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Die Wahrheit · 1931-03-27 · Heft 13-14 (27.3.1931) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1931
Issue
Heft 13-14 (27.3.1931)
Date
1931-03-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 DIE WAHRHEIT ailjiuimnmti FÜR FEINSCHMECKER I EIN GENUSS I sisd die nach einem speziellen Verfahren g eriengten, in Geschmack und || ■Henkelt unerreichten i STRUM MAZZOTH1 und GRIESS 1 die als vorzüglich, schmackhaft, bygieDisch einm wandfrei erzengt, bestbekannt sind! g Sie runden Stram-Mazxoth sind eine besondere 1 Delikatessel | Viele Tsusende nehmen jedes Jahr nur die Qnalitätsg liazzoth „S t r U m" und lassen sich keine andeien Erzeugnisse auldrängen. g Verlangen Sie I überall — nur die vorzügliche Standardi Marke | Strum - Mazzoth I Die Mazzoth-Bäckerei EL STRUM, II., Rotensteingasse 11, lg steht anter Aufsicht des ehrw. Rabbinats der israelit Knlg tnsgemeinde Wien. Besonders in ritueller Hinsicht sind j= Strum-Mazzoth unbedingt einwandfrei. Die Erzeugung er- Z lolgt mit eigens konstruierten, patentamllich geschätzten g Maschinen (Ofen) auf elektrischem Wege von fachmännisch j| . gescholten jüdischen Arbeitern. Das ganze Haschineng; material wird von eigens hiezu bestellten Vertranenspersog; nen des Rabbinats viertelstündlich vollständig gereinigt g I und ausgewechselt. || [ Wer Stran-Mazzoth kauft, weiO, daß er nur CrtSCtaeS g \ Vfewc laeseaBrltf«■* Esrzesexg j£umg£ bekommt 1 g I Achten Sie anf die Stampiglie »H. Strom«, die auf 1 jedem Paket ersichtlich ist 1 _! NAZZOTfl D&CKEDEI B. ST BEN, WIEN | I ll.,Rotensterngasse11 — Tel. R 41-6-12 j imnüimnmimmiiiui^ ausgebildet, sie in theoretischen Fächern unterrichtet, Schüler für Harmonium- und Orgelspiel herangebildet An Schulen hat Löwit Gesangstunden gegeben. Trotz dieser vielseitigen Betätigung blieb dem Jubilar noch Zeit genug, auch sozial zu wirken; er war Mitbegründer vieler humanitärer Vereine. Im Jahre 1882 rief er mit anderen Kollegen den Oesterreichischen Kantoren-Verein ins Leben und ist bis heute ein eifriges Mitglied, nachdem er mit Bauer und Don Fuchs Vizepräsident des Vereines war. denselben zu hohem Ansehen brachte. Später wurde er Präsident, legte das Amt aber im Dezember 1930 nieder. Als der Jubilar vor einigen Jahren in Berlin weilte, veranstaltete ihm das Berliner Kantorat einen EhrenabendL der glänzend verlief. Auch schriftstellerisch betätigte sich der Jubilar und seine musikwissenschaftlichen Abhandlungen sind klar, präzis und von tiefem Wissen erfüllt Sein Stil ist edel und vornehm. So oft Löwit meine musikalischen Arbeiten unter seine kritische Lupe nahm, freute ich mich immer über sein scharfes und klares Urteil und sein verständnisvolles Eingehen in die Materie. Da Isidor Löwit in Wien einen großen Ruf als Musiker genießt, wird er seit mehr als 20 Jahren bei Besetzung von Kantorstellen in der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien als Experte herangezogen. So kann Herr Isidor Löwit auf seine zurückgelegten 50 Amtsjahre mit großer Zufriedenheit blicken und Gott dem Aligütigen, ein Schewach w'haudojo darbringen. Er ist jetzt in dem Tempel, wo er seine Laufbahn begann, der „S'kan besan", der „Aelteste des Hauses". In der Stunde der Feier wird er in Treue des edlen Markus Russo. des langjährigen Präsidenten der türkisch-sephardischen Gemeinde gedenken, des Initiators des jetzigen herrlichen Tempels. Er gedenkt auch seines heimgegangenen Amtsbruders Jakob Bauer; ebenso anderer verdienstvoller Herren seiner Gemeinde, die in die Ewigkeit eingegangen sind. Aber „ki lau almen jisroel", Israel wird nie verwaist sein. Es haben sich andere Männer gefunden, getragen