Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 15 (7.4.1931)
- Date
- 1931-04-07
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE WAHRHEIT Seite 9 inline Teige mündelsichere Wohnbauanleihe 1931 DES ÖSTERREICHISCHEN CREDIT-INSTITUTES FÜR ÖFFENTLICHE UNTERNEHMUNGEN UND ARBEITEN im Gelamtnennbef rag von 150 Millionen Schilling Gold Unkündbar bis 1. April 1936, rückzahlbar längstens innerhalb 40 Jahren. Zeichnungspreis 95 Prozent vom Nennwert. Die Republik Österreich leistet Verzinsung und Tilgung dieser Anleihe Kapital und Zinsen werden ohne Abzug gegenwärtiger oder künftiger österreichischer Steuern oder anderer Abgaben ausgezahlt Die Anleihe genießt außer der Haftung des Emissionsinstitutes folgende SpezialSicherheiten; 1. Die Verpflichtung der Republik Österreich zur Zahlung von Kapital und Zinsen. 2. Die Verpflichtung der Hypothekenanstalten aus den von ihnen ausgegebenen und dieser Anleihe zugrundeliegenden Wohnbauobligationen. 3. Die hypothekarische Sicherstellung der Wohnbauobligationen. Im Sinne der V. Wohnbauförderungsverordnung können diese Schuldverschreibungen zum Nennwert zur Zahlung der Tilgungsbeiträge gemäß Abschn. I, § 8, Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 14. Juni 1920, B. G. Bl. Nr. 200, verwendet werden. Zeichnungsfrist bis 11. April Israelitischer Tempelverein für den 19. Bezirk in Wien. Am 30. v. M. hat die konstituierende Sitzung des Vorstandes des Döblinger Tempelvereines stattgefunden. Da der bisherige langjährige Obmann, Herr Kommerzialrat Philipp Kohn, die erfolgte Wiederwahl wegen Domizilwechsels ablehnte, würdigte der Alterspräsident, Herr Michael Tauber, die überaus tatkräftige, zielbewußte und verdienstvolle Tätigkeit des Herrn Kommerzialrates Philipp Kohn, dankte ihm für sein hingebungsvolles und ersprießliches Wirken und erbat seine weitere wertvolle Mitarbeit als Obmannstellvertreter. Der weiters durchgeführte Wahlakt ergab folgendes Resultat: Obmann: HerrBelaF r änk 1; 1.Obmann- Stellvertreter: Herr Kommerzialrat Philipp Kohn; 2. Obmannstellvertreter: Herr Rubin Königfest. 1. Tempelvorsteher: Herr Michael Tauber; 2.Tempelvorsteher: Herr Leo Löwy. 1. Schriftführer: Herr Rechtsanwalt Dr. Emil Neuspiel; 2. Schriftführer: Herr Dr. Viktor Neubrunn. 1. Kassaverwalter: Herr Wilhelm Löwy; 2. Kassaverwalter: Herr Moritz Gäl. Hausverwalter: Herr Isidor Löwenbein. Tempelfest. Donnerstag, den 16. April, präzise ^8 Uhr abends, findet im T e m p e 1, II., P ä zmanitengasse 6, ein Tempel fest unter Mitwirkung der Konzertvereinigung des Oesterreichischen Kantorenvereines statt. Zur Aufführung gelangen auserlesene Kompositionen berühmter alter Meister. Karten erhältlich in der Tempelkanzlei, Telephon: R 47-8-63. Wir vernehmen mit Vergnügen, daß die - .Konzertvereinigung des Oesterreichischen Kantorenvereines wieder ins Leben gerufen wurde, zumal wir bereits im Jahre 1928 nach einem überaus erfolgreichen Abend ■dieser Konzertvereinigung konstatierten, daß eine Korporation, die nach verhältnismäßig kurzem Bestände so Hervorragendes zu leisten imstande war, den Anspruch auf weitestgehende Förderung des Wiener Judentums mit vollem Recht erheben darf. Doppeijubiläum. Herr Simon Feuer, Chef der hier bestbekannten Firma S. Feuer, Atelier für kunstgewerbliche Raum- und Dekorationsmalerei, Wien II., Herminengasse 6, Filiale Baden bei Wien, Rathausstraße 9, feierte am 10. d. M. mit seiner Gattin Mina Feuer, geborene Detter, das Fest der Goldenen Hochzeit. Außerdem feiert der Jubilar das 50jährige Meisterjubiläum. Durch rastlosen Fleiß, - hervorragende Fachkenntnisse und geradezu beispiellose und unermüdliche Unterstützung durch seine treue Lebensgefährtin äst es Herrn Simon Feuer gelungen, seine Firma zu einem erstrangigen Unternehmen auszugestalten und sich als Mensch und Fächmann einen Namen zu erringen. Aber auch auf humanitärem Gebiete war dieses Jubelpaar überall zu finden, wo es sich um Wohltun handelte, insbesondere im Kriege hat sich das Ehepaar Feuer auch an der Flüchtlingsfürsorge beteiligt. Jüdische Kredithilfe. Die Kreditkassa für Kleingewerbe und Kleinhandel in Wien hielt am 18. d. M. unter dem Vorsitz ihres Obmannes, Herrn Börserat Ignatz Glück, die achte ordentliche Generalversammlung ab. Derri* durch Direktor M. Henisch erstatteten Tätigkeitsberichte über das Geschäftsjahr 1930 sind die folgenden Einzelheiten zu entnehmen: Es ist zweifellos ein Zeichen des fortschreitenden Niedergangs des jüdischen Kaufmannsstandes, wenn trotz der allgemeinen Einschränkung des Geschäftslebens der Kreis der Kreditwerber dieser Kassa im Berichtsjahre gewachsen ist. Die Zahl der in diesem Jahre eingerichteten Kreditansuchen betrug nämlich 887 gegenüber 820 im Vorjahre. In 14 Vorstandssitzungen konnten 897 Gesuche einer definitiven Erledigung zugeführt werden, davon 831 im positiven Sinne. Von den bewilligten Krediten gelangten in der Berichtsperiode 742 Darlehen mit einer Gesamtsumme von S 381.410.