht der Situation ein voller Sieg für die liberal-orthodoxe Liste. Auf dem jüdischen Friedhof in Hernshelm bei Worms wurden, wie wir letzthin mitteilten, Ende März zehn Grabsteine umgeworfen und einer zertrümmert. Die sofort erfolgten polizeilichen Ermittlungen haben, wie wir erfahren, ergeben, daß diese rohe Tat von einem Betrunkenen verübt worden ist So sehr wir diese Schandtat bedauern, so freuen wir uns doch, feststellen zu können, daß ihr offenbar kein politisches Motiv zugrunde liegt Baronin Dorothy de Rothschild gestorben. In Paris verstarb im Alter von 84 Jahren Baronin Dorothy de Rothschild, geborene Pinto, die Gattin des Barons James A. de Rothschild, eines Vetters Barons Edmond de Rothschild. Die Verstorbene hat sich durch ihr philanthropisches Wirken, insbesondere durch ihre Tätigkeit im Dienste des Roten Kreuzes während des Krieges die Sympathien weitester Kreise erworben. Auszeichnung. Frau Helene Kanitz, Vorstandsmitglied des Humanitäts-Vereines für die westlichen Bezirke Wiens („Nachlath Jeschurun") und Leiterin der Ferienkolonie dieses Vereines, wurde in Anerkennung ihres ausgezeichneten philanthropischen Wirkens vom Bundespräsidenten zum Bundesstaatlichen Fürsorgerat ernannt In einer besonders feierlichen Vorstandssitzung des genannten Vereines wurde Frau Kanitz das Ernennungsdiplom mit herzlichen Glückwünschen überreicht Todesfälle. Still und bescheiden, wie sie gelebt, ist am 7. d. M Frau Gabriele Schwarzstein, geborene Gelb wachs, nach längerem Leiden im 81. Lebensjahre sanft entschlafen. Die Verblichene war eine wahre Esches Chajil, eine echt jüdische Frau, die nur ihrer Familie lebte, aber auch Herz und Sinn für arme Glaubensgenossen hatte, denen sie jederzeit gerne hilfreich beistand. Echt jüdisch war auch ihr Leichenbegängnis, das Freitag, den 10. d. M. vom Trauerhause aus stattfand. Der von einer zahlreichen Trauergemeinde begleitete Leichenwagen hielt zur Ehrung der Dahingeschiedenen vor dem Lokal des Ausspeisungsvei eines „Machsike Hadath", für den Frau Schwarzstein segensreich gewirkt Es wurde dort ein andächtiges Trauergebet rezitiert Die Beerdigung fand auf dem Zentralfriedhof I. Tor statt, dessen Zeremonienhalle die große Zahl der Erschienenen kaum fassen konnte. Es waren viele Freunde und Bekannte der leidtragenden Familie gekommen; an der Bahre der Heimgegangenen > trauern die Kinder Moriz, Regine, Paul, Heinrich, Isidor, David und Rosa, von denen insbesondere Herr Paul Schwarzstein wegen seines hochherzigen philanthropischen Wirkens in weitesten Kreisen geschätzt und beliebt ist Man sah starke Abordnungen des Delegiertenverbandes der Chewra Kadischa, der „Union deutschösterreichischer Juden", des Ersten Wiener Gewerbevereines, der humanitären Vereine „Nächstenliebe" und „Montefiore". Die im orthodoxen Geiste gehaltenen rituellen Funktionen waren überaus einfach, aber dennoch herzergreifend. Die Söhne trugen die Mutter zu ihrer letzten Ruhestätte und sprachen, umgeben von einer* großen Trauergemeinde, das Kaddisch. Ehre dem Andenken dieser •wahrhaft frommen und guten Frau! — Am 5. d. M. wurde unter großer Beteiligung Frau Regine Halpern zu Grabe getragen. An der Bahre trauern der Gatte Jakob Halpern