vom Geiste Gottes, die jetzt die türkisch-sephardische Gemeinde mit Herz und Verstand leiten: Herr Robert de Majo, Herr Lazar Susin, Herr Benjamin Heskia. Der Vorstand wird es sich nicht nehmen lassen, den Jubilar der Gemeinde. Herrn Isidor Löwit, in würdiger Weise, nach seinen Verdiensten zu feiern und ifm durch Abhaltung eines Festgottesdienstes zu ehren. Ich aber, der ich in langjähriger Freundschaft mit Isidor Löwit verbunden bin. rufe ihm aus weiter Ferne zu; Der Geist Gottes möge fernerhin auf ihm ruhen, damit er seine Gemeinde noch viele Jahre durch einen weihevollen Gottesdienst erfreue! Nun gab es große Arbeit für Isidor Löwit. denn es gab keine Noten, da bis dahin ein sephardischer Gottesdienst mit Chor noch nicht existierte. Er ließ sich also die traditionellen Melodien und Rezitative vorsingen, fixierte dieselben und bearbeitete sie für Chor. Mit Feuereifer ging er an die Sache und machte es sich zum Ideal, etwas zu schaffen. Zuerst nahm er Kompositionen von Sulzer. Lewandowski, Naumbourg, Halevy, Rossini, LÖwenstedn u. a. So fand nach mehrmonatlicbem Studium der erste Gottesdienst mit Chor unter Löwits Leitung am Sabbat haggodaul 1881 statt Es war im wahren Sinne des Wortes ein „großer Sabbat" für die türkisch-sephardische Gemeinde. Alt und Jung waren begeistert. Es sei hier betont, daß an der gottesdienstlichen Einrichtung, traditionell wie vor 150 Jahren, nichts geändert, nichts gekürzt worden war: nur ein kulturell moderner, schöner Gesang war die Neuerung. Später war es der Wunsch des Vorstehers M. Russo, der der Initiator der ganzen Sache war. da er viel Verständnis dafür hatte, daß diese Gesänge nicht denen der anderen Tempeln gleichen sollten. So wurde denn ein eigener sephardischer Gottesdienst komponiert, den die beiden Funktionäre Isidor Löwit und Jakob Bauer im Jahre 1888 unter dem Titel „Schir Hakowaud"*) veröffentlichten. Die späteren Arbeiten Löwits. die noch Manuskript sind, sind musikalisch einwandfreie Kompositionen, die veröffentlicht zu werden verdienen. So z. B. Ma tauwu in Es-Dur für Solo, Chor, Orgel und Harfe, Jigdal, Kadeschim für Scholausch regolim, Ein- und Ausheben der Thora; Kohanecho. Howuladonoj b*ne elim und eine große Anzahl von Mussaf k'duschaus. Alle diese Piecen fanden und finden großen Beifall bei der Gemeinde. Löwits Kompositionen zeichnen sich durch edle Melodik, reiche Harmonie und strengen kontrapunkfischen Satz aus. Der Chor entwickelte sich immer mehr und gehört jetzt mit zu den besten Chören Wiens. Professor Salomon Sulzer kam 1881 eigens zum Gottesdienst, um den „Adonoj moloch" in F-Dur aus dem „Schir Zion" zu hören und sagte wörtlich: „So schön wurde er nicht einmal bei m i r gesungen." Die Sultanfeiern, Geburtstag und Verfassungstag, in Anwesenheit des jeweiligen türkischen Botschafters und Botschaftspersonals, sowie Vertretungen aller politischen Behörden waren von allen Kreisen sehr besucht Im Jahre 1891 wurden Löwit die Funktionen des „MesamerV (zweiter Kantor) übertragen. Später teilte er sich mit Oberkantor Bauer in die Funktionen des ersten Kantors und 1918 wurde Löwit vom Vorstande zum Oberkantor-Stellvertreter ernannt, blieb aber Chordirigent bis auf den heutigen Tag.