— zur Auszahlung (gegenüber 724 mit zusammen S 367.500.— im Vorjahre), also ein Monatsdurchschnitt von 62 Darlehen mit S 31.800.—. Die Höhe der Einzeldarlehen betrug in 79 Prozent der Fälle S 500.—, in 8,6 Prozent der Fälle unter S 500.— und in 12,4 Prozent der Fälle zwischen S 500.— und S 1000.—. Nach Berufskategorien der Kreditnehmer gegliedert, entfallen aut Kleinkaufleute 523 Darlehen (70,5 Prozent), auf Handwerker 125 Darlehen (16.8 Prozent), auf kleinindustrielle Betriebe 76 Darlehen (10,3 Prozent) und auf Angehörige freier Berufe 18 Darlehen (2,4 Prozent). Die Gesamtsumme der Rückzahlungen der Darlehensnehmer betrug S 383.000.—. Der Darlehensstand mit Jahresende beziffert sich auf S 191.000.—. Die Kreditkasse zählte mit Jahresschluß 1660 Mitglieder mit 5177 eingezahlten Geschäftsanteilen ä S 10.—. Nach Entgegennahme des Berichtes über die durch das Handelsgericht Wien durchgeführte periodische Revision, die sich auf die letzten zwei Geschäftsjahre erstreckte und ein durchaus befriedigendes Resultat ergab, wurde über Antrag des Herrn Oberrechnungsrat M. Weiner dem Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig die Decharge erteilt. Auf Antrag des Herrn Dr. Körner wurde dem Obmann Herrn Börserat Glück für seine unermüdliche Tätigkeit im Dienste der Kreditkasse und über Antrag des Vorsitzenden dem Obmannstellverrreter Herrn Doktor Siegfried Kantor für seine uneigennützige Rechtshilfe, sowie der Beamtenschaft der Kreditkassa der Dank votiert. Nach den durchgeführten Ergänzungswahlen setzt sich der Vorstand aus folgenden Herren zusammen: Karl Altmann, Aron Barschak, Max Eisner, Börserat Ignatz Glück. Rafacl Halpern, Edmund Hofmann, Dr. Siegfried Kantor, Dr. I. H. Körner. Jakob März, Oskar Rosner, Oberbaurat Ing. Robert Stricker, und Feiwel Türkl. Dem Aufsichtsrat gehören an die Herren: Mendel Feigenbaum. Dr. Desider Friedmann, Gustav Goldmann, Kammerrat Moritz Kohn, David Lessing. Dr. Josef Löwenherz. Samuel Preis, N. M. Racker, Kommerzialrat Moritz Reif. Max Schiffmann und Direktor Wolf Wahrhaftig. In den Revisionsausschuß wurden die bisherigen Mitglieder, die Herren Sch. Horowitz, Simon Picker und Moses Weiner wiedergewählt. rJanoiinCale Ii ün %rntfid)e VerfautÖarungen der Jsraefitisdjen Xuftusgemeinde Wien Kundmachung. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde hat den Rechnungsabschluß über die Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde und sämtlicher in der Verwaltung derselben stehenden Fonds und Anstalten über das Jahr 1930 fertiggestellt Gemäß § 92 des Kultusgemeinde-Statuts wird dieser Rechnungsabschluß 14 Tage vom Tage der Kundmachung gerechnet, vor Prüfung und Erledigung durch den Kultusvorstand zur Einsichtder Gemeindemitglieder in der Amtsdirektion der Kuttusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, aufgelegt. Die Gemeindemitglieder sind berechtigt, innerhalb dieser Frist über den Rechnungsabschluß Erinnerungen beim Vorstande der Kultusgemeinde schriftlich zu überreichen, welche bei der Prüfung des Rechnungsabschlusses in Erwägung gezogen werden. Diese Kundmachung wird unter einem im amtlichert Teile der „Wiener Zeitung" verlautbart. Wien, 30. März 1931. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. * Kundmachung. Da in der letzten Zeit, insbesondere vor Pessach, die Bezeichnung „koscher" hauptsächlich von Inhabern von Restaurants und Fleischverkaufsstellen verschiedener Arten vielfach ohne berechtigte Grundlage gebraucht wird, sieht sich das gefertigte Rabbinat veranlaßt, das Publikum aufmerksam zu machen, daß das Rabbinat der Kultusgemeinde Wien keine Verantwortung für alle jene Betriebe, welche nicht der besonderen Aufsicht des Rabbinates unterstehen, übernimmt. Rabbinat der israelitischen Kultusgemeinde Wien. « Israelitischer Jugendgottesdienst Am Samstag, den 11. April 1. J., findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen statt.