und die Töchter Erna Appel, Pepi Schwarz, Amalie F r i e d w a 1 d und die Schwiegersöhne. Die Verstorbene hat sich wegen ihres trefflichen, echt jüdischen Charakters wohlverdienter Achtung erfreut Verlobung. Fräulein Lizzie Balog, Tochter des Herrn Jacques Balog und seiner Gattin Adele, hat sich mit Herrn Josef Matzner, Sohn des Herrn Albert M a t z n e r, verlobt Wir gratulieren herzlichst. Linz. Fräulein Paula Weinstein, Tochter des Herrn Oskar Weinstein, Direktor der Camis & Stockwerke, hat sich mit Herrn Erwin S e g a 1 aus Wien vermählt. Der Bethausvorstand für den XVI. und XVII. Bezirk veranstaltet zur Ehrung des Andenkens seines verdienstvollen Obmannstellvertreters Ottomar Katz Mittwoch, den 22. April, ^8Uhr abends, im Gemeindetempel, XVI., Hubergasse 8, eine Trauerfeier, zu der hiemit die Tempelbesucher und Anhänger des Verstorbenen höflichst eingeladen werden. Trauerfeier. Das Fürsorgekomitee Lainz veranstaltete am Sonntag, den 12. d., im Bethause Lainz für die am 28. v. M. verstorbene Frau Hermine Rosenzweig, geb. Berger, eine Trauerfeier. Im Bethause versammelte sich das gesamte Komitee, an der Spitze Herr Karl Altmann samt Frau Gemahlin, sowie in Vertretung des Tempelvorstandes Fünfhaus H. S a m e k, zahlreiche Damen und Herren verschiedener Wohltätigkeits-Institutionen der Bezirke XII bis XV und sämtliche Pfleglinge des Versorgungshauses Lainz. In warmen Worten hielt der Präsident Herr Karl Altmann, sowie die Vizepräsidentin Frau R. Fleisch mann der Verstorbenen ehrende Nachrufe. Die kantorale Fraktion versah Kantor Simon Kriegsmann in ergreifender Weise. 20]ähriges Dienstjubiläuni. Dieser Tage wurde in der Israelitischen Kinderbewahranstalt, II., Schiffamtsgasse 15, das 20jährige Jubiläum der Wärterin, Frau Minna P o s m a n i k, begangen. Im Rahmen einer kleinen Feier sprach Frau Direktor Fischer der Jubilarin in warmen Worten den Dank für ihre treuen und stets aufopferungsvoll geleisteten Dienste aus. Ein kleiner Anstaltszögling sagte ein Glückwunschgedicht auf. Vom Vorstand erhielt Frau Posmanik eine Ehrengabe und wurde auch sonst mit Geschenken und Blumen bedacht Vereinsnadkvidkten Generalversammlungen. Verein zur Ausspeisung anner israelitischer Schulkinder für den XVI. und XVIL Bezirk. Donnerstag, den 26. März 1931 fand im großen Saale des Vereinsheimes XVI., Wurlitzergasse 11, die diesjährige Generalversammlung obigen Vereines statt Der Vizepräsident des Vereines, Herr Dr. Felix Reik, eröffnete die Generalversammlung und begrüßte die Erschienenen, insbesondere den Vertreter der Kultusgemeinde Herrn Medizinalrat Dr. Jakob Deutsch, Frau Dr. Helene Stein für den Verband „Weibliche Fürsorge", den Obmann des Bethausvorstandes Bundesfürsorgerat Sigmund Weiler, das Mitglied der Bezirkskommission Rudolf Urbach und die Vertreter der verschiedenen Vereine. Der Vorsitzende gedachte der im abgelaufenen Jahre verstorbenen Vereinsmitglieder, wobei er dem erst vor kurzem verstorbenen hochverdienten Hausverwalter Ottomar Katz und dem Vorstands- und Ehrenmitgliede Alexander Goldblatt warme Gedenkworte widmete. Herr Dr. Reik schilderte sodann ausführlich die Tätigkeit des Vereines und teilte unter anderem mit, daß der