*) Man kann sagen, daß Löwit der Schöpfer des sephardischen Chorgottesdienstes ist. Ueberall im Orient, wo ein Chorgottesdienst abgehalten wird, werden zum großen Teil die Gesänge von Löwit vorgetragen. Löwit betätigte sich auch pädagogisch, indem er Klavier- und Violinunterricht erteilte. Er hat Kantoren herangebildet. Sänger und Sängerinnen *) Im ersten Teil meiner „Sammlung kantoral-wissenschaftlicher Aufsätze" befindet sich eine nähere Besprechung dieser Gesänge von Eduard Birnbaum. *) Als ich 1901 zum Allgemeinen Kantorentag in Wien weilte, führten mich Oberkantor J. Bauer s. A. und der Jubilar in den türkischen Tempel, wo ich dem Sabbat Mincha-Gottesdienst beiwohnte. Der Tempel machte einen überwältigenden Eindruck auf mich. Der Verfasser. Israelitischer Bethaus-Verein „Chewra Beth Hatfilah". Donnerstag, den 27. März 1931, fand um %1 Uhr abends im Zeremoniensaal des Tempeis in der Müllnergasse die Generalversammlung obigen Vereines statt. Der Präsident des Vereines, Börserat I. Glück, eröffnete die Generalversammlung und begrüßte alle Erschienenen, insbesondere den Vertreter der Kultusgemeinde, Herrn Dr. Josef Ticho, dem er für das warme Interesse, das er sowie die Kultusgemeinde dem Tempelverein entgegenbringt, den herzlichsten Dank aussprach, ferner begrüßte er die Vertreter der Tempelvereine sowie Herrn Chefredakteur Ludwig Hirschfeld von der „Wahrheit". Präsident I. Glück schilderte sodann die Tätigkeit des Vereines im abgelaufenen Geschäftsjahr und betonte, daß trotz der schweren Krise das Interesse der im Bezirke wohnenden Juden für ihre kulturellen Einrichtungen nicht erlahmt äst wovon der der Generalversammlung vorliegende Tätfgkeits- und Kassabericht das beste Zeugnis abgebe. Redner stellte mit besonderer Genugtuung fest, daß der allwöchentliche Jugendgottesdienst wegen seiner würdevollen, dem Gemüte der jüdischen Jugend in vollendeter Weise Rechnung tragenden Form den größten Anklang in den weitesten Kreisen des Bezirkes gefunden habe, und ist mit besonderer Freude zu konstatieren, daß nunmehr die Kinder ihre Eltern in den Tempel bringen. Schriftführer Max Eisner legte sodann den Rechenschaftsbericht für das abgelaufene Vereinsjahr der Generalversammlung vor, welcher mit großem Beifall aufgenommen wurde. Nun ergriff, lebhaft akklamiert, Kuitusvorsteher Dr. Josef Ticho das Wort und dankte dem Vorstande und speziell seinem Präsidenten Börserat I. Glück, der auch in seiner Eigenschaft als Obmann des Verbandes der Tempelvereine auf ein einträchtiges Zusammenarbeiten mit der Kultusgemeinde bedacht sei, für ihr überaus ersprießliches Wirken. Redner vertritt die Ansicht, daß es Pflicht der Kultusgemeinde sei, die Tempelvereine, die ja in übertragenem Wirkungskreise die Agenden der Muttergemeinde versehen, zu unterstützen, und wird dies auch im Rahmen des Zulässigen stets der Fall sein. Ganz besonders rühmend hob Herr Dr. Josef Ticho die mustergültige Sorgfalt hervor, die der Tempelverein im 9. Bezirk der Ausgestaltung und Pflege des Jugendgottesdienstes angedeihen lasse, welcher im Vereine mit der neuerrichteten Bibelschule die Jugend im religiösen Geiste erziehe und so eine wichtige Zukunftsarbeit leiste. Zum Schlüsse seiner mit großem Beifall aufgenommenen Rede gratuliert Dr. Josef Ticho Herrn Börserat Glück zu seiner glücklichen Errettung aus Lebensgefahr. Tiefgerührt dankt Präsident I. Glück dem Vertreter der Kultusgemeinde für seine Glückwünsche und wird der einstimmige Be- H Eröffnungsanzeige! m | ^^^Sßlchwnrßnrßstaurtmt § I |gaj ^ejr eigener Erzeugung beste Qualitäten m H§ II., GLOCKENGASSE 11 §§ . BRÜKNER & C9| Unsere Fabrik steht unter der Ig rituellen Aufsicht des s .srnnn dbd omnn nsn ♦2tf"n ■ K ö ">b # 13X2 f]DT "H jg| Schluß gefaßt, auch Herrn Präsidenten Prof. Dr. A. Pick die herzlichsten Glückwünsche der Generalversammlung zu verdolmetschen. Revisor M. Oesterreicher teilt infolge Ortsabwesenheit in einem Schreiben mit, daß er im Vereine mit Herrn Revisor S. Weiner alle Bücher und Belege überprüft und in bester Ordnung befunden habe, und stellt den Antrag, dem Vorstande das Absolutorium zu erteilen. Präsident I. Glück würdigte