Verein infolge der wirtschaftlichen Not sich genötigt sah, außer den Kindern auch alte, erwerbsunfähige Personen auszuspeisen. Der Redner erwähnte dann die reichlichen Zuwendungen an Geld- und Naturalspenden seitens des Präsidenten des Vereines Herrn Julius Krupnik und dankte zum Schlüsse seiner vortrefflichen Ausführungen dem Vorstande und Danhiagung. Außerstande, mich bei jedem einzelnen Teilnehmer an dem Leichenbegängnisse meiner innigst geliebten Mutter Gabriele Schwarzstein persönlich zu bedanken, spreche ich auf diesem Wege allen, die mir und meiner Familie ihren Anteil an dem schweren Verluste bewiesen haben, meinen tief gefühlten Dank aus. Ganz besonders danke ich dem Delegiertenverband der C h e w r a K a d i s c h a, der „U n i o n deutschöster.r eichischer Juden", dem I. Wiener Gewerbe-Verein und den humanitären Vereinen „Nächstenliebe" und „Montefiore" für die innige Anteilnahme an dem schweren Schicksalsschlage, der uns getroffen. Nochmals allen herzlicher Dank! Wien, im April 1931. Paul Schwarzstein. Radio ondörammopnonc Radio, neueste Typm, auch Umbau und Tausch alter Apparate. Schallplatten hervorragendster Künstler und neueslerSdüoger, audiTausdi. Zahlungserlei dilerung. Sadiohaus „ELPHORA" I., Domlnikanerbastel 22, Tel. R 24-4-16 (I., Kai 7/9) allen Mitgliedern für die tatkräftige Unterstützung. Nun ergriff der Ehrenpräsident des Vereines Herr Rabbiner Dr. Bach das Wort und gab zu dem Tätigkeits- und Kassabericht einige Erläuterungen. Gemäß dem Antrage des Revisors Herrn Robert Beck wurde dem Vorstande einstimmig das Absolutorium erteilt. Es folgten nun verschiedene Ansprachen, in denen der Vereinsleitung für die mustergültige Führung Dank und Anerkennung ausgesprochen wurden, so von Herrn Medizinalrat Dr. Deutsch namens der Kultusgemeinde, von Frau Dr. Stein namens der „Weiblichen Fürsorge" und in Vertretung der Präsidentin Frau Regine Ullmann und vom Oberveterinärrat Heinrich Rosenzweig namens des Vereines „Kinderfreunde". Die erste Vorstandsdame Frau Charlotte Wegler verlas einen kurzen Bericht über die Ausspeisung, laut welchem täglich 80 Kinder und 30 alte Männer und Frauen ausgespeist wurden, und dankte allen Mitarbeiter, insbesondere ihren beiden Kolleginnen im Vorstande, den Damen Regina U n g v a r y und Rosa Storch, für ihre Mühewaltung. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl wurden die turnusmäßig ausscheidenden Vorstandsmitglieder per Akklamation wiedergewählt, worauf der Vorsitzende die gut besuchte und würdig verlaufene Generalversammlung schloß. G. H. Chewra Kadischa Baden. Am 29. v. M. fand in Baden die Generalversammlung der Chewra Kadischa statt. Der Vorsitzende Präses Ludwig Lackenbacher hielt den im abgelaufenen Vereinsjahre verstorbenen Mitgliedern einen tiefempfundenen Nachruf, welcher von den Mitgliedern stehend angehört wurde, und erstattete sodann den Tätigkeitsbericht über die dreijährige Wahlperiode des Vorstandes, welcher unter allgemeinem Beifall zur Kenntnis genommen wurde; ebenso der vom Kassier Herrn Ig. K o h n erstattete Rechenschaftsbericht über die Kassagebarung, welcher über Antrag der Revisoren, der Herren Breuer und Löbl, einstimmig genehmigt wurde. Der