sodann die Tätigkeit sämtlicher Funktionäre, denen für ihre Leistungen das größte Lob gebühre. Die Neuwahlen brachten die Bestätigung der bisherigen Vorstands- und Ausschußmitglieder. H. „Kurfürsorge". Verein zur Unterstützung armer Kurbedürftiger (IL. Große Stadtgutgasse 7). Vor fünfundzwanzig Jahren hat eine kleine Schar wackerer Männer den Verein „Kurfürsorge" gegründet, der es sich zur Aufgabe macht, jenen armen Kranken, die nicht in der glücklichen Lage sind, eine notwendige Kur aus eigenem zu bestreiten, durch Kurbeiträge die Möglichkeit für einen Aufenthalt in Kurorten zu bieten. Gewaltige Schwierigkeiten waren im Laufe dieser 25 Jahre zu überbrücken, insbesondere stellte die Kriegszeit, in der ein Frauenkomitee des Vereines segensreich wirkte, große Anforderungen an den Verein. Nach Beendigung des Krieges hat der Vorstand seine frühere Tätigkeit wieder aufgenommen und bedeutend erweitert und sein Hauptaugenmerk auf die weit verbreitete Lungentuberkulose gerichtet. Heute kann der Vorstand mit Stolz auf eine 25jährige Tätigkeit zurückblicken. Die Größe seiner Leistungen sind vor allem der unermüdlichen Hingebung des Vereinsobmannes, Me<L- Rat Dr. I. L. Braun, und der Vizepräsidentin, Frau Dr. Regine K r i s, zu danken. Die Genannten waren denn auch bei der Mittwoch, den 18. d. M., im Hotel Guth stattgehabten Jubiläums - Generalversammlung Gegenstand besonders herzlicher Ovationen. Auf die Begrüßung durch den Vereinsobmann und den von Frau Dr. Kris vorgetragenen gedankenreichen Rechenschaftsbericht folgten verschiedene Ansprachen, in denen dem Vereine und seinem so ersprießlich arbeitenden Präsidium die innigsten Glückwünsche ausgesprochen wurden. Unter anderen sprachen Obermedizinalrat Dr. Heinrich Haase namens der Kultusgemeinde. Frau Dr. Helene Stein namens der Weiblichen Fürsorge und in Vertretung der verhinderten Präsidentin Frau Regine Ullmann. Frau Ida Wolf namens des Jüdischen Frauenvereines VI/VII. Dem von Herrn Kassier S. Wechsler erstatteten Kassabericht war die trotz aller Leistungen doch ökonomisch gehaltene Gebarung zu entnehmen, die auch die Revisoren Dr. Max N a s c b und Adolf Deutsch anerkannten, die dem Kassier und dem Schriftführer, Herrn Fürsorgerat Leopold Heller, den Dank votierten Die Festrede hielt Reg.- Rat Dr. Max Lenk, der sich in geistreicher Weise mit dem Problem des Altruismus und Egoismus bei den Werken der Nächstenliebe befaßte. Noch lange blieben die zahlreichen Teilnehmer der schönen Jubiläumsfeier beisammen, sie alle beseelte der Wunsch, daß der segensreich wirkende Verein noch viele schöne Jubiläen feiern möge. Die Unterstiitztings-Vereine (Frauen-Sektion und Gemilas Chesed) des Tempelvereines „Emunas Awes" (XIV., Storchengasse 21) veranstalteten Sonntag, den 22. d. M., im jüdischen Vereinshause in der Herklotzgasse ein Festbankett, das einen glänzenden Verlauf nahm. Die überaus große Anzahl der Teilnehmer spricht für das erhebende Zusammenhalten unserer Qläubensbrüder und Qlaubensschwestern in den westlichen Bezirken, das ihnen zur ganz besonderen Ehre gereicht Obmann Emanuel S c h u 1 z begrüßte die erschienenen Festgäste und Mitglieder aufs herzlichste, pries sodann die Wohltätigkeit des Frauenvereines, sowie die Opferfreudigkeit und Opferwilligkeit des Vorstandes und der Mitglieder des Tempelvereines mit Präsidenten E. Weiß an der Spitze. Sodann ergriff unter gespannter Aufmerksamkeit Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Weiß £eierlidie fedew~Jibende im Restaurant „W I E N E A" II. Obere Donanstrafie Mr. 91 Telephon A 41-4-78 Verkauf von feinsten Palästina- und ungarischen Weinen

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