Kultuspräsident Herr Ch. Ingwer würdigte in längerer Ansprache die Tätigkeit des Präsidenten L. Lackenbacher, betonte insbesonders die Verdienste, welche sich derselbe während der 28 Jahre im Vorstande der Kultusgemeinde und durch 11 Jahre in der Chewra Kadischa erworben hat, und beantragte, denselben zum Ehrenmitgliede zu ernennen, was einstimmig per Akklamation angenommen wurde. Bei der stattgefundenen Neuwahl des Vorstandes wurden gewählt: die Herren Alexander Braun, Gustav Oedenburger, Ign. Kohn, L. Lackenbacher als Vorsteher, zu Ersatzmännern: die Herren Mendel Fußmann und Max Deutsch, zu Revisoren: die Herren Rob. Breuer und Franz Löbl. In der konstituierenden Vorstandssitzung, welche Sonntag, den 5. d. M., stattfand, wurden gewählt: Ludw. Lackenbacher zum Präses, Alexander Braun zum I. Vorsteher, Gustav Oedenburger zum II. Vorsteher, Ign. Kohn zum Kassier und Schriftführer. Chewra Kadischa im XVIII. Bezirk. Sonntag, den 5. April hat die 51. Generalversammlung stattgefunden, welcher als Delegierte Herr Obermedizinilarat" Doktor Haase in Vertretung des Kultusvorstandes, Herr Direktor Heinrich Glücksthal für die Bezirkskommission, Herr Hermann Kuner vom Hietzinger Tempelverein, die Herren Bernhard Kohn und Jacques Winter für die Chewra Kadischa XII—XV, Herr Karl Gold für die Döblinger Chewra Kadischa und Frau Adele Schlesinger als Präsidentin des Währinger Frauenvereines beiwohnten. Der Tätigkeitsbericht des Vorstandes fand den vollen Beifall der Versammlung, insbesonders der Hinweis auf die Kohlenaktion, die der Obmann der Währinger Chewra Kadischa, Herr Josef Nossig, vor zwei Jahren zum Segen der Aermsten ins Leben gerufen hat. Nach der Ersatz-, bzw. Neuwahl setzt sich der Vorstand nunmehr aus folgenden Herren zusammen: Josef Nossig (Obmann), Medizinalrat Dr. Ignaz Winter (Obmannstellvertreter), Jacques Katz (Schriftführer), Leopold S u b a k (Kassier), Jakob Grotte (Rechnungsführer), Michael Billig, Hofrat Ingenieur Artur Brückner, S. Griminger, Adolf Katz, Bernhard Kikenis, Josei Klein, David Lövy, Gustav Rosenberg, Oberrechnungsrat Jakob Wollner. Nachdem Herr Obermedizinalrat Dr. Haase namens des Kultusyorstandes der Leitung des Vereines Dank und Anerkennung ausgesprochen hat, ergriff Rabbiner Doktor Feuchtwang das Wort, um dem Vorstande für seine überaus rege Wirksamkeit herzlichst zu danken. Die Chewra Kadischa für den XIX. Bezirk hielt am Sonntag den 5. April a. c. ihre VII. ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Herr Sigmund P a r n e s, begrüßte die Anwesenden, insbesondere Herrn Rabbiner Professor Dr. Arnold Frankfurter, den Obmann des Döblinger Tempelvereines Herrn Bela Fränkel, den Vertreter der Chewra Kadischa I. Herrn Gustav Oester reich er, die Herren Winter und Brandweiner als Vertreter der Chewra Kadischa X. und Herrn Fritz als Vertreter der Chewra Kadischa Fünfhaus, ferner Frau Dr. Frankfurter und Frau Fränkel vom Döblinger Frauenverein. Herr Parnes erstattet sodann den einstimmig zur Kenntnis, genommenen Jahresbericht, bei welcher Gelegenheit er allen Mitgliedern und Spendern den wärmsten Dank ausspricht Nach dem Berichte des Herrn Israel Spiel-

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